Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 11.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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87 richtsverhandlung und dar „Kreuzverhör" ausführlicher, eS ist j doch weiter nichts hinzuzufügen, als baß der Belastungszeug.' selbst und vaS Treiben in ver „Palestina Place- A n - ft alt" überhaupt die Geschworenen offenbar in der Art angeekelt hat, daß sie ohne weiteres ihr Richtschuldig ausiprachen. Dies Richtschuldig gegen einen armen oerlanfenen Zungen ist unerheblich, aber es ist ein Verbiet gegen die Elenden in Paiestina Place — und das ist erheblich. Red.) Dänemark. F. Kopenhagen, den 23. Februar. (Or.-Corr.) Der Monat Februar ist die Zeit, wo unsere privaten ivohllbätigen Institutionen ihre Berichte von, verflossenen Jahre abstatlen, und ihre Mitglieder zur ordentlichen Generalversammlung berufen. In der Hoffnung, daß cs Ihre geehrten Leser inleressiren wird, auch in diesenl Jahre etwas über die Rechenschaft und Wirksamkeit unserer Vereine zu erfahren, erlaube ich mir. Ihnen nach längerem Stillschweigen ein kurzes Resuine hierüber miizulheilen Die jüdische Religions schule von 1853 war i. 1.1873 durchschnittlich von 70 Eleve» besucht. Besoldung der Lehrer, Schuüokal, Kosten der jährlichen Prüfung rc rc. beträgt zusammen 1000 Rdl. dänisch. Außer Lrgaicapital von 3000 Rot. und einigen kleinen Loose u besitzt dir Schule noch eine größere Auflage von Prof. Dr. Wo.ffs dänischer dibmcher Geschichte, sowie auch separat einen Fono von 1000 Rdl., welcher zur Ausgabe ver hevr. Pentateuch mit dänischer Uedersetzung angewendet werben soll. Der Geoatteroerein im*pU3Yn) deren reichliche Mittel 11,000 Rol (Fond) «S erlauben, bei vorsallendeu Gelegenheiten höchst ansehnltche Unterstützungen außer der „8üuda" daezureichen, und der bis zu einem Drittel die jährliche Einnahme zur „anonymen Hülfe" verwende» kann, hat in 1873 außer der gewöhnlichen Gevatterhü>fe noch an neben von den durch die Gesellschaft in de» Bund aufgeiioiniiteneit Knaben vollilandige tlannitreva-Kleidunge» u. s. w. geschenkt. Bel der ordeiltlichen Generalversammlung wurden die gesetzmäßigen Unterstützungen und Gabe» sämmtlich um ein Drittel erhöht. Die Gesellschaft zählt jetzt 91 Mitglieder, die wechselweise als Gevatter berufe» und zur Mahlzeit eingelave» werden. Die Kranken Pflegegesellschaft (ursprünglich Tiferes Jedidim) har in 1873 eine Totaleinnah nie von 3125 Rol. gehabt, und dagegen zu Unterstützungen in baarem Gelde, für Wärter und Wache», Mittagessen, Erfrischungen rc einen Betrag von 2500 Rol. verwendet. Im Ganzen sind circa 120 Kranke unterstützt worden. Außerdem ist eine Summe voit über 500 Rol. in „anonymer Hülfe" (honorable Familien, die sonst nicht unterstützt und von der Gesellschaft gesucht werden, und deren Ramen daher weder in der Rechenschaft noch im Buche der Gesellschaft verzeichnet wird) verausgabt. Jetzt zählt die Gesellschaft 530 männliche Mitglieder k 2'/, Rdl. und 250 weibliche & 1 Rol. Außer mehreren Gewinnlosen rc. besitzt die Gesellschaft ein Legatcapital von über 25,000 Rdl. Wir fügen »och hinzu, dag der Charakter dieses großartigen wohlthäugen Werkes ein völlig privater ist, indem die Gemeindekasse sammtlichin nothleidenven Kranken unentgeldlich Hospital, Arzt und Medicin giebl. — Die Che* wra Kadiitcha zählt jetzt 170 Mitglieder, von welchen gegen die Hälfte alle die bekannten heiligen Pflichten des Vereins persönlich übernehmen. Die jährliche Einnahme beträgt 1000 Rdl., und besitzt die Gesellschaft noch gegen 6000 Rol. «ffeclive» Capital. Am IW Adar sammelten sich di« Mitglieder in der Synagoge Morgend zum seicrlichen Gottesdienst, ebenso wie am selbigen Tage in der neu errichteten Kapelle beim Friedhöfe, wo von dein Oderrabblner eine treffliche und kräftige Draacha gehalten wurde von der Mischna l in Schekalim ausgehend, und fand darauf der „Umgang" statt. Rachuuttag« sammelten sich wieder die Mitglieder zu p"3\ Gestern fand die Mahlzeit unter TheUnahm« säinmtlicher Mitglieder statt, auch hier erfreute »nser Oderraddiner die >nwesenden mit einer höchst gelungenen Anrede, ebenso wie soä- > ter mehrere dem Tage angemeffeue Toaste ausgebracht wurden. Die Stimmung war «ine feierliche und angenehme, wozu auch das treffliche Lokal und die schöne Einrichtung beitrugen. Gleichzeitig wurde das im Jahre aufgesammelte 2"NR'8eid an Sladtarnie vertheilt, ebenso wie iui vorkommendeu Falle die unbemittelte» Chevra-Leute von ter Vereins-Kaffe gelegentlich unterstützt w-rden. Von den ii» verfloffenen Jahre unseren Glaubensgenossen erwiesenen Ehrenbezeigungen verbleut besonders hervorgehoben zu werden, daß Grojsirer Ritter Moritz G. Melchior. Miig.ied der ersten Kammer hier, zum Präses der Grossirerfocieläl berufen worden. (Diese kaufmännische Societät erlaubte >u früheren Jahren kaum die Anfn rhme eines Juden) Schließlich theile ich Ihnen noch ein Reserat über eine kleine in echt jüdischem Gclsl begangene Feierlichkeit mit. Hier existirt ein Tenach- und Raschiverein, der seine Mitglieder allabendlich im Wlnter zum Bortrag von Bibel mit Raichi versamn.elt. Hiera» wird ein kleiner Abjchiutt Menorath haniaor oder En Jakob a»gefügt und darnach das Abendgebet, ebenso wie auch mehrmals wöchentlich im Sommer set'er hachiouch und Misch Dali gelernt wird. Am n"1 Aoar konnte uian Sijum Tenach feiern, und die BereinSmilglieder hatten diese Gelegenheit benutzt, um ihren beliebten nud hochgeachteten N'Kpch und Lehrer R. Mardochai Melchior Zeichen ihrer Dankbarkeit und Anerkennung darzubringen. Herr Melchior, dessen Zeit durch kaufmännische Beschäftigungen (er ist Wechselmailrr) sehr in Anspruch genommen ist, erfüllt unentgeltlich mit großer Aufopferung das L.hreraml. Avends 6 Uhr versammelten sich säinmtltche Mitglieder (gegen 60), und nachdem der Sijum vorgenommen war, wurde mit einer Danksagung dem Herrit Melchior ein prachtvolles silbernes Thora- Tas, sowie ein Becher überreicht. Früher Hai Herr Melchior von der ^Jhcwra ei» Geschenk, einen ToraroIIe mit Klekodesch, bekommen. Herr Melchior dankte tiefgerührl und hielt später einen Vortrag, den letzte» VerSder Chronik mit Genesis 1 in Verbindung setzend. Hierauf wurde» die Mitglieder mit einer kleinen Mahlzeit bewirthel, der welcher mehrere Toaste ausgebracht, und besonders ein Vortrag von einem Mitglied, über die Wichtigkeit und Bedeutung eines solche» Vereins mit der Aufforderung zum fleißigen Besuche und zur Förderung der Jnlereffen und Zwecke desselben gehalten wurde. Eine feierliche uuo gehobene Stimmung herrscht« bei dieser Zusanunenknnsl, die noch besonders dadurch erhöht wurde, daß Eommerzienrarh Heyman zum Andenken seines oerewigten Vaters ein Geschenk von 500 Rdl. zur Verfügung des Vereins stellte, ebenso wie ei» Mitglied eine Gabe zur Anschaffung neuer Bücher überreichte. Die Mazzolhfabrikalion, die seit einer Reihe von Jahren au eia. » Privatmann von der Äemerude übertragen war, ist für oiejes Jahr von einer großartigen Akirendückerei (Kristlueberg-F idrlken) zum Preise von 20 Schill, dänisch 46 pf. pr Piano übernommen. Nordamerika. Ncw-Aork. Die Gemeinde Anjche Ehesed, welche für ihreir u.mu Prachttenrpel noch keinen Prediger angenommen uuo u.itz aller Reklame Uild der AuclionSgejchicklichkeit ihre» Präao. nten auch keine Seide gesponnen hat, hat sich jetzt mit ver G. m inve des vr. Einhorn (Adas Jeschurun) vereinigt. Rcw-Uork. Dieser Tage Hai eine seltsame Gerichtsverhandlung hier Aufsehen erregt. Ein junger Israelit von 18 Jahren wurde vor die Obrigkeit gefordert, angeklagt wegen schlechter Ausführung gegen feine Eltern (ttlial mUconduct), weil er nicht den Tempel besuchen wollte, in dem sein Vater betete, sondern in eine polnische Lhewra zu gehen und dort zu beten pflegte. Der Vater war, so lange er in Deutschland lebte, äußerst orthodox gewesen, hielt da« aber hier für nicht fashionable, und pflegte nun de» Sohn zu schelten, wenn dieser eine Broch» machte oder Testlltn legt«. Endlich ließ der Later de« Sohn« die Wahl» rntweder fein Hau« für «fr jc V .