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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 49. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 49.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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S Uigr, «ft ftefftoflMKiU «itb hente nicht gegen «nser« Rr- \ geimpft, kein syrisch,« Heer, überhaupt keine staatlich« Macht steht hent mit den Gesinnungsverwandten jener Helle- »ist«« t« Bund«; dagegen ist dt« Zeitstrgmung, der geistig« Apparat, mit dem die obwaltend« Rtchtnng der Gegenwart da» jüdisch« Rellgionsgesetz bekämpft, mächtiger al« damals. Und gerade »er Umstand, daß hente kein Lntiochn» sein Schwert in die Wagschale wirft, daß sein Machrgebot nicht ,whr vor di« Dahl zwischen Söttoranbetung oder Tod stellt, bißt offenbar vielen ihr Thun «nd ihr Untertassen in eftnm »«schuldigeren Lichte erscheinen. Doch sehen wir zunächst von den Parallelen ab. Bald nach dem /kriege, ja wohl noch «ährend desselben, müssen di« n»eit fortgeschrittenen und fortgerlffenen Hellenisten umgekehrt f-rin; wir finden kein« Spur von erheblichem, d. h. zahlreickum Abfall derselbe» zum Heidenthum, und es ging au« den Klampfen keine Spaltung, kein Schisma hervor. Inwiefern die bald nach den /kriegen sich deutlicher sondernden s g. Sekten der Pharisäer k. k. unmittelbar au« den Gegensätzen, melche zur syrischen Verfolgung geführt hatten, hervorgegangen sind, ist nicht mir Gewißheit zu ermitteln; e» steht aber um so sicherer fest, daß auch jene Sekten einander nicht wie zivei „Qoufcfftontn" betrachtet haben. Eie bekämpfte» einander schulmäßig, mit Gründen und Schrifterklärungen; erst al» di« zwischen ihnen bestehenden Differenzen zu politischen »ad Herrschafts-Fragen geworden waren, wurde die Spannung »nd Spaltung schroffer. Da» gehört aber jedensall« späterer £rit an, und jener ZelotiSmuS, der zum Untergange Jerusalem« so viel beigetragen hat, ist noch jüngeren Datum«. Die Chaasidim Harischoniin, die alten Frommen, di« den /kanipf gegen Antiochu« ausgenommen hatten, sie habe» jedenfalls fr!« irregegangenen Brüdern auf de» Toleranteste di« Hand geboten, haben sie nicht von sich gestoßen. Nicht nur in Alexandrien, in Egypten überhaupt, sondern in Palästina selbst bestanden hellenistische Gemeinden fort, freilich in einer anderen Form de« HelleniSmu«, der man Hinneigung zum wirklichen Heidenthum nicht niehr vorwerfen konnte — aber in der Beobachtung de« Gesetze« waren doch auch diese weit laxer al« die Peruschim in Palästina und Babylon; wir wiffen, daß viele damal« di« Schrift allegorifirten und sich für da« praktische Leben von ihren Gesetzen di-pensirten. Aber trotz alledem sprach man nicht von zweierlei Jude«, dachte nicht daran, „das Tafeltuch zwischen jenen und sich zu zerschneiden, «>it beiden Händen zu verstoßen." Selbst die Anhänger de« LniaStempels, der doch ein greifbare« Symbol einer Trennung darstellte, schloß man nicht au« der Gemeinschaft Israel« au«, nur die an demselben fungirenden Priester wurden vom jerusalemischen Tempeldienste fern gehalten, und al« vom Judenthum Abgefallene betrachtete man auch diese nicht. Die Reaktion gegen da« Griechenthum, wie gerecht und «olhwendig sie auch war, und wie tief auch durch den /krieg di« Abneigung geworden sein mußte, blieb vom Fanatismus frei, sie war eine durchaus gesund«. Man stieß da« Gute, vxlche» die griechisch« Wiffenschaft bot, nicht zurück, verpönte da» Erlernen der fremden Sprache nicht nur nicht, sondern lobte sie. Diesem geistigen Verkehr, diesem Aufnehmen fremder Lulturelemeute, welche nunmehr dem treuen Festhalte» um Eigene» nicht mehr Abtrag thate«, verkauft da« Juden- II,um die vlüthezeü der älteste» Tana im-Lp och«. Line zweit« Epoche, welch« «ft der Makkabäerzeft — und der Gegenwart — Aehnlichkeft zeigt, ist dt« letzte Arft ,. der maurisch-spanischen Periode der jüdische» Geschichte. Durch ' da« Aufnehmen fremder Eutturelemenre, durch da« Eindringen der Skepsis und durch günstige polfttsch« und social« Stell»«- . hatten viel« spanische Juden dt« trene Beobachtung de« Gottes» gesetzos aufgegeben, sie begnügten sich «ft den Lehrsätze» der Religion. Aber auch der Glaube an diese wurde in thne» .... erschüttert, Offenbarung und Prophetie, Geltung de« Gesetzes . wurde» offen »der versteckt abgeiäu-net» der Glaube an Gott verwandelt« sich in kalten Deismu« oder Pantheismus, nach Maßgabe der damals herrschenden philosophische» System«. Bon Maimonide« war man ausgegangen und berief sich auf ihn, aber man ging wett über ihn tzina»» ----soweit wie über Mendelssohn seine Epigonen. Da« führt« zu Streitigkeiten, zu heftigen literarischen Debatten, auchwohl hier und da zu wirklichen Zerwürfniffen in den Gemeinden, e« fehlte nicht an van» und Segenbann; aber von einem SchiSma, von einem Aufheben der Einheit der Juden, davon, daß man die Verächter de« Gesetze« aus de« Judenthum ausftoßen, für eine besonder« „Eonfession" erklären müffe, ist keine Rede gewesen. ' Durch bittere Leiden wurde eine Reaclion herbeigesührt. Die aus Spanien ins Elend vertriebenen kehrten zu Lehre und Gebot zurück, selbst von den Ehristianisirten (Onfim) bliebe« Zehntausend« im Herzen treu, ihr, Enkel und llrenbck noch kehrten zum Bund« Abrahani» zurück. Die man sie dann mit offenen Armen aufnahm, wie schonend man «ft ihrer Unwiffenheit, mit ihren alten Gewohnheiten »«rsuhr, wie man bi« an di« äußerst« Grenz« einer milden Praxis, besonder» iu den sonst so erheblichen »herechtlichen Fragen ging, dafür ließen sich viel« Belege anführen. Dem /kundigen sind sie zur Hand. In einer ander» Beziehung war und blieb jedoch dl» zur fraglichen Zeit eingetretrne Reaktion kein« so gesund« n«d maßvolle, wie einst in den Maftabäertagen. Man stieß jetzt das Studium der Wiffenschaft zurück, verpönte die verührunmit fremder Eultur; die höchste Einseitigkeit kam im Lern»» und im Leben zur Geltung, die Rohheit oder wenigsten» Rauhheit der Juden in den östlichen Ländern verschmäht«, zerttnt auch die schönsten Blüthen der spanisch:« Periode. Die Mystik, (die Kabbala) durch da» Abschließe» jeden fremde» Luftzuges üppig wuchernd, und die von außen und innen beförderte Absonderung machten die Denkweise, die Sprach«, das ganze Auftreten der deutschen und polnischen Juden zu einer Earricatnr. Wir leiden unter den Folge» dieser Verkehrtheiten. Es läßt sich in keiner Weis« läugnen, daß di« Gleichgültigkeit gen da« Judenthum, di« Abwendung von seinen Gesetzen ihr» erste Wurzel in dem traurigen Umstand« haben, daß man Judenthun,, jüdische Frömmigkeit für gleichbedeutend hielt «ft Unbildung, gänzlicher Unwiffenheit in allen nicht specftll tal» mudischen Dingen. Wieder schaut jetzt jeder, dem es um di« väterliche Re» - ligion Ernst gilt, mit Besorgniß in die Zukunft, auf das yachkommende Geschlecht. — Zweimal ist die Reaktion gegen de» Abfall vinn positiven Judenthum durch schwerste Leide» und Prüfungen eiugeleitet und herbeigeführt worden. Sie «ns beidemal« »olhwendig, oh« ihr Eiutreten hätte das Indens J .'s 4C. . 4 .'s a1

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