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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 4. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 4.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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V ■ . Isessttitschs AÄ Wochenschrift fkr die religiöse» und soetalea Jntereffen des Jndenthrims. .7 OMmtLI—1</, «•)«. Rntt tnd. ,|tt. SHnatatM.* *»• /,•*». tlntf. UM. M «Im teU-fniB. Su4Miklaat«i. . MrMt Üal-akaaß: tu SauMtnk 10 Mark, M4 Onarct, tm. «raakr-tch U «nt., m. tandt >‘/f M UM tduaunk«. i'tvoiii»*oli$n Rrdatleur unk {xraiitgciicr Rabbiner Dr. X Srtntxfri» in Stettin. — «■ittttt MTtn ntt » Egr. ft- Mf knipfMlMK AeUtt-U« tka kenn lUaun knecha«. Sri ■MtnMaaita Itakett. -tk W ChMh frtk kri kn fn* kirim ta ■afk.tmf ata« tntfcakni takta ta kn nicht«» tman Hnfaatau. kn g«r. W»ch«»lchrtlt ta fUfMfctrf. Magdebterg, 29. Janua r. Jii kca katfMM: Ratert Jfrt.ft ta Matt«. v Inhalt. Seite«»« «rtttdt dt* «ttck «uf b«n aroßm Sampf Ui Zeit, («chlt-ß.) IIL — »«richte ««» » »eutschlUnd: etetti«. L«fs»u. «rtelau. LLln. Hamburg. — Oesterreich: Prag. Xu« Ungarn. — Franlretch: Pari«. — »er- »Uchte ««» ««««st« gterchrichte«: rtattoni». Xheidt. Xu, «ecklentur^ Pest. T-rtn. Ltoerpool. - MeuiNetOMi «in I«, Kippur in DmoI Xpre«. — 3«f«,«te. fi» Bliet traf btn groß«« Stampf der Seit. III. (Schlich.) Der große Kamps unserer Tag« ist rin Kampf der Geister, großer, mächtiger, einander gegenüberstehender religiöser Prinzipien. So wird er allseitig ausgefaßt oder wenigsten» [- dqeichnet. Daß viel Politische», National,» und sonst der Religion Fremdartige« eingemischt wird, ist vollkommen : ’ - klar; wir haben aber am Schluffe de» vorigen Artikel» ge- >< sagt, daß un» hier jene» Fremdanige auch nicht interesfirt ", nud nicht irre machen darf. Welche Prinzipien, welche Elemente stehen also eigentlich einander gegenüber? Auf der ' einen Seite steht die römisch-katholische Kirche oder Hierarchie, der Ultramontani»mu», da» für unfehlbar erklärte Papstthum; und auf der andern? Da» ist nicht so leicht gesagt. Wir hören: K . der Staat, der moderne Staat, der ProtestantiSmu», der germanische Geist, der freie Seist, di« lZdeen der Neuzeit, die l: Wissenschaft und wohl noch andere» mehr; also viele, verschieden« und verschiedenartige, zum Lheil auch ziemlich unbestimmte Dinge. Und wen oder w«S liezeichnen die Ultramontane» selbst al« Gegner? BiSmaÄk, Iben Liberali»mu», de» f. AttzeiSmn«, die Freimaurer, den Antichrist, die Ketzer, die ^' Jude», die Nevolution, die Männer de« Umstürze« u. s. w. Personen und Dinge in fast bunter Mannigfaltigkeit, aber gewiß keine genügende Antwort auf unsere oben gestellte Frag«. W Wir «erden un» also der Mühe nicht überhebrn könne«, diese Ef- Antwort selbst zu suchen. gi ' >, De» allbekannten und historisch berechtigten Gegensatz ^, zu« Katholici»mu» blldet der Protestantismus. Man hätte stach wohl erwarten dürfen, daß letzterer den Kampf gegen die neu« Lehre und Verfassung der alte« Kirche aufnehmen, >-i, eine» neuen Aufschwung gewinnen werdt, daß da» Ungeheuer- Ly Itch, »nd Abstoßend« an dem neuen Dogma nicht nur den PrvtestanUr nu» an sich klüftigen, sondern chm auch zahlreich« Ptdftltzte» au» 'der katholische« Bevölkerung zuführen müsse- N» doch für die 'vielen KatholSe», di« der Unfehlbar-' ^.keitülchr» widerstrebten, so nahe, zu der vorhandenen,' organifirten, l>ie Arme «eit öffnende» evangelische» Kirche überzutreten und so in leichtester Weise, ohne neue Wege zu suchen, chren Protest gegen den chnen zugemutheten Glaubensartikel zu bethätigen! Von dem Allen ist aber gar nicht» geschehen. Und da» ist auch ganz erklärlich. Der Protestantismus erkenn! den Papst überhaupt nicht an» weitere Waffen zur Bekämpfung der prätendirte« Unfehlbarkeit desselben hat er aber nicht j» bieten. Um diese» Dogma, um den KatholizlSmu» überhaupt mit Bernunftgründen zu bekiimpfen, bedarf man gcr keiner.Hülfe von Seiten eine» andern Religionrsystem»; sticht man aber nach positivenGründen, so wird man sie nicht bei dem BrotestaatiSmu» suche» dürfen. Zunächst nicht bei dem orthodoxen. Wenn da« Unbegreifliche, die Menschwerdung Gotte» und di« Dreieinigkeit, Dogma ist, so kommt e» jr auf ei» Unbegreifliche» «nd Widernernünftige» mehr nicht an. Warum soll Gott nicht täglich in der Hand de» Priester» sich „wandeln*? Wen» ein!» Andern Werk v rn Sünden erlöse« kann, warum kömren die in Rom'« Gnadenschatz aufgespeichertrn Verdienste Anderer nicht dem Sünder zu Gute kommen? Warum soll die Gottesmutter nicht unbefleckt empfangen hoben und word:n sein, ist eine Ehre nicht der andern werth, ein» nicht grade so vernunftgemäß wie dat andere? Beruft sich der Lutherisch-Orthodoxe auf die Schrif Forschung, welche jene katholischen Lehren abweise, so beruf: sich Rom auf eine wenigsten» angeblich stetige Ueberlieseruag, welch« doch immerhin auf ebensoriel Autorität Anspruh machen darf, al» die Schriftau-legmig eine» Einzelnen; ganz so wie der Papst mit seinem EardinnlScollegium doch imn erhia eine weniger lächerlich« Roll« splelt, al» ein Dorfpastor oder auch ein Generalsuperintendent, bei: Papst spielen will. — Man vergeffe «in» nichL Die Punkt«, gegen welche Luther «inst so siegreich sein« Angriffe richte««: der plump«, schmus ige Ablaßhandel, die gräulich« Unsittlichkett de» Kleru» ». dgl., find von Rom längst beseitigt; den hentigrn Katholizismus zu bekämpfen oder zu gefährde«, ist die prote». ftantische Orthcdoxie durchaus nicht i« Stande. Ihre Waffe», gleichen verrostiten Schlüffelbüchse«, welch, zerspringen »nd zunächst de» »mvitzigen Schütze» dte .'hcurd verletzen.

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