Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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fc# «M 6t fffc Haled-Pascha von Nene« verhaftet wurden. I« diese« Stndin» befindet stch diese Angelegenheit «och gegenwärtig. — »Ir«. Ehr." beklagt sich darüber, daß der englische Gesandte in Eonstantiuopel, Sir Henry Cllkvt, thätigen »ntheil an den versammln»-«» der Misftoaärgesellschaft dahier nimmt. In einer dieker Versammlungen gab ein Missionär Rechenschaft über seine SOjährig« Thätigkeit, »ährend welcher «» ihm gelungen sei, drei Juden zu taufen, wovon einer R seinem frühern Glauben zurückgekehrt und der ander« oerollen, daher di« Mission al« todt zu betrachten sei. Ron-Varf. Die Gemünd« Lasche Lheßed schaut, wie »an na» mittheilt, schon wieder nach einem Rabbiner au«; Herr Wiz« soll sich entschlossen haben, in Eincinnnti zu bleibe«. Feuilleton. Der B««er.') Heiß spiegelt sich die Sonne in den lehmigen Wellen, der, durch ha» Flachland Riederungarn» träge dahinsiteßeuden Theiß. E» scheint, al» ob auch sie da« Erdrückende der seit längerer Zeit herrschenden Hitze fühle, und ihr« Wanderung nur schwer und «ühstnn fortsetzen könne. Die an dem weit zurückgetretenen Äser stehende» Weide» lechzen nach Waffer. Der Boden zeigt jene für den L'auer so ominöfcn Sprünge und Risse; traurig »eigen Blume und Halm sich zur Erde, gleichsam, al» wollten sie de» Zustand derselbe« prüfen. Baum und Strauch find »erstummt, ihre Blätter flüstern weder Lbend» noch Morgen», — «» hat seit Wochen nicht geregnet. Hart an der Theiß, an einer Stelle, wo die Ufer näher anei»ander gerückt find, steht ein Bauernhof. Da» Wohnhaus ist klein, aber die Wände blinken im hellen Sonnenlicht wie Silber; zudem ist e«, in dieser Gegend eine große Seltenheit, mit Ziegel» gedeckt. Auch die andern z» der Wirlhschaft gehörige« Nebengebäude sind solid gebaut und rein gchalten. — An her »ordern Seite de» Hanse« zieht sich et» Obst- und Gemüsegarten hin, den« sich ein, dem trunkene» Gotte geweihte» Stück Feld anschließt, dann kommen die Ackergründe, auf denen reicher Segen steht. Ans dem Hofe seiner „Tauya" steht ein junger, kräftiger Wan», besten inederungarisch« Tracht eine auffallend« Reiniichfett und Feinheit zeigt. Lbgeitheu von dieser außergewöhnlichen Nettigkeit, hat auch da» Gesicht diese» Manne« nicht jenen, dem ungarische« Bnnern eigenthümlichen Schnitt. Der schwarze Vollbart, die gebogen« Rase und di« von buschigen Brauen beschatteten Augen deuten ans orientalische Abkunft. Einer der in der Rühe de« Bauer» arbettenden Knechte ruft z» diese« hinüber: „Sieh doch, Herr, kommt dort nicht da» Dodolo?***) Der Angesprochene antwortet nicht. Kummervoll haftet fein Luge auf der klare» azurblauen HimmelSdecke, an der nirgends ein Wölkchen zu erspähen ist. Und gleichsam als wollte die Sonne de» armen Menschenkindes spotten, spiegelt sie in einer Fata morgaaa eine prachtvolle Landschaft ab, tu der Alle» üppig grütt und blüht, während ring» um ihn her da» Pflanzenleben verschmachtet. Seufzend wandt« sich der Mann zu den hinter ihm stehende» Kuechnr: „Es wird heute wieder nicht regnen," sagte er. „Jtawn," erwiderte der (Situ von ihnen, „aber sieh, kommt dort nicht das Dodolo? Wenn es diesmal nur hilft!" *) Kn« de» in Nr. IS Ui „JüMschen Liter aturblatteä" besprochene«. ,»0zchtni«»,Nben Jahrbuch „Bet-Lmhea" so« Ignatz Reich. Reb. •*) I» Ftachland« Riederungarn« wandert bei «chattend« Dürr« «in t» achte» Lau» gehülds »ävchen von Hof ,u Hof. da«, während dessen vegteitrr sich än Kreis« um daSsett« bewegend «S vom Kops» bi« mit waffer begießen, «an Reg« fleht. Dies« Vitt« heißt: Dem Step entlang, der auf den Hof führte, kam eine Schaar junger Mädchen, in deren Mitte sich eine lebendig« Blätterpyramide bewegte. Lautlos, ohne Gruß traten sie ein und pofUrtti sich in der Näh« d«< Brunnen«. Ein junger Bursche schö»fte Waffer, und begoß da« vollständig mit Laub bedeckte um Regen flehend« Mädchen, während die Anderen in ihr Gebe« einstimmten. Reichlich beschenkt ging da» „Dodolo" weiter, um auch für Andere den Segen de« Himmel» zu erbütten. Sonder rarer Zufall! Am Abende desselben Tage« saß der Bauer mit vergnügtem Gesichte am Fenster und sah dem Spiele de« ktegen» zu. Die Knechte aber meinten: De» Regen hat da» Dodolo gebracht. Nahe um Mitternacht mochte e» sein, und dor Bauer saß noch imiuer am Fenster und blickte hinan» in die rabenschwarze Naiht. Ab und zu ging er einige Male st» Zimmer auf und ab, oder versuchte eS bä de« Scheine der «urtt brennenden Oellomp« in eine« Buch« zu lesen, aber er lehrte immer wieder gtrück und lauschte dem Plätschern de» Regen», der ein Segim war für All«, nicht nur für ihn. Plötzlich horchte er aus. Eiu Wagen fuhr in de» Hof. In Folge de» -durchweichten Boden» hörte er da» erst, al» dieser schon de» Hauie nahe war. Wer mochte wohl so spät bei ihm «sprechen? Die Lampe in der Hand, ging er, um den beieit» Einlaß begehren seu zu öffnen. In der Thüre jedoch blieb er sprachlos ftelien. Sein bleiches Gesicht zeigte jene Aufregung, die un» mit den Gedanken auch die Möglichkeit einer Sleußmmg derselben raribt. Ihm gegenüber stand ein Mann und ein Mäddlen; beide triefend vor Näffe, schienen nicht minder erschrocken al» er. Auch sie stauten den vor ihnen Stehende« wie eine unerwartete Erscheiiruig an. Der B<mer ermannte sich zuerst: „Ich habe nicht erwartet, daß Hirsch Leeb heute mein «Saft sei» wird. — Er sei willkommen!* •*)' Der Allgeredete, eine breite kräftige Gestalt, blickte de«. Sprechenden finster an, die Gluth des Zorne»' im Gef.chte, richtete er sich koch auf und, die Faust ballend, rief er: „Verflucht will ich sei«, wen« ich die Schwelle Ephraim Wals« betrete!" Sich an seine von Schauer geschüttefte Begleiterin wendend, sagte er: „Komm, Mirjam, wir wollen weittrfahrm!" Dem wich immer in der Thüre Stehenden den Rücke« kehrend, faßte er da» Mädchen an der Hand und ging dem Wage« zu. Rach wenigen Schritten jedoch sank Miisam lautlos zusammen. Da» Licht fallen lassend, war Ephraim mit eineni Sprunge bei dem Märchen, da» er in seine Arme nahm «n!> in da» Zimmer trug, wo er es behutsam auf» Bett legte, dann machte er Licht und wlckte die Magd und den nechr. Die Erster« sollte da» noch im ner ohnmächtige Mädchen in ein andere» Zimmer tragen und ihm die »ölhige Hilfe angedeihen lasten, der Letztere nach den Pferden de» Fremden sehen. Da di« schlaftrunken« Dieneriü seine» Befehl«« nicht schnell genug nachkam, that er da» Steif* ihr Anbesohlene selbst. Erst al» Mirjam im Bett« lag, üxrlieh er di« Ausführung seiner Anordnung ganz der Magd. Jetzt dachte Ephraim auch an de» Begletter de« Mädchen», er ging hinau» und fand diesen an einei Säule der Borhalle lehnend, die ihn nur nothdürftig vor dem Rege« schützte. (Forts, folgt.) „All«» sch*» »«fetMfm." Dieser »u»spruch fiel mir jüngst beim Durchgehen der Eidra Wajeze eia. Bater Jakob überschreitet die Berge Silead'S, komuü nach Hiran und trifft dort, ultra 'montso, Hirten — |>astores — macht ihnen eine« rationelle» Borschlag, bezüglich der ihnen anvertraute« Heerdeu, sie aber antworten: R^. „mir können nicht — non pawumu»." (Genes. XX X, 8.) fl». Roo. M S. Rem».