Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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124 — Sin Schreib«« au» Aleppo mrldet, daß i« dem einigt Nellen entfernte« Städtchen Tedef Xbfac fcfc Spiagogt überfalle« und Su Rorah-Rollest allem Sst88kgeräth de« Tempel» gckaubt habtG; dAßer DnitßeEstub iourdr all« Lonsuln angezMt, ulld «Derdech Hai vO WtmeiwG Kkt Petition an den Pascha gerichtet und bewirkt, daß derselbe die Brrbmchm bkrhnfw«.. ' fett {4<e4k«(l. H. Dr. Treuenfels au» Stettin übersendet einen von H. vr. Berliner über di« i-raelitisch« Gemeinde von Rom veröffentlichen Aufsatz, in welchem der Berfaffer nach einem Rückblicke auf die früheren Leiden de» römische« Jndenthum« die gegenwärtige deffelben schildert: „So drückte man die Juden bi» zur neuesten Zell, so verwundete man st«, di» die am 20. Sept. 187V (sogar die Stund« 10'/, Uhr Vormittag», hat ein jeder römische Jude in seinem Gebetbuch« verzeichnet) aufgegangene Freiheü die Gemeind« wie eine» schweren Kranken traf, den man urplötzlich au die Sonne bringt, ohne daß er seine eigentliche Kraft f#m wieder erlangt hat. AuSgesogen, geplündert hat man die Juden, sie de» Muthe» und de» Selbstvertrauen« beraubt. Eine Folg« davon ist, daß noch heute selten ein jüdische» Geschäft sich findet, da» einem Besitzer allein gehört; gewöhnlich ist e» der Vater mtt mehreren verheirat hrten Söhnen oder e» find mehrere Brüder, die ihre gering«« Mittel und Kräfte vereinige«, um eia Geschäft zu betreibe«, da» also mehrere Familien zu ernähren hat. So herrscht meisten» Armuth unter den Juden bei allem Fleiß« und aller Regsamkeit. Sie werde« noch lange an den Folgen jener früh>^ ren Vergewaltigung zu leiden haben, und ohne Zweifel dürfte die statuarische Bestimmung der Alliance lor. Unir. „denjenigen, welche in ihrer Eigenschaft al» Juden leiden, eine wrrkfame Hilfe angedeihen zu lassen" hier mit Erfolg in Anspruch genommen werden. Die Nittel der Gemeind« find längst erschöpft, die fteiwilligen Beiträge, die Einzelne leiste«, find unbedeutend, di« wenigen vorhandenen Eapitalien früherer Stiftungen müssen bereit» angegriffen werden, un den schreiendsten Brdürfniffen für Arme und Kranke nur irgendwie abzuhelfen. Di« Lehrer für den ersten Unterricht rm Hebräischen, weüer wird er kaum fortgesetzt, haben vor mir bitter geweint, wir kärglich sie salarirt werden. Woher sollte e» auch kommen? Roch während meiner Anwesenheit bestand in Rom die Sitte, daß man an jedem Morgen der Werttage in den Straßen de» Ghetto eine Büchse umhertrug, in die ein Jeder, der e» wollte oder konnte, eine Kleinigkeit warf, — und die» bildete di« Einnahme für den hebräische« Unterricht. Erst in den letzten Tagen meine» dortigen Aufenthalte» wurde dies« Sammelbüchse «^geschafft und dafür ei« Almosenkasten mft paffender Inschrift an der Synagoge angebracht. Wollte die Alliance lor. Unir. da» groß« Werk unterstützen, so dürste die» in folgender Weis« sich wirksam zeigen: a) E» müßte anf etwa IO Jahre ein« jährlich« Subvention der Gemeind« gewährt werden, durch welche sie in den Stand gesetzt wird, da» Talmud-Torah-Jnstitut gehörig wieder herzustellen und da» Rabdiaat wieder zu besetzen, d) Der zu berufend« Rabbiner müßte ein Mann sein, der dem noch ganz religiösen Stands untte der Gemeind« adäquat ist, der aber auch durch sein theologische» Wiffen wie auch in oratorischer Beziehung im Stand« ist. seinem Berufe di« uüthige Würde z« wahre« und sichere Erfolge zu erzielen, c) In diesem Falle ist e» »ehr al» wahrscheinlich, daß sämmtlich« Gemeinde« Italien», welche noch immer zu keinem Entschtuffe gekommen find, da» frühere Rabbiner-Seminar in Padua zu ersetzen, sich vereinige« würden, in der Hauptstadt Italien» ein solche» Institut wieder zu begründe« und der Leitung de» betreffenden Rabbiner» zu übergeben. — Die Resnltate, welch« von einer solche» Regeneration der Gemeinde »ach verschiedenen Richtungen hin zu erwarten find, bedürfe« keiner Darstellung, e» wäre ein« Wiederbelebung nicht todter, aber erstarrter Gliederl" Obgleich im Allgemeinen von der Ansicht durchdrungen, daß die Alliance Wh auf UnterstiWNg ßmt Wmeinde«, Ber- «Wst «. G> best cidilisitit« Lstüdet» Dht einlaffen kann, nfcM H. dt. TsteUstisG» dstch, daß gewtde Dl/lleicht mit Rom «De DluSna^tne ßechdcht wetdtst köttfiiet „Rom, sagt er, die älteste israelitische Gemeinde Euro- «a» »md zugleüh pater dem vom Joche de» Elend» befreiten k sßußpd, 8e MraelUe« ist Röd» aR Kßigstüchla« schwersten von un» Allen gelitten, da» find Gründe der Pietät und der Sympathie. Aber «» liegen auch Gründe de» Jnterefle» und der Ehre vor. Rom ist nicht nur Hauptstadt Italien», Rom wird immer, und wenn e» keine« Papst mehr gäbe, eine der Hauptstädte der Welt bleiben, ein« der Städte, welche d« Welt nicht au« den Aug« verliert. Die Ehre de» Judenthum« duldet e» nicht, daß die Israeliten einer solche« Weltstadt, jetzt nachdem fl« frei geworden, ein Bild de» Verfall», de» dumpfe« Zerfallen» bieten. Auch da», wa» H. vr. Berliner über die Restitutio» de» Collegio Rabbinico fegt, hat mich gerührt. Wie traurig, daß die Schule, an der ei« Luzatto, Dell« Torre re. gewirtt, verfallen sein und nicht wieder auferftehe« sollt«. Blühend unter der Fremdherrschaft der „TedeSchi", — zerfallen im Reiche der Freiheit!? — Freilich find in Italien reich« JSraelitcn, nicht »venige, e» wäre ihre Sache fowoll den GlaubenSgenoffen in Rom zu Hülfe zu kommen, wie dt» Colleg. rabb. wieder in» Leben zu rufen, aber e» genügt auch wohl, wenn die Alliance Etwa» für Rom thut, der Anstoß genügt vielleicht, wie wenn man eine« Echeintodte« nur erst wieder zu sich bringt, nachher hilft er sich selbst." Da» E.-Eomtte wollte in dieser Angelegenheit, über di« e» bereit» in letzter Sitzung Berathung gepflogen, keinen Beschluß faffen, ohne die Ansichten seiner auswärtigen Mitglieder und namentlich der italienischen Eomite'» vernommen zu haben; man meinte, daß di« Üalienischen Eomite'» vor Me« berufen seien, sich mit dieser Frage zu beschäftigen, und daß sie sämmtlich aufgefordert werden müffen, ihre Meinung dem L-Eomite mitzutheilen; man hielt e» auch für sehr müm schenSwerth, alle italienischen Mitglieder de» E-Eomite» be» Huf» Berathung über dies« wichtige Angelegenheit in Rom zusammenzuberufen. — Inzwischen hat da» L-Eomite Mittheilungeu hierüber von den LomUe'S zu Livorno, Ferrara, Florenz, Mantua, Modena und Padua erhalten. Di« Meiste« find darin einig, daß die Alliance dieser Sach« nur ihre moralische Unterstützung biete» darf; höchsten» könnt« fi« noch auf einige Zeü zur Unterhaltung von i»raelüische« Schulen zu Rom beitragen; auch der Hülfe Setten» der Israeli» ten anderer italienischen Städte, meinen dieselben, bedarf dt« israelitisch« Gemeind« von Rom nicht, deren Kräfte allein ihr vollständig genügen würden, wenn man sie vereinigt« und ökonomisch verwaltete. (Nachwort der Red. L» liegen un» »och später» Berichte in dieser Angelegenheit vor. E» steht zu hoffen, daß eine Eonferenz von Delegirten der Eomtte's und der Gemein» den Italien» zusammeatreten, und daß die Anregung nicht fruchtlos bleiben wird. Die italienischen Israeliten haben sich in kürzester Frist, «eit später und schneller al» ihm Genoffen in Frankreich, England, Deutschland, zu einer so hohe« Stufe emporgearbeitet, e» find dort offenbar f» sehr bedeutend« Kräfte vorhanden, daß sie berufen sei» müssen, auch in Beziehung auf bo» religiös« Leben ein, hervorragend« Rolle za spielen. Die ehemalige Zerfplttternng Jta» - lieh» hat nur da» Zufammenwickn der vereinzelten Kräfte dz«. Gemeinde» erschwert. Di« Alliance hat den Rnstoß z»