Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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frische» wirke« zu gebe«, da« eutspticht ihrem Zwecke, ihre« | Staat«. vielleicht knüpft sich so an die Reise und die Berichte detzrn. vr. verliner ein bleibende», segensreiche» Restlitat. Auf sein« Beobachtungen und Ansichten die Auf- »erksamkeit de» E.-Eomit«'», und dadurch die der französischen und englischen Blätter und — der 'italienischen Juden selbst gelenkt zu haben, die« ist da« einzige (sehr geringe) Verdienst, nxlche» wir für uns in Anspruch nehme». Da in der kurzen Erwähnuug det Sache sin Februar-Berichte der Alliance nur unser Name genannt war, fühlen wir un» veranlaßt, die» autdrücklich zu bemerken.) Berichte und CorrespoMazeu. De»stschla»b. Stettin, K. April. Ich Hab« geglaubt und glaube noch, »eine Ansicht über die Earo'sche Petition in vorigem Blatte deutlich und so, daß meine Worte Niemanden verletzen konnten, ausgesprochen zu haben. Zugleich habe ich gehofft, nach Kräften dem Rißverständniß und der Mißdeutung vorgebeugt zu haben. Ich sage: nach Kräften, denn e» war mir klar, daß wir Rabbiner un» in einer mißlichen Stellnng befinden. Petitionirrn und agitiren wir gegen die drohende Zersetzung der Gemeinden, so sagt man: „es ist euch »nr um eure „Pfründe* zu thun*, oder man ruft höhnend: „aha, ihr fühlt euch nicht mehr sicher: wenn die Polizei euch Nicht mehr schützt, so wankt eure Stellung!* Schweigen wir, so wird man sagen: „Weil ihr euch sicher fühlt oder wähnt, darum überlaßt ihr die minder gut fituirten Beamten ihrem Schicksal«.* Ich hätte auch diese m Einwand« und Borwnrf begegnen und den Satz einschieben können: wir wiffen allerdings, daß die Rabbigen der größten Gemeinden und die DgttlGbeamten der kleinsten Dörfer ein und dasselbe Interesse zu verfechten haben, und daß e» jenen wohl anstehen kbnnte, für die gemeinsame Angelegenheit einzulreten. Ich kub« die» nicht ausdrücklich gesagt und e» nur zwischen den Zeilen lesen lasten; ich hatte gedacht, daß auch der Grund de» Schweigen» erkannt werden würde: die Besorgniß, daß »an eine solche Aeußerung hochmüthig find« würde. Nachdem ich an» dem Briefe «ine» sehr geachteten Manne« ersehe, daß ich dieser Mißdeutung meiner Worte doch nicht entgangen bin, und daß er mir nun entgegenhält: „Sie »olle« also nicht» thun, um Andern ihre Lebenseriftenz zu sichern, so bin ich geuöthigt, um der Scylla diese» Borwnrf» zn entgehen, der Eharybdi» de« anderen Trotz zu bieten und demnach, theii» erläuternd, theil« resumirend, zn erklären: wenn di« Eultusdeamte» iuögesammt, von dem Rabbiner der Residenz bi» zu dem Schächter i» kleinsten Jischub, die Earo'¬ sche Petition oder eine ähnliche unterschreiben würden, so würde ei« solcher Schritt an sich gerechtfertigt sein, aber de» Nutze» könnte nur ein geringer sei«, da die gesetzgeben- Katoren sicherlich wiffen und sich selbst sagen «üffen, daß die Lufrechterhaitung de» Status quo im Interesse der Beamten liegt, der Schaden würde dagegen größer fein, tpgil man von viele« Seiten sageqwürde: sie kämpseu nur ffr ihr Interesse. Wir zöge« un», ohne entsprechenden Gewi»« sür die Sache, persönliche» Qdium zu, welche» zugleich der Sache schade» müßte. Darum mögen immerhin, »enn es geschehen soll. Diejenigen Petition»««, di« solche» am nicht zu fürchte« brauchen, bei denen man da» Wort lft f» nicht», so schadet e» auch nicht»* anwenden könnte, »rin der Unterschied liegt, da» (noch einmal) deutlich zn . gen, begehre »ran nicht; schon die Andeutung niederzuschreifc* kostet Utberwindung. 1. Sa«. 2, 3. / Di« Beamten können in der ganzen Aagelegeahett kan» «Wa» fstr sich thun, «• ist Sach« der Gemeinchevertretnng, W «tzthigm Schritte zu ttznu. Sie find der Mißdeutung picht «Ggefetzi, »dar penn im, ihnen yochäl», daß sie ihgg „Macht* bewahren «olle», so können sie sagen: nun, so streicht un» unsere Besoldung!* Berlin, den S. April. (Or.-Eorr.) Heut« fand in der Aula der 21. städtischen Gemeindeschule die öffentlich« Prüfung der ReligionSschule der hiesigen Seporat-Gemeinde Adaß Israel statt. Wenn e» auch mehr al» vermeffen wäre, «ach de» Ergebniß einer öffentlichen Prüfung den Zustand einer Schul« beurtheile» zu wollen, so stehen wir doch nicht an, dies« Anstatt al« eine Oase in der Religionswüste dir hiesigen jüdischen Gemeinde z« bezeichne», au« welcher will'« Gott neue», frische» Leben sich verbreiten kann. Möchte man auch manche« ander«, von eine« Gewächse mehr, i»o» anderen weniger angepslanzt wünsche«, so fühlen wir doch den belebenden Hauch de» jüdischen Geiste», wir empfiitde« e», daß hier der lebendige Quell de» echte« Judenthum» di« jungen Pflanzen tränkt, und rufe« de» Pflanzern und Gärtnern von Herzen ein „Gott mit Euch, seid stark und fest* zu. Ist e» doch der schwerwiegendste Vorwurf, den wir dem hiesige« Gemeindevorstande zu machen haben: die Vernachlässigung de« RellgionSunterricht» für dir Jugend. Während di» Erwachsenen mit Predigten gefüttert werden, bi» sir ihnen zu» Ueberdruß werden und sie sich in Winkel-Synagcgen dagegen zu retten suchen, haben hier Tausend« jüdischer Kinder garkeinen oder mangelhaften Religionsunterricht, nicht wett e» die Eltern nicht wollen, sondern weil ihnen keine Gelegenheit (?) dazu geboten ist. Doch möchten wir diesen Vorwurf nicht auf Berlin allein beschränken, wir denken auch a» eine größere Nachbargemeiude, die eben jetzt eine Synagoge mit großem Kostenaufwand baut, eine 8emeinde-Religion»rchule aber nicht besitzt; und doch ist Unterweisung und Belehrung der Jugend unsere helligste und oft eingeschärfte Aufgabe , sollt« der Rabbiner da nicht immer und immer daraus zurückkommen, daß dem schreienden Mangel abgrholfrn wUde?!*) Doch kehren wir nach Berlin zurück; was könnte hier in dieser Beziehung bei den reichen Mttel» der Gemeinde geschehen, und »a» wird geleistet? Jetzt hat man nach Jorgängen, die hinter den Eouliffen gespielt, Herr» Rabbiner Dr. Aub da» Schul-Jnspectorat abgenommen und Herrn vr. Geiger damit bekleidet. Erstere» rühmte man rach, daß er für die Schule viel Jntereffe gezeigt habe, indessen wollt« Herr vr. G. doch auch eine Wirksamkeit haben, da er wohl fühlen mag, daß Gebetbücher abrogiren und fairicire» doch kein genügende» Wirke» ist. Jndeffeu, e» giebt Geister, dt« nur verneinen, die Kabbala nennt sie '3K%a und behauptet, daß jede« Menschen neben zwei guten Engeln auch zwei solcher BernichtungSgeister auf seinem Lel«n»«ege begleiten, sollte da» vielleicht auch bei Gemeinden d.-r Fall sein? So hatte Herr Pr. G., den e» vielleicht rerdroß, daß fast alle Ankündigungen von Peßach-Sachen in hiesigen Zeitungen die Bemerkung beifügten: „unter Aufsicht de» Rabbiner vr. Hildesheimer* in seiner Sabbach-Hagadoi-Prebigt sich in eine wahr« Wuth gegen diesen Handel hineingrredet, und nannte es, der Religion unwürdig, „jnU religiösen Dingen Schacher zu treiben*. Wir unterschreiben diesen Satz, doch ftagen wir hier vor aller Welt: „wer find Dujenigen, di« mit religiöse» Dingen Schacher treib«? Sind al die Händler, die sich sür 1 Pfnnd Ofter-Zucker rc. 1 Sgr. mt£r zahle» lassen, wa« dem Käufer nicht verheimlicht wird, »der such e» Diejenigen, «elche rabbinische Funktionen vollziehen und sich dafür bezahlen laffrn, obgleich sie selbst o« die Ding« nicht glaube». Ist e» nicht der gemeinste Schacher mit reli- *1 Bekanntlich rief einß Sottet«». as» rx oon ttttiNphane« auf di« Bühne gebracht wurde, laut: „Ihr VUmn’tm Lthe», da» soll ich sein!" Ich bin kein vokrate«, aber ich bewert« fttrnp’ daß dieser ladet de« Herrn Sorrespondente» der hwsige« Gemeinde und wir selbst zelte» soll. Sin« Semeinde-KeligionSschnt« ist hier »»«Händen, aber sie ist sehr schwach besucht, di« «eisten Eltern riehen Prioat» Keligiongunterrtcht vor. manch« Kinder genießen gar l ewen, tl so» aber eben «Üblich noch «in kehter «ngepellt und die Schal« reorganistrt werden. Personaloerhltltniss« habe« den UebetstaNb, gqen den wa» i» allgemeinen »ich» nnempstNdüch ist, mr Engerer Gand hi« herbeigchllhrt. UebriOn« Gpr. Gal. ,7. ».