Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 7. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 7.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/5369809-5935028-5935758--2023-5371555
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

fyxx Minister für die geistliche» «ugelegenheite» X. gchtehmiDt, daß mi 1. Februar e. ad jüdischer Religionsunterricht am hiesige» Gymnasium ia 6 wöchentliche» Stunde» ertheilt »»d Behuf« derselbe» der Prediger der jüdischen Gemeinde hierselbst, vr. Tietz, auf Loste» der Gymuafialkaff« angestellt «erde. Di« Genehmigung erfolgte in Folg« eine« dahinzielenden Antrages, den der SorporatiouSvorstand au da« Lgl. Provincial-Schul-Collegium M Pose» stellte und über welchen diese« de« Herrn LultuSminister ungesäumt Bericht erstattet«. In Flat!» hat der Minister di« Anstellung «ine» jüd. Lehrer« an der zu errichtende» Simultanschnl« genehmigt. Au« Württemberg. (Sitzung de« Abgeordnetenhauses vom 19. Jan.) Berathung de« Berichte« der Finanz-Commiffion, betreffend «in« Rachexigenz i« Betrag von 2600 fl. jährlich zu der EtalSrubrik „Beitrag zur Israel. Centralktchentasfe behufs der EinkommenSansbefferung für die Rabbinen, Borsänger und israel. ConfesfioaSschnllehrn." Berichterstatter: Prälat vr. v. Hauber. 8« soll der Centtalkirchenkaffe die MSglichkett gegeben «erden 1) die vorhandenen 12 RabbinatSstellen, insoweit deren tzttikomme» au« eben dieser Tasse fließt, und ebenso die AlterSzulagen der Rabbinen um je '/, aufzubesfern; 2) soll die Tasse in den Stand gesetzt werden, die AlterSznlagen der definittv augrstellten Vorsänger gleichfalls um zu erhöhe»; 3) da zufolge der ueueften Schulgesetzgebung auch für die freiwilligen itrael. TonsessionSschulen «in erhöhter Aufwand zu machen ist, so muß auch hier die Centralkirchenkaffe mit desto kräftigerer Hllfe eintreten; 4) endlich sollen auch Mitgliedern der iSrael. Oberkirchenbehörde entsprechende Gehaltszulagen gereicht «erden. — Der Antrag der Tommisfion geht auf Bewilligung, wodurch auch die Petttioneu von Rabbinen um Gehaltsaufbesserung erledigt werden. War die Petttionen sämmtlicher Rabbinen um gesetzliche Regelung ihrer Pensionsberechtigung und Fürsorge für ihre Hinterbliebenen betrifft, in welcher Hinsicht sie Gleichstellung mit den christlichen Geistlichen beanspruche«, so ist diese Angelegenhett zunächst innerhalb der iSrarl. Religionsgenoffenfchast selbst zu ordnen, ehe von den Ständen etwa« gethan «erden kann. Der Antrag der Commission wird angenommen. An der Zustimmung der Kammer der Standesherren ist nicht zu zweifeln. Oesterreich. Reisaudez, (Galizien) 18. Januar. Bekanntlich hat ein polnisch-christliche« Consorttum sämmtliche dem LandeSauSschuffe unterstehenden Mauthen gepachtet, um den Juden dafür, daß sie eS gewagt haben, bei den letzten ReichSrathSwrhlen für die VerfaffungSpartei einzustehen, einen Erwerbszweig zu entziehen. Wahrlich ein schöner Act patriottschen Heldenmuthe», denn mtt Spieß und Schwert kann inan ja heut zu Tage die Juden nicht mehr vertilgen, die Herren sehen sich daher genöthigt, auf moralische Pression-mittel zu sinnen, um nnseren GlaubenSaenoffen ErwerbSzweige zu entziehen, wofür da« Arsenal der zLutonomie die Waffen liefert. Derartiger TerroriSmuS, wie die MauthauSpachtungen, um unser« GlaubenSgenoffen von h rer Uederzeugung abzubringen, hat sich sehr oft al» fruchtlöS erwiesen; unsere Stammesbrüder haben bekanntlich für ihre Uederzeugung mit Ausdauer schon Vieles gelitten, und werden solch« Gewaltakte, wie sie unsere polnischen LandeSbrüder gegen die Juden ersinnen, mit Hohn und Spott wie auch mit Verachtung aufgenommen. Derjenige, der überhaupt die polnische Inkonsequenz kennt, konnte ruhig den kommenden Ereigniffen entgegensehen, und in der That, kaum ist ein halber Monat verflossen, seüdem va» Consorttum di« Mauthen übernommen hat, um di« Jude» aushunger» zu lassen, so scheint «» ihnen schon bei diesem Geschäfte nicht zu behagen, heim noch vorig« Woche kam ei» Herr von genannter Ge,«llschast hierher gtn$ w* bat jüdische Unttnxhmer flehentlich, daß , sie bei« Consorttum die t» de» hiesige» «reise befindliche» I Manche» abpacht«. TS »ich sich,--« kamn Jematch.stndqtz. der ihm de» Nagel au» de» Fuge fflr. leichte« Geld Hera*«' nehme. Die Herren habe» sich in eine« Anfälle rou Chmwinismut in eine Sackgasse verrannt, au« der sie sich nur mit einem große» Sacke Geld «erde« hrrauShelfen können, und «in gezahlte« Ährgeld wird ihnen hoffentlich für derartige künftige Unternehmungen, die nicht auf Gewinnst, sondern Trotz berechnet sind, den Appettt benommen haben. Auch unsere Glaubensbrüder in MoSciSka darf kein Grauen vor dem Beschluß« der dortigen Bezirkspascha» befalle» habe». Auch hier hat eine Art Bann zu einer Zeit gegm jüdisch« Laufleut« extstirt, eS hatte sogar eine Gesellschaft von polnischen Dtaladoren eine Handlung von allerlei Waarrn und Getränke« errichtet, u«d jcber Christ, der «och bet eiaen» Juden kaust«, wurde al» La»» deSverräther verschrien. Diesem Geschäfte war aber kein langes L'ben beschiede», und unter schweren TodeSkampsen mußt« «S da» Zeitliche segnen. (Lemb. JSr.) Lewberg, 27. Januar. Die Neuwahlen für die hiesige' Gemeindevertretung haben gestern unter anßrrgewöhnlich zahl, reicher Betheillgung der Wühler stattgefunden. Sonst pflegten bei dem sprichwörtlich gewordenen JndifferenkiSmu« der Lemberger Wählerschaft die Communalwahleu äußerst ruhig zu verlaufen, diesmal jedoch bildeten sie schon fest mchrere» Wochen de» Gegenstand erregter Besprechungen und Berathnngen. Da« Verdienst, die hiesigen Wähler au» ihrer langjährigen Apathie aufgerüktelt zu habe», gebühn unstreitig dem Pan DobrzanStt und seinen Gesinnungsgenossen, welche aui wenig lobenSmerthen Motiven den früher so beliebten „Kampf gegen die Juden und Liberalen" bei Gelegenheit der diesjährigen GemeiuderathSwahlen wieder auszunehmen beschlossen. Da jedoch die Mitgliederzahl der DodrzanSti'schen „Partei", sogar mit Hinzurechnung der Cteriealen, Reaktionäre und der übrigen bedenkliche» Elemente der hiesigen Wählerschaft, eine zu unbedeutend« ist, al« daß. ei» derartiger Lampf einen Erfolg hätte haben können, so war eS natürlich „bei der Wichtigkeit und dem Ernst dcr Situation" die Aufgabe dieser Clique, mächtiger« Bundesgenosse» zu werben. DobrzanSki und sein« Agenten begaben sich deshalb in die (vier) Vorstädte, deren Wähler die größere Hälft« der Gesammtzahl aller Wahlberechtigten des StadtwahldezirkS Lemberg repräsentiren, um de» in jeder Hinsicht noch im primitiven Zustande verbliebenen kraeckmlvaroaanz- (Vorstadtbürger») die BundeSgenoffenichaft aiizubieten. Da nun auf Verlangen dcr bclhönen Vdrftäbtöt da» erwähnte Programm dcr DobrzanSki'fchen Clique anstands>os-d.ahiu erweitert wurde, daß der bevorstehende „nationale" Lampf sich auch gegen di« Intelligenz richten tolle, so tan» das projeciirte Büuduiß sofort zu Stande. Bei der hier aui 20. d. M. stattgefundene» ReichSrathS-ErgänzungSwahl wurde nun zum erstenmale da« Stärke- und Stimme,iverhällniß der „Verbündeten" einerseits und der israelitischen uud liberalen polnische» Wähler andererseit« geprüft, und da die Letztere» in diesem Wahlkampf« unterlagen, so wurde da» Bündniß zwischen den Gesinnung«» genoffen DobrzanSki'» und den Praedmieazczany endgillig für alle Zeiten „zum Hell« und Wohl« der polnische« Ratio»" . besiegelt. Da« Resultat der gestrigen GeineinderathSwahie» ist zwar noch ttichl veröffentlicht, allein e« ist durchaus, nicht zweifelhaft, daß die fortschrittsfeindlich« Partei abermals de«- Sieg davongelragen hat. In Folg« deffen wird die hiesig« Gemeinde mit einer Vertretung beglückt werden, wie sie wohl. Lemberg noch niemals aufzuweisen gehabt hat. Ich brauch» nicht erst zu erwähnen, daß in di« Candidaten-List« der Dohr, zanskl'schen Clique ausschließlich entschiedene Reaktionäre, Ul« tramontane, ungebildet« Borftadtbürger, kurz Gegner finrft jeden Fortschritte» und unter 100 Caadidaren dlo« zwölf de» gebildeteren Ständen angehörige Bürger aufgenom«» »ur«, den. Mit Recht darf man auf dt« Wirthschaft eine, dernog zusammengesetzten Communal-Bertretung gespannt sei». Wa», ' die AnSschllrßnng der Inden oo» d«x tzießgm Ho«sindwSitt.. Präsentation betrifft, so wird diese „Maßregeln^ ihr« eigen« .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.