Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 5.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 6. -1874.; IsklSslitisHst 5. Jahrgang. Wschen-Schrift fftr die religiösen und soeialm Interessen des Indeuthnms. OMotL >—>><, ll^m. fnW tad. ,11k. WMartl.11» /, «fr. »«-rtrt- Mti. m *1 v-ee«---* m. NAchh,»kl»»i»». Tina* Aatrakaaf: ta OmdkUnk 10 kürt, m4 0**crr«i4 4 (, a. ■c«al>d4 14 «et*, a. Bawrtfa **/, M. Mri. airlaaawcaak«. B«r«M»»rMcher Sbbelinir unk HrrauSged» Rabbiner vr. X SrmafeU in Siettin. Werben «tt % 6fr. fflr bße ssbret-esP-ltene MetttzeUe »der beren Man» berechnet. 9ri MteberhOtnuHen Rabatt. — Ste bt» Sarntaß trbtz bet ber «fPebtttan tn «ngbebnr, ein. - Hl» - trefienben staben tn ber nstchAen Rmanser Lnfnahnse. llllMIlia k«t 34t. ■ *4«s,4«»ft la lUfktkurf Magdeburg, 29. Jenrnai . «St km Bn4k«akd: N»k«rt «tU|« tn8rf»|»4. Inhalt. PettenUe Artkkekr Li« »abbinerfchule in Prst. — Bericht« ««» Deutschland: «ogbrturg Frankfurt a. «. «u« »««lrndurg.echwrriu. Fürth. Heidetberg. — Oesterreich: Wim. Wien. — Italien: No«. — »roßdritan. »teu: Land«,. London, Birmingham. — Amerika: Nrwoork — vermischte ««» nenefk» N«chrichte«: Berlin. Main». Leipzig. Pas»««». Dirschau. Hawburg. Hamburg. Pest, »u« der Schweiz. Pari«. Bukarest. Jerusalem. Turin. — BcwtlUi«« r Di« Juden » Ostastm. Mat heitere!Sahlepi1«d«. — Inserate. Di- «abbim-rfchnli» V-st. von Robb. vr. Nathan Srün in Prag. Di« Nachricht über die isr. Schulzuiiänd« im Raaber Aomitat«, »oelch« die «Wochenschrift" (Rr. 1) brachte, sowie di« daran geknüpfte Bemerkung, daß et bei so bewandten Umständen doch wohl gerachener sein möchte, erst für den Elementar-Unterricht }u sorgen, eh« man groß« Summen auf Errichtung eine» Rabbinerseminar» verwende, veranlassen mich, diese Frage«», welch« allerdings mit einander in Zusammenhang steh«»», hier zu beleuchte». Di« Schulzuständ« im Raaber Lomitat sind wirklich sehr betrübend, doppelt traurig, da R>»ab gewissermaßen zu den vorzüglichere» Genieinden tu Ungarn gehört, in der früheren Zeit eine sehr g rte Schule hatte, und dem Schulwesen große Nufmerksamkeit ziuvandte. Di« Lhassidim (wie Sie vcrmutheten) haben auch nicht am Verfalle de« Unterricht-wesens Schuld, denn solch« gibt e« in der ganze« Legend nicht, diese haben ihren Wohnsitz nur in den an Galizien anqränzenden Gemeinden, sie gedeihen am besten Inder weinrrichen Gegend des Hegyyalyarr Gebiets, daselbst ist da« Ehederwei'eu in vollster Vlüthe. Daß es aber mit Raab so weit abwärts gegangeu, da« llegt thell» an dem Parteigezänke, theil« ist e« eine« ganz eigenthümitchen und allgemeinen Grund« zuzuschreibrn. Es hat sich Hierzuland« seit einer Reihe von Jahre« die Ansicht herausgebildet, daß der Rabbiner «in Luxusartikel sei; wird einmal «in Rabbinatssitz erledigt, so verschiebt die Gemeind« die vesetsung der Stelle ad Valencia» graecas; dt« Herren Vorsteher sind dann die einzige» Leiter der Gemeind«, und dieselbe ».»acht dergestalt riesige Arebsschritte. Es liegt auch in der Rattir der Sache, daß der Vorsteher nicht im»tr allen Anforderungen einer jüd. Gemeind« gewachsen sein kan»; die drei Grundsäulen? Thora, Aboda und Gemiluth Ghnsadim, worauf eine jiid. Gemetnde sich auferbauen soll, «fordern-«inen ganze» Man«, der die Pfleg« des Judenthum» sich zu seine« Lebenitberufe grinacht hat. Di« vorgefaßte MchptNg voudtr Sutbehrltchkett eine« Rabbiner« hat sonst blilheud« 'Aenttinden tu ein Lohn wäbohu »ernnmdelt. So I muß «S auch in Raab ge»veseu sei«; dort ist der Rabbinatssitz schon seit uielen Jahren erledigt, Soncurse zur Besetzung wurden schon wiederhol ausgeschrieben, Probepredizten in Masse angehört, man deliberirt, verhandelt, bleibt aber doch ohne Rabbi,»ei. So geht es auch in einer anderen Gemeinde, die ich hier nicht nenneu mag; sie zählte zu den intelligentesten in Ungarn, es herrschte dort geistige Rührigkeit, fast allgemein gab sich ein wissenschaftliches Streben kund, die Schule, schon vor 28 Jahren errichtet, war eine wahre Mustiranstalt, der Leiter derselbe« versah gewöhnlich das Prrdigtamt, Synagoge und Schule «raren in schönster Harmonie. Dadurch aber, daß der Vorsteher gegen die eigentliche Anstellung eine» Rabbiners eine Aversion hatte und das Rabbinat lielrer „verwesen" ließ, betrachteten die in der Gemeind« ongeftrlltcn Prediger und Schuldirektoren ihre Stelle stets nur als eine Vorstufe zu einer anderen Stelle, verließen chren Pusten, sobald sich eine solche darbot, und witder ging'- von Reuem an. Gegenwärtig ist in der Gemeinde vollständig tabula rasa, und e» ging und geht jetzt noch schneller abwärts; in der Synagoge wird da- GolteSwort nicht vernommen, der vor einige», Jahre» eingeführt« Shoralgesang hat sich schon abgenutzt, die Sämle hat ihren alten Glanz verloren, da« hebräisch« Wisse», welches früher so sorgfältig gepflegt wurde, erscheint jetzt als nutzloser Ballast, der den» Gedechen der anderen Lehrgegenstände, z. B. auch dem Tur»»«u, Abbruch thut, die wenige» SZersonen, welche mit Wehmuth den verfall de« jüd. Lebeni , Gemeinde und Schule sehen, und nlles zur Einlenkutig in bessere Bahnen veranlassen wollen, wert«»» überstinimt, so ift. die Gemeind« wie ein« Heerd« ohne Hirten. Ich könnte nuch manche Gemeind« als Illustration «»führen, glaub« aber hinreichend den Gegenstand beleuchtet zu haben. Da« E«;entheil ergibt sich aus dem Beispiel« von Genieinden wie Neustadtl, Beszprim, Szegedin, Arad» ltecskemet u. a. O. Dort sind blühend« Schule», di« Rabbiner, als tüchtige Schiemänner, wenden viele Aufmerkjaiakeir der Jngead zu; Geneindemitglieder, st« mögen noch so intelligent sein, könne» der Gemeind« und Schule nicht di« ubthige Aufmerksamkeit ßhenken, vor Alle« fehlt ihnen als Geschäftsleute»