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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 4. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 4.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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26 Ufo der liberale Protestantismus, etwa Mf $toftfthit* teuvereia? DaS vermag eia so unbestimmtes, verschwommene« Programm gegen d«S LltramaataaiSmnS «ferne Lonse-uenz? Der ProtestanMverSi» mit ja Hede» Htkamtnitz -«währ«, «ad jeder Ansik ihr Recht laffM ->» hümik ist RqM zufrüde» — er will nur kein tfclusiv austrrtStideS Bektttirtitiß gelten laste». Rom hat ih» aber längst excludirt, erklärt ihn -itf trt äüg»»MMlch.m »4t - Ul aßtsMd >« Christenthum» stehend, und wirft ihn so zu den übrige» „8otteSläugneru*; ei« »e»eS Element der Oppifition gegen die ultramoutaue» Ansprüche ist damit nicht gegeben. Sehe» wir u»n weiter nach, warum sich wohl innerhalb d«S katholischen Volk», besonder» in Deutschland, keine stärker«, wirkung-reiche Opposition gegen da» neue Dogma gezeigt hat. Daß e» von dem allergrößte« Thelle der denkende», verständigen Katholiken mit Widerwillen entgegengeuommen worden, daß e» von dem größte» Thtkle der Bischöfe Deutschland», den civllifirtea Länder» überhaupt, auf dem Toncil bekämpft worden ist. ist ja bekannt genug. Die Bischöfe habe» sich unterworfen. Wir haben sie al» Menschen hier nicht zu richte«; al» Bischöfe habe« sie correct gehandelt; sie find überstimmt worden, sie fügen sich der Majorität. Aber man darf, man kann in Sachen de» Glauben», der innersten Ueberzeugnng sich nicht nach Majoritäten richten? Ja, da» sagen wir; die katholische Kirche aber hat Glaubenssatzungen, welche festgestellt, vorgeschriebe«, angenommen werd«« müssen. Ran hat daher auf katholischer Sette und vom katholischen Standpunkt au» weiter nicht» entgegengehalte», al» daß da» Eoncll nicht gesetzmäßig gehandelt Hab«, da» Dogma nicht legäl beschloffen sei. Auf diesen überaus schmalen Bode» hat sich der LltkatholiziSmu« gestellt. Bretter würde der erst werde», wenn man entweder einen Segenpapst wählen oder entschicde» mit der ganzen Idee de» Papstthum» brechen würde. Da» Erster« würde schier lächerlich werden, da» Zwette würde viel weiter link« führen, al» die Leiter de» AltkatholiziSmu» gehen wolle«. Ist e» nun nicht natürlich, daß sich auf jene» schmalen Boden nnr sehr Wenige stellen wollen und können? Wepn nicht der Staat den Altkatholizirmur kräftig unterstützte, wenn dieser in seine« Widerstreit gegen Rom sich selbst überlaffen würde, so wäre seine Opposition noch unter Rull. Demnach müffen wir, unbefangen und unparteiisch in unserer Anschauung der Eretgniffe, erklären, daß die katholisch« Kirche auf ihrem Gebiete den Sieg davon trägt. Wo» liegt ihr an der Handvoll Altkatholiken? Die ungeheure Menge nimmt da» neue Dogma und die neue Verfassung ruhig hin; die Bolttmaffe ist von Kindhrtt au gewohnt zn glauben, wa» der Priester sagt. E» ist natürlich, daß sie de» Papst mehr Glauben schenkt, al» etwa Döllingrr, von dem zwar die Gelehrten sagen, daß er ei» großer Gelehrter sei und mehr wifle, al« der Papst und seine Sardinäle zulammen, aber »a« weiß da» Volk von Döllingrr'» hochgelehrten Büchen»? Und die Gebildete« unter de» Katholikene Gtü Shell Pickt zu de« ganzen Glaubensstreite die Achsel, verhält sich skeptisch oder ablehnend, will sich nicht di« Müh« gebe», Stellung zu nehmen; ein anderer, großer Shell ist au» politische» oder nationalen Gründe, fanattsch ultrnmonton; Mn dritter beklagt di« neue Wendung, ftellt sich auch o>f di« «Mt, der Smatire-terung, »m-älr sich nt« in dm» kekigl^fei, «trett passiv; den Kllntn Rest bilde» die $B» katholiken. va» nun der Staat dem UlteuitMillWun» gegenüber tM iivd «Wer Mu« «Md, <§, «ie, mstllff« er ih« bezwingM Gird, dar such »iedGhote« ch fttffcf nicht hierher. llstäN ioird reUiieül« Äschöse einsperren, M Lande» verweisen, Kirchen schließen u. s. w.; um» weiter daran» »verdea nrag, »»» kllülttten M» yttr, »» «*f mW, pGMfire» «Sch prchshezeißen, nicht — genug, durch Gründe, durch Prinzipien, dürch geistige Dinge kann der Staat weder kämpfen, »och siege», sowenig grgen Rom, wie gegen ein« Armee «der «ine Flott«. Er benutzt sein« Macht. Da» früher gepriesene Prinzip der freie« Kirche im freien Staate, der absolute» Trennung der Kirche vom Staate ist anfgegeben worden, den« damtt hättt der Staat auf seinen Appell an seine Macht verzichtet. — E» ist wirklich komisch, zu sehe«, wie manche Liberale, die sich gedrungen fühlen, di, Regierung in ihrem Kampfe zn stütze«, nicht well sie diese lieben, sondern well sie Rom Haffe», sich winden, um die PreiSgebung jene» Prinzip» zu längne» oder z» beschönigen.*) Da» Resultat, welche« sich au» de« bisherige« Erörterungen ergirbt, ist folgende«: der Uitramontani»«n» kann »eder au» seiner eigene» Ritt« heran», von seine« eigenen Boden au», noch von dem de» Protestantismus, oder von de» de» historischen Ehristenthum» überhaupt zerstört und da» Volk au» dessen Banden erlöst werden. Wir gedenke» de» talmudischen Sprüchworte»: »Der Gefangene befreit sich nicht selbst au» dem Gefängntß* — Mit dem Resultat der theore« tischen Erwägung stimmt die Thatsache, der Ausfall der Wahlen, überein; die katholisch« Bevölkerung Deutschland« fteht in ihrer Überwältigenden Mrhrhett fest zu ihrem Eteru», folgt ohne Widerrede so seine« Lehren wie seiner Führung. Bo» diese« Gedanken waren »vir in der Einlettung zu diese» Artikeln au»gegangen, den ersten schrieben wir vor, diesen «tch den Wahlen; ja, Deutschland» Volk ist „in zwei Feldhaufe« geschieden*, wie wir dort ctttrt haben; die Römisch-Katholischen stehen den Lnder«-tfi»»ten so schroff gegenüber, wie nur je srtt dem Westfälischen Frieden, und die Aussicht t» die Zukunft ist nur darum nicht so trübe, well dt« Erbitterung, der religiöse FanatiSmu», nm auf je»»«r eine» Sette vorhanden ist, «ährend di« Andern, ihre» Nebergewicht» sicher, ruhig bleiben und ohne Hitze de« AuSgaug entgegen sehe«. Aber der Gefangene hat ja einmal sich selbst befreit; warum ist e» Luther gelungen, «ine» großen Shell der damaligen Welt von Rom frei zu machen? Die Antwort lautet: weil die Reformatoren sich nicht (wie man ihnen «»dichtet) auf ihr Ich, ihr Meinen bernfe«, sonder« auf die Bibel gestützt haben. Ihr „Lo» von Rom* bedeutete nicht: felgt »n» und unsern subjektive» Ansichten, sondern: lo» von dem fälschlich zur Bibel Hiuzugethanen oder Erdichtete«. Di« Reformation wäre ja auch unmöglich gewesen, wen» nicht dit Bibel vorher wieder im Original gelesen und tu Uetersetzmdg de« Volk« zugänglich gemacht worden wäre. Und da» Wert der Reformation wäre «in Ganze» geworden, wen» sie auf V *) «a setzt« M« ^otMzetumgmMmUc, daß da» am« Echtz , Akts Mi mm ffUlk k Mt ttAk MgAa «kMi: MM MMfci ' u» Mi wMt WM mM Mi IIMmu Mm. dtesettMtt MmschmMtem die Mikchi hm. nichch M 9m% '

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