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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 3. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 3.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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her ia Ihre» gesch. Blatte gewiß einer baldige« Antwott auf uufere Frage entgegensetzen. Rothschild, Lehrer. Die gern ertheilte Antwort auf dies« Frage geht einfach dahin, daß di« „Jüdische Bolk-zeituag* im letzten Quartal ». I. nur in einem Au-zug« au« den „Mitthellungen vom deutsch-iSrarlit. Gemeiudebunde" die Frage der Synagogen- Gemeinden-Berfaffung berührt hat. Auch in früheren Nummern der I. B. erinnern wir un« nicht eine selbstständige Besprechung jener Frage gelesen zu haben. Wir hatte» also gar keine Veranlassung. eine Ansicht oder Borschläge de« fragt. Blatte« zu beleuchten. Daß wir un» irren oder einen in der I. V. früher gebrachten Artikel vergessen haben, ist möglich; da wir sämmtlich« un« zugehende Tauschblätter aufzubewahren nicht im Stande find, so können wir auch nicht durch Rachschlagen älterer Nummern oder gar Jahrgänge unserm Gedächtniß zu Hilfe kommen. Um diese Bemerknag vor Mißdeutung zu schützen, wollen wir noch hinzufügea, daß wir e« Herrn Klingenstein durch au« nicht verübeln, wenn er, den preußischen Verhältnissen persönlich fern stehend, sich eine« Eingehen» auf die Berfassung«frage enthalten und dem von dem Su«schuffe deSGem-Bunde« Borgetragenen angeschlofsen hat. Red.*) Fürth, den 30. December. (Or.-Eorr.) Ein schwerer Berlust hat unsere Gemeinde betroffen; der Rabbiner Herr Dr. Löwi ist nicht mehr! Ja der Rächt de« 25. d Mt«, verließ seine edle Seele ihr« irdisch« Hülle; sanft und gottergeben wie sein Leben, war auch sei» Ende. Herr vr. Isaak Löwi war 1803 in AdelSdorf geboren, eine» kleinen Dorfe bei Bamberg, da« jedoch die Heimath oßer Rabbiner werde» sollte. Roch al« Naab« bezog er die malig« berühmte Jeschiba dahier, wo er zu den hervorragende» Schülern de« seligen Rabbi Wolf Hamburger gezählt wurde. Gleich vielen strebsamen Jünglingen seiner Zeit genügt« chm jedoch jüdische« Wissen allein nicht;' in schon vorgeschrittenem Alter bezog er noch da« Gymnasium in Bamberg, und daun die Universität in München. Rach Beendigung seiner Studien wurde er 1827 zum Rabbiner in Mkt. Uehtfeld, und schon nach weiteren 3 Jahren auf den ehrwürdigen Rabbinat«sitz hieher berufen. Hier verlebt« er in edelster Wirksamkeit für Gott und di« Menschheit 43 Jahre de« Streben« und Ringen«. Seine Richtung war eine freisinnige, «nd sein Charakter eia äußerst humaner. Er war ein Balcr der Armen und Bedrängten, half gerne, wo Hülfe nöthig war, und fragte dabei nicht lange nach Stand und Glauben«- dekenntniß. Darum gab sich auch bei seinem Hintritte die allgemriuste TheUuahm« kund, und da« Leichenbegängniß war «in imposante«, wie vielleicht selten. Sonntag, Nachmittag» 2 Uhr, begann der TrauergotteSdienst in der Hauptsynagoge, deren Räume so überfüllt waren, daß Tausenden der Emloß versagt werden mußte. Ein erhebender Gesang «röffnete die Feier, hierauf betrat Herr vr. Neubürger di« Kanzel. Diesen au» de« Rabbiaerseminar in Breslau hervorgegangenen junge» Theologen hatte der Verewigte, al« er vor 3 Jahren dem Amte nicht mehr allein «orstehen konnte, nach längerer Wahl zu seinem »djuncten erkoren, und nun war diesem die traurig« Aufgabe zugefallen, dem edlen Greise die letzte Ehr« zu erweisen. Er löste «brr auch dieselbe mit gewohnter Meisterschaft. In glänzender »nd fenriger Rede, mu tiefempfundene, und tiefergreifenden Worten hob er di« Berdienfte de« Heimgegangenen um di« Entwickelung und Hebnng de« Judeurhum« hervor. Sr erinnerte daran, daß Herr vr. Löwi nicht nur wie viele Anher« für di« äußer« Emaucipatio» der Juden gekämpft, sondern auch, «ad zwar al« der Erste in Bayern, die Rothwendigkeir einer inneren Emancipation betont, und den Juden dabnrch die Menschenwürde nach langer Erniedrigung zurück- «roben, sich selbst aber einen »usterbliche« Name» in der Geschichte errnuge» hat. *) «*» fe*» dies. 3V*«. ist UN, «Vife« Mt „za». .feOli* V|* nicht NW*«»» A L, «M Weiter schildert« der Redner doch herzgewinnende, innig» Wesen de» verlebten, welche« «rsahneud ans all« Weit, «üb sogar ruf seine Gegner wirkt« und den Geist religiöser Dnl, düng in hiesiger Stadt allgemein erzeugte und großzog. Dir Erfolg dieser Rede war ei» so überwältigender, daß kein Auge thränenleer blieb. Ein' würdiger Gelang schloß dann diesen Äheil der Feier. Hierauf setzte sich von der Synagoge au« ei» unübersehbarer Leichenzug, zusammengesetzt au» allen Schichten der Bevölkerung, in Bewegung, und gleichzeitig ertönten auf Anordnung de« Stadtmagiftrat« alle Glocken der Stadt. Am Grabe ergriff der königliche Notar Herr vr. Ortenan, rin hochgeachteter Freund de« Heimgegangenen und Vorstand»« Mitglied der hiesigen Eultu«geiaeinde, da« Won. In schwungvoller Rede wie« er auf da» segensreich« Wirken de« Entschlafenen hin, danfte ihm i« Namen der Gemeinde, und erkannte ihm den Lorbeerkrauz de« Verdienste» in Verbindung mtt der Palm«: de« Frieden« zu. Alle, di« da« Grab umstanden, rührt« die begeisterte Rede in der in» nersten Seele. Roch hielt dann, von seiner Gemeinde hierzu beauftragt, Herr vr. Lew in, Rabbiner in Nürnberg, «ine gehaltvolle Red«, in welcher er di« Vorzüge de» Heimgegangenen »ach de» zwei Seiten de« amtliche» Leben» und der persönlichen Tugenden, in blumenreicher Sprache schildert«. Die Wund«, welche der Tod unserer Gemeind« geschlagen, ist eine schmerzlich«; iadeffea ist Aussicht vorhanden, daß die Nachfolge im Sinne de« verblichenen geordnet werden wird. Die Verwesung ist einstweilen dem genannte» Herrn vr. Reubürger übertragen, der sich der vollen Aner» kennung seine« Heimgegangenen Vorgesetzten und der Gemeind« immer zu erfreuen hatte. Möge die Wahl der Gemeind« eine glückliche sein!*) »u» Württemberg, im Dezember.. »u« Anlaß der bezüglich einer allgemeinen GehaltSaufdefferuag für di« Staat»« ktrchen- und Schuldieaer pro 1873/75 beabsichtigte» Maaßnahmen ist von der israelitischen Oberkirchenbehörde dargetegt worden, auch da« Einkommen der „Radbinrn*, der „Vorsänger und BorsängeramtSverweser", sowie der i«r. „KonfessionSschullehrer" entsprechend zu erhöhen und zur Bestreitung de» der iSr. Erntralkirchenkaffe hiedurch erwachsende» ' Mehraufwand«, eine angemessene Erhöhung de« StaatSznschuffe« zu dieser Kaffe in den Etat pro 1873/75 nachträglich auszunehmen. Dem gemäß wird demnächst der Kammer eine Rachepigenz von 2600 st. vorgelegt werden. Rach dem Antrag der i»r. Obertirchenbehörve sollen aäm- - lich die ordentlichen Stelleugehalte, wie die AlterSzulage» der „Rabbinen" vom 1. Juli 1873 an je um aufgedeffert werden und zwar diejenigen Einkommen«! heile, welch« die Centralkaffe au« ihre» Mitteln verabreichte, für Rechnung dieser Kaffen, di« übrigen auf Kosten der einzelnen Kirchengemeinden. — Rach dem Plane der Oberkirchenbehird« fistle» weiterhin die Gehalader „Vorsänger und Borsängeramt»- verweser", soweit diese Gehalte nicht eine bestimmte Grenze übersteigen, von den Kirchengemeinden gegen angemeffene Unterstützungen an» der Leattalkirchenkaffe je um '/, anfgebessert w«rden, wogeg-u etwaige weitere Erhöhungen der freie» Eutschleßung der Ki chengemeinden überlaffen bleibe» würde. Entsprechend sollen du AlterSzulageu der definitiv angestellte« Vorsänger erhöht werde». Ebenso sollen auch die Gehalte der Lehrer an den t»r. KonsessionSschulen erhöht werden. — Die i«r. Bolttschullehrer erhalte» die Aufbefferung au» der politischen Semeindekaffe. *1 Dt Wr verstorben« literarisch thätia gewesen. ist NN« Ni. Vlamct. Sir erinnern un« nur eine, in Stein'« „votkSteherr-' tbft> \ tntnäki AeUatz-Prebi^ m ihm gtbfm t» V*«*, M* ju Va schtnste» « Mtzbrt. M» »ir kennen, «so: «er eine» Loewen." Li» tVv- .A tausch« «chtun, M »-:««i*t» p» benrthttlm, ist nicht unser, «uf- - Uwe. l Mb. hJUA

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