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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 5. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 5.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Botin er denselben nt in Bezug auf da« Bater lanb Palästina gelten läßt, im Uedrigen aber at« contradicüo in eutyecio dqeichnet, einen «ngesähr sieben Selten lange» Srttfel oo» Prof. Giuseppe Levi an» Bercelli fast wärt Uch — nicht )u citirea, sondern abzusch reibe». Man möchte ^tri*», daß e* selbst den geschicktesten Journalisten schwer e» müßte, den Sinn eine« längeren, gut geschriebenen Aufsätze« durch geringfügige Aenderuugen in'« gerade G.gen- Iheil zu verkehren. Der Abgeordnete Pa-qualigo hat diese Schwierigkeiten, wenn auch nicht mit besonderem Erfolg, so doch mit einem gewissen nicht zu verkenitenden Geschick und ganz exquisiter Rücksichtslosigkeit überwunden. Prof. Levi hat mit hösticher Ironie in der ^8tampa cki Venezia“ und „Educatore* dem geehrten Abgeordneten seine öffentliche Anerkennung und den verbindlichsten Dank für die seiner Arbeit zu Theil gewordene ganz besondere Beachtung und Berwerthung ausgesprochen. Ein zweite« interessante« Moment in der unerquicklichen literarischen Fehde über da« Thema de« jüdischen Patrioti-mn« bietet der vor einigen Wochen tm „Diritto di ltoina“, der dem Adg, ordneten PaSqualigo zur Ablagerung feiner Ansichten dient, erschienene pseudonyme Brief Lambery'S. (Vgl. Wochenschrift Rr. SS) Herr PaSqualigo hatte entschicdeue« Ungtück mit seinen Argumenten, und es besteht der gerechte Zw.tfel, welche von beiden Verlegenheiten ihm unangenehmer gewesen sein wag. die Entdeckung de« eigentlichen Autor« eine» seiner Artikel in der Person de« Pros. Levi oder die Entlarvung de« Pseudo-Vamdery. Giroßdritau«te». Lraten. Am S. Januar hat die feierliche Einweihung und Eröffnung de« Aria College in Portsea (PorlSmnth) dnrch denEhief-Rabbi Dr. Adler unter Assistenz mehrerer anderer Rabbiner, der StistungSoerwalter u. s. w , sowie andererseits im Beisein de« Admiral Sir Leopold M'Elintock und städtischer RotabllUäien stallgesunden. Wie bekaitnt, ist die Anstatt von dem sei. Servis Aria gestiftet und reich dotirl, e» sollen in ihr jüdische tzieistliche nach streng orthodoxen Priitzipien au«gebildet werken, in dent Hause der Anstalt wohne» n. f. w. Leider ist nur nach de« Erblasser« Wille der Sitz de« Institut« recht ungeeignet, und sollen zunächst nur junge Leute au» Hampshire zugelaffen werden.. So hat sie denn auch vorerst nur vier Schüler, darunter doch schon ein Richt-Hampshirer. Da« Gebäude muß nach der Beschreibung einen gar lieblichen Ansenthalt gewähren. Die Einrichtung entspricht nicht im Miltdeftett der Borschift Aboth 6, 4 — nun, wenn nur geleru:: wird. Nach der mit dem Abendgebete verbundenen Einweihung, bei der Dr. Adler die Rede hielt, folgte ein Bankett; au« der langen Reihe der Toaste heben wir den de« genannten Admiral» auf die jüdische clergy hervor, in dem er bemerkte, daß er sich zunt erstenmale in Gesellschaft eine« i«raelittschen Geistlichen befinde und allerlei Schmeichelhafte« und Anerkennende» hinzusetzte. Den Toast beantwortete Dr. Herrn. Adler mit recht hübscher Parallele zwischen einem rechten Geiftlicheu und einem wackeren Eapitain und Schiff«führer. sowie mit zeitgemäßen Anspielungen auf Prof. Max Müller und ähnliche Tage«themata in England. 'graten. Der oon tut* mitgetheilte Beschluß, die Zulassung von Abgeordnete« der Berckeley-Street-Synagoge zu den Board of Deputie« hat zu weiteren Bepathungen über die dadurch »öthig gewordem!» oder sonst beantragten Senderungen i» de« Grundstatut de» Board geführt, deren Detail« jedoch »o» keiner principieüea Bedeneung zu sein scheinen. — Der Board of Deputie« hat auf Anregung de» Sir Mose« Montesiore eine «lückwunschadreffe a» den Kaiser von Rußland a»« Anlaß der bevorstei«enden «ermählnng der kaiserllchen Prinzeffi», Großfürstin Marie, mtt dem Herzog m n Edinbnrg gerichtet. Der Kaiser hat durch Bermittelung der russischen Gesandtschaft in London »ne huldvolle Antwort ertheitt, in der et sowohl feine persönliche Sympathie für Sir Mose«, wie fejnj^jlftnfHgi» Gefintungen gegen deffm Glaubensgenossen - Tie/en^H^üdisch» Blätter fcttifttmM «4 fortwährend mit oem Rev. Eharle« Loysey, dessen „Theirmu»" und dessen Berhältniß zum Judenthum. Jetzt tritt noch ein anderer christlicher Geistlicher, Professor Rewman »mit einer bemertenSiverth, n Aeußerung hervor. Er schreibt, daß er schon im Jahre 1808 öffentlich behauptet habe, die Shriften verdankten fast Alle«, wa» in ihrer Religon gut sei, den Juden, sie Hütten nur n.anche verderbliche Fabeln hinzugefügt. „Wenn wir daher jetzt eine geistige Bereinigung suchen, so sollten wir dem Juden nicht dadurch die Thür verschließen, oder von seinem Stolz,: eine Loncession verlangen, indem wir diese Bereinigung christlich nennen, wir sollten sie vielmehr hebräisch nennen." Birmingham. Kürzlich wurde ein hiesiger J«raelite vom Geschwornend enste in einem Eriminalfalle darum befreit, weil er sich daraus berief, daß er al« Lohen nicht ans einen Kirchhof gehen dsirfe. (2« muß wohl ergänzt werden, daß die Geschworenen auf einem Kirchhofe einen Augenschein abnehnicn sollten.) Newhorl Wie „Jew. World" per Telegramm erfährt, ist Dr. Fred, de Sola Mendez al» Rabbiner — vermuthlich bei der „44 Str. Syn", wo er am Sabb. Ehamtcka eine Predigt gehalten hat — angestellt worden. Derselbe ist Engländer von Geburt, war einige Jahre Schüler de«Bre«laner Seminar«, und dann knrze Zeit Secretär der „Society of Hebr. Literat." in London. — Ein anderer junger Theologe, der von sich reden macht, ist Dr. Felix Adler, Sohn de« Dr. Sam. A. in New- Aork, und einer der Schüler der Berliner Hochschule. Er hat in dem Tempel Emanuel, wo sein Vater und Dr. Gottheil wirken, eine Predigt gehalten, welche der de:: entschiedenen Reform huldigenden Gemeinde denn doch zu stark war. Dr. Gottheil protestirte, der Borstand entschuldigte sich, er habe dem jungen Manne die Kanzel au« Rücksicht auf den Vater eitgerönmt, und um zu sehen, ob er einmal diesem al« Adjunct gegeben werden könne, hätte er aber geahnt u. s. w. Schließlich hat denn auch der Bater den Sohn deSavouirt, und dieser „lectürt" jetzt über „Brahma" und andere neutrale Dinge. — Diese im „I W." erzählte Geschichte lehrt also, daß die von Dr. Geiger'» Stamm fallenden Aepfel selbst in Amerika sauer befunden werden. — „Jeiv. Weff." meldet, daß ein große» Phänomen i« Anzuge ist. E« kommt ein Mann, der alle Juden Rewyork» bekehren will, Jung und Alt, Mann und Weid, vom Straßenjungen bi« zum Rabbiner, und zwar, zur Abwechselung, zum — Katholizismus. Der Gewaltige nennt sich Emanuel Mose« Schlauovitz, ist wie männiglich nun schon erräth, seine» Gewerbe« eigentlich „Pollack" und natürlich großer Rabbi gewesen, daun in England evangelisch getauft, und zuletzt (oder auch vielleicht noch nicht zuletzt) in Irland katholisch geworden. — Die im vorigen Blatte enthaltene Schildiruug de« Jom Kippur in Vueno»-Ayre« *) erinnert nn« an eine ähnliche au« Deaisou in Texas, welche vor einigen Blochen im Eiuciunatier „J«raelite" zu lesen war. „Wir haben hier die« Jahr den Bersöhnung«tag an der fernen Grenze begangen, hieß e» da, und sicherlich seid ihr in euren Tempeln, mit euren Orgeln, mit euren Predigern nicht andächtiger und feierlicher gestimmt gewesen, al» wir in unserm Fachwerlhause, worin statt allen Schmucke« nur ein paar Bänke und ein für den Bordeter improoifiner Tisch zu finden nwren._ Wir besaßen alle zusammen nur ein Machsor, welche« sich ln der Hand de« S Hasan befand. Im nächsten Jahre hoffen wir für die Feiettage schon besser eingerichtet zu sein." •) 2k| MM k*tt K« m* UfliM Gesaftet, ist sicherlich er. Jetzt« tat «MMtM« J«r. Der 1. Cent« in «. A. entspricht «st»» 1. Upril, e« stU »ntzt 7 lltzr tzchtz» ««wtasstn ift t»««.Bl. n«er der LÜsz»tztnn,> tz« VersanuneUGenttstnenKnttonnlHItni „ein 3tnUai«* — otz« ntat de» Kerfnsste M Sertcht«.

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