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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 16.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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iaö — jri^jHto&e ker Mschen Einwohner d« einzelnen Krrift nnd T. Verlad, 98. März. (Dt.'Serr) Ich beritt mich Ahnen zu taribm,*) daß ich in diesem Augenblick« »on Hrn. Um. Rosenthrl au« Bukarest die Nachricht erhalten, daß er «ine Audienz beim Ministerpräsident gehabt, und daß dieser Dm MgkficheN hat, morgen einen auf Streichung de« 8 8 ■e« Branntweingesetze« gerichteten Vorschlag im Abgeordnetenhaus« einbringen zu wollen. Tr hoffe zuversichtlich, daß dieser Antrag durchgehen wird; dagegen möge man nun schleuaigit die Juden auffordern, von eigenen Schritten abzustehen; niemand werde sie in ihrem Gewerbe stören. Sie werden sich dteset Rechttcht fretien» sowie ich uuch freue, daß e« meinen Anregungen und Bemühungen s. Z. gelungen ist, im »ort-!>en Jahre die vom Fürsten angeordnete Vertagung de« grauamen 8 8 bi« zum 28. April 1874 zu erreichen. Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin. Bei dem hiesigen Hofbuchhändler Loui« Levit (Franzstraße 12) erscheint gleichzeitig wie für die christlichen Gemeinden ein zweite« Gedenkblatt, autschließlich für die jüdischen Gemeinden, zum ehrenden Gedächtnis der im Kriege Gefallenen resp. ihren Wunden Erlegenen, um solche« in dev Synagogen aufzustellen. Die hierüber entworfene Zeichnung und Ausführung, streng dem jüdischen Sultu« angemeffen, ist Künstlern ersten Range« anvertraut (Profeffor Oppenheim in Frankfurt a. M. und Historienmaler L. Bürger). Die Gedenktafel, 82 Eentimeter hoch, 63 Eentimer breit, wird in einer die Todtea ehrenden und der Würde de« Ort« entsprechenden Weise autgeführt. — Der Prri« pro Exemplar ist 10 Thlr.; Einrahmung und Verglasung je nach Wunsch 8—6 Thlr. Nürnberg, 26. März. Die beiden i«raelittschen Mädchen, deren BekehruugSgeschichte ich Ihnen jüngst berichtet, smd seht Nach Odeffa zu ihrer Mutter zurückgekehrt, nachdem die ältere, welche bekanntlich in Neuendettel«au getauft worden war, bei dem hiesigen protestantischen Dekanate freiwillig und unter Assistenz hiesiger christlicher Einwohner ihren Wiederan«tritt au« der christlichen Kirche erklärt hatte. Bezeichnend für den Geist, der in unserer Geistlichkeit lebt, ist die Thatfache, daß der hiesige Pfarrer Stöger, an den man sich zuerst gewandt-hatte, die Entgegennahme der Erklärung verwrigerr», «chl da» Rädchen noch minorenn seil Zum Taufflt tötfc sie bekanntlich Nicht zu juNg. Schließlich nahm Dekan Reuter die Erklärung, wenn auch unter Vorbehalt, entgegen. Leipzig, i» März. Mit großer Freude berichte ich Ihnen heute von einem anertennentweNheu Fortschritt, der in der jüdischen Gemeindeverwaltung sich vollzogen hat. Der Vorstand hat de» bisherigen Schächter der Gemeinde entlasten und dem von der orthodoxen Minorität bisher Angestellten besten Amt übertragen. Zugleich hat derselbe die Aufsicht über die gesammten Schechita-Verhältniffe dem bisher ebenfalls von den Orthodoxen angestellten rühmiichst bekannten R. Simon HnrNntz übertragen, besten Name für die gewissenhafte Handhabung de« Amte« schon genug sagt. Einsender dies«» bat sich persönlich überzeugt, wie der Vorsteher der hiesigen Gemeinde, Herr Stadtrath Kohner, sich estrig bemüht hat, diese der Billigest ebensosehr wie den friedlichen Fortbestand de« Semeindel ebea« dienende Einrichtung « realifireu, Und ebenso «riß ich durch zuverlässige Mitthrilungen, daß Herr Rabbiner Goldschmidt sich der Sache kräftig angenommen hat. Der da weiß, wie tief die Regelung oder Vernachlässigung dieser Materie in da« innerste Wesen der jüdischen Familie *1 nur Kl «M<«e ftarnm (Act zu fpR eetzeille»; CO) tt* 1Mb stcheube früh«« Ceti«fpmb«*e ist in der Eil» M NuDpigsfist»! ß«*« geSlbSi». etngrrist, wftd mtt un« diese« Her», für he» stIdliche Entgegenklimme» seine Anerkennung i»W vtrsagen. fJ. Pr.) * Peenzln». Der wegen seiner selteuen Siohlthätigkeit, seiner strengen und edle« Religiöfität, seine« pa .riarchalischen Wandel« weithin bekannte Herr Ascher Meyer ist am2». März, an seinem 78. Geburt«tage, gestorben. Sein Ende war seine» Leben« wstrbitz. Nachdem er noch bi» in dic letzten Tage sich fast jugendlicher Frische und Rüstigkeit erfreut und >.« n 18.) ,V3' grmaht hatte, erkrankte er plötzlich; Sonntag morgen« lag er anscheinend in den letzten Zügen, die Anwesenden verrichteten die bei Sterbenden üblichen Gebete. al« er zu sich kam, sich erhob, Tali» und Tesillin verlangte, und da« ganze Morgengebet mit gewohnter Andacht verrichtete. Dann verlangte er nach einer lliertchtöperkon, traf einige erläuternde Bestimmungen in feint« Destämenl, nahm von den Seinigen Abschied Und — war nicht mehr. Er hatte jede Rede an seinem Grabe »erbeten, und e« bedurfte auch einer solchen nicht, um den Versammelten zu flögen, wa» sie an Ascher Meyer beseffen und verloren hatten. .Möchte auch ich den Tod der Redlichen sterben und mein Ende dem seinigen gleichen " Wie». Der „Mädchen-UnterstützungS-Berein" Hierselbst» besten langjährige« und erfolgreiche« Mrke» recht» gerichtet ist: Mädchen au« den ärmsten Verhältnissen erwerbsfähig zu machen, hat soeben seinen 7. Jahresbericht autgegeden, de« wir folgende Date» entnehme«: Die Zahl de« Zöglinge besteht derzeit au» 130, die nach den folgenden Kithegorien eingetheilt sind: 48 werden im Kleidermachen, 26 im Weihniheri, 3 in Modistenarbeit, 21 im Frisieren, 1 im Kochen unterrichtet. 71 besuchen die FonbildungSschule de« Verein«, 4 «erden z» Kindergärtnerinnen, S zu Ha»ü>el«schülerinnen, 14 zu Telegraphistinnen, 2 zu Zeichnerinne», 13 zu LehramiScandtdatinne« a «bildet. Fast alle Zöglinge di» frühere« Jahre haben öffentlich« oder private Anstellungen und Bödienstungen gesunden. Der Verein, den 10 Dämon fab» Vorsteherin««» leiten, zu deren Präsidentin Frau Paula Fraikl, und Herr Gustav Simon al« Castaverwalter gewählt worden ist, zähft derzeit S01 Mitgliri>er, und standen ihm au» deren Jahresbeiträgen, au« außerordentlichen Speichen und Zinsen vom Verein-kapitale im abgelaufenen Jahre 10018 Gulden zur Verfügung. So groß dieser Betrag auch »st, sieht sich drr Vorstand am Schluffe seine» Berichte« gegenüber der großen Zahl der sich herandrängenden armen Mädchen, die erwrrlrifähig «erden wollen, dringend veranlaßt, um fernere lebhafte Unterstützung der so überaus «ohfthätige» DerrinSzwecke z» bitten. Wie». De« .Univ J«r." wird geschrieben: „Da« österreichische Staatsbudget, welche« für alle verschiedenen christliche« Eonfesfionen bedeutende Summe« auSwirft, hat kein« Kreuzer für die israelitischen Institutionen. Man kann wchl fragen, warum eine Million österreichischer Israeliten eine bedeutende Quote ihrer Steuern den dtiflfilpen Kirchen gewidmet sehen müffen, während auf die Bediftsniffe ihre« tut» tu« kein ftrtujer verwendet wird. Ist da« die Bestätigung der RechtSgleichhest, welche der moderne Staat überall zu betonen. vorgiebt? Man darf jedoch nicht die Regierung allein darüber tadeln. Da die Inden ft lh» sckw^e, jeder Reklamation in dieser Hisifichl ellthauen; rann mau den -intäaglich mit Ansprüchen überhäuften sNinistern keinen Vorwurf mache». E« sitzen Inden im ReichSrath, aber sie sagen sich ohne Zweifel: »Wir find Vertreter de« Volk», nicht unserer Glauben-genoffen. Wirziehen e» auch vor, zu schweigen." Wenn ein Dorf öder Flecken ihnen eine Klage oder Bitte vorbringt, so werben sie alrbald darauf achte«, aber eine Million Juden? da« könnte wie persäalichet Interesse auSsehen. Man sieht, daß die jüdischen DennchotNi in Wien, ß!>erljn und Vcriaille« einander zi^n-lich ähnlich Hetzen. . «nie find ein einig Voll — setzt die Redaction de» jstuanulen Blatte« Hinz». (Forts, in der A-rilage.) /ZtjJL' .

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