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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 47. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 47.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Vrn»ijchtr «ch ««eße Nachrichtell. Matzdrhurg. In tfMtt jüagsi vom „Surland", »ine« bekanntlich de« jüdische» Institutionen abhotde» Blatte, gebrühte« Beschreibung Bagdad'« wird der «ohlthätige Einfluß der Bestreb«»-»» der Mianee israelite ans di« flultur der jüd. Li»»oh«erschaft dieser Stadt geschlldert, und ganz besonder« di« Bortrefflichkeil der vo« ihr (der Alliance) unterhalt«««« Schule hervorgehoben, sie sei die beste der d«t vorhandene« Unterrichtsaustalten. Obwohl di« Bestrebung«« der Alliance derartiger Anerkennung«» nicht erst bedürfen, so ist doch di« i, jenem Blatte gebracht« hervorhebeuswrrth .. . jdk nar in wSc— Zur »«richtig«,,- der i« vor. Nr. unter .Pest" gebrachte» Notiz sei bemerkt, daß die jüngst in'« Englische übertragene Schrift de« Herrn Dr. 98. Bacher den Titel führt: „Nizami'« Leben und 98erke, und der 2. Theil de« Nizamt'schen Alexanderbuche«. Beitrüge zur Geschichte der persischen Literatur «ad der Alexandersage." Sie enthält nur die Analyse, nicht die Uebersetzung jene» Epo«. * — Der Sittwe eine« Mflüär-Unterbmmkm war eine jährliche Penston von nur 18 Thlr. bewilligt. Al« dem Kaiser da« feioilligung«d«cret zur Unterschrift vorgelegt wurde, fügte er der 19 eine große deutliche Rull hinzu. Die arme Wittwe wird also statt 1'/, Thlr. monarlich IS Thlr. Pension erhalten. Dieser edle Charakterzug de« Kai er« erinnert un» an einen ähnliche« de« durch seinen Wohlthätigkeilüfiun bekannte«, 1895 z« Hamburg verstorbene» Salomo« Heine, welchem einmal eine Subskriptionsliste für eine dt« Wittwe und Kinder eine» in größter Srmuth verstorbenen Philosophen vorgelegt wurde. Er zeichnet« ohne lange« Besinnen 1000 Mark. Die Sammler, ob dieser hohen Summ« verwundert, fragten schüchtern, ob H sich vielleicht um eine Rull geirrt habe. Sr erwtederte darauf, die List« nochmal« zurücksordernd: „Ich danke Ihnen, «eine Herren, ich habe mich wirklich um eia« Rull geirrt!" urb setzte «och eine viert« R»Ü hinzu. (Jüd. Srmzb.) Trier. Al« et» luriosum wird mehrere» Blättern von hier au« berichtet, daß drei katholisch« Geistliche, von denen der et« «egen MajestätrbeleAijMg, der ander« «egmUebertretnng de« Kanzelparagraph«», und der dritte «egen Beleidig»»- der Altkathottke» und Främannr, kürzlich vor da« hiestcr Zuchtpoltzeigericht geladen wurde«, den Advocatanwaft Herr» Salomon Rothschild, eine» Israelitm, zu ihre« Berchribtger nahmen. Die Geistlichen sind aber auch in ihrem vertrauen zu de« jüdischen Anwatt nicht getäuscht worden; de»» t» ist demselben gelungen, für alle drei ein fretsprrchendot llrthetl z» erwirken, und sogar für de« einen derselben in zweti« Instanz, nachdem er in der ersten zu mehrmonatlicher Gefängnlßstrafe schon verurtheUt war. Ichachiuseu. Dr. % Eohn au» Rükel ist znm Rabbiner dahier erwählt worden. K. Bünde, 20. ) ovember. Luch in «nserm Städtchen siegt der Geist der Zeit und de« Fortschritt« immer mehr und mehr über Unduldsamtett und Borurthtti. Bor sechs Jahre» «rde hier zum ersten Mal« «in J»raelit zum Stadtverordneten gewählt. Derselbe hat sich da« Zutrauen seiner Mitdürger so zu erwerben gewußt, daß man ihn nach Ablauf seiner Amrspertod« nur großer Majorität wledergewählt hat. Derselbe erhielt nämlich von SV Stimmen 49, während die übrige« zehn Stimmen auch auf einen Israeliten fielen. «Schlimm, daß da» noch als etwa« ganz Außerordentliche« erntzthnt wird!. — bemertt di« Red. der „Bolkrzeit.") Wir«, S. November. (Privatmttch.) Der 8 s de« Se- «yes vvm 20. Juni 1872, betreffend dt« Besorgung de» Reltgion»unterrichte« in den öffentlichen Volk»- und Mittelschulen rc. und dm Kostenaufwand fürtzdenselben, lautet: für den Reügtonsumerrichl nach § 4 erwachsenden Ko,len, insofern weder dieselbe» au« de» Religion«- aktt Eultu»fond« bestritten werde», «och zur Deckung derselben bet einzelnen Schulen i eigene Font«, oder Verpflichtungen estyelner Person«« oder Lorporatiom« bestehen, gehöre« zn dem »ufwande der betreffenden Schräm." Diese« Gesetze entsprechend, enthält da» Verordnungsblatt de« Ministerium» für SultuS und Unterricht vom 1. November d. I. die Aurschreibung der Loncurse zur Besetzung der Lehrerstellen für dm israelitischen Religionsunterricht, an dm StaatSgymaafim zu Brünr, Olmütz, Jgla», Kremsier und Znaim, an dm Staatsreal- und OberMMwrfi» in Hradisch und Ricolrburg und am Staat«realgymnafium zu Brünn. Ausdrücklich heißt e«, daß die Bezüg: au» Staatsmitteln, worüber die Verhandlungen schwebe«, geleistet »erde». In lSalizien hat sich ein Anttjudmverrin gebildet, an deffm Spitz« Fürst Saphieha steht und der nicht« Geringere« bezweckt, alt die Juden wegm ihrer Unterstützung der BrrfassungSpattei zum Bankerott zu zwingen. Da» „Neue Frd. Bl." theitt die Red« mit, welche der Dtrevor de« Gymnasium« zu EtaniSlau Malinowrki in einer Lehrerkonferenz gehaftm hat. um seine Untergebene« für diesm patriottschm Verein, der dm Namen „Srlidarno»« Rarodowa" führt, zu «erben. „Im ganzen Lande", so versichette der k. k. Beamte, „bildm sich solch« Vereine unter dm Auspizien Seiner Durchlaucht de« Fürstm Eapieha, der großmüthlg 6000 fl. für diesm Zweck gespendet hat. Lembttg. Anläßlich de« Kaiserl. Regierungs-Jubilänm« stiftet der hiesige, israelitische Enlturgemeinde - Borstand ein Stipendium von 3000 fl. für unbemittelte Studirend« und entsendet zur Ueberreichung einer Loyalitäts-Adresse den Gemeindevorftond Herrn Salamon Buber und vr. Gott lieb. Pari». Die „Retue Israelite" hat mit der Nr. vom IS. November zu erscheinen anfgehört. Loudri. vr. Ad. Reubauer, der schon seit Jahren mit Eatalogisirung der hebräischen Werke der Oxforder Bibliothek beschäftigt gewesen ist, hat nun an letzterer ein« fest« Anstellung erhalten. Ein neurrding« viel genannter Novellist, Mr. Farjeo«, welcher so eben wieder eine Erzählung „Golden Grein" erscheinen läß:, ist Israelit. L« würde die« gar keine Erwähnung verdienen, wenn wir nicht in dm englischen Blättern bei dieser Gelegenheit bestätigt fänden, wa» wir schon lang« vermuthet baltm, aber begreiflicher Weise nicht mit irgend' welcher Bestimmtheit hatten behaupten können — daß nämlich dieser Mr. Farjeon der erst« Jude ist, der in England ein« Rolle in der allgemeinen Literatur sp^lt. (DisraeU können wir nalüriich nicht dahin rechnen). „Jew. World" widmet dieser Thatsache sogar mehrere Besprechungen, kommt jedoch über allgemein« Frage» und ebmso allgemeine Antworten über da« Warum? und Warumnicht? nicht hinaus, und die« mögei» auch Richt-Lngländer selbst finden. Nord-Amerika. Der neunte Eensu« der Bereinigten Staaten berechnet da« dortig« jüdisch« Kirchm-Eigenthum* (d. h. di« Liegenschaften) auf S,1SS,2S4 Dollar«. — Eine riesige Summe. Diejenigen preußischen Synagogen-Gemetnde», welch« dem Berliner Vorstand« die erbetenen Notizen über ihr« Berhältnlffe mitgetheilt haben, SSS an Zahl, besitzen zusammen 1,899,188 Thaler — Schulden. Wie viel ihre Liegenschaften werth sind, ist nicht ermittelt worden. Auch ist da« weniger wichtig; der Eapitalwerth der Liegenschaften steht zu dem Kaufwerth«, den Selbstkosten, in keinem Lerhältniß. Aber wie viel betragen die Schuldea der amerikanischen Syiagogeugemeinde»? Jerusalem. Zu End« dr« Sommersemesier« fand in der sogmannteir RothschUd'schen Mädchenschule «ine vffmtitch« Prüfung statt, di« sehr glänzend au«gesallen ist. Di« Schul« steht unter der Oberaufstcht de« Herrn vr. London, und wird tir derselben Hebräisch, Spanrsch, bibl. Geschtchle, Naturwissenfchaft und in Handelswtsseaschaften unterrichtet. Vr. London und . der Ehacham vaschi hielten bei dieser Gelegenheit Anlprachm,. in denen sie ihr« »olle Zufrtedenhett über bk Leistungen h« ' Schule awtfprache«. , (Jew. Ehr.) . ..S

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