Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 12.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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-f — »i — ünart," «ft der ihm die Fra» S. ». -lothfchtld begeguet ist, erinnern. Die Sach« selbst kümmert »»« hier nicht; rt St nn» nicht ei», uns zum Ritter der Fra« s. R aufzufbfrfeu. Aber wir haben mehrfach die besagte Dame al« Aottchen Anspach" bezeichnet gesunde«. Was soll das beißen? Würde man das Rückenwende» von Seiten einer Marchckse oder Dncheffe alte« blaue« Blutes weniger tadelhaft gefunden habe«, al» von Seite» einer geborene» Bürgerliche« »std einer— Jüdin? Die Logik begreifen wir nicht. Over angedentet werden, daß die Frau rigentlich gar keine ranzösia, sondern eine Deutsche sei? Ohne Zweifel, wir «n diesen Lommentar sogar mehrfach vernommen Aber ist einfach Unsinn. Eine EharloUe wird, wen« man sie kn ei« Lottchen verwandelt, so wenig eine Deutsche, wie um« r hrt ei« Ludwig al» Louis zum Franzosen. Und Anspach zwar eia deutscher Name, aber seine Träger brauche« darum so wenig Deutsche zu sein, wie die von tausend fran- Mschen Namen in Deutschland Franzose« find. Der Bater der Frau v. R. war Rath am Caffationthofe (ein Posten, beiläufig, de« er al« deutscher Jude nicht erreicht habe« würde, was wieder nicht dazu betragen konnte, chn etwa feine Sinder in Antipathie gegen Frankreich zu erziehe»), also sicherlich Boll-Kranzose. Over ist etwa der bei Spicheren gefatlrue General v. Franyois «in Franzose, der gegen sei» Saterland gekämpft hat?! Run, die Pariser Rothschild'« oder Anspach'» des RamenS willen zu Deutschen machen wollen, ist tzerare so unsinnig wie jene Behauptung es wäre. Magdeburg, 12 März. Ein Gesetz vom 13. Februar 1854 gestattet die Erhebung eine» Conflici«, wenn geg>» Beamte wegen einer iu Ausübung oder in Leranlaffung der Ausübung ihres Amtes vorgenommenen Handlung oder weae» 'Interlaffung einer Amtshandlung eine gerichtliche Verfolgung im Wege d«S Civil- oder Strafproeeffe» eiugeleitet worden ist. Der Gerichtshof zur Entscheidung der Competeuzconfllcte, welcher auch über di« in Red« stehenden Conflicle erkennt, hat nun kürzlich folgende Grunds^ in dieser Beziehung aufgestellt: „1) Wen» iu dem gegen einen Beamten wegen Bor- «ahwe einer Amtshandlung angestrengten Eatschädigungsprocesfe der Coufliet erhoben werden soll, so muß vor allen Dingen feststeheu, daß jene Handlung von dem betreffenden Beamten in der Absicht und mit dem Bewußtsein, einer Pflicht zu genügen, vorgenommen worden. S) Die Bestimmung der Conflictserhebuug bezieht sich auch auf Borsteher einer Synagogengemeinde, weil diese mittelbare Staatsbeamte find. Diese Beamteneigeaschaft wird dararrS abgeleitet, daß den Synagogengemeindeu für die Cultus- und Unterrichtszwecke die Rechte juristischer Personen deigelegt find, die Wahlen der Vorsteher der Bestätigung der Regierung unterliegen, „welch« ihrerseits die Aufsicht über die Wirksamkeit de« Vorstandes führt und befugt ist, einzelne Mitglieder wegen vorsätzlicher Pflichtwidrigkeiten oder wiederholter Dienftvernachläjsigungen, nach vorgäugiger administrativer Untersuchung zu entlassen." Perlt». Der Hilfsverein für jüdische Etudirende hat feine, Jahresbericht an die Mitglieder versandt. Der Verein Hane zu Ende de« vergangenen Jahre« ein Gesammtvermöge» von 18,519 Thlr. 8 Sgr., worunter sich über 2500 Thlr. an laufeich«» Beiträge« aufgeführt finden. An monatlichen Unterstützungra gewährte er 2229 Thlr., an einmaligen 396 »ich eine Prämie in Höh« von 50 Thlr. für eine gelöste Preibaufgad«. Die Abtheilung für Gewerbe-, Bau- und Lunftakademiter verfügt über ei» Vermögen von 2468 Thlr., st« verausgabte an laufenden und einmaligen Uuterstützuge» »16 Thlr. Außerdem werden von dem Vorstand« des Berctn» uoch folgende Zweigftiftunge» verwaltet: 1) Di« Alexander von Humboldt-Stiftung; sie ist dazu bestimmt, bedürftige» Candidaten der Medici» das Gew zur Doctorpro- «oüoa vorzustrecke«. Sie hat eia Vermöge« von 5873 Thlr. zur Verfügung und hat im vergangene» Jahr« a» zwei Slik pendiaten je 125 Thlr. verabfolgt. 2) Die Maria«»« bermann-Lüftung mit einem Vermöge» mm 4866 Thlr.; a» Stipendien hat Reselb« 249 Thlr. zu je 80 Thlr. gewährt. 3) Di« Joel Wo ff Meyer-Stiftung mit eine« Vermöge» . von über 2000 Thlr. Au» dieser Stiftung wurde ei» Stipendium in Höhe von 100 Thlr. gegeben. 4) Die Jactst Saling-Stiftung ebenfalls mtt eine« Vermögen von übet 200 Thlr., deffen Zinsen zu 3 Sripeadie« » 30 Thlr. verwandt wurde». Endlich 5) die Max James-Stiftung, bereu Vermögen 1087 Thlr. beträgt und deffen Zinsertrag für ei» Stipendium von 50 Thlr. aufgebracht wurde. Di« Generalversammlung. an welche sich wie alljährlich,''so auch diesmal ein Festessen -schließt, fand i« Saale der Gesellschaft bot Freunde statt. L«»e»h»rg in Pommern. Einem Bericht« der „Dawziger Zeitung" von hier entnehme» wir einige für di« „JsU. Wochenschrift" geeignete Sätze: „Der hiesigen Stadt ist es nach vielen Bemühungen gelungen, von der Staatsregierung eine ansehnliche Subvention zur.Umwandlung der höhere» Bürgerschule in ein Progymnafinm zu erhalte«. Und als ob auch hierin da« Sehnen nach einer Sache süßer wäre als deren Besitz, hat sich nach dem Erlangen des Staatszuschuffes die Stimmung in einigen Sretse« der Stadtverordneten und eineni Theile der Bevölkerung geändert. Da fast sämmtlicha Beamte, Lerzte und Geistlich« für das Progymaasium waren, wußten die Gegner desselben diesen Umstand daüiu zu verwerchen, daß sie der Bürgerschaft «ine Art Antipachi« gegen die Studtnen in dieser Sache deibrachten. Um mehr Sturheit in di« Behandlung der Frage zu bringen, luden einig« . Herren — darunter der Superintendent und der Rabbiner des Ortes — die Bürgerschaft zu einer öffentlichen Besprechung ein, di« auch am 7. dieses Monats unter reger Theilnahme statt fand." (Folgt ei« Resnmö der Debatte, welch«» wir hier übergehen.) „Erwähuenswerth ist die Bemerkung in der Red« des Rabbiners Di-. Horonncz, daß die hier, hervorlrelende Voreingenommenheit gegen die Studirte» gerade daher kommt, daß hier «in Gymnasium und so dem gewöhnlichen Bürger die Möglichkeit fehlt, au» seinem eigenen Sohne einen Studirten zu machen. In solchen One« sieht dir untere Bürgerklaffe gewöhnlich eine noch größere stlust zwischen sich und den Studirte» u. s. w." (Es ist für das hinterste Hinterpommern schon sehr bemerkcnswerth, daß eine öffentlich« Einladung in einer Angelegenheit wie die in Red« stehende von dem Superintendenten und dem Rabbiner gemeinsam unterzeichnel worden ist. Red) Leipzig. Bo» hier ist rin Circular versendrt ward«», welchewir mit einigen unwesentlichen stürzungen hier abdrucken. „D.r bedeutende Aufschwung, de« die Leidiger llntverfitäi seit einer Reihe von Jahren genommen, der anerkannte Ruf seiner Docentku, hervorragender Zierden der Wissenschaft, hat in Verbindung mit andern günstigen Umstände« diese Hochschule zur ersten Deutschlandgemacht. Hat diese That» sache ihr Wirkung auf die akademische Jugend in der Weise gezeigt, daß au« allen Theile» Deutschland«, ja au« alle» Läüdern der gebildeten Welt die Studirenven in starkem Strome zu dieser Pflegeftätt« der Wissenschaft eilen, so übt sie doch vor allem auf die Jugend unseres, des israelitische» Glaubens, den nachhaltigsten Einfluß. Denn das Lob des ernsten wiffentschaftliche« Streben» und de« Triebes, die Lehren der Weisheit, wo sie am reichsteu fließe«, zu suchen, haben uns selbst di« Gegner unseres vielgejchmähtru und vielverkannlen Stammes nicht schmälern können. In der That zählt jetzt die Leipzig.»« Universität eine sehr beträchtliche Anzahl der Söhne uuserer in all« vier Wind« zrrtreuten Glaubensgenoffen; unter ihnen aber auch viele, denen Mühsal und Entbehrungen sich wie Bleigewichte an den Flug de» Geiste« hängen und sie zwingen, ihre wissenschaftlichen Bestrebungen unter dem stampfe um die materielle» Bedürfnisse des Leben» leiden zu lasse». — I» Erwägung dieser betrübsame» Thatsache kan» daher nicht i»