Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 7.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Zroitfe «ar eine eke« so attflewrfiu wie herzlich«, «mb es sind bm oerctzrten Mastne a»ch Ml «wHcr Ferne •HUt Wünsch« zugegange«. (Zraube ist, »i» Ma*nt, «rst feit »«ei Jahren »rdentiecher Professor der «edteinische« Fatalttl, da Mühler sich nicht emfcbHefirn konnte, eine« Israeliten »» irgend einer Fakultät ai! Ordinarius zuzulassen — bemerkt di« »Köln. Z.* hierpr. Die einzige »ulnahm« blldet die ordentlich« Professur heg ve. Grätz, die aus den letzten Monaten des Mühler'sche'n Regime» dalirt.) — $Xt neue stirchhof der jüdischen Gemeinde wird 1» der Räh« von Weißer»'«« angelegt werden, vereitl ist rin sehr umfangreiches Terrain erworben und di« Eonression »ur Anlegung der Begräbnißstäit« ringeholt worden. — Dal »uetbachfch« jüdische Mädchenwaisenha«! sorgt für sein« Zögling« auch noch lange über ihre Entlassung hinan. So sind vor kurzer Zeit zwei junge Mädchen, dal eine Nil Gouvernante «ach Hannooer, dal andere in rin umfangreiches Geschäft nach »nklam geschickt worden. Hilde-Heim. Die regiernngsseüige Bestätigung des vr. Guttmaan all Laudrabbiner ist eudlich erfolgt. Ebenso soll mit Besetzung des Landrabbinat! in Emden vorgegangen «erden. Strzelus (Prov. Posen), 22. Decembrr. Vor einigen Tagen »erstarb hierseibst in dem hohen Alter von 109 Jahre» der frühere Kaufmann Juda Schenkel. Bis an sein Lebensende erfreute sich der Dahingeschiedene seltener Rüstigkeit. Die Zahl der Hinterbliebenen beläuft sich mit Kindelkindern auf 80 Personen. Lemberg. In der »bendsitzung der Galizischen Landtage! vom 12. Januar wurde der Antrag de! Landel-Aurschuffer, «ach wrkchem von nuit an auch Israeliten in den» Lcmderger Landerspital ausgenommen werden sollen, angenommen. Triest. Frau Elena, Wittwe des Rabb. Morpurgo, Begründer! de! »Eorriere Jsraeliti«,* und bi! jetzt Eigenthnmerin de! Blattes, ist ihrem Gatten im Tod« nachgefolgt. Sie starb, 46 Jahre alt, nach langer, schwerer Krankheit am 30. Januar. Paris. Ein Gesetz, wonach protestantische und israelitische Miütärpersonen genüihigt werden, bei katholischen Festlichkeiten zur Parade zu erscheinen, bet den Prvcessionen u.s.w. tticherzuknicen, ist angenommen, ein Amendement, welche! sie auf ihr Ansuchen zu dispensiren gestatten wollte, ist abgelehnt worden. »Univ. Jsr* sticket die! in schönster Ordnung, denn was in Frankreich geschieht, muß alle! groß und erhaben sein. »Arch. Jsr* äußern Bedenken über eine solch« schmähliche Knechtung. Loudo». Die Aenderung der Statuten de! Board of Deputier, welch« die Zulassung der s. g. Resormsynagoge ermöglicht, ist in der Specialberathung mit erheblicher Majontät angenommen. Loud». Baron Mayer v. Rothschild ist Freitag den 6. hier gestorben. (W. T. B.) Re»»-D»rk. Heber eine jüdisch« Ehescheidung berichtet die »R.-D. Hndlsztg*: Frau Blümchen Zinsninsky hat ihren Gemahl Elia! wegen böswilligen Verlassen! angeklagt. Herr Elias, welcher mit seinen kokett gekräuselten Korkzieherlocken (Peie!) auf den Richter den Eindruck eine! Ton Juan machte, behauptete einen sogenannten »Öd", d. h. eine von einem Rabbi vollzogene Scheidung erlangt zu haben und drang darauf, daß dieser »@d* auch von dem Gerichte als rechtskräftig betrachtet werden müsse. Der Anwalt de! Beklagten suchte die! durch Aufwendung feiner ganzen Beredtfamkeft zu beweise« und brachte sogär bdr Rtckdk SÜßttud Ccktö tl! Sachverständigen auf den Zeugenstand. Aus dessen Aussage ging es alstrding! hervor, daß ein »@d* von den polnischen Juden all absolute Scheidung betrachtet wird. Richter Otterbourg (selbst ein Jsraelft) entschied aber nicht! desto weniger, daß die zwischen Klägerin und Beklagtem durch einen »Get* uuuipi oywn w »wnio icuk jcttgtfttflTt ou Genannten also noch all «helente zu betracht« sch» »er angefshrsen GesetzMe steht «! ** '&&#'* frei, sich des Borschttsten chret-ReUM Mä« « t nicht «ber ven «helicheti vimd ohste GEtl^A mi lös«d Richtet Otterbourg etkmidiM ' stch Mnst etiic nach der. «rwerdsvtrhäftnissen bekder Parteftn Mb b den Beklagten schließlich, de« Klägerin allwöchentlich » j, Unterstützung zu zählen. Diese, «ntschttß sich aber ft. iE Ehefrau zurückzutehrrn, da es ihm in Folge dtr v-rserftKrtsU nicht möglich ist, «eben seiner Junggtsrllemvirchschastnvch eftw« zweiten Hausstand mit 3'/, Doll, wöchentttch zu unterhalten. •*»r- Fellilletoit. MsieHitfch. Meier Hirsch! Mancher unter unser« Lesern, besonderst unter den älteren, legt wohl sinnend den Finger an die Stint — »der Ram« ist mir so bekaiint, es ist ei« markiri jüdischer, aber Hunden« können so heißen, ein« Geschäftssinn«»? eist Rabbi? ein Wohllhäler?* Da steigt »eine Erinnenuig auf an die Schulbank, »der" Zumpt oder gar «och der Beider, der vuttmann — der Meier Hirsch — a* Wurzel5 **-L »wie finde ich da! »? wir setze ich die Gleichung «ft?* Ganz richtig, lieber Leser, e! ist der Meier Hirsch, aber nicht nach dem Schüler-Sprachgebrauch da! B u ch, sondern der Man«, von dem hier die Rede sein soll. Unter dem Titel »ein deutsche! GelehNealeten* hat I. Loewenberg ihm in der »Rat. Ztg* ein Gedenkblatt ge« widmet, wahrscheinlich au! Anlaß der neu rrschicaenen fünf« zehnte« Auflage der »Aufgaben* von Meier Hirsch. Ei» denlsch«! Selehrtenleben — viel Traurige! hat sich oft gestngf an den Lebensgang deutscher Gelehrten geknÜzist, aber diesmal ist es doch weniger der deutsche, als der jüdische Gm irhrte gewesen, dessen Geiftrsarbrtt keinen Lohn gefunden hat, dem statt Ganz und Ehrenstelle jammervolle Verkümnlcrunsi zugefallen ist. Denn daß Meier Hirsch ein Jude gewesen, daS kündet nicht dies der Name an, sondern ebenso sistwv der Umstand, daß kein Titel diesem Ranne deigesügt ist, schlecht weg Meier Hirsch, nicht Lehrer, nicht Oberlehrer, sticht Pni* feffor. Doch lassen wir jetzt Loewenberg erzählen; dasjenige, wofür nur der mathematisch gut Geschulte Brrftändniß und Interesse besitzt, mag in diesen Blättern wegbleide«. »Am 13. Februar 1851 wnrd« in Berlin in aller Stils ein Mann zu Grab« getragen, der schon vier Jahrzehnte ff* vor dem lebendigen Verkehr geselliger Umgebung abgcfMCtat «ar. Keiner kannte ihn mehr, keiner wußte von ihm, und selbst die eifrigsten Registratoren der Tagesereignisse, die Chronisten der Zeitnngsprrfle halten für den Tod und die Bestattung desselben kein Wort netroiogischer Erinnerung. Der Bestattet« ,oar ein Mathematiker gewesen, an dessen Scharsfinn, atl dessen algebraischen, fitst poetischen Km» blauttionen die deutsch« Jugend schon fünf Jahrzehnte ihr Denkvermögen, ihren Geist gebildet hatte, dessen Wette «och heurck in den höheren Livii- und Mllitärschnitn ein« Fundgrube für die Uebung de! Scharfsinn! geblieben sind. Kurz, der Begraben« war kein geringerer »i! Meier Hirsch, deffe» Schriften die ersten Schrme der größten deutschest MatheMcv» tiker und Astronomen geleitet haben. Denn wie Encke, der gefeiert« rechnend« Astronom der Berliner Sternwarte, i» seiner Jugend sich den Tag, es w><r der 2. Dezember k8VS> al! einen feierlichen Festtag gemerkt hat, NN dem et da! letzte Exempel im lheuern Hirsch dee,ldet hatte, so hat llleier HlrsVs »Sammlung von Beispielen, Formeln nick Ansgade» au! do». Buchstabenrechnung und Algebra* viele deutsch« Racheimttichs geleitet, die seitdem dir Entwickelung bet Wissenschaft gefövdelt haben.* Stach eiurr <döri«rn»g »b«»-dtn Rsckgang dis «ßthWW,