Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 47.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— »80 — i, derfckßen tat AUschaß der Lass« gewählt, der seinerseits sofort per statnteumäßigen Wahl der Direktion geschritten ist. Obgleich die «ttuuterzeichnele» DirekttonS-Mitglieder fick zur Annahme der Wahl bereu erklärte«, konnte »«gen unabweislicher Hindernisse di« Loaftituirung der Direktion dennoch erst t» November 1871 erfolgen. Herr Lehrer Hoffman« hier,', ist darauf znm Rendanten der Lasse erninnt und hat in der in den Statuten vorgeschriebene» Weise sein Umt angetreten. Ul» ein« ihrer ersten Pstichten bat die Direktion die thunlichste Förderung der Mittel der Lasse betrachtet und zu de« vehufe unter dem 15. November 1871 ein Rundjchreiden an di« Gemeinden gerichtet, um dieselbe» zu einmaligen resp. jährlichen Beürägen aufzusordern. Außerdem haben Direktion»-Mitglieder eine von dem schänsten Erfolge gekrönte Sammlung zam Fond der Lasse in hiesiger Synagogen-Gemeiude veranstaltet. Auch ist bei dem Gemeindevorftand Hierselbst die dankbar anzuerkennende Genehmigung zu Spenden in der Synagoge für die Lasse — die unter dem Name» Lhebrath Misch'an Almanoth ringeführt ist — er- »irkt und hat der Lasse eine nicht unbeträchtlich« Summe zugeführt. Die Einziehung der Beiträge der Mitglieder pro 1872, sowie die Aufnahme neuer Mitglieder hat regelmäßig ftattgefunven. Al» wichtige» Moment in der Entwicklung der Lasse muß hrroorgehoben werden, daß die nach § 2, Absatz 2 der Statuten vorgesehene Ausdehnung derselben auf sämmtliche bei den Synagogen-Gemeinden Angestellte schon in dem ersten Jahre erfolgt ist. Di« Plenarversammlung hatte den Ausschuß dazu ermächtigt, und ist solche» von demselben durch einen Nachtrag zu den Statuten geschehen, der unter dem IS. Januar 1872 die Genehmigung deS Herrn Oberpräfidenten gesunden hat. Dieser Nachtrag ist seiner Zeit den Herren Gemeindevorsteher» und Lehrer» zugegangen, und find auf Grund derselben schon einig, Mitglieder ausgenommen" E« folgt nun eine specificirte Uebrrficht über den BermögenSftand der Taffe. Dieselbe weift bi» End« 1872 einen Einnahmebetrag von 6842 Thaler nach, von welchen, da in den ersten 5 Jahren statutenmäßig keine Unterstützungen bezahlt werden, nur 7'/, Thaler abgehen; da» llebrige ist zinstragend belegt. — Der Proiinzialfond hat im April 1869 der Lasse 400 Thaler geschenkt, Eintrittsgelder und Beiträge der Mitglieder betragen ca. 22V Thlr., dazu kommen Zinsen uud kleinere Beiträge von Auswärtigen und Provinzialgemeindeu; aus der hiesigen Gemeind« ist alle« Uebrige, nämlich ca. 5700 Thlr., eingegangen, theil» in einmaligen Schenkungen, theil» in Jahresbeiträgen oder Spenden. Wir wollen die Wirksamkeit anderer Vereine zu demselben Zwecke (Achawa, Bereit» für Rheinland-Westfalen u. s. w.) nicht heradsetzen, aber die Thatsache, daß eine einzige, immerhin uicht sehr große Gemeinde, so zu sagen „im Handumwenden" eine Summe gespendet hat, welche ander»wo kaum in einem Jahrzehnt durch Lollectirea in weiten streifen aufgebracht worden ist, gereicht der hiesigen jedenfall» zur Ehre. Daß die bei un» vorhandene feste Organisation de» jüd. Lehrerwesen» viel zu diesem schönen Resultate beigrtragen hat, leuchtet wohl von selbst ein. Di«^ Zahl der zum llnterstützungsbezuge berechtigte» Mitglieder der Lasse betrug End« 1872 siebzehn, e» können also vorkommenden Fall» erbeblich« Pensionen gegeben werden. Die Verwaltung der Lasse besteht au» den Herren L-Rabb. I». Meyer, Ob.-Ger.-Anw. Benfey, S. Loppel, vr. Kayserling. Au» «iirttemtrrg. Am 11. November d. I. ist Oberktrchenrarh vr. Wassermann vom stünig in Audienz empfangen worden, und hat S«. Majestät huldvollst über die israelitischen Lultverhältuisse sich mit ihm unterhalten. — Der Bericht über da« israel. Waisenhan« „Wilhelmspflege" pro 1878, erstattet von dessen Vorstand Oberkirchenvorsteher vr. Adolph Lrvi, bringt schöne Resultate. Da« verri»«- oermöge» beträgt nahezu 100,000 st. und hat i» laufenden 34« »I ö,122 K. zugeuommen. Die Stifttotgen zum Grnndstock betrugen 8090 fl., darunter 1206 fl. vom Particülter Ernst Pfeiffer in Lanstatt, und 500 fl. von Bankier Elia» Pflaum für sein« verstorben« Gattin Rauette geb. Gutmaun. Die Beiträge zu den laufende» Ausgabe« eröffnet mit hergebrachter Munificeuz Se. Majestät der stönig Karl mit 100 fl. Ausgetreten sind „sechs" und ausgenommen wurden „fünfneue Zöglinge. In diesem Jahre trat, ein halbe» Jahr nach seinem 50jährigen Lehrrrjubiläum. der Hausvater der Anstalt, der fett derer Begründung über 30 Jahre ihr Vorstand, in den wohlverdienten Ruhestand, unser Nestor Leopold L i«b m a n n. Er ist durch einen stiuer früheren Schüler, den Lehrer Leopold Stern, früher in BraunSbach, eine junge straft, ersetzt worden. E» stehc zu hoffen, daß di« Erfahrung und Geschäftskenntniß de« ew-rikirten Hausvater» Liebmann dem Vereine durch dessen Laoptirung in den Ausschuß erhalten bleibt.-Das Rabdinar Mühriugen, der frühere Wirkungskreis de« neuernannte» Oberkirchenraths vr. W a s s e r m a n n wird jetzt provisorisch von dem Rabbinatsoerweser I. Stern, Verfasser der „Gottesflamme", verwaltet. .v!> Oesterreich. Pest. Die Beralhungen in Angelegenheit der Rabbi» nerbildungSanstalt haben nunmehr ihren voriäusigen Abschluß gefunden. Wir »heilen au» dem uns freundstchst übersandten „osficiellen Bericht", im Anschluß an da» nach andern gut unterrichteten jüd.-ungarischen Blättern in Rr. 45 bereit» mitgetheilte, über den Inhalt und Gang der Berathungen noch Folgendewörtlich mit: T ie durch die „ständige Kommission" entsendete« Subkomite», von welchen da» Fach-Snbkomite Herrn Bernhard Stern und da» Oekonomie-Subkomite Herrn Hernana Reuwelt zu seinem Vorsitzenden wählte, haben nach zweitägiger veralhung die ihnen zugewie>eaen Gegenstände erledigt, und hat daher die Kommission ihre Plenarsitzungen am 6. d. Mts. wieder ausgenommen. Präses Herr Martin Schweiger eröffnet die Sitzung mit der Miltheilung, daß Herr Adolf Baruch, Vorsteher der i»r stultuSgemeinde zu Maros-Basarhely, tu einem Sckr stben über dir bevorstehend« Eröffnung der Rabbinerschul« seiner Freude Ausdruck gebend, der Anstalt ein vollständiges Exemplar de» Talmud spendet. An» diesem Anlässe tzeilt der Vorsitzende ferner mit, daß Herr Heinrich Freund bereit» ini Kongresse die Bibliothek seine» seligen Vater» der Rabbinerschule spendete, und wurde derselbe bereit» ersucht, zur llebergabe der Bibliothek die nöthigen Vorkehrungen treffen zu wollen. Dies« Mittheilungen werden zur Kenn miß genommen und den Spendern der Dank votirt . Die von vr. Simon eingebrachte provisorische Geschäftsordnung wird angenommen und zugleich eine au» den Heiren vr. Pollak, vr. Kohn,Samuel Deutsch bestehende Subkomnlission zur endgiltigen Ausarbeitung der Haus- und Geschäftsordnung entsendet. Ans Grund de» unterbreitete« Berichte» der Oekonomie- Subkouiuiissio« werden folgende Beschlüsse gefaßt: 1) In Anbetracht dessen, daß es in vielen Beziehungen empsthlenswerth erscheint, bie Professorenwohnungen und Lchrsäle in Einem Hause unterzubringen und im Miethfall« di« Landesanstalt keine stabile Unterkunft finden könnte; in Anbetracht dessen ferner, daß die Erträgnißsumme von derjenige« Kapitalshöhe des Landesschulsonde», welch« der Ankauf und die Umgestaltung oder der Aufbau eines Hauses beanspnuhe» möchte, im Miethfall« zur Bestreitung des Zinses kau« hinreichen würde: möge die Herstellung des nöthigen Hauses au» den Mitteln des Landesschulfondes bewerkstelligt wert««. 2) Eia Subkomite, bestehend aus den Herren: Bernhard Deutsch, Samuel Deutsch, Anton Fox,Hermann Renweit und Bernhard Ster«, wird damit t«traut, behufs»«» quirinutg eines geeignet» Objektes dt« uöihige Umschau zu halb», rventnell mit Rn Gtgenthümer, auch Berhaußtugi»