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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 8. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 8.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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CefUtttUf^ 91(1. vis jetzt hatte» Mische Grundbesitzer, denen alt solchen ei» Patronat» re ch t znstanb, auf die Besetzung der betreffenden Pfarren absolut keinen Einfluß, selbst wenn sie kraft ihrer PatronatS-Pflicht oft de» Pfarrer vollständig erhalte» mußten. ES hat deshalb, und gerade in der jetzigen Zeit, «ine anf ergangenen RrcurS in Rouz gefällte Entscheidung ein besondere» Interesse, wonach der jüdische Patron sein Recht in demselben Umfang wie ein anderer Privatpatron, jedoch nur durch einen katholischen Bevollmächtigten, auSzuüben befugt ist. Leaberg Pefche ChameideS, ein fünfzehnjährige» Mädchen au» Bilka-Ezlachrcka verschwand vor circa 2 Monaten au» dem elterlichen Hause. Den vom Vater Efraim EhameideS angeftellten Nachforschungen gelang e» endlich, seine Tochter ausfindig zu mache«, st« befand stch nämlich in einer Lemderger Ronnenanftall, „St. Theresa Anstalt" genannt. Durch den Advokaten 0r. B. Szwedzicki wendete sich der trostlos« Vater an die betreffenden Behörden wegen Auslieferung feiner Tochter, doch erhielt derselbe von den 2 ersten Instanzen «inen abschlägigen Bescheid. Die Angelegenheit befindet sich jetzt beim obersten Gerichtshöfe. Der Vertreter des E. Ehameide» wendete sich zugleich an den ReichSrathSabgeordnelrn Dr. HönigSmann, damit derselbe diese Angelegenheit auch im ReichSrath« zur Sprache bringe, und dem Vater zur Wiedererlangung seiner Tochter behilflich sei. Frankreich. Pari». (Monatsbericht der Alliance Jsr. Univ. Für Januar. Schluß) Für die Ackerbauschule in Jaffa werden weitere Beiträge angemeldrt. Hr. Beoiziani in Constantinopel hat die dortigen Israeliten zu Beiträgen für diesen Zweck aufgesordert, und zwei Mitglieder de» dortigen Eomite» »erden fich den Sammlungen unterziehen. Au» Rustschuk meldet Hr. Pariente: e» bestehe daselbst eine von der Regierung unterhaltene Handwerkrschule, welche aber nur solche Zöglinge aufnimmt, die in derselben Rost und Wohnung nehmen wollen. Der Direktor würde damit einverstanden sein, für die israelüischen Zöglinge eine Separalküche in derselben herzustelle», wenn die Zahl wenigstrns 25 betrüge; da e» jedoch gegenwärtig unmöglich ist, so viel jüdische Lehrlinge dort zusammenzubringen, so bemüht fich H. Parirnte einstweilen um anderweitige Unterbringung von unbeschäftigten jungen Leuten bei Handwerkern, bedarf aber hierzu für jeden von ihnen einer Subvention von wenigsten» 10 Fr. monatlich, da da» Leben in Rustschuk theurer ist, al» in jeder anderen Stadt de» Orients. S» ist iudeffen Aussicht, daß einige junge Männer daselbst ein WohlthätigkeilScomite bilden und Herrn Pariente di« von ihm gewünschten Subventionen ganz oder theilweise werden darbieten können. Andere Angelegenheiten betreffend: H. Beniziani au» Coustantinopel berichtet über die von chm für die Israeliten zu Diarbekir gechauen Schritte und deren Resultate: 1) der Vezir hat mittelst Schreiben vom 11. Chaban (3. Oktober) den Finanzminister von den anläßlich der Steuererhebungen gegen die jüd. Bevölkerung von Diarbekir au-geübten Mißhandlung«» in Kennlniß gesetzt und ihn gebeten, diese ungesetzlichen Zustände so schnell al» möglich zu beseitigen; 2) derselbe hat gleichfalls mittelst Schreiben» vom K Oktober den Generalgcuverneur der Provinz Diarbekir ausgefordert, über die Leide», welche die unter seiner Gerichtsbarkeit gestellten JSraelüe» zu erdulde» haben, sowie über de» Wassermangel in de» Quartieren derselbe» und di« Schändung der Gräber auf ihre» Friedhöfen Aufschluß zu geben, und ihn gleichzeitig verpflichtet, sofort für dieselben einzuschreiten; L) der ökumenische Patriarch hat an den Patriarchen von Antiochien einen Hirtenbrief erlaffen, in welchem er die Israeliten von Diabeklr der Fürsorge derselben empfiehlt uud ih» bittet, seine» gauzeu Lmfluß anfzubiete». um jede feindselige und böswillige Haudluug Seiten» der orthodoxe» Lhriste» gege» di« Israelit«» zu «Schinder»;'S) der atmemsch-gregorlauisch« Patriarch hat ein ähnliches Schreibe» an de» armenische» Bischof der Provinz Diarbekir -«richtet, in welche» er denselben anffordert^ ohne Unterlaß seine veichtki»d«r zum Krisen und guten «»» vernehmen mit de» Israeliten zu ermahnen. — H Beniziani hofft, daß diese Maßregel» hinreichen werben, um die Geiste« zu beruhigen und die unsicher« Lage der JSraelite» vo« Diarn bekir wenigsten» für einige Zeit wieder zu befestigen. U» jedoch eine gewiffe Garantie für die Zukunft zu haben, er*, wirkt« H. Beniziani von der Hohen Pforr« den Erlaß eine» Schreiben» an den Generalgouoerneur der Provinz Diarbekir mit der Anfrage, ob e» wahr sei, daß bi» jetzt noch kei» JSraelit in den dortige» „Pcooinzialralh" berufen sei, und dem gemeffene» Befehl, in Zukunst einen solchen stet» estizuberufea. Alle diese Dokumente sind von H. Beniziani eine«. Delegirten von Diarbekir, der sich seit lange in Eonstantiuopel aushält, mitgetheilt worden. H. Beniziani hat die Execulion de» gegen de» Mörder von Saul Racca, Ali Elkerkeni, gefällten Straferkenatniffe» noch nicht bewirken können, dagegen ist Letzterem zu wisse» gethan worden, daß ihm verboten ist, fich au» Eonstantinopel zu entfernen, und daß er hierfür einen Bürgeu stellen muß. ES ist übrigens bei der hohen Würde, die Elkerkeni bekleidet, wenig wahrscheinlich, daß er noch anf andere Weise bestraft werden wird. H. Ritter Joseph v. Wertheimer au» Wir» zeigt a», daß laut Mittheilung de» österreichischen Generalkonsul» vo». Smyrna, Ritter Scherzer, die 4 Griechen, welche den Aufstand gegen die dortigen Juden im März 1872 angestistet, von dr« türkischen Gerichten zu 10, 7, 5 und 3 Jahre« Galeereastrafe verurtheilt worden sind, und daß diese» Erkenntniß vo» der Hohen Pforte bestätigt worden in. Ein Brief au» Smyrna bestätigt die bereit» früher de« Eomite gemachten Mittheilungen von der Existenz einer geheimen Gesellschaft von Muselmännern daselbst zum Zweck der Betreibung von Judenverfolgungen; die Gesellschaft hat' ihren Sitz in dem Hofe einer am Ergat-Bazar zwischen dem Türken- und Judenoiertel gelegenen Moschee und zählt hundert Mitglieder, di« sich zu einem wöchentlichen Beitrag verpflichtet haben. Die Schandlhaten, die dieselbe «»»geführt hat, find unzählbar, uud dennoch wird ihnen nicht gesteuert; bald'macht' sie Angriffe auf da» Leben der Israeliten, bald begnügt sie sich mit Mißhandlungen derselben. Zwar tan» nurn, um fich Ruh« zu verschaffen, mit ihr unterhandeln, aber sie hält nicht Wort. — ES ist dieserhalb nach Lonstantinopel geschrieben worden. Nach einem neuere« Schreiben, da» seitdem vo» Smyrna eingegangen, verhält sich diese Gesellschast seit einiger Zeit ruhig. Die Affaire R a ch m a n i au» Bagdad ist endlich erledigt. Die Gemeinde von Bagdad hat diesen Unglückliche» durch Zahlung der „Blutschuld" von der Todesstrafe befreit. Rachmani kann nach dem Gesetz nur »och zu einer Gefängnißstrafe verurtheilt werden. Marocco. — H. Benoliel au» Larache berichtet über die Gefahren, von denen di« dortigen JSraelite» i» Folge der politischen Lage de» Landes bedroht find. Anfänglich hatte die Furcht vor den auswärtigen Mächte» und überhaupt vor strenger Strafe die schlechten Leidenschafle» zurückgedrängt, aber inzwischen sind schon sehr viel« JSraelite» vo» den Beduinen auSgeplündrrt und in dem nachstehend mitgetheilte» Falle sogar zwei ermordet worden: Ein israelitischer Kaufmann au» Alcazar, Namen« Ezaguri, befand fich mit seinen 2 Dienern auf dem Wege »ach einem Jahrmarkt i» der Umgegend und wurde, nachdem er bereits eiumal augegriffeu und von eine« Freund« gerettet worden war, i» der Nacht vo» Reue» überfalle» und durch «ine» Gewehrschuß getödtet; von den beide« Bedienten gelang e» nur eine» z» entkomme«, der ander« wurde auf ei» Pferd geb»»deu »üb nach einem Fluß geschleppt, wo er wie sei» Herr getödtet wurde; er war der einzige Sah» seiner Elter» »nd er»ährt» mit seiurr Arbeit sei»« gauze Familie. Bei der Nachächt

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