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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 5. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 5.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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vemlWe «ud uemste Ntchrichteu. verlstt, IL. Ja». I» hstsige» Anise« erzählt «an sich folgendes vor Kurze« vorgefallene ergötzlich« Geschichtchen. Ein t» letzter Zeit vielgenannter Rabbi und Prediger einer hiesige« orthodoxen Privatge«etnde begegnet eine« seit sehr langer Zeit bekannte« Gelehrten. Er freut sich herzlich, de« berühmte» Altmeister jüdischer Wissenschaft einmal wiederzusehen, der seinerseit« verwundert dreinschaut und kurz fragt: „Wie, Sie lebe» a»ch »ochs" „Wie meine« Eie bo*?" erwidert« der Rabbi etwas verdutzt. „Nun, Ei« sind doch aus dem 15. Jahrhundert, antwortet der gelehrte Mann und geht «elter. Mainz. Hier ist Dr. L vamberger wieder in de« Reichstag gewählt worden. Leipzig. Der Reichsoberhandelsgerichtsrath vr. Goldschmidt soll, wie hies. Bl. melden, mit dem Entwurf des neuen deutschen Livilgrsetzes betraut werden. Psfewalk, 15. Januär. Der Excantor Lazarus (siehe Rr. 50 und 1 d. Wochenschrift), «elcher von Wolmirstedt hierher gebrachl morde« war, ist nach etwa vierzehntägiger Untersuchungshaft entlafien worden, nachdem der betrogen« projecnrt» Schwiegervater seinen Privat - Klageantrag zurück- Szogeu haue. Er soll später noch einmal zum Berhür er- Kincp, ist jedoch vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Er selbst wird jetzt gewarnt sein, ebenso die Bäter, welche etwa auf ihu resieqtiren könnten. Dirscha«, 5. Januar. Sin frecher Einbruch ist in der Rächt vom Sonnabend zum Sonntag in der hiesigen Synagog« verübt worden. Es wurden sehr werthvolle Gegenstände, u. A. Armleuchter, Gesetzbücher, ein Theil des Vorhangs von de« Allerheiligsten rc. gestohlen. Hamburg, 12. Januar. Gestern fand die Einführung der jüngst gewählten Repräsentanten der hiesigen israel. Gemeinde stall. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr S. L. Jonas, zum zwetten Herr Louis S. Levy erwählt. Der Borstand theUt« dem Repräsentanteu-Eollegium den bereits von uns erwähnte» Protest mit, und wurde beschlossen, demselben kein« Beachtung zu geben. Inzwischen war Herr Vr. Gobert erschienen, um den Repräsentanten in pleno den Protest zu behändigen. Der Protest ivurd« jedoch vom Eollegiuni zurückgewiesen. Hamburg. 23. Januar. Line Versammlung der Repräsentanten und des Geuieindevorstandes fand am Sonntag statt. Tagesordnung war die Wahl zweier Vorsteher für die statutenmätzig ausjcheideudeu Herren Samson Levy und Philipp Bauer. Dieselben wurden mit großer Majorität für die nächstfolgenden 3 Jahre wiedergewählt. 22 Gemeindemitgliedrr, welch« an deinseldeu Tage den mehrfach erwähnten Protest einreichen wollten, zogen vor, dir» zu unterlaflen. Line Gehaltzulage von 100 Mark hat di« Direetioit der „israelitischen Mädchenschule von 1798" jeder der sechs in der Anstalt angestellten Ährerinnen vom 1. Januar d. Ir. an. bewillgt. — Das Minimal - Gebalt der Lehrerinnen an dieser unter eigner Verwaltung stehenden Schule betrug bisher 400 M. L. Prfi, 26. December. Ein untrügliches Wahrzeichen unserer bürgerlichen und politischen Gleichberechtigung dürfte folgendes Faktum sein. Srü der gesetzliche» Emanzipation der Jutin iu Ungarn ist es wohl vorgetommen, daß Bürger mosaischer Eonfesirou öffentlich den Eid abgelegt, und zwar ohne Rabbiner und heilige Thora. Ein ganz besonders seltener Fall dürfte es aber sei», daß Ehriiten den Amts-Erd in die Hände eine» Israeliten ablegen. Dies fand um, vor einigen Tagen statt. Es w»rd« nämlich de» hauptstädtische» Kaffenbeamte», die sämmtllch dem cheistlieben Glaube« angehören, der Amtseid durch de» fungireade» Sekretär, Herr« Ed. Badaß, der Jude ist, abgenommen. — Unser Gla»be»sge»offe, Herr Lndmia D6«l, ikl fchr begabter junger Dichter »üb seit estriger Z» Ewteckäe «t der Seit« des gemeinsame» Ministers des Aenher», Grafst» Julius Andraffy, ist zum Sektionsrath« i« Maistmtnm des Aeußern ernannt worden. (I. S. ». Schz.) — Simon Löwy, der bekannte Kunstirennd and leidenschaftlicher Verehrer Liszt's, ist in Bia» plötzlich gesterbea. Ans der Schweiz. Vergangene, Sommer starben st» Aarau zwei Kinder jüdischer Eltern. Letztere sowohl als die Verwandten wollten dieselben in Endingen oder Lengnan begraben laffen. aber die Regierung des Lantons Aargau verbot es: di« Leichen durften nicht transportin und mußten dieferhaw auf dem christlichen Kirchhof begraben werden. Psris. Wie nicht schwer vorauszusehen gewesen, hat di« Torrespondenz zwischen dem Reichskanzleramte und de« Rabbiner von Würzbnrg auch den französischen Blättern, den» „Journ. des Deb." so gut wie andern, Gelegenheit zu Witzeleien gegeben, da man dabei dem Gräuel aller Franzosen, Bismarck, wie den Juden eins versetzen konnte. Erster«», heißt es, habe dein Rabbi zu wiffrn gethaa, rr solle de« Talmud fleißiger ftudiren, um zu lernen, daß eg am 10. Januar um 4 Uhr 50 Minuten Nacht sein werde u. s. w. Bukurest. Bor einigen Woche» ließ — toU „Je«. Ehr." mittheilt — Präfekt von Ismail alle Tadaksläden dieser Stadt schließen, weil die Eigenlhümer derselben oder dt« vramtea in denselben Juden seien. Daraufhin telegraphirt« der Generaldirektor der Regte, an die Regierung um Zurücknahme dieser Maßregel, andernfalls werde er keinen Pfennig mehr an die Staatskaffe zahle,». Die Regierung gab sofort Orvr«, di« Läden wieder z» öffnen und enheilte dem Präseeten eure» Verweis. Dies« Woche wurde daffeld« Mauneuvre in Rouia» mit demselben Erfolg versucht. Der amerikanisch« Eousul, Herr Peixotlo, hat sich bei dieser Gelegtnheit sehr wacker gezeigt, und seinen, Eiustuß ist es hauptsächlich zu verdanke«, daß di« Regierung sofort energisch eingriff. Jerusalem. I» dem unter dem Schutz« des Kaisers Franz Joseph stehenden „Freiherr v Rothschild-Hospital«'' in Jerusalem wurde das fünsilnkzwanzigjährige Regierungs-Jubiläum de« Kaiser« von sämmiliche» Beamten und auch von den Kranken bei Abhaltung eine« solenne» Gottesdienstes gefeiert. Turin. Die Abstimmung über die zweiten Feiertage hat von 157 abgegebene» Stimine» LAG gegen die Abschaffung ergeben! Feuilleton. Die J«de« t« Ostafien. (»ach »ein „GIobu«."1 Al« Kosmopoliten im wahren Sinne de« Wortes müffe» wir vor Allen die Kinder Israel betrachten. Wir finden sie über den ganzen Erdball zerstreut, und sie gedeihen ganz wunderbar in allen Kllmaten, einerlei, ob unrer dem Polarkreise oder in Marokko, oder unter dem Aequator in Sinaapore, oder in Surinam, in San Francisco oder Schanghai» m Indien oder Californien, von Europa oder Australien u. s. m. ganz abgesehen. Wo Handel getrieben wird, dort find sicherlich sie und, gleichviel wo sie sich niedergelassen, ihren semitischen Typus t «wahren sie in kennzeichnender Weis«. Auch in China fehlen sie nicht. Es ist läügst bekannt, daß im Blumenreiche der Mitte Juden seit langer Zett vorhanden find, über ihre Bertheilnng hatte» wir aber n»r geringe Kund«. Bor nun 4 Jahre» erfuhren mir dann Eiuiges über die jüdisch« Gemeinde in der Stadt Pien liang, Provinz Honan, durch den apostolischen Provisor Pegralb; ein chinesischer Pvstselyt, der Prediger Ly, hatte ihm Manches über bitfrffe «tt» gethrilt in Folge de» Verkehrs mit eine« Inden Ramen» Kao.. In Pien liang lebten etwa 30 Familien, die, mit <An»«ah«e einer einzigen, arme Leut« find. Kao, et» Man» von »geführ ■vid.

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