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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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I i : tttWaffnK* toutdutu, a» «tue» kr ästigen Wtn ««fehlt hzch«, »» di« Theila zu eine« 0a«jai zusammenzuschließe» «ud Lebe« zu bringe» t» da« scheinbar Ladt« und Erstarrt«, tamrart Schöndof ist der Wackere, der vor Alle« die Vor«« uat de« hebräische« Unterricht zu seiner Ausgabe ge» »acht hat «nd de« es mit de« Vorstand im Lereine auch get»«ge« ist, mit der vernsung eine« Lehrer« den ersten kräftige» Anfang zur Gründung einer jüdische« Schul« zu mach««. Möge der kundige und hochsinnige Mann in seinem «die» Vorsätze und Beginne« nicht erlahmen, eia gemeinuützi- «A Wirten trägt seinen höchsten Lohn in sich. „Und di« VÄehdenden werden glänzen wie de« Himmel« Glanz und alte, di« um Biele sich verdient machen, wir Sterne immerdar." Diesen Ler« iui Daniel wendet bekanntlich der Talmud auf dt« Lehrer und Förderer de« Unterricht» an. — r-f— B»h»et«. Dle unlängst (Nr. 41.) erzählte Anekdote, Cdisch« Heiligenbilder betreffend, wird von einem Torrespon- »te« de«Hamaggtd dahin berichtigt, daß an der Geschichte nur ei« Körnchen Wahrheit ist, da« Uebrige aber der au«* schmückenden Phantast« eine« nach pikanten Anekdoten lüsterne» Reporter« angehütt. Die Entfernung der zwölf Statlo- »e» vom Markte ist schon vor mehreren Jahren, al« noch (ar keinJude sich unter de» Stadtverordneten «fand, aus Antrag letzterer mir Zustimmung de« Bischof« erfolgt. Der Maler der neuen Bilder hat die Portrait» mehvsrer christlichen und eine« jüdischen Bürger« von Budwei» «bracht, jedoch au« eigenem Antriebe und in harmloser lse, um sein« Kunst zu zeigen; der Bischof hat nicht« mit diesen Portraitzu thun, und kann eine Rancune gegen Jude» auf seiner Seite umsoweniger darin gesucht iverden, al«, »>« gesagt, gar kein Jude bei der Sache betheiligt gewesen ist. Italien. P. Ich send« Ihnen den beiliegenden Artikel der „Unita lattoliea." der de« Interessanten für Ihre Leser Mancherlei bietet: „Eine wichtige Frage ist durch den Deputirten PaSqualkg« »nd durch den Senator Muzio ausgeworfen worden, ob ei« Jude Minister im Kgr. Italien werden dürfe. Pa«qualigo hat sich in einer an den König Victor Emanuel gerichteten Depesche für „nein" entschieden und ihn beschworen, keinen Juden zum Minister zu wählen.*) Muzio dagegen stimmt für „ja" und motivirt da«selbe in v an da« Jour» »al „Jl Paese" eingesendeten Artikeln. In diesem Widerstreit der Meinungen müssen wir unser Unheil aussprrchen, und diese» lautet: 1. Nicht nur kann ein Jude Minister de« Kgr. Italien sein, sondern wir könnte füglichn wohl alle Minister», Senatoren- und Depntirtenstellen mit Juden besetzen. 3. Wir wünschen sogar lebhaft 9 jüdisch« Minister, denn sie Rauten mit dem Papste und der Kirche nicht schliminer verfahren, al« die getauften Minister, ja e« ist sogar wahrscheinlich, daß sie besser mit ihnen verfahren würde», al« diese. Wir werden unser Urtheil begründen, indem wir die Geschichte der Juden in Rom Überblicken, wo wir dieselben abwechselnd von den Päpsten begünstigt und zurückgedrängt sehe», weil sie ihre freiheitlichen Errungenschaften mißbrauchten." E» folgt nunmehr eine Auszählung aller Juden, die am Päpstlichen Hofe einer mehr oder minder einflußreiche» Stellung sich erfreuten, von Piu« IX. wird erzählt: „Die Juden «achten ihm an> lS. Juli 1846 einen Kelch zum Geschenk, ein alte« Meisterwerk, da« schon seit 2 Jahrh. im Shechetto ausbewahrt worden war. Der heil. Vater empfing di« Deputation der Jude« auf dem Quirinal mit der „väterlichsten Freundlichkeit." „Ich nehme," so sprach er, „mit gro- »ie mr 39 unter „Pest" berichtet, u« » >»« Aluanpaiuifter, «er aber ßar Befriedigung Ihr Gescheut tm und danke Ihnen tafftr, Wie viel S«di mag der Kelch wohl »erth sei»? „Er wiegt 600 röm. Scut«," erwiederte da« Haupt der Drpu atioa. Piu« IX., „mi dem ihm stet« eigene» edlen Zartgefühle," nahm von feine r< Schreibtisch da« erste Blatt Papiei, da» ihm unter dt« Hand kam und schrieb darauf: Itaou» per mille achudi l'iiu p. p. IX Hieraus wandte er sülz wieder an die Deputation und entlieh sie mit den Watte«: „Nehmt diese keine Summ« und vertheilt sie unter di« Bedürftigen Familie» der röm. Jude»" Der Artikel zeht endlich zum eigentlichen Thema Über: „Die Minister sind die Serzt« de« Staate«. Wen» die Päsiste s» oft zu ihren Arzien Juden wählten, warum sollt« da»> Kgr. Italien nicht zu seine» Ministern Jude» wähle« kiuuen? Wenn ein Jude Deputirter sein und Gesetz« schass e n kan», warum soll er nicht auch Minister sei« und Gesetz« au «übe» lasen dürfe»? Wen» di« Juden al« Journalisttker dt« öffeui l. Meinung repräsentiren nud die viett« Macht im Staate blld.n können, warum sollten sie nicht di« zweüe, die ausabeude, nämlich bilde« dürfen? Fott mit allen Bedenken! Di« Jude« könne« Minister sein, und wir wünschte» sogar, daß |u :« wären." „Wir sehen nur zu sehr, wie Lhristen ihre« Ilern», die Bischöfe uvd de« Papst behandelt HM», und man darf e« al« gewiß aunehmrn, daß Juden sie nicht in dieser Weise behandeln würlcn. In der ganzen Geschichte der Beziehungen zwischen tun Päpsten und Juden ist e« un» nicht geiunfltn, einen Minghelti zu finden. Wenn rin Jude zweimal eierlich Treue dem Papste geschworen hätte, er würde e« nicht wagen, die Waffen gegen ihn zu kehre«. Aufrichtig gestanden, zeigen sich dir Jude« Rom« zwar auch sehr itndankbar gegen Papst Piu«, aber sie reiche« lange nicht an die Undantdarkeit 'o und so vieler anderer getaufter Peisöalichkeite» heran, töoweit dürste« Juden — und wir hoffen sogar» daß e« dazu lammen werde, nachdem sie da« Ordeubkreu» bereit« erhalten haben, - - auch ein Portefeuille mit gute» Erfolg erhalte«, und vielleicht wird dann die Kirche wieder auf« athmen. Zum Mindesten werden sie di« italienischen Finanzen ausbefsern, vorausgesetzt, daß di« Juden fi« verwalte» werden, wie di: eigene»." 8roßbrita««te». Ch. velsiist, tm November. (Or.-Lorr.) „E« ist schwer, keine Satpre zi schreiben", an diese« Au«spruch eineil römischen Schriftsteller« de« Alterthum« muß man unwillküttich denken, wenn man da» Thun und Treibe», wie «» hier zu Land« in verschiedenen Gemeinde« zu Tage tritt, sich etwa« näher besieht, und sich anschickt, e» einer Kritik zu t.ntrrziehen. Man br rucht nicht erst Poffeureißer von Profession zu sein, ui» dem Huvior freien Laus zu lassen, wenn man beispielsweise zu hären bekommt, daß bald rin Ehorist zum Prediger, bald eir Lehrer der modernen Sprachen zum Rabbiner metamorphosiri wird. Ist da« nicht ei« bischen zu >oeit grtriebeu? Und doch macht »an hier zu derartigen Vorfällen ganz ernste Mienen, und findet Alle« in größter Ordnung, sobald die Swhe ein feit accompli geworden und in Gang gesetzt ist. Woher da« aber kommt, daß solche komische Resultate bei de« resp. Wahlen zu Tag« gefördert werden? Nun, die Sache ist ganz einfach. In vielen Gemeinden herrscht nämlich «in solcher Jndifferentismu» für alle« Geistige vor, daß r» gar vielen Mitgliedern derselben egal bleibt, ob Mr. X. oder Mr. %. zu der Würde eine» „Reverend" erhob:« wird, und sie über affen daher die ganze Berantwortlichke t einer genügen Minerüät, die daun über Alle« entscheidet, und „der gewählte Mann ist der Heilige." Freilich giebt e» hierin auch viele Aufnahmen, und man hört hier und da von Streitigkeiten und Patteikämpsen, die bei der Wahl eiur« ausländischen Schachet, der während der Feiertage auch in englischer Sprache zu predigen hat, entstehen, und geeignet sind, un« glaube» zu wachen, daß die Besetzung eine« verhält»ißmißig minder veraul wörtlichen Posten« mehr Krakehl verurfrcht, al«

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