Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 47.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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I» pflege» »*b hierüber jat endgiltigeu Veschlußfaffuag der ständigen Kommission Bericht zu erstatte«. S) Bei Feststellung de» Budget» wird rin, beträchtliche Summe unter dem Titel „Personalzulage" präliminirt, damit die Acquirirung hervorragender Persönlichkeiten zu Lehrkräften durch di« GehaltSfrage nicht behindert werde. 4) Die Kommission anerkennt die Nothivendigkeit der Anschaffung einer Stammbibliothek, und wird ei» au» den Herren Rabb. Abraham Hochmuth, Dr. Kobn, Dr Kayserling, D. Oppenheim und I Steinhardt bestehender Komik« entsenvet, welche» bezüglich der Art und Weis« der Anschaffung einer solchen und der hiermit verbundenen Kostenhöh«, Borschläge zu unterbreiten haben wird. Herr Daniel Pillitz erstattet Bericht im Namen der Fachsabkommission, auf Grund deffen beschlossen wird: 1) Nus dir Einzelheiten de» — von dem durch den Kongreß entstehenden Komil« auSgearbeitelen — Organisalion»- und Lehrpläne» geht di« Kommission zur Zeit nich tein. Die «ndgiltige Fassung wird erst im Einvernehmen mit dem zu ernennmven Lehrkörper festgestellt werden. 2) Beim JnSlebentreten der Rabbinerbildung»anstalt wird der erste Jahrgang der untern (auch die Lehrgegeustände de» Obergymnafium» umfassenden) und der erste Jahrgang der oberen Abtheilung gleichzeitig eröffnet werden. Die Kommisston spricht die Hoffnung au», daß die P res s e durch Lufnahme der Sitzungsberichte zur Berbreilung der gefaßten Beschlüffr freundtichst beilragen und e» so Jedem, der sich für die zu errichtend« Anstalt ialeresstn, ermöglichen werde, dieselbe nach Kräften zu fördern. 3) Sollte stch die sofortige Ernennung eine» Direetor» al» unthuitlich Herausstellen, so wird der Lehrkörper im Einverftändniß mit der Fach-Subkoinmissiou Einen au» seiner Mitte mit der Leitung der Anstalt betrauen und diese Wahl alljährlich zu erneuern sein. 4) In Bezug auf die Acquirirung der Lehrkräfte wird der Modus der Berufung Ulit Umgehung einer KonkurSan»- fchrribung angenommen. Die Mitglieder der Kommission werden ermächtigt, sich mit entsprechenden Lehrkräften in Verbindung zu setzen, und haben ste die Resultate ihrer Nachforschungen an Herrn Martin Schweiger, Präses der i«r. Landeökanzlei (Pest, 3 Kronengaffe Nr. 11), zu leiten, an weichen auch eventuelle direkte Anträge zu adressiren sind. Ein au« den Herren Samuel Deutsch, Dr. Ignaz Hirschler, Daniel Pillitz, Dir. Heinrich Poltak und Bernhard Stern bestehende« engere» Komite wird die Anfaabe haben, die diesbezüglichen Einläufe zu sichren und der, spätesten» Ende December i. I. wieder zusawmentretenden Gesammtkommiffion zur weiteren Verhandlung. beziehungsweise zur Vornahme der definitiven Wahl vorzulegen. Herr Rabbiner Abraham Hochmuth legt ein Normattv zur Regelung de» Wirkung»kreise» de» Lehrkörper» und de» Lerhältniffe« deffetben zur Kommission vor. Daffelb« wird vervielfältigt, an die KommissioaSmitglieder versendet und auf di« Tagesordnung der nächste» Sitzung gestellt »erden. Den Lerfaffern de» Organisation»- und Lehrpläne» wird der Dank votin, ferner dem Herrn Martin Schweiger, Präsidenten der Lande»tanzlri, für dessen vieifaäx Bemühungen im Interesse der vaterländischen Judeuheit, der Dank protokollarisch auSgedrückt. Mit der Authentizirung de» Protokolle« werden di« Herren Hermann Reu«elt und Bernhard Stern betraut. Die Tagesordnung erscheint sonach erschöpft, und erklärt der Präse» demzufolge die erste Sitzung»periode der Kommission für geschloffen. Horit (Böhmen). (Or.-Eorr.) vor wenigen Monde« erst verkündeten u. a. auch dies« gesch. Blätter ran de» Ova- - tionen, die die Cnltu»-R«prSsr«tanz und der i«r. Lehrkörper der altehrmärdigen Großgemeind« Ricol»bürg dem Lehrerv veternn» Heinrlch Spietman» z» seine« Lehrerjubtlän« freudige» Hirzon» «uter allgemeiner Thellnahme dorbrachten, und heute dickt der Grabhügel bereit» die sterbliche« Reste diese» Biedermann«», der ein edler Mensch in de,» Worte» vollster Bedeutung gewesen. Ein Telegramm meldete dem Schreiber dieser Zelle» den Tod diese» Ehrenmann«», «ährend ich Tag» nachher »och ein eigenhändig geschriebene» Briefchen — im reinsten Hebräisch — au» Ricol»b»rg datirt von chm erhielt — rin Schlagfluß hatte wenige Stunden, nachdem er In«» Briefchen geschrieben, seinem Gott und seiner AmtSpst cht geweiheten Leben rin Ende gewacht. I» ominöser Weise begann die« Schreiben mit den Worten »p3iH Sa San" bezugnehmend auf ein auf der Post verloren gegangene» wichtige» Schreiben — *p3K“T bv San" ruf« nun auch ich und mll mir gewiß zahlreiche Freund« dem Berblichenen nach; er starb betend, indem er die Jacob»- worte »SlCTJI ^mS&TT recitirte, und al« wollte er sterbend noch dir Jugend, der sei» ganze» Leben geweihet war, segnen, waren mll den Worten «D'TMn T1K 7p3'" seine Leben»geister >mtschwunden, und hatte er mit diese» Segen»- spruche seine reine Serie au»gehaucht. — Unter allgemeiner Theilnahme ellenS der Bevölkerung bester Eonfessiouen wurde er zu Grabe getragen, und sowohl der dortige ein». Herr Rabbiner Da. sseuchtwang al» der rühmlichst bekannte Herr Hauptschuldiaector Dr. Eisler gaben in würdig gehallenen Leichenreden, dem Schmerze der Hinterbliebenen beredten Ausdruck, doch vermochten beide ehrenwertyen Redner wohl nur einen kl inen Thell der hohen Tugenden erwähn«», die den Verblichenen schmückten. Er starb arm, wie leider di« meisten unserer!!ehrer, und hinterließ eine trauernd«, hills-bedürftig« Wittwe, di« nächst dem Schutze de» himmlischen nuaStt pi der Barmherzigkeit stier Menschälfreund« empfohlen sein mag. Zahlreich«, in geachteter Lebensstellung stehend« Schüler de» Berblicheneu segnen sein Angedenken, mögen sie in dankbarer Erinnerung auch seiner armen Wittwe eingedenk sei» und ihr nach Kräften nJtftfoSl WtföS werden. Rabbiner Ehrentheil. 8 Ra»d. 20. Rov. (Or.-Eorr.) Gegenüber de« unsanften Eindruck«, den der au» Raab datirte leider nur allzuwahre Art kel in Rr. 43 der »J«r. Wochenschrift" auf den Leser gemacht haben mag, dürfte aachstehender Beriht gerade am rechten Platze sein, um de» Mißlon wieder zu verscheuchen. Denn was tröstet mehr über verrottete Zustände der Gegenwart, al# der Hinblick auf die frischen jugendlichen Kräfte, die dem Judenthum neu entstehen. Am veigangenen Sch mini-Azure« hatten wir hier Gelegenheit, unt von den Leistungen de» Brstlauer Seminar« für jüdisch« Theologen in erfreulicher Weise zu Überzüge«. Der Ec ndstat Herr J»rael Gestetner, ein Jünger dieser Hochschulc, der in den abgelanfene» Ferien zu üftsuch bei seinen Eitern hier weilte, wurde von de« Vorstand« der ^vereinigten t«r. Religiontgemeinde" «lageladen, am besagte» Tage in dev, neue» Tempel die Festrede zu halten, und er entledigt« sich dieser ehrenvollen Aufgabe in einer iLeise, die dem jungen Redner, wie seiner Lehranstalt int höchsten Ihre gereicht. Die hiesige Gemeinde, die nebenbei bemerkt, dem gedachten Ceudidaten sell 8 Jahre» bi« znr vollenimng seiner Studien in BreSlau ein Stipendium erthetlt, ist stolz, ihn ihren Sohn zu nennen und zollt um so größer« Verehrung jener ttthrstärte, an »elcher solch« für da» Jsdenthnm begeisterte Jünger herangeblldet «erden. Herr Eeftetner hat auch in der Gemetnd« Neusatz auf schriftliche» ilnsuche« de« Vorstand«», i» Linverstävdnisse de» Rabbiner«, während der hohen Feiertag« dreimal gepredigt »nd jede»mal begeisterten Beifall geerntet. •n s/.J, »Jeäi : - jLv, .