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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 49. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 49.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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fdf artt km Prqeß vrpchwa fa verbtadaag steht, «Kd die Gerichtlich« Uaterfuchuag in VLld« ergeben. Jtaliem. Laar». DK Linder des verstorbenen Prof. Desto Torr« Hobe« der Stadtgemeinde Eunco die Werke ihres Paters zum Geschenk gemacht. S« sind SS zierlich gebundene Boluinina. Der Gemeinderath hat jenen in den verbindlichsten Ausdrücken schriftlich gedankt und dk schöne Sammlung der Stadtbibliothek einverleibt, «damit man die Ausdehnung und die Mannigfaltigkeit de» Wissens bewundere, da« in jenen Schriften niedergelegt sei und erkenne, wie ihr Verfasser mit Recht verdien«, zu den berühmtesten Bürgern der Stadt Eunco gezählt zu werden." Bslsg«. Eine Abhandlung über die Tanzkunst ist jüngst hier erschienen, als deren Berfaffer rin Jude Ouxlielwo Pesarese (Wilhelm au» Pesaro) genannt wird. Da da» XV. Jahrh. als Absaffungszeit angegeben ist, bis jetzt aber als du ältesten Autoren über Tanzkunst Corsa (schrieb 1555) und Caroso (1581) gegolten haben, so dürfte es nicht uninteressant sei», zu erfahren, daß ein Jude schon geraume Zeit früher nicht nur Tanzmeifter, sondern auch Schriftsteller auf dem Gebiete der Ehorographie und sogar Erfinder mehrerer Tänze gewesen ist. wie au» dem erschienenen Werkchen unwiderleglich hervorgeht. — Prof Lasinio beschäftigt sich mit der Edition de« AoerroSs in der Ursprache mit Berücksichtigung der hebr. Uebersetzungen und der lateinischen Ueberlragung von de Balm,». Besonderen Werth erhält diese Arbeit durch Benutzung einer werlhoollen Modeneusiichen Handschrift, die einige Schriften dcs Aoerroü» in arabischer Sprache (mit hebr. Schriftzeichen geschrieben) enthält. (Educ. iSr.) Frankreich. Pari». (Bericht der Alliance J»r. Univ. für Oktober und November.) *) Neu« Mitglieder sind im Oktober 189, im November 644 ausgenommen, darunter aus Deutschland bzw. 114 und 479. — Der größte Theil der Berichte beschäftigt sich mit den Schulen der Alliance, im Ganzen entwickelt sich Alle» günstig, wenn auch im Einzelnen der Schwierigkeiten nicht weniger zu überwinden bleiben. Hr. und Frau Risfim Behar, Leiter der Schulen in Aleppo, sind aus Gesundheitsrücksichten nach Europa abgereift; der deutsche Eonsul, Hr. Picciotti daselbst, drückt darüber sein Bedauern au», weil Herr Rissim durch seine Geschicklichkeit, Lehrmethode und religiöse Gesinnung sich bei seinen Schülern wie bei deren Eltern die größte Liebe und Hochachtung zu verschaffen gewußt hat. Die Fortschritte, welche die Knabenschule in den ersten zwei Jahren gemacht hat, warm fast erstaunlich; ein Beweis dafür ist, daß es von dm armm Schulkindern, dk unentgeltlich die Schicke besucht haben, doch schon jetzt vkle gkbt, die sich in Folge ihrer Schulkenntniff« ihr Brot verdienen können. Der geehrt« Correspondmt bittet da» C.-Comitö, dieser Anstalt auch ferner seine Unterstützung zu gewährm und ihr sobald als möglich einm neuen Direktor zuzuschicken. Da» Cmtr.-Comils hat dies bereit» gethan. — Der Rath der Anelo-Jewish- Association meldet, daß er für dk Ackerbauschult zu Jaffa 1) eine Summe von 100 Pfd. Strl. votirt hat, die dem C.- Comitä sofort zur Verfügung steht, und 2) eine femere Summe von 100 Pfd. Strl., dk dasselbe erheben kann, sobald andere Vorstände von tSraelttischen Gemeinden und Bereinm ihrerseits zusammen 400 Pfd. Strl. für diesm Zweck bewilligt habm «erden. — Au» dm Ländern de» Elends liege« verfchiedme Berichte vor: Marokko. H. Etimne Scovaffo, Bevollmächtigter Jtalkn» zu Tanger, dm da» C.-Tomitö um feinm Schutz für die jüdische BevöUerung von Marocco gebeten hatte, schreibt, daß dk Mißhandlungen, welch« dk maroccanischm JSraelitm trotz der Decrek de» Sultan» so oft zu erleid» habm, ihn stet» *) Cin «u«|un an» dem Octeberterichte ist «,» Raummangel zu- «ückSeilieden, »ir fassen nun beide Mannt« tue» zusammen. tief gekränkt« habe«, und daß er bei verschieden» Seltenheit» de« Minist«' des Am hem von Marocco, Sr. Exr. Sid-Mohamed begreiflich zu machm gesucht hat, «K solche von gewiss» Gomxmmrm gegm dk JSraelitm geübtm Ungerechttgkeiten und GrausomkeiKn dem Sultan in der Mel mag der mropäischm Länder schadeten. Der französische Eonsul, Hr. Tissot, geht mit dem italienischen Hanl in Hand. Auch in Tetuan hat dk Nachricht vom Tode d:s Sultans die Judm in Angst versetzt. Da» Verhalt» de» spanisch» Conjul», Herrn Ramon Lon, war aitch in dieser Zeit über alle» Lob erhaben. Cr richtete nicht blo» Worte der Ermuthigung an dk israckitischm Rotabeln, denen er versicherte, daß sie auf ihn rechnm könutm, sondern er erwirkte auch beim Gouverneur tun Befehl, die Wachen innerhalb de» JudmquartierS zu vtrinerfachm, und ließ ausierdem 10 andere Posten außerhalb deff:lbm aufstellen. von l»eren Wachsamkeit er sich jede Nacht selbst zu über zmgen sucht«. — Der Rath der Anglo-Jewieh-Aawdation wird sich n<i: dem C.-Comitä zur Absendung einer Adresse an den neum Kaiser von Marocco verbinden. DK drei im Badehause zu Fe, verhafteten JSraelitm find am Borcbend des Neujahre» erblich in Freiheit gesetzt worden. Au» Diarbekir liegen Berichte über Mißhandlungen Seiten» der Kurden vor. In einem Dorfe in der Näh« fand folgender Vorfall statt: Die Synagoge bedurfte einiger Reparaturen, die Gemeinde ließ sie machen, kaum waren jedoch dieselben beendigt, als die Polizei erschien, den Tempel zuschloß und die Schlüssel an sich nahm unter dem Porwande, daß man die Erlaubniß der Regiemng zur Vornahme nicht ringebolt hal»e, und dieser Grund reicht hin, daß der Tempel mehrere Morale lang geschlossen bleibt, bis man der Gemeinde genug Geld auSgepreßt hat. Man hofft von Eonftantinopel au» Abhülfe für diese und ähnliche Beschwerden zu erwirken. — Rumänien. Generalconsul Peixotto bittet um eine Sammlung »er die Israeliten betreffenden französischen Gesetze, da er hofft, daß die rirmänischen Kammern in der nächsten Session sich mit der Reorganisation der israelib.schm Gemeinden de» Lande» beschäftigen werden. Au« Tunis berichtet ein Correspondent Traurige» über die Lage der dortigen Juden, dagegen wird au« Tripolis und DamaScuS berichtet, daß die Justiz endlich gegen Mörder von Juden einfch reitet. Hr. Di. Schwarz au» Cöln schreibt, daß wegen des Umfange», ten die Angelegenheit der russischen Waisen in dieser Stadt genommen hat, und wegen der großen Kosten, die für da» dortige Local-Comite hierau» entstanden sind, ein Zuschuß Seiten» de» Central-Lomite» nothwendig geworden sei; dieser Zuschuß, der 700 bis 800 Thaler jährlich betragen müsse, solle auf da» Jahresbudget der Alliance gesetzt werden. Jedenfalls bittet derselbe für Milte Oktober er. um die Summe von 400 Thalern. — Letztere Summe wird gewährt; wc» den anderen Theil de» Vorschläge» de» H. vr. Schwarz betrifft, so wird da» Eentral-Comite denselben einer neuen Berathung unterwerfen, sobald e» den Aufruf, den es in Angelegenheit der westrussischen Israeliten vorbe reitet haben wird. (ES darf hierzu bemerkt werden, daß dk ganze Angelegenheit wegen der zweckmäßigsten Unterstützung und Unterbringung junger Leute (zunächst Waisen) au» Rußland erneueler Berathung unterliegt, und daß darüber recht bald Räliere» mitzuthetkn sein wird.) Endlich heißt es noch in dem Novemberbericht: „Hr. vr. Treuenfel» in Stettin ist mit Hrn. vr. Nürnberger einverstanden, daß man die HilfSthätigkeit für dk russischen Israeliten fortsetzen müsse. Derselbe setzt die Zweckmäßigkeit dir Gründung eine« israelitischen Hospitals in Königsberg auseinander und meint, daß da» C.-Somit« zu dieser Gründung noch mehr durch moralische al» materielle Unterstützung beitragen könne" In v-jtehung auf dKK Notiz habe ich zu bemerk», daß dk Idee der Nothwmdlgkeit eine» Hospital« in Königs-

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