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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 8. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 8.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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ttw blefm Do,)pelmvrd« zog«II mehrere Israeliten au», um di« Leichen zu juchen, und fanden die de» unglücklichen Ezagnrt in eine« Flusse mit aufgefchlitzte« Bauch«, in welchem eia mächtiger Stein lag, und die de» Bedienten mit abgehanenem Kops«. — Such au» Magador sind von Neuem Brief« eingegangen mit Klagen über die Mißhandlungen und Bedrückungen, denen zumal die JSraelitea vom Eu» und namentlich die von Jlidj aufgesetzt sinv. — Da» Somit« muß jedoch für» Erste noch genauere Nachrichten hierüber erhalten. Bezüglich der von H. vr. Schwarz-Cöln beantragten Conferenz in Angelegenheit der rujsischen Juden sind dem C.-Comfte verschiedene Vorschläge zugegangen; mehrere Mttgliedrr hallen Königsberg für den geeignetsten Ort zu dieser Versammlung; da» Berliner Comste schlägt jedoch Berlin hierzu vor, weil die Lage dieser Stadt» auch den deutschen Mitgliedern de» C.-Comfte'S die Reis« erleichtern, und weil man hier besier die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Angelegenheit lenken könne. Da» C.-Comfte beschließt, die Entscheidung über diese Frage der Majorstät der deutschen Mitglieder desselben zu überlasten, ebenso die Festsetzung de» Tage» für den Zusammentrüt der Conferenz und die Wahl der Personen, die zur Theilnahme an derselben ringelten werden sollet«. Da» Eomite beschließt außerdem, daß ein Mitglied destelden au» Pari» ah den Arbeiten der Conferenz theilnehmen soll. Die Schenkung des Hrn. v. Hirsch wird unter den von dem Stifter ausgesprochenen Bedingungen an- und zur Verwaltung übernommen. Großbritannien. L»»do>. Nach den Berichten in den jüngsten Blättern find folgende Israeliten in das neue Unterhaus wiedergewählt: Sft Francis Goldsmidt, Sergeant Simon, neugewählt Mr. Saul Jsaac für Nottingham, der erste Jude, der als Conservatfter gewählt wird. Dagegen ist Lionel Rothschild (ebenso «ir Göschen) als liberaler Vertreter der City dem konservativen Gegner unterlegen. — Es standen noch einige Israeliten zur Wahl. . In seiner Wahlrede sprach Gladstone gegen DiSraeli. Eine Ettmme au» dem Publikum rief: „Er ist ein Jude!" Hierauf bemerfte der Premier: „Ich fteue mich in Beziehung auf dies« Bemerkung, daß die hoch ehrenwerthe Gemeind«, auf welche eben hingedeutet wurde, ein Meeting in der City gehalten und beschlosten hat, der Regierung den kräftigsten und freudigsten Beistand bei der Wahl zu gewähren." — „Je«. Ehr." bemerkt jedoch zu diesem Bericht«, eS sei von einer solchen Versammlung nichts bekannt, und die Juden büchten nicht daran, als solche, oder gar als Gemeinde in der Wahl Partei zu nehmen. Ein Schreiben Gladstone's in der neuesten Nr. des „Jew. Ehr" berichtigt nun jene Nottz oder chie Worte, man kann aber nicht ermitteln, wa» denn nur der (Ck?) Premier gesagt hat oder gesagt haben will. 9ral»> Aus dem iSrael. Beerdigungsplatz zu WilliSdon wurde, wie der „Rat.-Ztg." unterm 11. geschrieben wird, gestern Vormittag unter zahlreicher und offenbar herzlicher Bethetligimg die Leiche de» verstorbenen BaronS Mayer von Rothschild zur Ruhe bestattet. Der Begräbnißplatz selbst ist ziemlich neu und wurde erst am S. Oktober 1873 durch den hiesigen Oberrabbiner eingesegnet. Die Bestattung selbst «u äußerst einfach, dem jüdischen Ritus gemäß. Da ein Rachkomm« Aaron'S oder Levi'S (?) sich keinem Todten nähern darf, fiel da» geistliche Amt bei der Beerdigung nicht dem Oberrabbiner Vr. Adler — der indessen auf dem Kirchhofe war, — sondern den Rabbinern Vr. Ascher und vr. Artom z». Erster Leidttagender war der Bruder de« Verstorbenen Eft Anthony Rothschild. Baron Lionel war durch Krankheft verhindert, dagegen waren seine Söhne, ebenso wie alle übrige» Londoner Rothschilds zugegen. Baron Ferdinand von Rothschtlp war au» Pari« zum Begräbniß herübergekommen. Der brasilische Gesandte, Sir I. Goldsmid, Baron Warm» und Ptele andere angesehene Jtracküe» und Ehristen wohnten der Fei« gletchfall» bet. Dan Leichenznge folgte» dft Wagen de» russischen und bet> bairischen Gesandten, be« Herzog» mir Wellington, der Herzogin von Somerset, de» ViScvunt Kirkwall u. s.?v. Da« Ddtenhau» war schwarz behängen. Al» Chor wirtte eine große Anzahl jüdischer Amben au» der hiesigen israelitischen Schrie.' Der Herr Oberrabbiner sprach da» he- - brätsche Gebet. (Der Verstorbene war 86 Jahre aft geworden, und mit der Nichft seiner Mutter, einer geborenen Cohen, vernählt, die ihn nur mft einer einzigen Tochter, Hannah, beschickte. Seit 1859 gehört: er dem Unterhaus« al» Vertreter von Hyth« an; er stimmte mft den W igS. Seit einem Jahre litt er bereit» hoffnungslos an der Zuckerruhr, der er nun unterlag.) Hollaad. Amsterdam. Der judeufeindliche Ausfall zweier katholischer Mitglieder l>tr zweiten Kammer, von dem in diesem Blatte vor einigen Wochen berichtet wurde, ist nicht ohne Folgen geblieben. Ja Holland ist, wie alle Welt weiß, Toleranz ftüher unl> allgemeiner at» irgendwosonst herrschend geworden, und so hat da« Gebühren jener Herren im Haufe und außer demje den derartige Mißbilligung erfahren, daß der eine, Herr Hoffmanns, die Temperatur de» Hause» ungemüthlich gefunden, und sein Mandat niedergelrgt hat. — Durch die Diamantsunde hat sich der Stand de» ArmenwesenS in der jüdischen Gemeinde zu Amsterdam in merkwürdiger Werse verbessert, weil viele Juden von Diamantschleiserei ihren Lebensunterhalt unv demnach jetzt reichen Verdienst haben. So hat die Gesellschaft zur Unterstützung von Wöchnerinnen im vorigen Jahre 70 weniger unterstützt, als 1872, obgleich Geld genug vorhanden war. Andrerseits wird die. Bereitwilligkeit gerühmt, mit der die Geld vecdienenden jüdischen Arbeiter ihre gerade wenig erwerbenden Genossen, die Citzarrenmacher, unterstützen, notabene ohne Strike und Striletaffen. *- Da» Hau» Oranten hat sich von jeher äußerst wohlwollend gegen seine israelitischen Unlerthanen gezeigt, nur so geschah e» wieder in diesen Tagen. Ein« große FeuerSbranst wülhete in einem vornehmlich von armen Juden bewohnten Theile Amsterdams. Der Prinz Friedrich, Oheim de» Königs, sendete alS einer der Ersten eine reiche UnterstützungSgade. König Wilhelm 111. wird bald da» ÜSjährig« RegierungSjubiiäum begehen, und feine jüdischen Lanbe»kiuder werden die Gelegenheit mft Freude« begrüßen, ihre Liebe, Treue und Dankbarkeit, die besten» begründet sind, zu beweisen. (I. Ehr. u. I. W.) Rnmänte». Bukarest. Eia Correspvndent meldet dem Central-Comite der Alllance J»r. Un., daß eine Petition um Emanzipation der rumänischen JSraeluen d,m Ministerpräsidenten, LaScar Catargiu, überreicht worden ist Man hat diesen SSeg dem der Ueberweijvng einer Adresse au» guten Gründen vorgezogen. Wie „I. World" berichtet, hat in der ersten Woche de» Januar eine Versammlung von Israeliten unter de» Auiptcieu des Verein» „Zion" in Bukarest getagt und di« Petition derathen. Beide Nachrichten sind wohl identisch. Auch in innerer Gemeint«- und WohlthätigkeitS-Angelegenheit hat die letztgenannte Versammlung einige erfreuliche Resultate gehabt. Die 19000 Seele« zählend« Gemeinde zu Bottuschan» welche ganz zerrüttet war, ist reorgauisirt worden. (Wir kömuie» auf Details im nächsten Blatte zurück.) _ anb. Petersburg Da» neue Militärgesetz vom13.Jaauar heb: i-drn Unterschied zwischen Christen und Juden in Hinsicht auf den Militärdienst aas. Die actio« Dienstzeit ist so bedeutend herabgesetzt, daß ha> Weglcnfen schon deshalb eia End« nehme» müßt«. Abei «be» so wichtig find di« Erleichternngen, »elch« denjenigen z:währt werden «eiche Oymnafien «.(.«.

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