Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 2. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 2.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/5369809-5935028-5935751--1980-5371517
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

u 8 Frauen. Im Jahre 5633 wurden ausgenommen 450 Kranke, 243 Männer und 207 Frauen. Zusammen 245 M. und 215 Fr. ---- 460 Kranke. Von diesen wurden während de« Jahre« entlaffen ai« geheilt 206 M. 188 Fr., gebessert 22 M. 16 F., ungcheilt 1 M. 1 F.. gestorben 8 M. 4 F. Noch in Behandlung geblieben 8 M. 6 F. Dem Geburt«orte »ach waren: Aus Jerusalem 131, Türkei US, Rußland 87, Oesterreich 43, Rumänien 12. Polen 8, Hebron 5. Saphet 5, Liberia« 4, Kaiffa 2, Marokko 27, Persien 5, Algier 3, Preuße» 2, Griechenland 2, Egypten 3, England I, Serbien 1. Der Beschäftigung nach waren: ohne Beschäftigung 362. Schneider 10, Schuhmacher 13, Tischler 5, Blechner 6, Drechsler 2, Weber 1, Tapezierer 1. Maler I, Bäcker 8, Kürschner 1, Buchbinder 2, Galvarbeiter 5. Wäscherinnen 3, Confiseur» 2. Gärtner 1, Muurer 1, Musiker 1. Köchin 1, Kaufleut« 11, Colporteur« 6, Lehrer 3, Barbiere 2, Dragoman 1, Hebamme 1, Apotheker 1. Krankenwärter 3, Diener 6. Dem Ritu» nach waren: Sephardim 261, Aschkenasim ISS. Die Anzahl der theil« in der Ambulance, theil« in ihren Wohnungen behandelten und mit Arzneien unentgeltlich versehenen Kranken betrug in diesem Jahre 20,003, und zwar: JSraelittn 15S04, Muhamedaner 3111, Ehristen 988. Ba ccinirt wurden in diesem Jahre 216 Kinder, und zwar: Israeliten 166, Muhamedaner 39, Ehristen 11. 2) Bericht au« der israelitischen Mädchenschule „Eveline Rothschild." Die Mädchenschule war im Jahre 5633 von 235 Mädchen frequenlirt, und zwar: Sephardim 187, Aschkenasim 40, Karaiten 8. 3) ReligionS-Schule für Handwerkslehrlinge, soutinirt vom Herrn Dr. Eohn. Diese Schule wurde in diesem Jahre von 43 Kitaben besucht, und zwar: Sephardim 26. Aschkenasim 17. 4) Unterstützung für arm« Wöchnerinnen mit Wäsche für Mutter und Kind und Geldbethrilung. Gründung der Baronin Betty von Rothschild. Im Verlaufe de« Jahre« 5633 haben 120 Wöchnerinnen, im Alter von 15—42 Jahren, an dieser Wohllhat theilgenommen, und zwar 62 Aschkenasim und 58 Sephardim. 5) Brodvertheilung an Arme. Gründung der Frau Mathilde Eohn. Im Jahre 5633 sind 12500 Brod« vertheilt worden an die verschiedenen Gemeinden, und zwar: Sephardim 7508 Brode, Aschkenasim Peruschim 2000 Brode, Aschkenasim Wolliner 1200 Brode, Aschkenasim Oesterreicher 1208 Brode. Aschkenasim Habad 292 Brode, Aschkenasim Warschauer 292 Brode. Jerusalem, am 15 Eheschwan 5634. Dr. London Ritter brt Franz Joseph«-Orden«, Director und Chefarzt der Freiherrlich Rothschild'schen Lnstalten. Vermischte und neueste Nachrichten. Magdebnrg. Der Schauspieler und Schriftsteller Herr Harry (Israelit), welcher in ersterer Eigenschaft jetzt am Stadttheater zu Magdeburg engagirt ist, ist in Anerkennung seines von ihm jüngst edirten Tendcnz-Romans: „Von Fall zu Fall" von der „Philosophischen Sozietät zu Berlin" zum correspondireuden Mftglied« ernannt worden. Vreschen, 4. Jauuar. Die hiesige Synagoge, die erst vor 14 Tagen ihren neuen Rabbiner in Hrn. Dr. Holländer erhalten, ist ein Raub der Flammen geworden. Posen, Ende Teccmber. Unter regster Verhciligung fand hier am 11. d. Mts. die Neuwahl von acht Repräsentanten (und fünf Stellverrrrtern) statt. Von 1100 Stimmberechtigten gaben über 900 ihre Stimmen ab. Die von der orthodoxen Partü aufgestellten Landidaten erhielte» die Majorität. Hsmbnrg, 29. Drcember. Bei der gestrigen Repräsentantenwcchl der deutsch-i-rael. Gemeinde wurden 630 Stimmen abgegeben, und die Candidaten der sogen. Fortschrittspartei mit überwiegender Majorität gewählt. Fürth. Am 26. Drcember verschied der Rebbiner unserer Gemeinde Dr. Löwi im hohen Alter. , Wien Vor Kurzem verlautete, daß in der Leopoldstadt eine Volksküche für arme Leute israelitischer Confessio» , errichtet werden soll. Diese Idee fand in einflußreichen Kreisen Unterstützung; doch kam man daselbst zur Ueberzeugnng, e» sei vortheilhaster, diese Einrichtung allcn Confessione» zugänglich zu machen Die Speisen werden nach jüdischem Ritu« bereitet und für 15 kr. per Portion Jedem verabreicht. Das Protektorat oder vielmehr die Oberaufsicht übernimmt der Bolksküchenverein. Au» Ungar». In Berrente, einem Dorfe bei MiSkolcz, saßen drei Judenmädchen in einein Ziinmer, um den verstorbenen Vater trauernd. Da» brennende „Seelenlämpchen" drohte zu erlöschen, nnd als eine der Schwester», Namen« Julie, Petroleum nachgießen ivollte, ließ sie die Lampe fallen, und al«bald standen ihre Kleider m Hellen Flammen. Run stürzten die zwei anderen Mädchen auf die ältere Schwester los, um sie zu retten, allein sofort leckten die Flammen auch an ihren Kleidern, und sie mnßten von dem Rettung«- werke abstehen, nm da« verheerend« Elrnient von ihrer eigenen Person abzuwehren. Die ältest« Schwester, welche von dem Feuer am meisten bedroht war, stürzte in verzweiflung«- voller Hast au« dem Zimmer hinau« ans die Gasse und ries in erschütterndem, niarkvurchdringendem Tone: „Feuer i Hilfe^ Rettung!" Allein die vorübergkhendrn Bauernweider, in der Meinung, den Gottseibeiuns vor sich zu haben, wichen vor der Erscheinung mit flammendem Haupt«' entsetzt zurück und bekreuzigten sich. Vergeben« rief da» unglücklich« Mädchen: „Helfet, ich bin die Julie!" e« half nicht«. Die Leute liefen davon. Ein Bauerndursche stürzt« in «in Hau«, holte geladene Flinte und feuene sie auf da« in unsäglichen Ci»l len sich windende Mädchen ab, gleichsam, um seinen Freunden den Beweis zu liefern, daß er sich vor dem Teufel nicht fürchte — doch verfehlte die Kugel da« Ziel. Jetzt erst, nachdenl da« unglückliche Mädchen beivußlloS znsainmengesunken war, eilten einige Muthige herbei, um Hilfe zu leisten, allein es war zu spät. In kaum einer Stunde war da« Mädchen eine Leiche. Die beiden andere» Schwestern kamen mft einigen minder gefährlichen Wunden davon. (Dieser Vorfall charafterisirt den Bildungsgrad der bäuerlichen Bevölkerung in Ungarn.) Amsterdam. Zum erstenmale feit sehr langer Zeit ist hier zu Lande öffentlich und zwar nicht in der Presse, sondern in der zweiten Kammer, ein Ausfall gegen Juden laut geworden. Bei der Budgetberathuitg sprach der ehemalige Justizminister Godefroi zur Position des öffentlichen Unterricht» für den weltlichen Unterricht. Zwei katholische Abgeordnete ergingen sich hierauf in heftigen Angriffen gegen den Juden Godefroi und seine Glaubensgenossen. Dieser antwortete kurz und treffend unter dem Beifall des Hauses. Er fragte die ' Herren, wie sie e» mft ihrem Eide auf die Verfassung vereinigen könnten, Personen, welche nach dieser Verfassung gleichberechtigte Bürger seien, als Fremde und Ausländer zu bezeichnen und gegen die Grundgesetze des Staates einen Unterschied zwischen den Bekennem der verschiedenen Religionen zu statuiren. (I. Ehr.) CoustautiaoPel. Unweit des britischen Consulat» zu Eonstantinopel ist ein imposantes Gebäude errichtet und eingrweiht worden, der „schottischen Mission" gehörig, deren einziger Zweck die Judenbekehrung ist. De. Thompson, der Vorsteher, konnte sich bei der Eröffnungsrede hoher Re,ultate rühmen: er hat V drei Bekehrungen spanischer Juden zuwege gebracht, von denen Einer wieder abgefallen. Einer in« Innere gewandert <5 und, wie man glaubt, gestorben ist, der Dritte sich al» Eol-° Sjfc

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.