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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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79 stühl« am Seminar. Doch auch hier entlrbigte sich da« So» mite mit solcher Umsicht feiner schwierigen Lnsgabe, daß auch hierin dessen Vorschlag fast vollttättd g angenommen wurde. Die ronftoertti.llert Verhandlungen wegen Ansieiliuig eine- Direktors mit Herrn Obetradbiuer Steinhardt in Arad b.ie- > den reiultatlos, und durum wurde di« Anstellung eines Direktors, der der uuguriich.n Spruche in Wort und Schrift vollkommen mach.lg fein »tust, vorläufig in der Schwede getuffeu. (£» wurde demnach defchlosseu, 4 Professor.» auzustcllert, und zwar 2 ausschließlich für die theologischen Wiffenscyafteu: B.bel, Talmud. Midrasch, Exegese und Riutaliett, und 2 Profrfforeu, die huupifächlrch die Gegenstände d.» Od.rgynrnasiurrrs an der Uuleradtheilung des Seminars nebst einigen theologische» Fächer» zu doeireu Hubert fallen. Die hterourch erfolgte Wühl gub folgendes Ergebmß: Herr Rabdiuutsuffessor Flerßtg in Wien und Herr Rabbiner David Oppenheim in Gr-B.csker.k für die eigentlichen rabbinischerr Lehrgegenstänbe, und die Herren DDr. I. P. Fr unkel und A. Schwarz, Raddinatscanbibatert deS Breslauer Seminars, für dre Gymnasialfächer uud einige theol. Discipiiue». Außerdem werden am Semirrar wirkerr: Herr Professor Rie t manu als Lehrer der uugarrfcheu Literatur, Herr Pros Imin» Koyn als Lehrer der Naturwissenschaften, und Herr Pros. Äoldz ieher, der Orientalin vor tragen wird. Herr Direktor Hernrrch Deutsch wrro auch ein Collegium über uugar. Btvelüder>.tzuug uud Exegese lesen. Da» G.halt ist pro nnno Fl. 2000 nebst freier Wohnung Die befiuitrve Anstellung tritt erst rrach brerjähngem Proarfortum et», und dre PenttonSberechtigurrg, auf ein Drittel des GchalteS nämlich, rrach 10 Jahren. Doch glarrbt mau berur Mrntiterium für die seit Jahren in Ungarn wirteuoeir beide» R.bbruer Fleißig und Oppenheim — Herr Frergrg war >ruher Rabbiner rn Freystabt in Ungarn — «rnrge Mobifieatrouen zu errvirken. Die Bestätrguug von L.tt.n de» Eultnsurrnistetinnrdürste, sobald dre Erklärnngen hrnirch.» der Arrnahnre der Stellen vorr Seiten der Gewählten erfo.gen wrro, nicht lange auf sich nrarten lasse», da da» Ministerium auf da» Jnsied. »rufen de» Seminars rrngemein drangt, um durch den farirschen Bestand des Institutes die Oppoirtiou der Gegenpartei zu entkräften. Die Schomre- Haoath-Partei üderstnihet den Sieichstag in P.st mrt P.ti- Uonen gegeir da» Zustandekommen des Seminars. Ihre Argumente |tno ganz profar>cher Ratur; sie erstreben nicht» andere», al« dre Tyerrnng de» israelitiich n SchulforrdS für die augeorrch zwei „Zndenkirchen" in Ungarn. Bekanutlieh hat der König vor bernahe 20 Jahren ausgesprochen, den Schulfond den JSraelrten zu Schulzwecken uud, wie es ausdrücklich hergt, tue dre Crerrung etner Lehrer- und Rabbinetdrtvungsichme — bi» zum Jahre 1870 wurden die 4 sogesamtren Muiterhauptschn.en davoir vorirt — zurückzugeben; aber die Schomre-Havarh, die so gerrre die loyalen und treugesinnten Unrerlhaneu sptelen, kümmern sich wenig um den Wuuich und Willen oe» Körrig», sobald er nicht urit ihren Intentionen harmourrt. Beilregenber Auszug aus der Petitum o«r Schomre-Hadath an den Reichstag, von Ziedeuyi eingebracht, wird Ihnen hierüber Näheres zur Auftlärnng der Sachlage bieten. „GvnardZsedenyi überreicht die von dem Vorstände der iSraelrttichen vrthodoxur Ktrch« in Ungarn ihm eingesendeten Brtrgeiuche von 200 orthodoxen Gemeinden. Da» Abgeorv- »etenyan» hat nämlich mit Beschluß vor» 18 März 1870 den CurruSmrntster angewiesen, daß, nachdem auf Grund der vorn r»raetrt.,chen Cougreß gefaßten Beschlüsse ein« neue Ju- ' denurche gebrrvet werben >oll, welch« von der ans Grund der chognrarricherr jüdischen Glaubensartikel in Ungarn bestehenden "Wmuden»geuo>jenichatt einen so verschi.deneu Körper bildet, dag tu vui« o»enofs.nschast nach den Forderungen der Glattsten»- und GewtsfenSsretheü Jedermann nur in Folge seines .{Kku Beschlüsse», nte durch Zrvaug anfgenomnren werden > kann — der Mtnrster bei Anwendung von Maßregeln, welch« te» Vollzug der Eougreßdeschlüffe bezwecken, strenge nach diesem leitenden Grundsatz verfahren möge — in Folge diese» B. schlaffe» hofften die orthodoxen Gemeinden, daß auch der jüdrsche Neligionssoud, welcher irr Folge der von Br. Hayna» 1849 ans die Israeliten ausgeworteneu KriegSsteuer jetzt nngesäbr 2 Millionen beträgt, nach gerechtenr Schlüssel zwrscheu den beiden GutubetrSgeirossertschasteir oertherlt, nicht aber auf den ausschließlichen Wunsch de» iSraelitrscheu Cougresse» zur Errichtung errreS 3l>rvdinerseminarS verw.rroet werden wtrd, welches Seminar nur zu «irrer dem Geist« des orthodoxen jüdischerr Glaubens widerstreitenden Hierarchie führen würde. Dre orthodoxen Gemeinven wollen derr ihnen gebudrerrden Trier! dieses ForrdS zur Förderung von Elerrreutarichnleu verwenden, bitten daher das Haus, den Minister dahrrr zu werfen, daß er in Betreff der Theilung di.ieS Fonds einen Gesetzvorschlag nuterdrerten und zum The. augSichlüffel die Zahl entweder der schulpstichtigen Kinder «der der Gläubigen jeder Genoffeuschast Vorschlag.» möge, wahrend der Zeit aber die Eirrknuste deS gernernsamen FonkS in gleichen Hälften zur Dispostrion der aurononren zwer GlaubenSgerrosserrschaften stelle. Diese Bittgesuche bittet Redner an den PetitronsauSschuß zur Begutachtung zu weiserr." Siachschrift der Redaktion. Der „P. Ll.* vom 14. Februar berichtet über weitere Petitioiren nird eine Interpellation Folgende»: Anton Csengery. Geehrtes Han»! Ich habe die Ehre da» Geruch des Präsideuterr der rsrael. Landeskanzlei, des Herrrr Martin Schweig, r, in Angelegenheit der Errichtung eine» Lande» Rabbi-Seminar» vorzulegen. In dieser lowoyl in kivrlrsatorrrcher als auch in Hrusicht der Nationa- Ural besonders wichtigen Angelegenheit sind bereits mehrere Gesuche eiirgereicht worden. Ich bitte, diese» Gesuch mrt den bereit» eingereichten gemeinsanr behandeln zu lassen. Anton Zichy: Im Anschlüsse an dre soeben von mir eingeretchte Petition bitte ich um die Erlaubniß, an den Unterrichts, irtirtster eine Jirterp.llatiou richten zu dürfen. Ich thue dies tu der gewiss, n Hoffnung, baß die Antwort, welche er mir ertheileu wrrv, eiirerrerrs zur Beruhigung zahtretcher Mitbürger beitragen, arrdererseit» vielleicht iene Frage, de zuglich welcher b>.s Hau» einen besonderen Au»>chug eut>ender ha:, uauutch die Regelung des Verhältnisses zwnchert Stau: und Kirche, nur einen Schritt vorwärts bringert wird. Es ist dem g Hause bekannt, baß in unserem Vaterlande juM.riet t»r. ReligtonSgeuteinden existrreu; nänuich die sog. orthodoxen und die sog retorirurteit indisch.» Gent.inden. ES wäre nicht zeitgemäß und nicht aut Pratze, auch nur ein Wort über die Priorität der einen vor der anderen zu äußer» oder nuferen Sympathien oder Arrtrpathien für die etne oder andere Ausdruck zu geben. Ich bin davon uberzeugt, daß jedwede B.rtretung der Staatsgewalt sich außerhalb der Confessio».» und uoer denselben streng haltert müsse. Da j.voch dt.s.ezugitch Besorguisse obwalten, welche sich inSbejondete aut den aas dem Jahre 1849 herrührendert jüdischen Religronssono teezr.yen, bin ich so frei, an den Herrrt Unterrrchtsmrirtster fo.genüe Fragen zu richten: 1. Welchen Etandpnrrkt nimmt die R giernrrg gegenüber den in uniere^t Vaterlande gegenwärtig exr,ttterro.n zweierlei israelitischen Gemeinden und zwar, d.n ottyodoxen und neologen ein? 2. Durch wen und mit welchem Erfolge wird jener gemeirriarrre Gelbfond verwaltet, welcher auf dre gerammte ungarische Jndenheit wegen chrer Tyetlnahute an d«nt 1848/49er Freiheitskriege als Kiiegskoutridntron geworfen und von Sr. Majestät gnädigst wieder zurückgegeden wurde? Und ist e» wahr, daß dieser Fond wohl für die Schulzwecke der israelitischen Gerrreiuderr verwendet wurde, doch ohne Rücksicht auf da» Zahlenoerhältniß der Gläubigen der betreffenden Cousestioueu zu Gunsten der einen, mit adsichtlich:r Umgehung der andern? S. Ist e» wahr, daß gegenwärtig dis Verwendung de» ft

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