Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 6.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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baß seit dem Einrücken türkischer Trupp« je» « Land zugänglich gewcaeden sei. und wallte di« Aeich bennyrn. (Man mag sich dabcsi deS alten Witzworte« erinnern, Hab der Mond?>ewib nicht, wie wohl bchaupiet worden, bewohnt sei, weil onst „Schnorrer" schon einen Weg dahin gesunde« haben würden.) Der Lote hat jedoch kein Äesd bei den selbst Armen aufleser können, 'andern nur einige Nachrichten. Er erwähnt die bereit« durch ein Schreiben an die Alliance J«r. Unio. bekannt gewordenen Leiden der Juden und die Rettung der zu Sanea (Uial von den Israeliten genannt, 1. Mos. 10, 27) wohnhaften, durch da« Einrücken der Türken. Man batte die Julien der Eriwrduug eine« Araber«, welcher plötzsich verschwunden war, beschuldigt, die Gefahr war aus'« Höchste gestiegen, al» di« eben eingezogenen Türken denBermißteu in einem Brunn« u fanden, wohin er sich versteckt hatte, weit er di« Türken zu fürchten Ursache hatte. (Wir verweisen aus da« erwähnte Schreiben au« Jemen, welche» iu dem bald erscheinenden Halb iahreSbericht der Alliance vollständig abgedruckl sein wird — der Eorrrspondent de» Magid erzählt hi« Begebenheit etwa» ander») Der Pascha befreite die Juden iu Sanaa von dert ihnen auferlegt gewesenen abscheulichsten Last, der Verpflichtung, all« Kothgruben der Stadt selbst reinigen zu muffen; um jedoch die Araber sür den Verlust diese« „Privilegium«»" iu etwa« zu entschädigen, sollten dir Juden, vorläufig au" zwei Jahre, eine Abgabe bezahlen, welch«, an sich geringfügig, doch den Armen beschwerlich fällt. Sm vorigen Sommer kam ein neuer Pascha nach Sanaa, die inwohner sannen auf lftnpörung, der Pascha ließ jedoch die aus den Wällen befindlichen Kanonen gegen die Stadt richten, 37 Ausrührer hinrichten, und stellte so die Ordnung wieder her. Jin September v. I. ist der Telegraph von Sanaa nach Hodrida (am Rotheu Meere) gelegt, und so auch dies« Gegend mit der civilisirten Welt in Berührung gebracht worden. Bor den Feiertagen begab sich der Sendbote nach Damar (Hadoram I. v Mos. ebendas), dort sind keine türkischen Truppen, und die Lage der Juden ist höchst elend. Auch dieser Sendbote bezejchnet e« al» höchst nolhwendtg, daß ein gelehrter und de« Türkischen kundiger Mann nach J:men gesendet wert«, um die Sache der Juden bei den Behörden zu vertreten, weil die eingeborenen Juden nicht türkisch verstehen und viel zu sehr eingeschüchtrrt sind, um ihre Sach« selbst verftchten zu tönn'u. Ueber den angeblichen Messia«, von dem wir durch Maltzan gehört habe» (vgl. Rr. 26 der Wochenschr. v. I), sagt der Eorrespondent: derselbe sei ein ganz uawiffende« Subjekt, Juden und Araber erzählten je» doch Wunderdinge in Menge von ihm, und er wisse sich viel Geld zu verschaffen, wodurch dann wieder sein Einfluß steige. Wir knüpfen hieran die Notiz, daß die Anglo-Jewish- Affociation, welche sich zu Gunsten der Juden in Jenie» an die türkische Regierung gewendet hatte, folgende Antwort erhalten hat: Kaiserlich oltomanische Gesandtschaft. London, ü. Januar 1874. Ich habe Ihr Schreiben vom 16. v. M. nebst Einlcge, di« Beschwert«» der Julien in Jemen und besonder« in Sa- «oo. betreffend, erhalten, und Ihre Mittheilung pflichtschuldigst mit letzter Post der Kaiserlichen Regierung übersendet. E« ist Grundsatz rmd Gebrauch bei der Hohen Pforte, allen ihren Unterthanen, ohne Unterschied der Religion und Nationalität, gleichen Schutz angedeihen zu laffen, und so könnett Sie versichert sein, daß Ihre Glaubensgenossen in Arabien eben so behandelt werden solle», wie ihre Mituntertha« «en andern Glauben«. Wa« die ihnen besonder« auferlegt« B von der die in Ihrem Schreiben erwähnte Mittheiricht, betrifft, sc habe ich die Kaiserliche Regierung aufmerksam gemacht, und zweifl« nicht, daß »an jeder au»w»tzmüweise« Belastung schlennigft «in End« maihen wird. Zch'hbbe die Ehre k. Musuru». Von solchen Worten ist'« bi« zu entsprechenden Thate« »ndBrfolgen »och «eit, 'und schon habe« wir von dem gute» Wille« der lürklfihen'Ndöiempg alle« Oktea, und seit einer Reih« von Jahre« oollgiktige und gaich gentkgende Be» weise. E« kommt nur darauf an, daß ihre.Macht tu>i betreffenden Orte ru»rrichr Der Telegrazch lbkrd Tütet» bewirke«, er repräs.'ntirt gewiflermaßen die Macht. Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin, vr. B. H. Oppenheim von hier ist vom Wahlkreise Reuß (lilt. Linie) in den Reich-tag gewählt. Schulze- Delitzsch hatte ihn in einem Schreiben an die Wähler marm euipsohlen al« staatsrechtlichen Schriftsteller und Freund La«- ker«, mit welchem rr auf dem der Fortschrittspartei am nächsten stehenden linken Flügel der nationalliberulen Partei stehe. ES befinden sich sonach 7 Glaubensgenossen iw Reichstage: Bamberger,Falkerburg,Jacoby,La«ker,Oppenheim,Sonncwann, Wolfffohn. (Jacrby wurde vom Leipziger Landkreise gewählt.) Magdeburg. Wa« ich Ihnen bereit« vor Wochen, al« Lakker zur AdschiedSrede hier war, al« Resultat meiner Unterhaltung mit ihm über seine Stellung zür jüd. GemeindeverfaffungSfrage geschrieben, finden Eie nunmehr in seinem Antwortschreiben auf den an ihn gerichteten „offenen Brief" in der A. Z. d. I. bestätigt. Er bleibt bei seinen in der bekannten Verhandlung de« Abgeordnetenhauses entwickelten Ansichten, die in der danial« angenommenen Resolution gif selu, stehen. „Durch alle bisherigen Zuschriften find meine Eilenden Ansichten nicht erschüttert worden" — schreibt er. „Sie sehen, — antwortete er mir, al« ich ihm von dem voraussichtlichen Verfall und der Zersplitterung vieler kleinen und nrittlercn Gemeinden sprach — wirklich viel zu schwarz!" Oel« (Schl.'sien), 23. Januar. (Or.-Eorr.) Bei der jüngsten Sitzung der hiesigen städtischen Echuldeputatioi, ist, aus Antrag de« neulich zuni Mitglied« derselben ernannte« Rabbiner vr. Evhn, bestimmt worden, daß künftig aus den Zeugnissen der jüdischen Schüler und Schülerinnen der Stadtschule die Rubrik: „Religion" von dem jüdischen Religon«- lehrer auSgefüllt werden soll. Der jüdische Religionsunterricht selbst wird lrereit« seit längerer Zeit in den klaffen der genannten Schule ertheilt. Mecklenbnrg. Auf das Flugblatt der feudal-pietistischrn Partei (vgl. vor. Rr.) ist auch von Jorob Rothenburg in Güstrow eine kurz«, geschickt abgefaßte, namentlich Kinn und Ton der Volkskreise, für welche jene« Hetzblatt berechnet ist, recht gut treffende Erwiderung erschienen und ebenfalls al« Flugblatt verbreiict worden. London. Die Frage über Zulaffung der Reforn-Gemeind« (Berkeley-Street Synagoge) zu dem Board of Deputie« ist noch nicht erledigt. Di, zu diesem Behuf« im Statur de« Board nothwendtk.e Abänderung, welch« in einer der letzte« Sitzungen angenommen worden ist, muß nun einer nochmaligen Berathung und ikschlußfaffung durch eigen» dazu gewählte Delegirte der einzelnen Synagogen unterzogen «erden. Die Wahl«» dieser Taegirten haben zu Anfang diese« Monat« stattgefunden und scheinen «ine Majorität für die Zulassung in LuSsicht zu stellen. Wir wollen hoffen, dost dt» Angelegenheit, einmal durch legale» Beschluß erledigt, Nicht zu «eiterm Zerwürfniffen sü»ren möge, find aber nicht ohne vesorgniß, da die Opposition die Sach« sür «ine Prinzipteufrag« erklären und nicht nachaeten dürfte. - Seiten. W«ch«l wird in dm engüsch^Mschen Blättern über da« cknweseu der „stillen Lhnppah«" d. h. durch de» Erstenbesten oollzogenrw und vor dem LemdetPefetz ungültigen Trauungen. Klage geführt. Selbstverstündllch füll* dir Trauenden und (-«trauten Polar u. dergl.