Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 50.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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i lf «r» der Ißersammlnng Me -ntsch?tleedmfliii, ob sie Mit ihm oars» über«« stimme, daß Her Aedeeßtzns, der diesjährigen Beiträge nicht direkt zu Knecken der russischen Inden verwendet, sondern zunächst an di« Tentralkaffc abgrführt werde. Es würde sich al» ralhsam «weis.ii, um die russische Angelegenheit nicht in» Stocken grrnthen zu lassen, daß da» neu zu erwählende Comite mit den Männern, di« sich in dieser Angelegenheit besonder» heroor- Hethan, in Berathung trete, um dem Central-Comite Vorschläge behuf» einer durchgreifenden Thäligkeit in dieser Sache zn machen. I» der neu eröffneten Debatte ward zuerst Zweifel über da» formelle Berhällniß de» hiesigen Zmeigverein» au»gedrückt, da man ja gar nicht wisse, wie mir eigentlich ständen. Die Erwiderung lag nahe, indem die Delegirtenversammlung f. Zja selbst beschlossen hatte, dag, fall» da» Centraicomite die gemachten Vorschläge nicht acceptire, Alle» in statu quo verbleib« Im Ganzen herrschte, im Gegensätze zu der Versammlung im Mai, ein versöhnlicher Ton vor; da» Resultat der SMfaU« war da» Ergebniß, dag von keiner Seite eine Trennung beabsichtigt oder gewünscht wurde, daß aber von allen Seilen die Nolhwendigkeit empfunden ward, in Ueoereiustimmnng mit dem Centraicomite eine Organisation zu erstreben, welche den deutschen Mitgliedern den Einfluß auf die Verhandlnngen ermöglicht, der ihrer Zahl und Stellung gebührt. E» ward bann auch der Vorschlag de» provisorischen Comite'» angenommen: 1) für die Erweiterung der Mitgliederzahl der „All. Irr. Uuio." Propaganda zu machen. 2) da» Centralcomite über die mißverständliche Auffassung oer hiesigen Bestrebungen für eine bessere Organisation, al» sei damit eine Spaltung beabsichtigt gewesen, anfzuklären. Da» bisherige provisorische Somit« ward einstimmig destusttv wiedergewähltt und durch Reuwahl von S Mitgliedern verstärkt. Möge der Geist der Versöhnlichkeit und der Verständigung, welcher in dieser Versammlung herrschst, auch ferner in nnserm Vereine walte»! vD. K. Vrrslau, 18 Dezentber. (Nekrolog.) „Weint, weint t" um den, der au»gezogen und »immer kehrt in seiner Heimath <r Landl" Eine fromme Familie i» Israel hat den einzigen .' Sohn, da» jüdisch-theologisch« Seminar eine» seiner wackersten 5'f ■ Schüler verloren.- V Israel Gestetner wurde heute, am vierten Lhanu- V kaiage, auf dem jüdischen Friedhof zu Bre-lau zur ewigen Muht bestattet, im süufundzwauzigsten Jahre seine« Leben», >. tm sechsten seiner theologischen, an, End« seiner atadeniischen Laufbahn. E» mochten e« Biele nicht glauben, die ihn ge- >/' kannt haben, de» leben»voüen» in der Vollkraft der Jugend «ad Gesundheit stehende» herrlichtn Menschen, und doch ist e» . *j wahr, Gestetner ist todt. Wa» sein« Freund« und Bekannt« »ichl für möglich gehaüen haben, e» ist rlngetrrten, der Typhu« - - ' hat chu hingerafft. ' Bat« und Schwester waren au» Raab in Ungarn, seiner #t Heimath, an sein Krankenlager herbeigeeilt, di« Mutter zurücki:. lassend in bangend« Pein. Von dem One, da ihre Hoffnungen blühten, nehmen sie nur da« Bewußtsein mit, in der nnsopferubstrn Hingebung Me» darangesetzt zu haben, ihr ' Bost«» zu retten. Weh, e» war umsonst! I*; Und st« waren gekündet, diese Hoffnungen. Man hat s,- «» an seinen letzten Ehren sehe« könne«, wa« d« Verstorbene ' war. Schmerzerfüllt folgt« seinem Sarge die groß« Zahl Mm, dir er bet seinem Leben in BreSlau sich zn Freunde« \.y gemach« hatte. Zu Freunden! Den« Freund mußte chm jg?„; worden, wer ihn kannte, de, guten, lieben Menschen. Kind«, U*: seine Schüler, weinten an feine« Sarg« uud greisen Männer» M Thrü»» rvle, i» den weiß«, Bart, al« sein Freund vr. «deilf Scknar^ der zuerst in BreSlau chm al» Freund rntgegenkam, ihn die Trauerrede hielt. Lebensvoll, gesundheitsfrisch, so wird er un» vorschwebe« in der Erinnern ng, so wird sein Bild fonleben im Geiste derer, die ihn kannten. Rührig, thatkräitig, arbeittfroh, da» ivar er, wo e» »alt, rin Gute» zu leisten, einen Freundschaftsdienst zn erweis,»; hülfreich beizuspringen in jeder Lag«, wo man sein bedurste, da» war ihm Pflicht, Brbürfniß, Beruf, da heischte er keinen Dank, ihm fehlte selbst da» Bewusstsein, daß er Dank dafür verdiene. Er hatte ein große« Heiz, in dem auch Raum war für Anderer Leiden und Fr>:uden. Wehe, daß wir sie ihm so bezahlen mußten, die Theilnihme, die Liebe, die er für un» Alle hatte. Und bleibe» wird er in unsnem Gedächtniß al» ein Charakter. ganz unt> niakello». Bieder war er und treu, in ihm war kein Falsch. Er verstand r» nicht, mit sein« Meinung verständig hinter dem Berge zn halten, wo freie Aeußerung einem Manne zemte. Er war von großer Gesinnung, voll edler Begeisterung, er war ein Mensch, der für etwa» lebte, er hatte rin schone- Ziel, dem er nachstreble mit sein-r ganzen Kraft. Er war ein GemüthSmensch. wie e» deren eben nicht viele giebt Er konnte an da», wa« er eben wollte, etwa« setzen, seit Herz war dabei, sei» warme» Herz. Und so Haie er denn zu seinem Berufe da» Beste mitgebracht, den inneren Beruf. Ein Menich von ideal« Gesinnung. von q,.ellendem Gemüthe, voll der tiefsten Sittlichkeit und edelste» Frömmigkeit, war er so recht dazu geeignet und geschaffen, >eeeinst ein Lehrer und Führer sein zn kennen in Israel. Je, e höchste Blüthe reiner Seelen, di« wahre Frömniigkeit, die ein» ist mit echter Duldsamkeit, sie war sei» Schmuck. Am Zndenthum hing er mit der ganzen Kreft seine» liebenden C^müthe», dereinst in ihm wirken zu kiinne», war seine Sehnsucht, sein Ziel. Darum trugen sein« Studien den Charakter cm« gewissen Weihe, ei nahm e« ernst mit seinem Streben, er ivußte, daß er sich auf ein Große» vorbereite. Wie sein Lebenüsaden abgerissen wurd', so ist seine Erstling-ardeit, mit d« er vor die Oeffentlichkeit treten wollte, abgebrochen vor der Vollendung. „Die L.uellen der Chronik" waren der Gegenstand seiner Untersuchung, der er mit Fleiß und Lieb« sich hingegeben. Von kleineren wissenschaftlichen Arbeiten, deren Ausführung die Arlreit späterer Jahr« hätte sein solle», hat man in seinem Nachlasse eine stattliche Anzahl vorgefunden. Al» sollte >r einmal noch all' dt« Wonne und Beglückung einsaugen, die dem guten Kinde der Anblick der geliebt« n Eltern bot. hatte rr die letzten Sommerferien in der Heimath zugebracht. Auch seinen ehrwürdigen Großvater, den greisen Rabbiner von Neusatz, hatte er da besucht, an de.» er mit der ganze» Verehr» rg hing, deren sein reine« und liebevoll«» Geinüth so voll und reichlich fähig war. Wie hätte der Grei» e» ahnen könne», ihn werde noch dt» Kunde vom Tode seine» lebensvollen Snlel« treffen! Und al» sollte er noch vor seinem Scheiben da» gelobte Land der Verheißung, die ersehnt« Freude seine» angestrebir» Berufe» sehen, al» sollte c» ihm einmal wenigsten» vergtnnt sein, die Frücht« seine» Fleiße» im Heimathland« zu entfalten, hat er von den Kanzeln der G.meinde» Neusatz un». Raab sein belehrende» Wort vor seiner Rückkehr in di« Fremde verkünden können*-. Der Dank nuo die Anerkennung seiner Hörer war ihm eine froh« Berhnßung für die Zukunft, die leider für ihn nicht gekommen ist So hat ihn denn der Tod auch in der geistige» Vollkraft der Jugend getroffe t, und leben wird er i« der Erinnerung derer, di« ihn gekannt habe» in blühender Jugend «in wackerer, «in guter, ei» gan^r Mensch. , ,. , t , In de» v ättrr», in denen jüngst »och fern lebeadige» Wort sich vernehmen ließ, soll heut« sein Tod gemeldet «er- Berat t)»ch«->lchnft Ar. 47 unter Ana». Di» Aedaetian d» u ttbrt „BltrraturiUtt” Y«rL« „dm. HrtthmrsterSenen «tuen treuen, gelehrt,» »ldnüber. frkt cheri träft« 8. f<*M* hü»*!-4— «"»«Mri*» m» zohtoüche» «rrnUel