Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 12.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Ittrrtx-fffbfft »mWk, daß ei» dtlnsteübt« »ad gerechtfertigtt» verlangen «ach Lbhälft Doch«,, den ijb Wollte man aber di« llZeftiedignndiese» verlangen» o»f bi* reichen Unterstützungsmittel tmWrrt ttniotrfttft otr> Mtsen, so stellen sich hier leider «»übersteigbar« Schranken in den Statuten der einzelnen Legate und Stiftungen entgegen die entstanden in jenen Zeiten, wo selbst wohlthätigr Seelen sich »an de, Schlinge« de« vorurtbeil« und der Intoleranz nicht befreien konnten, die SSHn« unsere» Glauben» von den Wohlchaten ansschließen Andererseits ist die hiesige israelitische Gemeinde selbst mit Einschluß sonstiger mildthätiger Institute trotz ihre» vieibewährte, Dohlthätigkeitifiun», nicht im Stande, den an sie gestellten Ansprüchen zu geaügen. Darum bedurfte e» nur einer leisen Anregung, um un« Stndlvende selbst die Initiative nach dieser Richtung hin erstreiten zu lassen. Getragen also von de« vewnßtsein, im Geist« unserer Väter zu handeln, haben wir unter dem Namen akademischißraeittischen Unterstützungsverein „Humanitas" einen Verein in» Leben gernsen und al» seinen ersten und hauptsächlichsten Aveck dt« Unterstützung bedürftiger Sommililourn hingestellt. Dabei mußte uns der Gedanke nahe liegen, den Verein zugleich zu einem wissenschaftlichen und geselligen Sammelpunkt*) der i»raelischen Stndirenden zu machen, der um so anregenber wirken kann, da schon jetzt nicht nur Deutschland, sondern auch Oesterreich, Ungar«, Rußland, Rumänien und andere Länder ihre Vertreter in ihm haben. — Da« ist unser Verein, da» find seine Zwecke; doch während noch die Freud« in «»« rege ist. durch chn ein Zeugniß der Zusammengehürigkeit unsere» Stamme» gegeben zu haben, ttnnen wir ««» nicht dem ernsten Bewußtsein von der Schwierigkeit unserer Aufgabe verschließen. Wie sollen wir mit unseren schwache« Kräften andere nachhaltig unterstützen, wir, rin kleines Häuflein, ausgesrtzt durch di« Lage der Dinge allen Schwankungen de» ad- und zusträmenden Studentenleben»! Darm» trat die Erwägung an uu» heran, «n» für de, Verein an dir oft erprobte Mildthärigkeit der Gemeinden, so »ie einzelner Privatpersonen z« wenden. Wa« St« den Jüngeren der Wissenschaft Ihn», thun Sie sich selbst, thun Sie de« Judenlhum. Unsere Vitt« an Sie geht demnach dahin, un« mit Beiträgen gütigft unterstützen zu wollen, und überlassen wir e» Jhrem geneigten Ermeffr«, zur Bildung eine» Fond» entweder einmalige, oder wa« der Sache vielleicht färderlicher wäre, Seniestral- resp Jahresbeiträge bewilligen zu wollen. Die hiesige israelitisch« Gemeinde war so fteundlich, die Verwaltung der Kaffe zuzusage«, und bitten wir deshalb Zusendungen nur an Herrn Sladtrath Moritz Kohner, Vorsteher der Gemeinde und Präsidenten de» deutsch - iSrarlüischen GeawiRtwbutttx», richte, zu wollen u. s w. Das Präsidium de» akademisch-israelitischen Unterstützung«» vereiu» »Humauita«" zu Leipzig. Jsak Silbergleit, stud. zur. Vorsitzender. Aul Steiwttz im Schlesien.) .Richard Herrnberg, muck. zur. et carn. Schriftführer »nd ftelloertret. Vorsitzender. »tlensiein im Oiepreuße») Adolph Roth, Muck. zur. et c&m. Kassenwart auf Almia Baes. Com. .in Ungarn. iveGerretch. W Bit», 8. März. (Or.-Sorr.) Gestatten Sie mir zu de« Bericht« über den hiesigen israelitischen Handwerkerveret» (Nr. 10 der »Wochenschrift") folgende Bemerkungen: Prtnclpiell läßt der Verein keine» seiner Schützlinge da« Schneider- und da« Kletnuhrmachrr-Handwert erlernen. Man will dadurch «ämiich verhüten, daß die Lehrling«, wenn ih- *) Hoffentlich eam grnno aalia zm Verstehen, »onkessiamelle GesevHleil HM man im Srueent-atetzen schon Vor so Jahren nicht tze- VwnM m» nusere ntademischa Inge»» mied sie setzt nicht suchen. flhch.) »en dich Handwerk nichi Schagt.mlt Kleckern" adsk mis llh» re, haüdeln. Offen gestanden, hakt« ich dies«« Gr»nbfetzt für hinfällig s aber vor S1 Jahren» al« Get«».g«grünv-z wurde, wollte «an eben dt» vorbengen. daß Sch die Jugend nicht zum Handel hinneige. Wenn jetzt kein ZSgliug Mauve» Zimmermaun oder Buchdrucker ist, so ist da« bloßer Zufall, denn thatsächlich werden diese Handwerke erlernt. Wa« die Seldmfttel betrifft, so habe« sich diese für tüchtige Handwerker immer gesunden. Nicht ohne Jatmeffe mag r» sein, «en» ich mittheile, daß ein ehemaltger Egling de« genamtte» Verein« jetzt hier Hof schlaffer ist. Htm. In Bezug auf den auch in Rr S der »Wochenschrift" gemeldete« Borfall, die Beerdigung zweier i»r. Kinder auf dem christl. Begräbnißplatz, hat der Hr. Robb vr. Tugit» bert in St. Gallen sich an die hiesige VehSrde um nähere Auskunft resp. Motioirnng ihre« Berfahren« gewandt «std folgenden Bescheid erhalten: »Beantwortend Ihre geehrte ZuschE, so ist es «fleirding« richüg, daß dem hier seit längerer Zeit niedergelaffe».«» Israeliten M. W. nittersagt worden, dt« Beerdigung seiner zwei rasch auf einander verstorbenen Kinder anderwärts al» da, wo derselbe niedergelaffen, anznvrdnen. Da« yeerdignnzsrecht steht dahier unter den PolizeidehSkden. Der Ortspolizei ist sofort von jedem Todesfälle Anzeige zu machen, dieselbe trifft sodann alle Anordnungen für die Beerdigung, und den Anverwandten eine» verstorbenen liegt nur ob, sofern sie die veiwohnung eine« Geistlichen bei der Beerdigung wünschen, eine» solchen hierfür zu ersuchen. Bi» zum Jahr« 1870 wurde jede Eonsession auf einer besonderen Abtheilung de« veerdigungtplatze» beerdigt» die Katholiken namentlich auf ihrer hieifur besonder« ge»,ticke» Abtheiluug. Bon da an, und weil auf der letzteren kein Rium für fernere Bestattungen sich mehr fimfe, im Einoerständniß ver Kircheapstcger beider christlichen Loufessioiren. wurde zu de» Beerdigungen nur noch eine Abtheiluug bestimmt und die Todten ohne weiter« Rücksicht in der chronologischen Reihenfolge bestattet. Bor ca. 2'/, Jahren wurde einem hier «tablirte» Israeliten eia Kind geboren, welche« einige Wochen nach der Geburt starb und ohne weitere Anzeige an di« Ortspolizeidrhärde nach Endlagen zur Beerdigung transportirt wurde. Diese Gelegenheit benutzte die Ort«behSrde, de« hier uirdergelaffearn Israeliten zu norificiren, daß die Beerdigung ihrer Angehärigen hier am Riederiaffungsort« ftattzufindrn Hab«, welche Schtußuahme in Folge dagegen erhobener Beschwerde vom RegierungSralhe bestätigt wurde. Au« diesem Grunde wurde Herr M. verhalten, seine Kinder auf hiesigem Platze und zwar auf der Ablhellung für die Kinder beerdigen zu laffen, dabei aber ausdrücklich bemerkt, den Israeliten werde volle Freiheit in Beobachtung ihrer rituellen Vorschriften gelassen. So fand denn die Beerdigung statt, der Transport der Leich« »ach Vorschrift, aber gefolgt von einer großen Zahl Theilnehmer aller koufesstone«; Gebet und Würde beim Grabe unter Assistenz von Glaubensgenoffen und Ehristea vom Schächter gehalten. Ich muß hierbei noch nameutlich bemerken, daß die beiden Kiiider an einer unter den Kindern damals herrschenden Epidemi gestorben sind, und schon au« sanitätspolizrilichem Grunde «in Forttran«port der Leichen unter keinen Umständen gestattet «erden konnte. Ergänzend sei »och ferner binzugesügt, daß der Veschlnß de« Gemeinderathe», wonach all« hier sich Aushaitendea und Riedergelaffenen auf hiesigem Beerdigungsplatzr beerdigt «erde« sollen, all« Sonfessionen beschlägt, «nd daß auch auf der Durchreise hier verstorbene nur in Au«uahmtfälle», in epidemischen Fälle« aber gar nicht, gegen bestimmt« Vorschriften von hier wrglrausportin werden dürfe». Was übrigen« unsere israeiüischen Glanbe««gnioffe» betrifft» so hi»«, sich dieselben nachträglich» nachdem sie bei er-