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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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, & JBwwHt. GHer»' Morgen tub 1k der ftitbK*§l«nf»«(t für jüdische Lehre» >Hf«ldst(l.Nr.44.)dstF^strihr»s26jilhttigeu Bestehe«« fst«. Dst Geier sellte «ach eine« veschlAsse der Verwulttings-Lommlsfio« der Anstalt keine «fstztell« fein, wie ttufaag» beadsichtigd wer, Mb fl« fand daher auch nur in Gegenwart de» Landrabdi- Wer», der gegenwärtigen und früheren Ledrrr unb brr jetzige« Schüler der Anstalt statt. Nach einem LH orale sprach Herr Lausroddiner vr. Meyer i« eingehender Rede über dieB« deutung de« heutige» Tage», wie ül»«r da» doppelst Ziel, da» di« Anstalt zu verfolgen habe, indem sie chre Zögling« »ich« dlo» p» Lehrern, sonder» speciell zu jüdischen Lehrern auszndilben suche. Sie sei allerdings noch keine fertige und müsse «och immer vollkommener zu werben streben, allein nachdem sie 26 Jahre mit solchem Erfolge znrllckgestgt, sei die Hoffnung wohl begründet, daß sie eine immer segensreichere Wirksam» keil «ntsättcn «erb«, zumal wenn sie stets von Männern geleitet wird, wie der gegenwärtige Oberlehrer brr Anstalt, Horr Profesior vr. Frensdorfs» der heut« mit der Anstatt sei« Judilänm als Leiter derselbe« feiere. Hierauf nahm dieser, sichtlich bewegt, das Wort, pries die Gnade Gotte», dnrch welch« Allein die Hindernisse, mit denen die Anstalt bei ihre« Entstehen zu kämpfen hatte, hätten überwunden werde« tönnei», erkannt« di« Treu« seiner Mitarbeiter an nnd wand« sich schließlich an die Schüler mit der Mahnung zu Fstiß und Treu«' gegen die Anstalt, damit auch st« einst derselbe« zur Ehre gereichen. Ein Choral beschlich alsdann dt» würdig« Feier. Als dt« Zuhörerschaft sich zu entfernen t« Begriff« war, traf «och ein« Deputation auswärtiger Lehrer «in» welch« früher dt« Anstalt besucht hatte« und überreichten Herrn Professor vr. Frensdorfs, nachdem chm zuvor eine die tiefst« Dankbarkeit alhmende Adresse »orgelesr« worden war, «in Album, «eiche» di« Photographien sämmtlicher Schüler enthält, welch« die Anstalt d» den 26 Jahre« besucht haben. Au» Rheidt im Siegkreise, Bürgermeisterei Niedercassel, 28. November, wird dt« „SM*. Ztg." um Aufnahme folgender Zuschrift aebete«: „ttm Sonnabend, 22. d. Mts., starb dahier die Ehefrau de» zu Rheidt wohnenden Handelsmann» Jsäac Lahn, Mntter o«n 10 unmündigen Lindern, welche d«t Men Nachbar« und ordentlichen Bürgern in sehr gutem Ruf« stand. Nachdem es im hiesigen Ort« bekannt wurde, daß seidige Sonntag Nachmittag bestattet werden sollte, versammelst« sich schon Morgens gegen 11 Uhr sämmtltch« Ultramontanen hiesige» Ortes, Mt nnd Jung, sogar Eltern mit ihre» Kinder« und delagetten da» Hans förmlich, wo dt« verstorbene lag. Erst fing «an«» «it Lachen, Schreie« und Taste», dann wurde «lt Halden Ziegelsteinen auf Thür »nd Thor geschmissen, fand aber von innen von de» Leidtragende» tet««n Wcderstanb; da«« fing man an und »arf zum Haf« hinein über «inen Thorban, welcher 20 Fuß hoch ist, zertrümmert« die Dächer, «arf gleichzeitig ans diejenigen Leut«, »Ache tat Hefe mit Anfertigung des Sarge» defchäftigt wavtt» lda bei »ns gedränchlich ist, daß der Sarg von uns selbst «Kßefertig« wird), so daß diese sich in einen versteckten Raum siüchttn mußten, um sich vor de« Steinwürfen zu schütze«. Nachdem nun di« Ttzür gesffnet wurde, um die Leich« «egznbringea, fiag das Geschrei und Getobe von Neuem an mit de« Ausrufe: „<tt «ß 'ne Jüd gedasch!" Diejenigen, welche de» Sarg zu tragen hatten, konnten mit knapper Noih dnrch dt« Meulchenmeug« hindurch komme«, sowie di« Leidtragenden, wAch« den Sarg degieiteten. Der Zug wurde begleitet unter Lachen, Pfeifen und Steinwürfen 1'/, Stund« Weges weit bi» zu der Stell«, wo die Leich« eiiizeschifft wurde, um nach de« Friedhof gebracht zu werden. Da» Merkwürdig« ist hier «ach zu ertaner«, daß dem Herrn vtear an« hiesigem Orte, wAcher der Führer der hiesigen ultramontanen Partei ist, a» demselben Morgen die Anzeige gemacht wurde, er msg« doch dt« Güte haben, bei der Bestattung der Leich« etwa für R»he zu sorgen, well man schon oorher za befürchte« hatte, »aß dieser Zug m« den Mramoatan«, vollsthrt werde« HM. Ab« stch an nicht» stsrend. Hing deuftid, mit lächeln. der Miene dnch de« wskhende» Härtfen zwei bl» drei Mal läng» dem Harfe ans «nd ab spazieren. — vorstehende» bitten wir Unte» zeichnete, welch« für die ganze Wahrhrit rinstehen, doch i> Ihren vermischten Nachrichten mit ansz«isthmen, da wir für alles dasjeuigr, welches gefordert wird.einstehen." (Folgen mehrcr« Unterfchrtften.) Ans Wückstwßerg. Erlaß der Kvnigl. isracl. Ober-Kirchen- Behörde an stmmtliche Nabbinate: »Um zu verhü:»«. daß da» Stiftuuzsvermsgen de« Wiunemderg Landesoeretu» der Kaiser- Wilhelms-Sliftung für deutsche Invaliden ui siet» neigender Progressiv, »nd zu früh« aufgebracht werde, hat der verwatlnngsralh dieser Vereins an fämmtltche Oderkirchcnbehärden dc» Land,» dc« Ersnchen gestellt, wie i« Jahre 1871, so auch diese« Jahr in der Zeit der ruhmvollen Tage de» SOl Rav. MD 2. Dec. eine kirchlich« Feier »ud allgemeine Lirchenkollekte anzuordnen. Diesem Wunsche für ihren Theil eatiueecheud, ertheilt« man durch di« Ksnigl. i«r. Odertircheud-hsrd« dem Rabbinat« beit Auftrag, am Samstag, de» 29. d. M^ über die Stelle dcs Wocheuabschnittes l Mos. 28, 20—22 einen zweckentsprech »de« Vortrag zu halten und zu Spenden für den edlen Zaxck der Kaiser-Wilhelms-Stiftnna aufzujorderu. von die fern am 29. d. R. zu haltenden Vortrag« ist bereit« am 22 d. Mt», von der Kanzel herab der Ctatuinb« Kenutniß zu gebe«, »it de« Aafügeu, daß am Vorabend« de« 29. jedem Semeindegeaoffen durch Aufstellung einer Opferbüchst lstlegenheit zu einer Spende für den geaauuteu Zweck gegeben werden werde, daß aber besonder» die am 28. zur Thora Anfgernstuen es nicht versäume« mögen, ihr« Spenc pen diesem Zwecke zuznweudea. Di« «tn^hende» Spenden find von den isr. Kircheuvarsteherämtcrn direct a« die Kaffe des Württemberg. Landesvrrcill« der Kaisrr-Wilhelms-Stistung einzufende». Da» Rabbinat wird Sora« tragen, daß dstser Aicordnupz in alle« Synagogen des Bezcrt« nachgekommen wer»«. Stnttgatt, den 10. November 1879. Schmid. Steiner. Breme« »m 6. November waren es hundert Jahre, daß der auch t« wettere« Kreisen durch Gründung ton Bremer« Hafen betaute Bürgermeister von Bremen, Smidt. gehör«« wurde. Ilusi-re Stadt begeht dststn Tag festlich. Für Hst hiesige» Jude« ist derselbe msostrn von Bedeutung, als sich an dst Zeit xr Wirksamkeit Smidt« bst traurige llinnerung an ihre Ansretdung aus Breme« «uh des Verbote«, auf dremisch«, Gebiet« |» wohne«, knüpft. Smidt war ein Judenfeind vom ntnste» Wasser. Al» t» Jahr« 1820 Senat «ch Bürgerschaft dt« Austreibung der in der französische« Zeit nach Breme« gekommenen Juden beschlossen hatte, beaab sich «in« Deputation nach Frankfurt a. M, wo Smidt aU vundeötagsmitglstd wellte, um ihn zu bitte«, ihre etnzuretcknud« Petttien um » tfhebung de« hatten Beschlusses zu befürworte». Er entließ de Petenten mit Austen Versprechungen, dst aber, «st sich bald zeige» sollt«. Nichtig waren. Am 21. October 1820 sollte, dst Inden Breme» und fest Gebiet geräumt haben; nur >rri Familie«, dst vorder französischen ijeit schon i, dem nahe» Hastedt, da» damals zu Hannover gehörst, später »der «, Bremen kam, gewohnt hatte«, wurde es erlaubt, dorthin «std-r zurückzukehreu. rst Juden «ttnnettc« Smidt, der inzwischen Bürgermeister geworden war, an frinit Versprechungen; all Antwort erhielten sie dst vom > «isst dc, höchsten JMoleranz «ingegebenen Wotte: »So lange meine A rgen offen stehen, soll kein Jude, nicht einmal ein getaufter, tir Breme« wohnen!* 'Da blieb ihnen denn nicht» Anderes übrig, als zu wandern. Doch dr» Jahr 1848 kam. und mit ihm der gewaltige Umschwung der Dstge; auch ln Breme» mußte dst alst verassuag «ine, neu«, von milderem, liberalem Geist« durchwehten, «eichen, und Smidt mußtt sich und sei« oben angeführten Warst Lügen strafe», indem er 1848 einem den Staatsbürger«» «chuah» »ud ihn zu» bremer Bür-er machst. (K. & I> 3)

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