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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 5. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 5.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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34 Me »forderliche Zeit, und dam», um da« Lind de!« «ahren Name« zu nenuen» find sie bei aller Jutelligenz, «nd diese ifi doch nur spUllch gesäet, zne Aitu» Mt hinreichend fachmännisch geblldH, und wenn fie zum HrWprchhe^ Mtrathen, die Eignung beD-en, so dürfen fie sich Nöch Imnter Dicht die Leitung vindiciren. Sie sehen nun, wie da« Gedeihen unserer Schulen mit de« flplttodl« »usem»enhängt; hohen die Gemeinden ttzchiige Rabbiner, so muß e« auch auf dem Gebiete der Schule bester werde«. Die Errichtung einer Rabbiner-Bildungsanstalt ist daher schon im Interesse der Jugend dringend geboten, und schon von diesem Gefichldpunkle ausgehend, erscheint sie als unabweisbare Nothweadigkeit. Die Frage steht aber anch noch ander«: man muß die Rabbinerschule nicht lediglich al« die Anstalt zur Au«btldnng von Rab» bin.» betrachte«; fie soll da» auch sein, aber im eigentlichen Etnire soll dadurch eine Pflanzstätte für die jüd. Wissenschaft geschaffen werden. I« Ungarn wird »och Talmud gelernt, »nd »tele Väter wünschen noch ihre Söhne auch in der süd. Wiffeaschast tüchtig heranzubilden, fie wünschen e« nicht, daß fie einen Erwerb daran« machen, die alte jüd. Pietät für da« Lerne« der Thora ist die Triebfeder. In eine Jeschibah die Sühne zu schicke», widerstrebt ihnen, da sie auch die Roth- «endigkeit der modernen Bildung erkannt haben, welche in den Jeschiboth noch immer al« profan gilt, einer Rabbtnerschnle aber, wo jüb. und zeitgemäße Bildung gleichmäßige Pflege findet, würde» fie «U Freuden ihre Söhne anvertraue«. Da« spricht anch für die Roth wendigkeil dieser Anstalt, vachnri» wie ehedem «olle» die Väter sich nicht erziehe«, bei der Heranwachsenden Jugend ist dieser Name auch sehr unpopulär, aber Schüler einer »ach den Gesehen der Pädagogik errichtete» Anstalt werden viele Jünglinge gerne »erden. Ich selbst kenne viele Väter, welche chre Medici«, Juritprudenz oder Technik stuMrende» Söhne nebenbei »och in der jüd. Wissenschaft anäbtlde« kaffe» möchten, wenn fie Gelegenheit daz» hätte», und diese Gelegenheit wird da« Rabbinerseminar biete». Freilich muß darauf Rücksicht genommen werden, und die »nlere Abtheilnng wird so etazurichlen sei«, daß die Zöglinge neben de« biblisch-talmudtsche» Fächer» von de» weltliche» so viel lernen, um da« Zeugntß der Reife für eine üniverfität erhalte« zu können. Ebenso muß auch die obere Abtheilnng. welche die eigentliche Fachschule bilde» soll, solche Hörer berücksichtigen, die die Theologie nicht zu lhrem Fache gewählt haben. Wir find Überzeugt, daß, wen« diese Einrichtung getroffen wird, die Frequenz namentlich in der unteren »dtheilnng sich immer steigern wird, da dann die Shmaaflalj»geud, unbeschadet ihre« sonstige» Berufe», geeignete Gelegenheit zn» Lerne, der jüd. Wissenschaft hätte. Dieser Umstand «acht eine Anstalt für die jüd. Wiffenschast besonder« wichtig, aber gezögert darf mit deren Errichtung nicht »erde»; jetzt find »och Biele von der Rothwendigkeil, daß da« jüd. Wißen Gemeingut de« ganze« Volke« sein «äffe, dnrchdrnnge», entsteht aber nicht in Bälde eine Bildnngästätte dafür, so wird diese« Bewußtsein immermehr schwinden, n« der in anderen Länder» vorgefaßten Meinung, e« sei »nr für de« Fachmann, für de» Rabbiner bestimmt, Platz zn mache». Rach unserer Meinung muß bet Errichtung der Rabbinerschule «den der praktische» Seite noch mehr die theores tUche, die Pflege unsere« Schrijtthum« al« maßgchender Factor in den Vordergrund trete«, ei« PäpäM^ng von einer halben Million Außen soll dach wahrlich Mt einer solch hochwichtiaen VOaE entbehren, fitz sei da» ZWtz au« welche« die Hora «p«gcheD sch. All, Ländedqjtzen nicht mit et- «em Maßstabe gemessen werden; dienen die Rabbinerschule» in anderen Ländern blo« der Sn«bildnng von Rahbinen. so wird diese» JnßisAt in Uetga«, « »och, wie ich alte- Zelt, Talmudjünger nach Hunderten zählend zu de» Füßen ihrer Lehrer fitzen, einen au«gedehateren Wirkungskreis haben, e« wird ein Sammelplatz werde« für Alle, die Gotte« Wort suchen. Möge« die maßgebenden Männer die hier kurz entwickelten Principien bet Gründung der neuen Anstalt in Erwägung ziehen, chre praktische Durchjührnng würde da« Emporblühen der Anstalt gewiß befördern, mögen fie die kurz hingeworfenen Gedanken eine« Glaubensbruder« und Lrndömanne» wohlwollend aufnehmen. Ich gebe «ich auch der Hoffnung hin, daß Sie, geehrter Herr Redakteur, Ihre Bemerkungen gegen die zu gründende Rabdiner-Vitdungöanstalt »ach diesen Darlegungen zurücknehmeu «erden. (Ohne ans die Frage, ob man, der Zeit »ach, der Elementar- oder der Radbinerschule den Vorzug etnräumen solle, »och einmal zn» rückzukommen, erkennen wir die Richtigkeit der von Herr» De. Grün vorgetragenen Erwäguagen vollständig au »nd würden Gott danken, wen« die i« zweite« Theile de« vorstehende» geschildenen verhältniffe eorrect, d. h. nicht i» zu rosigem Lichte dargeftellt sei» sollte«. Da« würde für di« Zukunft viel, sehr viel Gute« verheiße». Daß e« auch für dir deutschen Jude» ein Glück wäre, wen» wir wieder »schöne Baale-Battim" erhielte«, wenn da« Seminar zn vre«lau — e« war damal« noch kein andere« vorhanden — auch von solche» besucht würde, die «icht Rabbi »er »erde» wollen, haben wir schon vor vielen Jahren ausgesprochen. Red.) Berichte rmtz Lowrjpraßenzei». Domüschlmmch. R«gdeßnrg, 88. Januar. Die Erklärung de« Cultntz« Minister« in der Sitzung vom 80. d. Mt«., daß e« schon seit 1847 Praxi« de« großen Stadtgericht« in Berlin gewesen, daß Ehen zwischen Jnve» und der Landeskirche nicht angehörende« Christen vollkommen znläsfige sei, und daß «s Grund dieser «uffaffnng in Berlin Hunderte von sotchen'Ctvilehm zwischen Juden »nd Christen geschloffen «erden, hat hier überrascht. Die Praxi» bet» hiesige» Gerichte mar t» dieser Beziehung eine erschwerende; freilich haben »tr Gerlach hier, vor einigen Wochen wurden hier gleichzeitig zwei Paare jüdisch-religiö« gettaut, von denen der vräntigam rlnersett«, und die vrant andrersett» in aller Kor» vorher zu« Juventhum übergelreten waren. Am» de« z» Jehresanfang veröffenttichten amtliche» Geburt«- »ad Sterbeliste» resnitirt, daß (außer de» Dombeztry die israelitische Gemeinde die einzige war, bei weicher 1« vorige« Jahre, der Choleraepchemie »»geachtet, die Zahl der Gednnen die der Verstorbene« «» 14 übersteigt. R. Frankfurt «■ Main, 80. Januar. (vr.Corr.) Der glänzende Sieg der Demokratie bei der Stichwahl znmRelchtz» rag zwischen Laster «nd Sanneman» ist an« der Tegispeeff« wohl dekmustr »ich« dvannt Iß e« abe^ daß auch die vrcheboxte, m item Hanpw insteritt, an di« Schsachtrette eßl- «j »ettckr iß M ißx teeMö^H^Z nzittzt hat, * »»Wieter Mt errhahost» *

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