Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 50.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/5369809-5935020-5935746--1961-5371498- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ML ftal Kap «fab ad, bfc $ub |itiert,.a»b bei *!)■ Her--«, i» ber Zeü de» Lhsterßenä »«d tzimvtlr*xi, — so »sgefähr änßerte «r t« s«1««r letzt«« Predtgt, — k-mvtt der Gedenke a» »„'«« Endlichkeit «nb Vergänglichkeit Uber mW: 'fl® er vurr nb ich weiß nicht dt» Lag «rin«» Tod«»", da» «arr« feine Textetworte. Aber tobt ist nicht »«rgci{«Rl Li« d«r Frühling au» sein«« frisch«« Grab» ügel Blume» lock«» wird und sprossende» Grün, so werden «m fein Bild in der Erinnerung feiner Freund« und Bekannten sein« edlen Tugenden sich ranken und e» darin festhalten für und für! Weh, daß er verloren ist! Wan» kehrt seine» Gleichen »iebet?! Einer für Alle. »n» vvrhvNMer», IS. Decemb. (Or.-Lorr) Unser Siachbarland bezieht seine Eantor»n und Schächter «eist au» Rußland und Polen. Einer von diesen Herüdergekommene», der bereit» an mehreren Stellen in Mecklenburg sungirt hatte, entschloß sich, da er unoerheirathet zu sein angab, e» auch vielleicht wirklich war, sich zu verehelichen und verlobte sich mit einem Mädchen au» P. „Er wollte jedech nicht länger Diener sein/ nämlich, bei einer Gemeinde, sondern Kaufmann werden, denn Berusswtchsel gehört nächst dem Lande«- uud Stellenwechsel zu den Passionen jener Leute. Nachher kann mau auch in anderen Wechseln machen, wobei mehr „herauskommt," al» beim bloßen Stellenwechsel. Zunächst zog nun der angehende Haudedsntann nach P. und trat bei seinem Schwiegervater in» Geschäft, zeigte auch für diese» ein große» Talent, machte Einkäufe, bezog Märkte u. s. w. So geschah c« denn auch, daß er eine» Tage» Geschäfte halber nach St. reiste und — er soll noch wtederkovimen. Er hatte, wie sich herautstellte, seinen Koffer vorher nach Hamburg spediren lasten, hatte sich mit Geld versehe» und so die Zeü seine» vräuttgamftaude» benutzt, um seine» künftigen Schwiegervater zu de—reicher». Soviel ich höre, wird er steckbrieflich verjoigt. Für wettere Kreise hätte diese, auch nicht mehr neue oder gar unerhörte Geschichte kein näher» Interesse, wenn e» nicht wohl möglich wäre, daß der Fragliche nch doch «och irgendwo — vielleicht auch in Deutschlaub — al» EHasan und Schachet ei-gagtren ließe. Darum wäre e» wohl nicht zwecklo«, wenn Ihre „Wochenschrift'' diese Notiz mittheUte. Der Mann heißt: Mendel Lazarus. Hrüßromt, 3. Decbr. Heute verhandelte da» hies. Schwurgericht über den 34 Jahre alten Schneidergeselle» Anton Wagner von Westerhofen, wegen Fälschung einer öffentliche» Urkunde und Betrug«. Am Sonntag den 17. August kam W. nach Tübingen, wo er auf dem Holzmarkte mit mehreren reisendett J»raeliten zusammentras, welche ihm mittheUte«, daß sie eine llatersiützung au» der i»r. Eentralaruienkaffe bei Leop. Hirsch, deffe« Sohn Kassirer derselben ist, in Empfang nehmen werden. Der Angekl. gab sich nun ebenfall» für einen Israeliten au» uud schloß sich der Reisegesellschaft an, so daß er al» Letzter in da» Zimmer Hirsch'» mit den Worten eintrat: „ein jüdischer Reisender". Auf deffen Frage noch seinen Papieren zeigte er ein Schriftstück de» Inhalt»: „Abrahain Rosenthai, Sitberarbeiter au» Prag, wird hiermit bezeugt, daß er seine Legitimationspapiere und sännntltche Effekten verloren hat und die,«« Autwei» zum Reisen so lange gebrauchen darf, bi» er neue erhält Schwarzburg. Polizeibehörde." Dieser Au«- «et» erregte bei Hirsch Zweifel, den er dadurch zu beseitigen suchte,»daß er dem „Fremden" ein hebräische» Buch zum Lesen vorlegte. Derselbe wollte sich jedoch nicht prüfen laffe« wie ein „Schulbube" und »erlangte mit den Worten: „so. Sw zweifeln, daß ich ei» Sohn Israel» (*?>nsr *13) bi«?" seine Legitimation zurück. Hirsch verweigerte die Herausgabe und schickte zu gleicher Zeit nach der Polizei. Mittlerweile verließ der Bittsteller mit der Dnhung da» Zimmer: „jetzt gehe e r auf hie Polizei, er wolle sehen, ob er seine Sachen b-komme," war jedoch, al» Hirsch zu« Fenster hütanssah. spatst» verschwunden- Strolch netter »ach <tu__ che» beiden Orte« er ei» pa« Äfafei. und eine fllberne Uhr stahl. Der in Häälach---- verfolgte ihn jedoch und bewerkstelligte seine Bevhafttuttz' Neuhausen, von wo er an» Oberamtsgericht in Ztbingn e geliefert wurde. Al» er nun einige Tage nach de« oMgfl» Vorfall durch die Kronenstraße lransponirt wurde, rrk«Me sowohl da» Dienstmädchen de» Hirsch al» auch er selbst HW. Frentde» vom Sonntag wieder. Auf die sofort gemacht» zeige wurde jener Au»wei» einer näheren Prüfung unterzog««^ welche ergab, daß derselbe nicht von der Behörde in Schwarz»? bürg ausgesertigt war, wie auch der Angekl. cinrämate, i»»: dem er denselben in Bruchsal von einem Handwerksburjcha» erhalten haben will. Die Herren Geschworenen sprachen ihn sowohl der Fäl» schung einer öffentlichen Urkunde ai» auch te» Betrug» schuldig, nahmen jedoch bei letzterem vergehen milxrnde Umstände o». Der Gerichtshof verurtheilte ihn zu einer Zuchiha»»ftrafe »Mt . 3 Jahren 6 Monaten unter Hinzurechnung der von der Straf» kanimer de» K. Lreisgerichttzhof» in Tübingen gegen ch» »eg»« jener zioei im Rücksalle begangener Diebstähle erkannte» Zucht» hauSstrafe von 2 Jahren S Monaten. Amerika. S. New-York. (Or.-Sorr.) Sie haben in Rr. 4!» der „Wochenschrift" einen Artikel über „jüdisckw Gemeindeverhältniffe in Nordamerika" gebracht, der mich veranlaßt, Ergänzungen au« eigener Erfahrung hiuzuzufügen. Die Gemeinde „Ansche Ehesed" in Rew-Kork, Welche „fast^ spielitze Religion" betreibt, ist e», welche ihre« früheren Rad»' biner, l)r. M. MUziener, im Jahre 1SSS den Prozeß «achte, weil er anordnen wollte, daß der Sotte»>,icnst a« Sabbattz. mit Nischmath beginne, die Tora in einem dreijährige» Eye- lu» gelesen, und daß die Mi-Scheberachs anfhöre» sollte». —. Diese „Männer der Liebe" haben unaufhörlich ihrem brave» . Seelsorger da» Leben sehr bitter gemacht; — und netnuRf? Weil derselbe ein ehrlicher Mann ist I — Diese Gemeinde ist, e«, welche e» ihrem Rabbiner verargte, daß er Mitglied der in Phlladelphia versammelten Eonserenz war. — Und jetzt hat dieselbe Gemeinde — fast au» lauter bayerischen Evtpor» kömntlingen bestehend — sich den großen Reformatvr, de» Berfaffer de« „Minhag-Amerika", zu ihrem Rabbiner gewählt, um mit dem neu erbauten Tempel, mit dem Schön-Redner, mit dem „Minhag-Amerika" Geschäfte za mache», — schäfte, weiche der Präsideitt dieser Gemeinde zu betreibe» prächtig versteht. (Diese« Geschäft hat sich zerschlage».H. vor. Rr.) Die Gemeinde „Ansche Ehesed" sandte auch int verwi- , chenen Sommer eineit „Liebetboten" au», »er in Wlesbnden- " an. Orte de» Baden» und der Reinigung, sich eine« deutschest Prediger kommen ließ, um Probe zu predige« und di« An» L heit Gotte» zu erläutern, um zu hören, od der z» wählend» 1 Gelehrte auch ein praktischer Geschäftsmann sei. Daß diesem Herrn glänzende Versprechung«, genmchi und — nicht gehalten wurden, war zu erwarten, «eil: Jatt* sprechen und Nicht halten" --in Amerika gang »nd gäbe ist. Alle diese Aufstellungen der jüdischen Gemeinden in AmerR» sind nur al» „Schaumittei" uud nicht al» „Heilimtitgämittel" pt betrachten. Sie schmücken chre Tempel al» „tichtnp» senster" au», um Kunden zu locke», »eiche Mitglieder auch nur „Sitzhalter" werden solle«. Die größeren Gemeinven, die de» vr. Adler »ab Dr. Eiahorn, machen tticht so viel von sich rede», noch,__ »icht so häufig mit chren Kuitu»beamten, schreie» »ichtfat ber,^ jüdischen Presse über überfüllte Hänser und rühme» nicht -istr« J? Prediger und Eantore», well gediegene Dinge sich vv» s«W Mhme», und nicht der Klang, sonder» der taten Aoighs^ ür die Münze maßgebend ist.? * Rew-Aork, diese« neue Babel, hat aber auch „altWodtschü' Synagogen" und Hirten. «er kennt nicht he» heiligen im «och»»