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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 9. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 9.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Italien. Htcm. ©ft den die«jährigen Gemelndewahlen hat der „Corriere della Marche" eine Liste ausgestellt, aus der bei» nahe zu viele Juden sich befanden. Dafür haben die Wähler, um diesen Uebelstand gutzumacheu, von drei bereit» im Amte befindlichen jüdischen Grmeinderälhen einen in den Ruhestand versetzt. der seit dem Jahr« 1860 da» ihm übertragene Amt in höchst ehrenvoller Weise vermalter halte. Mögen Herr Pa-qualigo und Gebrüder Lehmann sich darob freuen! Flore»; Man beschäftigt sich hier mit der Einführung von Volksküchen. Die Gebrüder Modigliani haben so hochherzige Anerbietungen zu diesem Zwecke gestellt, daß die hiesigen Journale die edle Menschenliebe dieser jüdischen Familie nicht genug rühmen können. Alessovdri». In Geniäßheit de» Gesetze» der Gleichberechtigung sämmtlicher Confessionen wurde vom hiesigen Ge- «einderalhe beschlossen, sich an den Kosten der Erweiterung de» jüdischen Begräbnißplatze» mit einer Summe von 4000 Lire zu detheiligen. Padna Bon der Luzzatto'schen Bibelausgabe ist da» 3. Heft de» 4 Bande» erschienen. Et enthält die Sprüche, übersetzt von Birerbi, Jjob von S. D. Luzzalto, da» Hohe Lied von Ersare Foä, Ruth und ein Theii der Klagelieder von S. D Luzzcito. Ro». Die „Riforma" brachte vor Kurzem einen vortrefflichen Artikel von dem al» Nalionalökonomen rühmlichst bekannten Professor Sbarbaro. Derselbe, von liberalem Geiste durchweht, spricht mit großem Wohlwollen und hoher Achtung von der jüdischen Nation, die Gioderti „eine Ration von achtem Adel" genant hat, und L'Havet al» diejenige bezeichnet, der die Welt „die Idee der ©armherzigkeit und de« Märtyrerthum»" verdankt, Besagter Artikel ist einem jüngst erschienenen Werke de» Prosesior», da» die Besprechung der volkSwirthschafrlichrn und socialen Ansichten Gioberli'» zum Gegenstand« hat, entnommen. (Ebuc. J»r.) Afleu. Au« Japan berichtet der „Globu»": Ein verbohrter Engländer oder Schotte, Namen« Macleod, ist au» seiner nebeligen Heimath lediglich deshalb nach Japan hinübergekommen, um dort den Leuten zu beweisen, daß sie eigentlich Juden seien. Er hielt im Ociobrr 1873 Vorlesungen zu Hiogo, worin er Folgende« al« Resultat seiner wiffenschastlichen (?) Forschungen giebt: Zinmu Tenno, der erst« Kaiser von Japan, und alle seine Edelleute gehörten den zehn verlorenen Stämmen Israel» an! — Diese unglücklichen zehn Stämme haben schon vielen Hunderten deil Kopf verwirrt. Haben doch Manche den tollen Einsall gehabt, sämmtliche Indianer Amerika« von denselben abzuleiten. An» Eetzl»». Zank über religiöse und kirchliche Dinge macht jetzt al« Seuche den Rundgang über den ganzen Erdball, nicht nur unter Ehristen, sondern auch unter Muhamedanern, Brahminen und Buddhisten. Die lctziern — so schreibt der „Ceylon Objerver" — bedienen sich bei un» derselben Waffen, wie die christlichen Missionäre, sie stellen Glauben ge-?>rn Glauben, Argumente gegen Argumente und errichten ihrereil» viele Schulen und „Lehrhallen." Sie fordern die Missionäre zu öffentlichen Disputationen auf. Eine solch« fand an, 28. September v. I. vor zahlreichen Zuhörern in einer geschmackvoll verzierten, nach allen Seiten offenen Halle statt; die Redner standen auf einer Emporbühne. Der Kämpe für den Buddhi»mu« eröffnet« die Controoerse, indem er dem Ehristenthume viele Hauplirrthümer zur Last legte, von denen wir nun folgend« herausheben. Der Ehristengott sei, wie au» der christlichen Bibel (da» Reue Testament) selbst hervorgehl, nicht» weniger al» allwissend, auch allmächtig sei er nicht. Die verschiedenen Theile ihrer ©ücher widerspreche« «inander, «an könne daher keinem derselben Wahrheit beimeffen, ihr Goti sei auch «in eifersüchtiger, neidischer und grausamer Gott, wie da» au» vielen Stellen jener Bücher hervorgehe. Di! Missionvre bemühten sich hierauf, di« „Absurditäten" de» Buddhitmu» nachzuwcisen. E» ging übrigen» mit dieser Eontroverse wie mit allen relig. Di-pulationen: die Ehristen rühmten sich, daß sie die Abgeschmacktheit:« de« Buddhitmu» klar dargethan hätte,», und die Buddhisten waren überzeugt, daß von ihnen die Uatauglichkeit und die dicken Jrrthümer de» Christenthum» siegreich nachgewiesen worden seien. „Einen Sieg über da» j)«idenlhum haben wir jedoch nicht zu verzeichnen" bemerkt schließlich der „Obserocr" Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin. Der BundeSrath hat für die Borberathung de» Entwurfs einer deutschen Gemeinschuld Ordnung Männer au» dem Kreise ang sehener Juristen nnd dem angesehener Vertreter de» Handelsstandes gewählt. Unter elfteren befindet sich Hr° Rechtsanwalt Makower, unter letzteren Banquier Robert Warschauer. — Die amtlichen Protokolle der im October v. I. abgehaltenen Coiferenz über verschiedene Fragen des höheren Schulwesen» sind nunmehr erschienen. Sie enthalt!« auch die eingehenden Verhandlungen über jüdischen Religionsunterricht, und jüdische Lehrer an höheren Schulen. Hamburg. Der israelitische Feuerungsverein v. 1855 hielt am oergangenen Sonnabend eine Generalversammlung ab, in welcher der Bericht über die Thätigkeit de» Vereinin dem verflossenen Jahre erstattet wurde. Nach demselben haben die regelmäßigen Einnahmen de» Verein» ei re Erhöhung von über 600 M. B. erfahren, während auch die. Geschenke 120 M. B. mehr betrugen al» im Vorjahre und da» Capital de« Verein» durch da» Vermächtniß eine» Mitglied«» einen Zuwachs von 2500 M. B. empfing. Leider stellten sich aber auch di» Kohlenpreise bedeutend höher, so daß in diesem Jahre nur 170 Portionen Steinkohlen vertheilt werden konnten, deren jede einzelne in diesem Jahre auf 26 M. B. zu stehen kam. — Während 26 Mitglieder au« den» Verein ausschieden, traten 92 Mitglieder neu ein; die regelmäßigen Beitrage betrugen Et. 4100 M. ©., die Gescherte Et. 8 M. B., die Zinsen-Einnahme Et. 596 M. B. Die vertheilten Feuerung-Materialien kosteten Et. 4410 M. v. Die Unkosten des Verein» betrugen Ct. 521 M. B Der Stam» de» Vereins weist ein Vermögen von Et. 12,945 M. ©. nach, von welcher. Ct. 11,365 M. B. hypothekarisch, Et. 1496 M. B., al- Reservefonds bei der Eparcaffe belegt sind, während der C , »ialvo Ct. 183 M. B au-macht. Der Verein breitet sein iegenSreiche Thätigkeit' immer mehr au», und kann derfe.i mit dem von ihm bi» jetzt Geleisteten sicherlich zufrieden s •. Aachct In der „A. Z. d. I." reclamirt Herr Rabb. vr. Äo:se;i gegen die auch in unserer Nr. 3 (schon früher) gebrachte lutlieilung über den Prozeß in Linnich Er habe mit keine, -ilbe davon gesprochen, daß die Mitzwoth nur den „from» . > " Mitgliedern gegeben würden. Elsaß „Arch. JSr." bringen Auszüge aus dem Werke „Moderne Cultuszustände in Elsaß" von Loui» Spach, soweit daselbst über die ältere Geschichte und die jetzigen Zustände der Juden in Elsaß die Rede ist. Die betreffenden Stelle» find in humanem Geiste geschrieben. Neues ist jedoch, wenigsten» in d:n mitgetheilten Auszügen, nicht enthalten. BemerkenSwe.'lh erscheint un» die Behauptung, daß e» unter den elsässi'chen Juden sehr viele und weit mehr Proletarier gebe, al» unter der christlichen Bevölkerung. Da der elsässische Rabbiner I. Bloch, welcher die Auszüge mrtthellt und hier und da ir.it Anmerkungen und Berichtigungen versehen hat, hiergegen nicht« einweudet, so ist an der Richtigkeit dies«

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