Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 6.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/5369809-5935028-5935757--2012-5371545- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
' - * * r:' X ' > i I £ -u,,* ' «w > .* ♦ t , *r*Z7^ j?*r" on^ctegtQcbn Ist ramj^n^Mst bm Uu ReliMrSletzs« «>! und Rabbiner-Anstaltefr» i D Me Synagogeu und andere zu Gemeinde- und Cul- Nabbin« ^und anferÄ, Nlhr, feMier an grlDstPdischer Leh«» von der Staat-- und Communal-Steuer, und die Legale für jüdische gotte-dienstlich« und wohlthatige Zwecke von der Etempelsteuer nicht befreit sind; f. »ach dem noch bestehende« Gesetze vom 14. März 1845 (i. Sammlung d« Gesetze und Verordnungen, welch« die fünf französischen Gesetzbücher modificiren, von Busch, E. 326) den Juden audem Communaloermögen keine Hilfe zur Erbauung von neuen und Reparaturen von alte» Synagogen, Einrichtung und Erhaltung der Begräbnißplätz« und für andere zu Eultu-zwecken erforderliche Gegenstände zukommt, sogar dann nicht, wenn audem Communalvermögen große Summen für di« anderen Eonfessionen verwendet werden. Die Bestimmung de« bezügliche« Paragraphen de» vorerwähnten Gesetzewird nur auf die Eingepfarrte« der christliche» Religion angewandt, und sind uu» viel« Fälle bekannt, in welche» jüdisch« Gemeinden in chren deSfallfig erhobenen Ansprüchen sowohl von den Verwaltungsbehörden als auch von den Gerichte» abgewiesea wurden. Ja Beziehung auf di« Begräbnißplätze bestimmt zwar dafür dalinke Rheinufer »och geltend« Kaiserl. Dekret vom 23. pnririal de- Jahre- XII. Titel IV. der Republik: *3» de» Gemeinden, in welchen mehrere Confesfioaen bestehen, muß jede Eonfession einen besonderen BeerdigungSort haben, der an- Coaimunalmittel» herzustellen ist," welche auch auf die Mische« Gemeinden von der preußischen Regierung angewandt worden ist. Diese einzige Gleichberechtigung der Mischen Sonfesfioa wird jrdckh durch tz 58 de« Gesetzevom 23. Juli 1847 derselben wird« entzogen, denn dieser lautet: „Die Kosten de- CultuS und der übrigen di« Synagogen-Ge- «einde betreffenden Bedürfnisse, zu welchen auch die Einrichtung und Unterhaltung d« Begräbnißplätz« gehört, werden auf di« einzelnen Beitragspflichtigen umgelegt." Diese aufgrzählten, die Juden benachtheiligeaden und zurücksetzendea Punkte stehen gewiß im Wid«spruch mit dem 8 12 d« preußischen Berfaffung und dem ihm entsprechenden 8 der drulschen ReichSversaffuug, sowie mit den jetzt bestehenden Recht-ansichte« und auch den Princivien Eurer Excellenz, welche Hochdieselbe auch in Beziehung auf die Jude», im lib«alen und gerechten Gegensatz« zu Hochihre» Vorgängern vielfach schon in Anwendung gebracht haben. Da- Judeathum und di« Juden verdienen ab« am wenigsten solcher Zurücksetzungen. Denn erstere» lehrt nicht nur: „(Bebet dem Kais«, wa» de- Kais«» ist," sondern auch iu manche» Fällen, „gebet dem Kais«, wa- Gotteist."*) In den Fällen nämlich, in welchen damosaisch« und rabbinische ») wir HMte» für diese», ca sich richtigen, 4kb«nlat ein» andere Fass»», gewünscht. I» «t»e» «ssteielre» «ktenMk« «rschei»« tm» ei ch» Anspiel«»-«» nicht recht paffend. Recht und da- Ceremonialgesetz «Ü dem SWt-vecht und dt» zur LrhaUnag H-^taate- ^egebeD» Wd Mmctionirten Ge» s«e^in «isiG Hn^en.Ockatt«» Mt t»r, sond«a ge» bMM sogari diezgMtM jiHsDn MüMtstM, daß erst«« vor Vtz», mtzterR,^hchsr^«r immer, theil« in den Hintrrgrund treten müffen. So ist ez. B. allgemein bekannt, dgß M* •»)#** imp «chbtzsjche Recht sch« .seit Myn Jahihund«ten durch da»'Siecht Wr oerschudeuen Staaten beseitigt wurde, und niemals haben auch di« strenggläubigsten Juden au» de« Grunde: „Wir müffen Gvtt gebe«, wa» Gotte» ist", sich hiergegen aufgelehnt. So stellt de«» auch einer d« berühmtesten Rabbiner im Thalmud den Grundsatz auf: „Da- Staat-recht ist Recht", «pelcher Grundsatz anchaü geltend« Norm iu dem rabbinische« RechtS-Eodex ausgenommen ist. Und diegeschah zu der Zeit, in welcher darabbinische Recht bi» in die kleinsten Detailauf scharfsinnige Weise ausgearbeitet und festgestellt wurde. Fern« verpflichtete« ebenfalls die berühuilesten und selbst dt« strenggläubigsten Radtin« die jüdischen Soldaten, auch an Eabbath- und Feiertagen ihrer MUitairpflicht, »ach dem Beispiel der Makkabäer, in jeser Beziehung zu genügen. Daß dies« Coneefsio« «ich« au» Gleichgiltigkeit, Aengftlichkeit od« v«echnung gemacht wurde, vielmchr in der aufrichtigsten innigsten Ueberzeuguug begründet ist, da» beweist die ganze jüdische Geschichte, di« un» viel« tausend« d« größte» Märtyrer für chren Glauben aufzählt, wenn man sie au» bloß« Willkür od« graffe« Fa» nati-mu» zur Uebertretung auch nur «ine» der Ceremonial» oder Sitteugefetze, geschweige zum Abschwöreu de» Judenthumzwingen wollte. Auch di« neuere Geschichte ist reich an Beispielen, daß jüdische Jünglinge «iaev chren Kenntniffen und Fähigkeiten entsprechenden ehrenvollen Beruf und hierdurch oft ihre Existenz und chr ganze» LebenSglück dem jüdischen Glauben zum Opfer gebracht haben. So wenig wie da» Judenlhum »«dienen aber auch die Juden die obenerwähnten Zurücksetzungen; denn e» ist allgemein bekannt, daß sie sowohl an den früheren ruhmvollen Befreiungskriegen als an den neueren siegreichen Feldzügen sich mit Begeisterung betheiligt, Gut und Blut geopfert und sich demnach al» gute und aufrichtige Patrioten gezeigt haben. Au» diesem Grund« allein schon können di« Juden beanspruche«, daß sie nicht al» preußisch« Juden, sonder» al» jüdisch«Preußen betrachtet und dah« in allen Thellen und somit auch in der Anerkennung ihrer Confessio» den übrige» Eonfessionen gleichgestellt werden. Zu uns«« Freude nehmen wir daher wahr, daß die Anerkennung der jüdischen Confessio» in den annecltrten Provinzen und in Elsaß-Lothringen, so wie sie dort früh« bestanden, auch von Preußen und d« Reich-regierung aufrecht «halten wird. In letzt«em, wo schon fest vielen Jahren, wie in Frankreich, Belgien rc. di« vollkommenst« Anerkennung Statt sindet, wurde sogar jetzt von d« Reich-regierung da» Gehalt der Rabbia« und d« übrigen Cu'.tu-beamten bedeutend erhöht und gänzlich au- Staatsmitteln bezahlt. Ebenso wird für Anstellung und beffere Besoldung jüdisch« Lehrer möglichst gesorgt. Und dennoch können wir, di« wir in d« Nähe wohnen und öfter mit uns««» dortigen Glauben-ge» nassen in Berührung kommen, ein gewifler Gefühl d«. Beschämung ob uns«« Zurücksetzung nicht unterdrücken. Wnrnm, so ftagenwir, soll«,»»», den alte, de« äh, kr »Protzen