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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 49. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 49.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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trrg t)M Herrn Stlber»a«n t» sei»«« .Zamaggid an»grspeochm und erörtert worden ist, und daß ich «»r auf dieselbe tzi«gewiesen und daran einige vorläufig« Andeutungen Geknüpft habe. Russische Blätter berichten über Judenverfolgungen, welch« 1» ben letzte» Tage« im Souvernement Podolien stattgefunden haben. Auch diesmal waren, ähnlich wie i« Jahre 1871 in Odessa, di« Griechen Urheber derselben; der Hauptanführer der griechische» Horde, welche an der Verfolgung der Jude» i» Ternowka, de« Bezirkes Gajsiu, theilgenomme» hatte, war der dortige Gutsbesitzer Panagi Theocharidi. Diesmal gingen jedoch die Juden aus dem Kampfe als Sieger hervor. Auf beiden Setten gab e« einige verwundete. A« 14. v. M. fand in Odessa dtt Echlußverhandiuug gegen einen Königen Inden wegen Religiousspötterei statt. (& Rr. 45.) Dir Verhandlung fand bei verfchloffenen Thüren statt, und einer der als Sachverständigen vernommenen Aerztr, ein gewiffer vr. D., ereiferte sich in seiner Ärztliche«- Erläuterung derart, daß er den Beschuldigten einen »Fanatiker" nannte. Bon dem Präsidenten befragt, was er Unter de« Worte „Fanatikerverstehe, konnte dieser Herr Doctor keine nähere Erklärung geben. Erwiesen ist, daß der Beschuldigte stet« an Schwachsinn gelitten; nichtsdestoweniger wurde er hart verurthellt, zu — zwölfjähriger Zwangsarbeit. Sk««L»te« T. Verlad, 25. Rovemb. (Or.-Lorr.) Morgen wird in Bukarest die Kammer eröffnet werden; von der jüd. De- Mtation hört «an kein Wort. ES stehen Kämpfe in Betreff der Eonstitutiou in Aussicht, Oesterreich drängt auf Feststellung gewiffer Punkte, und Lndraffy spielt jetzt eine bedeutend« Xoüe für Rumänien. Die Opposition der Kammer wird nicht aachgebru, und so steht Auflösung und Neuwahl in ziemlich sicherer Aussicht. Der Metropolit von Jaffy, ein Auhängrr Kusa's, war bei de« Tode desselben demonstrativ ausgetreten und hat de» Unwillen der Regierung auf sich geladen. Die Synode zu Bukarest hat ihn für adgesetzl erklärt. Dagegen protestin er, nimmt weder den Abgesandten der Synode noch das Absetzungsdecret an, er behauptet — und wohl mit Recht — de« Metropoliten von Bukarest und der dortigen Synode nicht nur nicht untergeordnet zu sein, sondern an Rang höher zu stehe». Das Weitere gehört nicht hierher, ich erwähne den Zwischenfall nur, weil eine Absetzung des Metropoliten zu Jaffy für die Juden bedauerlich sein würde. Er ist nämlich, i» Gegensatz zu seinem College» in Bukarest, «in toleranter Geistlicher, di« Juden in Jaffy haben es zumeist ihm zu verdanken, daß sie von Besrolgunge« ziemlich unbehelligt geblieben find. Vermischte und neueste Nachrichten. Schänedeck (bei Magdeburg), 11. December. Hier ist gestern rin« graufige, bei Juden höchst seltene, That verübt worden. Ein seit mehreren Jahren verheiratheter, früher in Magdeburg wohnhafter Jsraelü, der mit seiner Gattin in unglücklicher Eh« lebt« — der Sühueoersuch war erfolglos geblieben, und di« Scheideklage ringeleitet —, ein aufgeregter, brutaler Mensch, suchte mit seinem Schwager, dem brave» und ehrenhaften Ernährer seiner Familie, zu öfteren Malen Handel uud injuriösen Wortstreit. Heute Morgen trat er sogar, mit Terzerolea bewaffnet, dem Letzteren entgegen, und sA»ß, nachdem di« erste Kugel an der Hosenträgerschnalle abgeprallt war, eine zweite auf denselben ab, di« durch die vorgehalteu« Hand bi« tief in de» Ellenbogen eindraug. Der Getroffene saut zu Boden, der Mörder hielt ihn für getödtet, und schoß sich alsdann eine Kugel durch die Brust, die ihn schort tödtet«. Rach eingeholtem Gutachten vom Rabbiner zu Magd«- . bnrg findet die Beerdigung dieses Selbstmörder« »ch f S45 > des Jore Deah statt. Mildernde Umstände find nach de« vorangegangenen Mordversuche ausgeschlvffm. Di« israelitisch« Religionsgrnoffenschaft hat gewiß keine Verpflichtung, et» solches chre Religion schändendes Endject mit den übliche« Ehren za bestatten, sie ehrt sich selbst, wenn sie jede Gemeinschaft «it desselben wett von sich weist. Fraikfnrt a. M. Herr Joseph Kohn-Zedek an» Lemberg hat sich hier niedergelaffen, und beabsichtigt eine hebräische Monatsschrift (Or Thora) herauszugeben. Der Prospekt»« ist bereits erschienen und verspricht viel Schönes nn» Nützliches. Möge es dem Herausgeber an der einen hebräischen Zeitschrift doppelt nöthigen Unterstützung nicht fehlen. Herr Rabbiner S. R. Hirsch hat eine Broschüre gegen dtt Mckower'fch« Schrift, über die Gcmeindeverhältaiff« der Juden in Preußen, veröffentlicht. Air»«. In dem offenen Sendschreiben des Herr« vr. Philippsohn in Bonn (stehe A. Z. d. I. Nr. 48) an Herr» Latker heißt es wörtlich: „Da Sie nun in de» neuerwählte» Hause daS einzige Mitglied jüdischer Religion sind u. s. w.- Wir muffen dagegen bemerke«, daß unsere Stadt auch eine« Glaubensgenossen, Herrn Wahrburg, ins Abgeordnetenhaus gewählt hat. (Derselbe hat sich der Fonschrittspartei angeschloffen.) Tun». Der Borstand der israelttischen Gemeinde hat sich an den Stadtrath gewendet, um zur Vollendung der groß» artig angelegten Synagoge eine Subvention zu erlange«. Di« zu dem Zweck« jetzt noch erforderlich« Snmme ist auf ein« halbe Million Francs veranschlagt. Der Stodtrach hat eine im Prinzip günstige Antwort rrtheilt und dtt Bewilligung eine» erhebliche« Beitrags au zwei Bedingungen geknüpft: erstens, daß dtt bisher vollendeten Theile des Baues nochmal« durch Sachverständige geprüft und. für geeignet zur Fortführung des Wertes erklärt «erden; zweiten«, daß dtt über dtt städtische Subvention hinaus noch trsorderlichen Gelder bereit gestellt werden. (Ed. JSr.) Rheftus. Dtt Auswanderung von Israeliten ausNfaß- Lothringm nach Frankreich vergrößert dm Bestand mancher bisher kleinm französisch-jüdischen Gemeinden. Z>r dieser ge» . hört auch Rheim»; es ist daher dtt Rede von der Gründung eine» Rabbinats in dieser Stadt, zu deren Sprengel dann auch Epernay gezogm «erden würde. L»nd*n. Der Erzbischof von Cauterbury, Primas von England, hat, wtt das „Jewish Chronicle" erfährt, in Beglettung seiner Familtt die von Sir Mose« Montefiore zn« Andenken an seine Gattin gestiftet« Rabbinerschutt (Bech hamidrasch) zu Hareson in der Nähe von Ramsgatt besucht, vr. Löwe, Dttrctor der Anstalt, führte den Bischof durch das Gebäude und überreichte ihm ein Exemplar der Statutm der Anstalt. Al« Erfrischungen verabreicht wnrden, benutzte der Erzbischof dtt Gelegenheit, einen Toast auf Sir Moses aus- , zubringen. Csnßankinsptl. Das ComitS der „Allg. tsr. Uni».* theilt dtt Informationen mit, dtt es in Betreff des an dm drei iSraelitischm Hausirern in der Näh« von Damascns be- * gangenei, Morde» erhalten hat. Derselbe fand nicht weit von den Dörfern Kanakir, Zakä und Mazraa in einer Höhle statt; der Gouverneur von DamaScu» schichte auf dtt Nachricht : hiervon sofort Soldaten hin, welche dtt verstümmeltm Leichen - der Gemordeten, ihre mit Blut getränkten Kleidungsstücke und zerstreut umherliegenden Gebeine am bezeichneten Orte fanden, /. diese Reste sammelten und nach der Stadt brachtm. Rn» den drei genannten Dörfern wurden je zwei Schecks mrhastet und trotz ihrer Leugnungen in» Gesängniß gebracht, wo V? sie auf Befehl de» Gouverneur» so lange bleibm sollte«, Mf .j sie dtt Schuldigen augegebm habe» würden; dmuoch warm dieselben wttder entlaßen «ordm, als ste<uff driuaendm >o»

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