Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 1.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/5369809-5935028-5935749--1969-5371507- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
We mit uni merken «ollen, um sie zur Zeit Denjeuigm entgegenzü halten: «eichet*« JudenVersemtlischtnRare »nr das Ge^enliM' von Edlem und Mdnilichem angeboren' und «npeerbt je« laffen. Wie kann dem» solchergestalt Angestammte« sich dermaßen ändern, daß deffn Träger und Inhaber zum edelsten deutsche» Manne, zum Typus deutschen Wesen« und Bolkskernes werden könnt«? Fest, ernst, puritanisch, niaßooll gehalten, sich nicht vordrängen — sind tui« nicht allenveg die Eigensch-is.e», deren Gegentheil man sonst für uns charakteristisch sei» läßt? Eolberg, 18. December. (Or.-Corresp.) Die Angelegenheit der hier zu gründenden jüdischen Kurhospitals ist nn» einen großen Schritt weiter gediehen, und diedurch die fortdauernde Opserdereitwilligkeit eines Manne«, dem das Unternehme» schon so Vieles, ja das Meiste verdankt, de« Hr» N Oppenheinl au» Berlin. Jeder Ihrer Leser, der gern von dem Gedeihen guter Werke und von edlen Handlungen lieft, — und wer sollte das nicht? — wird Näheremit Bergnügen lesen Ich theile Ihnen daher einen Auszug au» dem Prolokoll unserer Coniilt-Litzungen vom 11. und 14 d. M., zu denen Hr. Opp.nhcim sich eingefunden hatte, und in denen über den Erwerb eines Hause« für da- Hospital verhandelt wurde, mit: „Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung' und ertheilt dem Schriftführer das Wort, um ein Exposä über die bereits geführten Verhandlungen in B. treff der Erwerbung eine» Grundstücke» zu geben. Ur. Goldschmidt girbl eine kurze Dantellung der darüber gepflogenen Verhandlungen seiten« der Eomite'« in Eolberg und Berlin. Herr Oppenheim ergreift daraus das Wort, um der Versammlung über den Stand der bisher durch ibu geführten Unterhandlungen, betreffend den Ankauf des Grundstücks, Mund« Nr. 80, Miltheilungen zu machen, und in längerer, zum Theit tief ergreifender Red« der Versammlung folgende Proposition za stellen: In Erivägung, daß da« Tonnte zum Bau eines jüdischen Nurhoepitals in Eolberg zur Zeit noch keine Eorporalionsrechtr hat, und also da» Grundslüek nur durch eine Pison aus der Mitte de« Eomite« erworben werden kann, sondiere er sich, das Hau« aus seinen Namen zu kaufen, und zwar für den bedungene» Kansprcis von 12800 Thlr. und mit einer Anzahlung von 5800 Thlr.; für den Restbetrag von 7000 Thlr. blech« er selbst, Herr Oppenheim, persönlich dem Verkäufer verhaftet. Zur Errichtung de» jüdische,» KurhoSpitalt in Eolberg, — fuhrt Herr Oppenheim weiter au», — feien augenblicklich folgend« Capitalien vorhanden: 1) Durch Sammlungen aufgebracht 5200 Thlr. 2) Da« Kapital für die durch ihn (Herrn Oppenheim) gestifteten 2 Kurbetten im Betrag« von 2400 Tblr. in Summa als»: 7600 Thlr. Hiervon mögen ihn» (Herrn Oppenheim) 5800 Thlr. zur Anzahlung auf da» Grundstück überwiesen werde», und der Rest von 1800 Thlr. sei, so weit er hinreicht, zum Ausbau und zur Einrichtung desstlben für seine Bestimmung als Kurhospilat zu verwenden. Dafür überweis« er (Hr. Opp.) davon chm anzukaufende Grundstück, sofort >»ach der Uedergab« desselben dem eventuellen Vorstand« zur Benutzung »ich Einrichtung für da« Kurhospital „zins- und miethsfret" — und zwar auf so lange Zeit, bi« di« Anstalt in der Lag« ist, de» Restbetrag der Kaussomme im Betrage von 7000 Thlr. chm (Hrn. Opp) vollständig zu amortisiren Er verpflichte sich für sich und seine Erben ausdrücklich, da» Grundstück, niemals zu veräußern, sondern so lange zu behalten uud dem Kurhospital zins- und miethsfrei zu überlaffen, bi« di« »oll« von chm übernommene Schuld von 7000 Thlr. chm hinterlegt ist, in welchem Falle dann sofort der Anstalt das mehrfach in R de stehende Grundstück zum selbstständigen Eigenthum übergeb»« «erde» soll« Er Hab« übrigens da« 3*i«ara z» de« künftig«, Vorstände de« KurhoSpilal«, daß dieser de« noch rst ckstäudige» Rest der Kanfsumme i« Betrage von 7000 Thlr., so fdjtj ch« da« möglich. sein rperd«,. auch amortisiren würde;'«ölte' übrigens dem künftigen'Vok-' stände de» KurhospitalS «Recht ziisiehrn, die Aniortisinko»' auch in Abschlagszahlung« )ie jedoch nicht weniger al«'svü> Thlr. betrage» dünen. z»k rkstMgrm Der Redner schließt dann seinen Bortrag mit« großherzige« Anerbieten, di« innere Einrichtung deS Bete« im Kurhospiral auf eigene Kosten übernehmen zuwofl Ter Versammlung beshtigt sich während dieses Borträge« de« Herrn Oppenheis eine feierliche Slimmung tiefer und dankbarer Ergriffenheit Soweit au« dem Protill. Eine genairrre Mittheilung der hierauf gefaßten Besch ü ist nickt, nölhig, sowie der Leser die „dankbare Ergriffhoit" begreifen wird, so wird er auch unschwer errarhen. j die Vorschläge de« Hrn. Opp. ecc-plirt wurden. Ein Weis« zum Lob« der Hauvlungsmeis« dieses evlcn Maniles tze mehr al« überflüssig, (Red. erlaubt sich noch hinznzusügei daß er das fragliche Gruuvstück al» ein prachtvolle-, all seine Erwartungen von dem zu Ennöglichende» weit übe -ffendes teuUk.) 8. «affkl, im November. 2r.-Corr) Zu den bedeutenden- Persönlichkeilcii, deren Hiugaistn Viesen Blättern verzeichnet wird, niüffen wir nn» auch I aut 12. d. Ä. dahier verstorbene» Herrn JerrmiaSjoihfels zähle». Wenn ei» spätere« Geschlecht, vielleicht rig die Früchte genießend, die nach dem EntwickelungSdraiigesieser Zeit gereift, die Gestalten durchmustern sollte, die ihnvie Geschichte al« dir Träger dieser Übergangsperiode nenntso wirv es jedenfalls ob der geistige» und sittlichen Kraft innen, welche die bewährtesten unter chnen beseelt hat. Wer al« Dreiundsiebzigjälger, wie Herr Rothfel«, dahingegaugen, der har seine lstige Bildung nicht von der Ooerstäche d>r Zeit geschöpft, s l moderne» W.ffen nicht von den jüdisch-nationalen Geistes sä tzeu losgelöst Der Verblichene war ebenso heimisch inver Sprach« und Literatur, die am Jordan entstanden, wie» derjenigen Griechenlands und Rom»; er versenkte sich elnsowohl in den Gang der Geschichte, wie er die Erscheinuib» za enträthsrln suchte, dt« sich oben ain Himmelszelte vollzhen*) Und io war auch sein Ehm!ter von jener Oberflächlich» teil frei, die sich in der Gegen,» l so oft breit macht. Tiefe de« Gemüthe«, Innigkeit des Glan ms, volle Uebereinstimmung der Thal mit den« religiösen M> o urachlen die Grunvzüge im Seelenleben eine« Manne« a>, den die gütige Vorsehung: indem sie ihn zugleich mit irdisch» Gütern begabt hatte, an einen Platz stellte, der vielleicht ist von ver Nachwelt r«cht gewürtigt »erden wird. So gering auch da« vornniige Kursürstemhum Heffe« an Land und Leuten war, fo hast» dennoch in der Geschichte der neuesten Zeit: und zumal in »er neuesten Geschichte der Juden, mehr Bedeutung alt mncher große Staat. Ais HlVy» VIV^ HIMtlJJ N»V _ de« ehemaligen Königoichs Äestph »len mit seiner reisiniiige» Eoustilution, wurde ei später der Herd der größ- ... Neaciion und de« wieder Hers gewordenen Absolutismus n Deutich.aud. Für einen Man,, wie Herr Rolhsei» war, »av e« da weder Auszeichnung »th Anerkennung von «den. ■*** war e« daß srick Mübürger ihn wiederhott jum Mttglted« de« Eladtralhe« «phlten» einer Behörde, di« mch l« den schwersten Zeiten ihr timt musterhaft verwaltet«, n» I» nach dem Umschwung« de« Jahre« 1886 das Ausblü-!-» A'bt erlebte, va« so lange unterdrückt worden war. )u denjenige» seiner Aintsgenoffeu «ch «ttdurger, vre nach de», jüngsten Kriege, in welchem er s» 's *) Wir glauben dies« Andeutung bestimmter «rvtutrrn zu soGn. idem mir angebea, naß der Selige mit Borlicbe Astronom«« ach in seine« Haus« ein Odseroitoriam zu eigene» Studie« «"0 «eoo» chrungen eingerichtet hatte. Freitich „seine Wittel «ilaudten ih« N* am» nicht aetiuanet «er»««. Mfc da« heutig« Geschlecht er e» kann nicht getiugnet «er»««, »ab da« heutig« »eschtech» - , . i« fett »Niet erlauben, ganz ander«»Geve auch^umcht. u« uer d«r i» alte» Judearchum «rmachseata »eneratt«« er gestmden haben/ welche «M Kmesieat« «.(.«• Stutwi ihr« iirrnde batte». mlOämiM/äkSiäUH ' «MW.