Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 3.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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«ft nicht schwerzwoqckennen. Die AuMrung ^Me'ftch vor: der Geltung tarfHM/ vchtdörM«Mr«llt4 bhjUßon Io« «ad stellt« Kch Gif dM subüttiv« MlbRM«Ant^M^R«chtFllten; so konnioHt nüW fehA,, über da» Maß hiaausging. Es war soviel venlltetes, SchändlichÄ,B«r' , znr Revolution greife», warum vor de» Schranken stehen bleiben, «>elch« die sanfte, mild« — auch fast ausnahmslos von den Angehörigen der besser gestellten Klaffen getragen« — Aufklärung ziehen mochte? Sollte di« persönlich« Ansicht/ das Suifiaden der blutige« Männer von 17SS diesen nicht ebensoviel gelten, als di« süßen, mitunter wirklich süßlichen, Lehr« «i nun gen der Verkünder der Humanität? Warum «ms den gme« Willen, die edle« Regungen des Aristokrat«» wart««, da es viel kürzer war, ihn zu guiollitiouireu, und da di«s de» Sansculotten recht und patriotisch erschien» Di« Reaktion konnte nicht aus bleiben, und st« führte in erster Linie z» der Sehnsucht «ach Wiederherstellung einer Autorität. Aeußerlich wünschte man da» Walten eines starke« Regiments, aber «an fühlte auch da» vedürsniß nach Wie» deraufrichtuug religiöser Autorität. Daher die Wiederherstellung der christlichen Institutionen, dann der katholischen, Hierarchie schon dnrch Napoleon, die Restauration de« Pap»! stes, di« ächte oder erheuchelt« oder forcirt« Kirchlichkeit, Gläubigkeit und Romantik »ach den Befreiungskriegen. Sehr natürlich ist es, daß «an fühlt« und wußte, wie di« gesucht« religiös« Autorität ans der katholischen Seite weilaus stärker vertreten sei, als auf protestantischer, daher di« llebertrilte zu jener, das vegünstigeu des Katholizismus selbst in protestantische» Ländern, die Zeiten der heilige« Allianz, der De- »agogenversolgung und — in ganz natürliche«, ursächliche« . Zusammenhang«: Jndenhetzea, Hephep-Tumult«, di« oben «r- «ähtlten Ausweisungen der Juden aus de« „freien Städten?' im südlichen Frankreich einige Protestanten - Schlächteroie«, Bartholomänsnächte in Miniatur. So war der Dämon des Religionsstreites, des Fanatismus wieder erwacht, erweckt durch di« Ausschreitungen der von der Religion sich loslösenden persönlichen Willkür. Denn auf protestantischer Seit« sucht« man ebenfalls die Autorität wieder herzustellen, die Autorität der „papiernen Päpste", der Bekenatnißschriften und Ktrchenordnuugeu des sechszehnten Jahrhunderts. Indessen ließ sich die Wiederherstellung des alten Regiments in Kirche und Staat doch nicht so leicht bewerkstelligen; lange «he das Werk vollendet war, wurden vielmehr di« Stützen zerschlage«, durch die es sich wiedererheben sollte. Wir denke» an di« politische« Ereignisse von 1830 und 1848, «der dies« selbst find wieder erst Folge, der Rückkehr der Geister ans die am Wendepunkt« de» Jahrhunderts verlassene Bahm Immer energischer wurde jetzt diese verfolgt, immer rücksichtsloser waltete die Kritik, immer unbeschränkter führt« di« Subjectivität ihr Lehrgebäude auf. — Doch wir müssen jetzt in da« Präsens übergehen: E« soll nach de« jedesmalige» neueste» Ansichten", nach den Ergebnissen der neuesten Forschungen, welch« bekanntlich immer als insallibel auftreten. Alles i» religiösen, staatliche« und bürgerliche. Lebe« in der Gesetzgebung u. s. ». umgestaltet werde». Weil jedoch ein« erheblich« Anzahl von Leuten mit besonders starke» Lhnge» such Fäusten auch düs Recht bes^prncht, »ach ihrem subjektiven Ermessen ach ihre» er anzuzünden —fo gen oder und' nb Lob» z» beer zu verfüge^ chädel «inzuschladie sonst nnr da» Recht rpersöyltchen G-»tfmde,s Ehrende« mit jenen 4öeu- «rengchÄ» ckne.«äÄüw gemacht-hübe». ^Nus — Respekt vor den böse« Socialoemokraten sind sie „regierungsfreundlich" (nachdem die Bezeichnung „nativnnllibernl" ihren Sinn verloren hat) d.,h. fle lieben und stütze» „dnrch dick. «nd,'dünn"i..M-Regierung, welch« chr« Leiber und Häuser schützt . . . fi« find gegen di« Feind« der Regierung bereit, alle ihre Principien zu opfern und, um ihren Liboralismn« zu retten, gegen Soeialdemokrate» einer-, gegen Ultramontaue andererseits die schärfsten Represstv-Maßregel« gut zu heißen. (Natürlich wollen wir dies nicht auf _al(c Gegner der beiden reich-feindliche» Barteten bezogen wisse«.) Die katholisch« Kirche aber sieht sich dieser Strömung der Geister gegenüber zu einem Kampf« um Sein oder NichtfÄi genöthigt. Wir können «icht finde«, daß fi« nur erove» rungssüchttg'oder herausfordernd ausgetreten sei, wir 'können, vom Standpunkte des Katholicismus au», in der Erklätung der päpstlichen Unfehlbarkeit nur ein« Maßregel der Roth- «rhr, di« Erklärung der Diktatur in äußerst gesLhrdeter Lage erkennen. Die katholisch« Kirche, die mit dem Prinzip ihrer Autorität steht und fällt, muß diese» so fest wie möglich "stellen, fi« darf kein Schwanke», keinen'Zweifel, keine Zweideutigkeit, am wenigsten einen Zwiespalt aufkomme» lassen. Daher muß sie di« Einheit in Lehre »ad Praxi« dadurch sichern, däß st« die einzelne« Bischöfe, «elch« ja verschiedene Ansichten haben, persönlich strenger oder liberaler gesinnt sein können, und somit in so gefährlicher Zeit die Autorität «ad die Einheit compromittiren würden, zur Ruh« verweist, Alles ein für allemal vom Papste allein «ad endgültig entscheiden läßt. Nicht gegen da» Dogma von der Unfchlbarkeit des'Papste«, sondern gegen diese neue Organisation der katholische« Kirche findet der Staat sich bemüßigt, Front zu mache» Wir erklären uns diese Oppofitio« der Staatsregierung folgendermaßen. Di« Bischöfe, welche früher ein« gewisse Selbstständigkeit besaßen, sind Inländer, die Regierung hat sich in all«, Ländern da» Recht gewahrt, nur eine ihr genehme Persönlichkeit auf eine« Bischofssitz erheben zn lasse«. Die Bischöfe und ihre Domkapitel, wie die ihnen untergebenen Geistliche«, hängea. trotz des furchtbar einschneidenden Lülibat«, mit Far: milie« im Land« zusammen, haben Lerwandte, Bekannte, Co- «exionrn auf- und abwärts, stehen durch viele Fäden mit dem Volksleben i« Verbindung, haben mit den geistigen und' polt- - tische» Strömungen Fühlung, sie k ö n a e n „ab- «nd zuzuthun" wissen. Jetzt solle« Alle, diseipliairt wie Soldat«,, eine» Oberkommando unterstellt, ohne Widerrede gehorchen, Priester, die entweder Ausländer oder dem Volksleben ganz fremd ge» bliebe« find, sollen ad libitum augestellt «erde« könne«. Air wolle« gleichwohl hiermit lei» eigenes Urtheil darüber obgeben, ob der Staat wirklich genöthigt gewese«,der Curie ten Krieg z« erkläre«, bzw. ob Äese jene« zu« Kampf , herausgefordert habe; diese Frage kürrmert uns hiy jedenfalls dürfe» wir »im durch Kies bat j/ fremde ivement «icht beirre» lasse». Di« %