Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 3.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/5369809-5935028-5935752--1984-5371520- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
z,rs»lrirsch» 5. Jahrga ng. Wschen-Zchrifl fßr die religiSse« und soeialm Juteieffen des Jude«1h«mS. ■l»ia«. 1—n LHyt M tad. ,|*k. SttatatatM.' *»»/, «ft. «tarnt, Mtt Mi an IMMtam «■ »«chtz.atziaa^a. Mtaett flufoH«««: ia twat14Uak 10 Marl aal 0tMinl4 M, »mint» 1* IHM, a. ■amtta Ujt L-U. «[iaaautanka. BeraMwartlicher RrdaNeur and H«r»us,edrr Rabbiner vr. 1 llrenenfelr in Stettin. Safetata narMa attt » «,r. (Ct Me MaittliNrfMai «ttttttOt atzet taten JUan tzttichatt Bat »Htztttzalaarta Itatatt. — Dl- MC »a-ata« ftW M Mt »rntzitiaa la MatzMtzatß ata» Irrfltatai fiatzaa ta Mt aächAea Kämet ■afaatyat. «(«attttaa »«- 9*c. Ila4«af«tift la lN|>*atg. Magdekmrg, 11 Jarrnrr. ftftr Um V«chtzA«Hel: »»»«rtz Krirh» A SetPtzhG. KUMkiRfHftIt Ria «HUT oaf te» ero*« *tmp* btt 3«t IL — «<rU|te mm» D»«>lchl"d: i. Ackchan. 6»rtU» fBom«. Aivttz. *ui «ürtt*w»fr«. — vesterretch: »len. Pr^. — Frankreich: P«t«. — Mernrttcht« mm» BtUtßt n*4rUHtmt v«l,«d. Hamburg »«,. «raffet. Pari«. - Der Baner. lSchtnst.) — Smftrmti. Ght Glitt auf de» große« Stampf der Qalt. IL Nachdem wir auf tat Sang der äußere» Begebenheit«« ei»e» Mckblick geworfen, müffen wir ebenso dt« iuuere Entwickelung betrachten, «eiche dt« religiösen Kämpf« bedingt«. Rn Religionsstrettigkeite» hat et in Deutschland selten gefehlt, ft« find ast genng in gewaltthätigstrr weise gefühtt worden, di« streitend» loteten «tb Eanfession« hatten jedoch »ard«» ei»e» ge« einsame» Bollen, ans de» fi« einander bekämpfen, alenfall« auch Berftändigung suche» konnten: de« Slauben an Sott und an die Seltung einer heilige» Schrift. Da« ist ander« geworden. « reden jetzt noch viel« von Sott, Plattheit, Religio«, aber di« Begriffe, welch« mit diesen Worte» nerdnnden «erd««, find grundverschieden, und wie Biele Ickngne» di« SottheU ausdrücklich I Früher beriefe» Katholt- «e» ppd Protestanten sich aus di« Bibel, mau stritt über die tzlntlegung und Anwendung dersetbea, gab aber allseüig »u, daß «an religiös« Lehren au» chr beweisen könne und «üfle; > jetzt stellen Biel« entschiede« in Abrede, daß der Bibel irgend welch« maßgebend« Autorttät tun« «ohne; st« wollen nur ihre Persönliche Ansicht, ihr, «Vernunft* gelten lassen. St ist ein« offenbar« Entstellung, wenn man, wie oft geschieht, dies« Richtung mit der Reformation, mit Luther in verbinduug dringt. Allerding« hat Luther gesagt: »hier stehe ich, ich kann nicht ander»*, und er hat fomit da« Recht der subjecttoen Ansicht und Uelerzeugnug gegenüber der angeblichen Tradition «. dergl. m. }ur Seltnng gebracht; aber er hat ja htn««-efü»t: »et sei den», daß man mich mit veweise, au« der heil. Schrift widerlege.* Sein Ich auch über di« Bibel •» stellen, davon war er ebensoweit entfrrat, wie sein« ganze Getstetrichtung von der so Vieler, die sich jetzt auf ihn berufen »nd seine« Namen preisend im Mund« führen. Segen Männer, welch« di« SottheU Christi oder auch nur die Existent des leibhaftigen Satan« angreifen, ja nur anzwetfeln, .oder die hell. Schrift anfechten, würde er, lebte er heute, in einer weis« «nftreten, gegen di« di« »göttlich« Srobhett*, mit ^er «r seine katholische» oder seine schweizer Segner behandelte, die zarteste jMichleit wäre. Und er würde nicht blo« -ege» fi« schreibe«! Man wird doch de» Reformatoren nicht, etwa Tolerarz andichten wollen?! L« stritten also, wie gesagt, die Anhänger l»er alten und der neuen Kirche« ans gemeinschaftlichem Boden, sofern es beim Woitkampfe blieb; weil aber die Reformation mit den Srunddegmr» de« Ehristenthum« nicht gebrochen, daran nicht einmal gedacht hatte, verfiel ihr Werk dem Säsicksal der Jneonseque»;»« waren nicht blaß «ch,»,,WlWW,M><Rku>ff'- nicht Ränke ter Jesuiten u. dergl. w, »elche dem Katholizismus zu so erhedlU-ea Siedereroberungen »«halfen, sonder» ebensosehr die innere Hohlheit und HalbheU de« proteiianttschen Prinzips, wie dies hundertfach von christlichen Schi^ftsteller» «achgrwies» ist. — Auf eine lange Epoche d« Versumpfung folgte das »Zeitalt« der Aufklärung* Wie diese Aufklärung an» der »Wiedergeburt* der antik!» Literatur, Kunst »nd vlldung uni> au« der Rrugeburt philosophischen Deelens hervorgegangen ist, kann und draucht hi« nicht einmal angedeutrt zu werden; mit d« Reformation st« in Aorbindnng ,n setzen, ist wieder «in« offenbar« Fälschung; offenbar schon didnrch, daß Katholiken ebenso viel und ebenso früh wie di« Prc teftante« für dt« Aufklärung gewtrtt haben, und daß umgekehrt von Anbeginn bi« heut Protestantin ebenso »st und ebeaso bitter die Aufklärung verlästert urd »erfolgt haben wie Katholik«. Wir Juden ab« »«den di« Periode der tzlufklärnng, namentlich hie Blüthezeit derselben, nicht mrlästrrn. Sie ist es, d« wir «ach außen wie nach innen unsere Auferstehung verdanken, sie ist es, die in den Lehren »nd in bem Wirken ihren beste» v«treter dem Judenthum so nahe wie möglich steht. Die Trinitättlehre und was damit zusammenhängt, die ganz« fiidnisch« Beimischung de» Ehristenthum«, wurde g«äuschlos beseitigt, eliminirt, die Lehren von Soll , von Lugend und Humanität, von geistig« Freiheit und Unsterblichkeit blieben bestehen. Ab« tiefe Periode d« ächten Aufklärung war, wie die Blüthezeit d« klassische« Literatur, — und beide stehe» wirk, sich ln Zusammenhang — von kurzer Dauer. Li« Ursache , i ,r>. . < tz