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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 49. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 49.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Opm «tfgehött. — Der Fortbestand der Gott^lehrr nnd de« DoUesgebote« ist über unsere Zweifel und vedruken hinaus Gesichert. Wer an jene glaub», der zweifelt nicht. Wodurch die Reaktion. di« nothweadige. nun herbeigeführ» werden w.rd ’S »Da« verborgene ist de« Ewigen unsere« Gott«»." Aber für un« giebt die Vergangenheit offenbare Lehren. Wer zwischen den Zeilen — nicht Viesen unsere» - Zellen, sondern in den vitcher» der Geschichte — ju lesen versteht, der wird «an»« stnden, dt« für unsere Zeiten paffen »ad, wie Eingang« gesagt, den Zusammenhang mit dem vortgen Leitartikel nicht unterbrechen. Berichte uud Torrespondevzeu. De»1schla>d. Kreukfntt a./M., 8. Dec. (Or.-Eorr.) E« ist schon vielseitig der Wunsch ausgesprochen worden, Herr Prof. Gr ätz «gge die verbefferungen und Zusätze, die in der 2. Auflage einiger vände seine« Geschichlswerk« sich befinden, in einer besonder« Brochüre ediren. Wenn man bedenkt, daß so viel« vesttzer diele« epochemachenden Werke« materiell nicht im Stande find, die neue Auflage anzutaufen, andererseil« aber such böswillige Kritiker absichtlich diese verbefferungen ignottren, so ist diese« verlangen, dem wir hier Ausdruck geben, tu jeder Hinsicht berechtigt, seiner endlichen Au«sithrung eut- «geuzusehen, um so mehr, da diese Arbeit für den vielbeschäftigten Selehtten nicht so zeitraubend ist. (S. Brirfk) Fnlnstadt (ProviUz Posen), 4. Drrember. (Or.-Eorr.) I» den letzten Stummer« der »Posener Zeitungbefinden sich «trderhott Berichte über Wahlen, besonder« über Stadtver- «rdnttenwahlen, in welche« di« Korrespondenten dieser vericht« sich in »deutlichen Worten" darüber aussprechen, daß die jüdtsthen Bürger der betreffenden Städte mit den Katholiken «der auch Pole«, wie an den betreffenden Stellen gesagt wird, Hand in Hand gegangen und so dt« Wahlen zum Rachiherl der Deutschen — bit Juden werden al« autzerdeutsch hingestellt — ausgrsallen find. In dem vericht von Wreschen heißt e« wörtlich: »Unser« Juden haben gezeigt, daß ihre dentschen Gesinnungen nicht weiter gehen, al» e« da» Geschäft erlaubt." An« Schroda wird Arhnliche«, wenn auch verblümter ausgedrückt. In der Thal läßt c# fich nicht leugnen. daß in diesen Berichten etwa« Wahre« enthalten ist. Kompromisse zwischen Katholiken »nd Juden find in vielen Städten zu Stand« gek mmen und dadurch der Sieg der protestantischen Partei entzrgen worden. Allein di« Herren, welche sich jetzt darüber Hektaren, haben vergessen, daß, so lange Protestant und Katholik »friedlich beisammen lebten", der Jude in seiner Eigenschaft al« Bürger einer Stadt benachtheiligt worden ist, und jetzt, wo ihm die Gelegenheit geboten wird, fich mit Hülfe der Katholiken diese« Recht zu verschaffen, er natürlich zugreift. Ein jüdischer »Stadtrath" oder auch nur »Stadtverordneter" war noch vor nicht langer Zeit eine seltene Erscheinung, besonder« am »kleinstädtischen Himmel." E« wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um „den Juden" vom »grünen Tisch" her Commune fern zu halten. Jetzt aber, wo die Katholiken sich von den Protestanten »au« bekannten Gründen" abgesondert, verbinden fi« sich mir den Juden, uin vereint eine Majorität zu erzielen. Ob dt« Juden gut daran thun, den sich ibnen »gerade jetzt" nähernden Katholiken sich anzuschitezen, halten wir un« nicht für competrnt zu entscheiden. Den bekannte» Vers: Quid quid id eat, timeo Danao« et dann ferentee, möchten wir unser« Glaubensgenosse» aber doch ins Gedächtntß rufe«. 8. P. ftifa, 8. idee. Dt« »Kölnisch« Zig." und di« »Bonner Ztg." find weg«» Abdruck« eine« Artikel« über da« zu stheidt (Sieg-Kreis) stitttgrfnndene jüdisch« Begräbnis, wobei von de« Katholiken de« Dorfe« Unfug getrieben worden sein und besonder» der dortige Bicar Ungehörigleiten verschuidet haben sollte, von dem betreffenden Bicar, Nicola»« Hadeler, wegen Verleumdung gerichtlich belangt worden. Auch gegen Ine jüdischen Leidtragenden, welch« jenen Artikel Unterzeichnete», hat der Bicar da« gerichtlich« Verfahren beantragt, welche» denn wohl da« W«tl :r« ergeben wird. (Fr. I) Kassel, 4. Dec. Am iS. November tagte in Bebra «in« Versammlung israelitischer Lehrer de» Regierungsbezirk« Kaffel zweck« Veralhu lg zweier Petitionen, wovon die ein« c n da« Eultu«'Mtnis»e>ium, die andere an da« Abgeordnetenhaus gerichtet ist. E« kauien folgend« Punkt«, die auch theilweise den Kern gedachter Petitionen bilden, zur Sprach«: I) Die israelitischen Lehrer de« Regierungsbezirk« Kassel würden mit: Freuden dt« Zeit begrüßen, wo da« Prtncip der confessioasloien Schul« allgemen durchgesührt würde. 2) So lange aber die konfessionelle Schule noch besteht, fordern die israelitische» Lehrer de« Regierungsbezirk» Kassel, da sie dem Stctat« in gleicher Weise wir ihre christlichen College» dienen, und da der Staat dies.'lbcn Forderungen an sie stellt, daß auch dieser nach dem Grundsatz« »gleiche Pflichten, gleiche Rechte", sie bezüglich der letzteren mit den christlichen Lehrern gleichstell«. S) Di« i«raeliiischen Gemeinden de» Regierungsbezirks Kaffel «üffen au« ihrer Schlaffheit herau«treten, um ihren «Schulen die volle Gleichberechtigung mit denen der anderu Eonfessione» zu erhalten, bezw. zu erringen. 4) Wenn der Staat die protestantische oder katholische Schule, wo dies« neten den Ortsschuien be tehen, anerkennt und erhalten hilft, so ist er auch verpflichtet, die israelitische Schule anzuerkennen uud erhalten zu helfen, ö) Man einigte.sich darüber, di« Kreis- Vorsteher de« Regierung«brzirk« zu ersuchen, da« Reä,t ihrer Gemeinden beim Abgeordnetenhaus« geltend zu machen. Hoffen wir, daß dies«»» an geeigneter Stelle Gehör find«. (Fr. I.) Stuttgart. Bon hier wird der »R. F. P." geschrieben: Bekanntlich finden e» selbst Borstadtbühnen obscurst«: Sötte geschmacklo», jene Judenhetzen, welche hie und da von einer Pöbelmaff« noch in Scene gesetzt werden, auf die Bühne zu verpflanzen. Die Stuttgatter Hosbühne jedoch findet e« nicht unter ihrer Würde, di« gemeinste» Leidenschaften zu erregen und so auf den Brettern ein« Fortsetzung jener Exceffe zu bieten, welche sich im vorigen Frühjahre in der Stadt auf offener Sttaße abspielten und di« im ganzen gebildeten Deutschland «iil so traurige« Aufsehen hervorgerufen habe». Nach Briefen, die un« au« Stuttgart zugehen, wurde auf dem Hoftheater bei eil em »Ballet mit Gesang «nd Dialog" auch ei» Gründer vorgeführt, und — Terpsichore, verhülle dein Haupt \ — t« mußte natürlich ein Jude mit der üblichen Ai'lernas« dazu herhalten. Dieser Gründer wird selbstverständlich zur ewigen Hölle verdammt, und die Gallen« johlt bei dem noblen Final«. Man mag nun über Gründer und Adlernase« denken wie nur» will — e« ist und bleibt ein tadelnswürdige« Beginnen, gegen ein« bestimmt« Eonfession zu hetzen und dazu noch da» Theater für solche brutale Zwecke zu mißtrauche«. Man ist im besseren Publikum Stuttgart« über die'«» verhalten der H o f düh n« allgemein entrüstet und beklagt Ixn Verfall eine« Institute«, da« oft ei« Repertoire von Possen und Schwänken Hat, welche absolut für eine Hosbühne urpassend und höchsten« im Stand« sind, einige» Darstellern Gelegenheit zu den abgeschnlacklesten und prooocirendsten Masten zu gebe» Metz. Wir brachten vor einiger Zeit einen Vorfall zur öffentlichen Kmntniß, der geeignet war, die Verwaltung de« hiesigen israelitischen Hospital« in ungünstigem Lichte erscheinen zu lassen, (s. Rr. 46.) Einem in sehr hinfälligem Zustande befi idltchen deutschen Inden war die Aufnahme in di« Anstalt v-rwetgett worden, und glaubt« man daran« folgern zu dürfe», daß die Verwaltung de« Hospital« nationale« voreingeitommenhrite« Einfluß auf ihr« Entschließung ge»

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