Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 1.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/5369809-5935028-5935749--1970-5371508- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
hervorragende Beweise von Patrwti<mu» gegeben, von ihre,» Könige u,u hohen Orden belohnt wurden. Hu Kussel war <6 aber auch, wo schon iiu Jahre 1808 die Inden D.4t damaligen Königreich- W.stphalen cinanzipirl wurden, und wo ein J-raei Jacobson an der geistigen und sittliche» Hebung seiner Glauden-genosse» arbeitete. Der am diesem Gebiet« nueg» streute Same» konnte nicht ganz untergehkn, und so sehen wir denn in Hessen eine Reihe von jüdischen Institutionen, wie st; nirgendso frühe vorgekommen. Prooiuzia.oerdäade mit Eeniratbehörven, eine LehrerdildungS-Anstait, öffentliche israelitische Schulen, definitive Bestellung der Lehrer Huden hier seit einem Halden Jahrhundert ihre» Boden. Zum Glück fehlte eS nicht an Männern, di« biö zur Gegenwan herab in» Geiste Jacobson'« fortwirRen» und Herr R oihselt gehörte zu den eifrigsten unter denselben. Kl» langjährige- Mitglied deniedrrhesfifchen Provinzial-BorsteheramicS machte er fich besonders die Unterstützung de» LehrerstanveS, den er nicht allein alr Bildner der Jugend, sondern auch als Träger der von ihm leidenschaftlich geliebten nationalen TangeSwetsen beim Gottesdienste hochschatzle, zur Ausgabe. Selten wird ein aufrichtigerer Lehrersr.uud in Wort und Thal angegossen. Reben unzähligen einzelnen Acten feiner Gesinnung in dieser Hinstchl ist besonder» seine im Jahr 1868 mit SS,000 Thaler» errichtete Schulstiftung zu erwähnen, durch welche er dem Lhrer-Seminar ein bleibende» Schulgebäude, den Lehrer-Witlweu und Waisen, sowie den emerillnen Lehrern in der vormaligen Provinz Riederhessen jährliche Revenuen sicherte. Wohltätigkeit war e» überhaupt, die den» geschilderten Leben den haruiouischen, allgerühmlei« Dreiklang verlieh; uno wie c» rigenlltch eine ununterbrochene Kette von edlen Handlungen war ui»d sozusagen mit der Feier txr fünfzigjährigen vorsiehcrschast eine» wohllhärigen B-reine« abschlog, ,o mußte« auch di« letztwilltgen Bestinlmungen der Vergangenheit entsprechend sein. — Möchten sich di« Edlen dieser Art in J-rael doch mehren! Oefterretch. Vien. Dem eben au-gegebenen zwölften Jahresbericht de» Verein« zur Unterstützung mittelloser i-raelitiicher Siudueuber in Wien eutn.hmc» wir solgeirde Millheitunge» »Wie in jedem Jahre seit der Gründung unsere» Bertiu«, io habe» wir auch in diesem vielen fleißigen uud strebsamen Slaidireuden ,mu>haste Untelstützungrn und veihilse augrdech.» loffcn, vieiridc» in chrem Streben nach Wiste» theü» während chrer Studienzeit, »hei» nach Vollendung derselben unterstützt, sowie denjelde» die Wege ihrer Studien gebahnt n»d^ ihnen aus diese Weise die Mittel zur Begründung ihrer Existenz, so weit «» uuö möglich war, geboten. Ber Prüfung der un» vorg«legre« Eingaben und Gesuche gingen wir mit aller nur möglichen Ausmerksamkeit ovr und hadeu, da w»r le»der auch-- tz» Vielem Jahre nicht über bedeutende Mittel verfügen konnten, nur jene Petenten abgewiese». die nicht im Staube waren, uns Belege ihrer Berdieustlrchkeit vorzulegen. E» gingen SIS Gesuche ein, von welchen blo« 184 berückstchtigt werden konnten. Unlei die,en, wäre«: S Sludireude der Philosophie, 150 Studirendi: der Mevicin, S1 Sludireude der Rechte, 7 Techniker und 1 Lehramlo-Eaudidat für di« Realschule. De« Baierlaude nach waren di« Petenten: au» Ungarn 86, au» Galizien 41, au» Mähren S7, an» Böhmen 13, au» Oetzerr.-Lchlesie« 4, au» der Bukowina S, au» Oderöftcrreich 2, au» Triest 4,, an* der Militärgreuz« 2 , ..Da» heurige Jahr, da» f«Manchem zu seinem Beginne f^ruw^e,. m seinem Verimife aber nur trübe Tag» gebracht, hßt^fur die Stüdireuden, wir können e» gewiß sogen, meist «ne trübe und traurig« Berhältniffe zu Tage gefördert. ^Ht^2j>euerung der Leben-mittel, der furchtbar gestei- Mjk Vhßnittlg»zian und die tur Verlaufe, de» Jahr^ pUitz. tsty eiugureteue Verarmung vieler Familie«, sowie di« «mHweudig gewordene Einschränkung häu»licher vedürf-niffe, haben den Studireaden viele traurige Stunden gebracht «ad so manch« müßte» gänzlich ihre Laufbahn ausgebo», wenn ihnen nicht irgend weiche Unterstützung zn Theii würde. Unser« Milte' und jedoch sehr gering und wir erlauben un» daher in Aabetricht der traurigen Verhältnisse der Ausieuwell, sowie der schwierige» Berhältniffe der armen Studi>enden die Bitte an nnsere hochgeehrten Mitglieder, unserem Vereine weiter ihre Unterstützung zu leihen und wo e« ihnen möglich ist, denselben durch Anwerbung von neuen Mitglieder» helfend zilk Seile stehe« zu wollen. Die Zahl der Milgliever in dieseni Jahre war 473" Die Einnahmen betrugen 3848 st, di« Unterstützungen 3497 fl Dem verstorbenen Borstand-mitgliede Hrn. Elan. Biach, wird ein wohlverordnrter Nicht ns auch von diesem Vereine gewidmet. Der Sohn, Hr. Michael Biach, trat an seine» Vater« Sülle. Raab. Trauriger noch al» alle» Parteigezänk und ei» wahrhaft erschreckende- Zeichen der Z il für Ungarn ist der amtliche Bericht über die Schulzustänoe im Raader Eon itat. Die Locale der jitvischen Schulen werden alunter aller Kritik schlecht bezeichnet, sie sind aller Lehnnittel bar, die Lehrer entsprechen den Schuten. Bo« 76 l schulpflichtigen jüdischen Kindern besuchte» 110 gar keine Schute*)! — Jede Parallele mit deutschen Zustände» ist überflüssig. Mögen Tongreßier und Schomer habath, Fortschrittler, — alle Paltein denAugiaS-SlaÜländern! Wirmiffennun nicht,ob da- Raader Eomitat «ine» Schluß auf andere gestattet, ob e» don vorz»g-weise Chasflrim gibt, welche freilich von Schule unl Unterricht nichtwisien wollen, aber bei solchenZu st ariden sollte man wirklich nicht au ein Rabdinersemiuar denken, sondern auder S<hnlfo»v»-Million zuerst Etementarschulefl Herstellen. Kaust denn ein vernüaskiger Mensch Schmnckgegenitände, wen» er kein — Hemd besitzt? Avjcktlll (iil Mähren,) 12. Dezember. (Or.-Eorr.) Wer war sie, die mau da hiuau-trägt auf den guten Ort? Sie war nicht«, sie ihat nicht», wa» sonst Anspruch macht ar.f Bedeutung i» dieser Welt, sie hatte nicht zur Bethäligung von Tugenden Gelegeuheil, die nach außen dringen, sich öffentlich bemerkbar uiacheil, ihr Wirkungskreis war ein enger, der <ugste, den man von Menjch u wohl erwarlru tan», sie dient,: dio» »hr Lebelang. Sie diente blo»! — Die größte» Leiden bleiben unbemerkt, die »»eisten Thräuen sieht der Himinel allein. Wer cm Gefühl dafür hat, iva» e« heißt, auf Erden keinen Berwaudteu zu hadeu, der wird begreife«, wa« den» an ihr Eigentümlich!'- war, an der «allen Breinvi," wie man m der Gemeinde sie nannte. Sie hatte keinen Berivaudten, kein Fleisch und Blr.t, daihrer gedacht hätte. Eist rin Lorwuif, eine« grolsen Dichter« würdig, die Leiden einer einsame» Seele zu schildern, die Leiden eine» Herzen», da« den Gram in fich allein hiu-tnzehrt und keinen hat, der sie ihm tragen Hilst. Aber wir wunderdar ist da» Menschenherz l So hat dir vereinsamte Seele alle Liebe uud Treue, deren sie fähig war, an Freml« hingegeben, an die Familie, der sie diente. Vierzig Jahr« ivar sie in dem Hause, in dem man sie Jahre lang ernährte, al« sie schon altersschwach war und arbeitsunfähig Wahrlich eine Thalsache, die ein Stück guten, jüdischen Leben« auSdrückt. Wenn wir au-gedieut habe« ua» alt werde«, dann stößt mail un» hinaus wie einen räudigen Hund und überläßt un» dem Eiend und der Verznnifluug. pflegten mit Reib Ehristen von ihren christlichen Dienstgedern zu sagen, wen« sie diese Thalsache gewahr lourden. Und um die, lie au-gelebt hat in Einsamkeit und Ermüdung, die'keine« lieb« «den Verwandte» hatte aus Erden, hcst man geklagt, bade» jüdisch« Kinder Thränen, bitter« Thränr» geweint. Wie begräbt man bei den »Völkern" solch'eine Leich«? Wer kennt »löst Lenau'» ergreifen« Antmon in seiner „ade« Bettlerin" l Nicht umsonst heißt e« fchor, beim Erzvater "1 I« »m,** «ae hM HatK 18,878 «Mm mit 4396 btt freilich cm »och ftUMntart 8eetzSU»ch.