Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 5.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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90 Mm, cndbUti bal 7 toSSdriflni^1089 sich» txi (bufft* Htm fW »ach Schanghai gekommen s«, um bet seinem Tlaubmägmoffe» t» ber damals dort oder der Umgegend vorhandenen Muttrrfynagoge die Glauben»sätze der jüdisk-en Religio« genau kennen zu lernen. Er bracht» 2 hebräisch gefchriebme Bücher mit, welch« er dem Vorsteher der Synagoge gab, und dieser schenkte ihm auch 700 Dollar«, damit er in P ien ltang einige Judenlinder auSwLhle, welche daun in der Synagoge zu Schanghai erzogen werden sollte», ich erfuhr indes, daß Baotfchang und die beiden Lmte au» der Familie Tschar al» echt« Chinesen jene Summe für sich behalten und znm Bortheile ihre« Handel« verwandt hatten. Sie »«schwiegen, daß sie Seid für Sinder erhielten. Im fünfte» Jahre de« Baiser« lang tsche, also 1866, kämm 2 au« Amerika stammmd« Juom (die von dm Chinesen al« Rgal «nd Tscho bezeichnet wurden) nach Pim ltang, um über die dorligm Judm genaue Srkuudigungm etnzuztehm und sie im Slaubm zu unterweisen, sie und aber von dm chinesisch« Gelehrt« sortgejagt worden. I» September 1868 wagt« sich trotzdem ein mropäischer Jude, welchen die Shinesm Tsche y«u tschu nmnen, dorthin, tndeß auch er wurde auSgetrieben. Ihm solgtm 2 Männer der Familie Bao mit Fraum und Binde« nach Pecking, sie hatten 9 hebräisch geschriebene Bücher bei fick, von dm IS Büchern also, welch« die Judm sin Pim liang vesaßm, ist thnm nur ein« geblieben, denn wie bemerkt, 2 find nach Schanghai gekommen, und 1 ist verloren gegangen. Die Judm wohnen i» «estUchm viertel der Stadt, da« Lum »schm mtao heißt. Die jüdische Religion wird in Pim ltang al« Ltao ktu kta» bezeichnet, von «ner Synagoge ist keine Spur «ehr oorhrmdm, dm» di« armm Judm haben da« Material an dt« Mohamedaner »erkauft. Auf dem Platz«, »o sie einst gestanden, ist nun ein schlammiger Teich; etwa in der Mitte de«feld« befindet sich ein Stein, auf welchem nach Bao'» Aussage da« Jahr der Erbauung und di« Gesetze der jüdischm Religion eingegrabm find. Ly konnte diesm Stet» Nicht gena» betracht« und berichtet nur, «a» die Judm ihm sagte». Nicht weit dämm sah er 2 andere monumental« Stet»«, auf. welch« die Wort« stehen: Biao kiu ku tu, d. h.: schmale Stätte, wo mau die Gebete lehrt. Al« Ly Abschied »ah«, sagt« ihm die Judm: »Wen» «fern Gla»bm«ge»»fim in Europa unserer Religion hier wieder «nfhetfen woöm, so «kam sie in diese Hauptstadt von Honan komm«, e« find noch 20 Famllim hier.- — (Bulletin de I» ooeiätd de gdogruphie de Peria, Oetobre 1869, p. 334.) Un« fiel der vorstehende Bericht ein, al« wir in der »Ooerland China Mall" (Hongkong vom 13. September 1873 Rr. »42) einm Aufsatz lasen, wachm diese« Blatt dem zu Tscht» ktang (am untern Kangtse klang) «rschetnmdm »Courier" entlehnt hat. Derselbe «ntthält Angaben, di«, so viel wir wtssm, välltg neu find. Sowohl tu nnserv' Stadt wie auf dm Dürfe« find« wir »iel« «oha»»«dantsche Famllim und merkwürdigerweise auch viel« jüdisch«. Meine Aufmerksamkeit wurde dadurch erregt, tmß «tr dt« krrmmm Rasm und überhaupt die Phyflognomim auffiel«», die dm« auf altügyptischm Dmkmäle« »ud jme» tu Houudüdttch (de» Londoner Trödelmärkte) gleichen. Dt« In!»« hier Hab« jedoch et« gelblich« Haut, wAche jmer der Thtisese» nahe konoet, aber sonst ist da» »«ficht echt jüdisch, von bei» gemein« Volke werdm sie vielfach mit dm Mohamedaner« verwechselt. Manche führ« eigmchümliche Ramm, z. B. Stank Iwan. J»i der Nähe de« Gelben Strome« und Groß» Banale« nur etwa 200 ^er 300 Mtle« v« hier, sind« »otr beträchlliche Niederlassung» diese« eigenthümltchm Volke«; ich erfahre, daß auch nach Süd« hi» de« Hanköu demletcku» vorhaudm ,«d daß fi« in eiuiam Ortschaft« t» vmtze Im# Talmud fink Irre ich nicht, so hat der bekannte Reisende Ney Slia», al» er auf de« Weg« «ach dem Gelb« dnac-m. rim Mricc. besucht. . «i ist Thatsnch,. daß über g«, Asten Gemetnd« armer Judm verbnitet find, welch« sich tfßfjktüjfm GDrtinchm aubequemm, «xenchmal auch, wetkn'skr «"nicht ümßeht» können, der porwaftntd« Religion, doch ist diese« letztere nur scheinbar. Sie Hab« alxt dabet keine Scrupel und füg« sich Man quält, mißha rdelt und bedrückt fie, aber trotzdem 'grvinytst sie au verbrettuag und zeig« mehr oder weujaer offm yre Nationalität." Der Correspondmt de« Tschin nang'er »Courier" zieht die »velormm 1p Stämme" herbei, um di« v-rrstrenung der . «den üxrLfim zu erklär«; diese unglücklichst Ststmme Hab« viel aidtzustehm, Oberst Mose« in Rewyork esstürtr sie z. B. vor mm etwa 30 Jahr« für die Stmstmoäker der Indianer. Betreff der Judm Nordafien« beinerft der Correspondmt: »Rußlatd herrscht über fi« nüt eiserner Ruth«, und doch find sie gleidfia« Mark und Sehn« derimtzm Aafiedelungm, welch« am besten gedeih« Sie' verhandeln Fifchängeln und Mefier an bet Büsde von Saabaltu apym GtckVttiWmfelle und Thran; sie yrabm im hohm Nord« an den Ufern der Lemi nach Mammtthzähnen. sie vertreib« in dm Ortsclmstm am Obi Waarm. die von der Rowgoroder Mess« komnu« und erhalt« dafür Gold, da« au» dm kaiserlichm Srubm durch Schmuggel In dm Verkehr gekommm ist. Bum überall in Sibirim trefft» wir dm Juden, und überall sucht et Geld zu verdienen, zeigt Ausdauer, Unternehmungsgeist, Geduld, Schorfsinn und lebt, hat also Eigmschatten, welche dm best« Bestrebung« zitr Ehre gereichen würdest. Mein Schlittm filmt förmlich übe: dm gefrorenen Schnee dahin. Der ÜAtscher fit ein Jude, iluf der nächst« Station im dicht« Wald« weichen die Pferde gewechselt; auch dort ist der Posthalter ei» semitischer Mann. Die Judm bildm in Sibirien eine Mthvsll« Claffe von vuterthanen, und gewiß hat die russisch« Reaierung einm Mißgriff gtthan, indem fi« all« Indiz dm Aufenthalt in ihr« HefenplLtzm am Groß«. Omgp. MM. klebrigen« begreif« wir nur schwer, weshalb «e Judm i» hartnäckig an einem L««d« kleben, wo sie von der Herrscherd« Claffe insgemein wir al« Hunde bezeichnet werden. — Wa« jme b» China anbelangt, so wäre e« von Erheblichkeit, gerau zu erfahren, wan» sie zuerst dorthin gekommm sind, euch unter welchen Verhältnissen sie sich angefiedeft Hab« In China ist man gegm dt« verschieden« Religion« stet« sehi: duldsam gewes«" Eine heitere «ahlepisode. Bei der jüngst stattgehabtm Reprüsentautenwahl der hie« figm i«raelttlschm Gemeind«, berichtet dir »Hamburg«: Reform", stand« sich zwei Partei« gegenüber, »io Jtartd der äußersten Rechten, der »UnversöjmWftÄ«"' «eh dtejmige de, liberaler Gesinnten, all« Schattiruugm. zu welch«» auch di« Mitglieder Ire« Tempelverbande» zählen und weist« auch di« Majorität erlangte. Am Wahltage fehlte e« selbst an einer heitern Epilod« nicht. Die Agitatoren der rrstgmaautm Partei erinnert« sich noch in der zwölften Stund«, taß ei« ältere« Sewei noegllrd, welch«« in einer vom Dohllotul ziemlich entfernt« Gegend der Stadt wohnt, feine Stimm: »och nicht abgegeb« Hab«. Schnell wurde dt« «ährmd de« Tageü oft benutzte Droschke noch einmal tu Bewegung gesetzt» »ud wirsich gelang «», dm saumseligen Wähler zu nobllifirm. Bau« aber hatte derselbe da« Wabüocal betretm, il« er auch schon Mim» macht«, wieder umzntehrea. »Wa« soll da« heißmk" douiurl» «an ihm mtgeg«. »Ich habe »ich «bm besouu'n," lautete dt« Antwort, »daß ich nicht »uthtm tzauu. well ich mit «einem Gemeindedettrag mm vorig« Jahr« noch tm Rückstand« ht,!" Auf dt« Froa« der verdutzt«, Wohlmänner, wer»» er unter solch« Umstänbm «beriftmpt milaefahrm se , erwiderte der Alt« etwa« spättisch, er habe scheu seit lemger Zeit gerne etumal i, chzerDruWe Sähe« «all«, habe bt«la,g ober da« nölhtge Bietngelb nicht beq» gehabt. Sprach'« »ed empfahl sich.