Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 47.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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^anwK’ >€- — ITt — 1) Di* 3*ton mfbtt refft Weiten «ach Rafegri* ber Ott»- mb Bevölkermg»verhiUtnGe bergeftalt i» Cpnagogta* geaeinben vereinigt, daß alle innerhalb eine« Eyna« gogienbejirt» wohnenden Inden einer solchen Gemeinde «gehören. — Die VUdnng der Synagogenbez'.rte erfolgt durch die Königliche Regierung nach Anhörung der Behelligten. f S) Die Synagogen-Gemeinden erhalten in Bezug auf ihre Vnmögenöverhältniffe die Rechte einer juristischen Person nnt> diejenigen Steuerfrecheiten, welche der christlichen Kirche zustehen. 5) Die Synagogen-Gemeinden verwalten ihre Angelegenheiten ^eldstständia, unterliegen jedoch der allgemeinen gesetzlichen Oberaufsicht de« Staate«, die von den vezirlö-Reziernngen auögeübt wird. 4) Jede Gemeinde erhält einen Vorstand und eine ange- «essene Zahl von Repräsentanten. — Sämmtliche männliche, volljährige, unbescholtene Gemeindemitglieder, welche sich selbstständig ernähren und mit Entrichtung der Gemeindesteuer während der letzten 3 Jahre nicht im Rückstände geblieben sind, wählen die Repräsentanten und diese den Vorstand. ») Bereinigt sich wegen abweichender religiöser Ueberzeugung eine größere Anzahl von Gemeinde - Mitgliedern zn eine« besonderen Eullu«verbande, welcher durch Errichtung eine« eigenen Gotteöhanse« oder in anderer Weise Gewähr für seine Dauer und seinen Bestand giebt, so ist jedem Mtgliede diese« Verbände« bi« zum Maximalsatze von einem Viertel seine« Beitrage« zur Gemeindesteuer, diejenige Quote zu erlassen, welche andernfalls etatmäßig für den öffentlichen Gvtteödienst der Gemeinde zu verwenden sein würde. 6) In Bezug auf den Auötritt Einzelner au« der Religionsgemeinschaft der Juden bewendet e» bei den Bestimmungen de« den Austritt an« der Kirche regelnden Gesetze« vom 14. Mai 1873." Ans die Denkschrift selbst wird ausführlicher zurückzukommen fein. Magdeburg, im November (Or.-Eorr.). Die hiesige Gemeinde hat in dem letzten Quartal zwei tüchtige und bewähtte Mitglieder de« Borstande« verloren, Herrn Adolph Guthm a nn durch den Tod, Herrn S.A. Levy durch seinen Fortgang nach Berlin. Der erste«, der in den verschiedenen Aemtern und Der» waltungrzweigen, mit denen da» Vertrauen der Gemeinde ihn beehrte, — er war nicht nur Vorstandsmitglied, sondern auch Vorsitzender der beiden großen Vereine, der Krankenunterstützung»- und Beerdigungs-Gesellschaft — durch seine Tüchtigkeit, Pflichttreue, Unparteilichkeit und Leutseligkeit sich die Liebe und Achtung der Gemeinde und Mitbürger erworben hatte, starb im kräftigsten Manne»alter, im 45. Lebensjahre, an einem typhösen Leiden. Er wurde, tief betrauert von der ganzen Gemeinde, am Erew Rasch-Haschana zur Erde bestattet. Die Lücke, die sein früher Tod dem Gemeinwesen verursacht, wird nur allmähllg durch neue Kräfte sich ersetzen laffen. Sein Andenken wird in der Gemeinde stet« gesegnet werdew! Ueber den Weggang de« Herrn S. A. Levy von hier ist nn« die folgende Prioat-Mitlheilung geworden: „SBenn schon die Stadt Magdeburg, deren langjähriger Stadtverordneter Herr Levy war, durch deffen Scheiden einen ihrer intelligentesten Mitbürger, der Magistrat einen seiner tüchtigsten Mitarbeiter verliert, so wird die hiesige jüdische Gemeinde durch seinen Weggang noch besonder« berührt. Hr. Levy war auch eine lange Reihe von Jahren ein thätige« Mitglied unserer Gemeindeverwaltung. Nachdem er einige Jahre zum Repräsentanten-Eollegium gehörte, war er längere Zeit Gemeinde-Vorsteher, wie auch Vorsitzender der Beerdigung«- Gesellfchafl. In allen Remtern hat er durch sein mannhafte« mb entschiedene« Auftreten anregend und fördernd gewirkt. Besonder» hat der Verein der Beerbigung»-GeseLfchnft schwer Wirksamkeit viel zu verdanken; wie er dem überhaupt stst» einen offenen K»ps, ein offene« Herz und eine offene Han» für die Bedürfnisse der Gemeinde hatte. Seiner Mnulcheentz hat dieselbe manche« schöne Andenken zu verdanken. Beide Gemeinve-Eollegien haben seine Verdienste, da« der Ikepräsentanten durch eine Adreffe, und da« de« Vorstände« durch Verleihung der Ehren-Mitgliedschaft, gewürdigt. Wie verlautet, bleibt Herr Levy auch von Berlin an« beitragende» Mtglied der Gemeinde und aller ihrer Wohlthätigkeit»vereine. Glück und Segen mögen ihn nach seiner neuen Wohnstätte begleiten!" N—». — Hier hat sich in vergangener Woche eine Raschi-kihewra gebildet. Die Mitglieder derselben versammeln sich einmal wöchentlich (Frcitagabend) beim Rabbiner, der den Wochenabschnitt mit di:sem Lommentar vorträgt, und bei schwierigen Stellen auch die Ansichten anderer Sommentatoren, älterer und jüngerer, mittheilt. FrüttkfArt a/O-, im November. (Or.-Eorr.) Am 8. diese» Monat« schied der durch wiffenschafttiche» Streben, Edelsinn und Religiosität ausgezeichnete Lehrer, Loui« Weyi — auch den Lesern Ihre» Blatte» ein wohlbekannter lieber Name — au» unserer Lebensgemeinschaft. Noch nicht 50 Jahre alt geworden, varen mehr denn drei Fünftel seine» Leben» dem Lehrendem fe gewidmet, wozu ihn der sittliche Ernst seine« Eharakter«. die herzgewinnende Müde seine» Semülhe» und die reiche Begabung seine« Geiste« vorzüglich befähigten. Genügsam bei spärlichen Erdengütern, bescheiden bei viele« Wissen, gewissenhaft und treu in allen Funktionen und unermüdlich streb um im Lernen und Lehren -- so n ar der Frühverstorbene. Er wirkte nicht nur segensreich in der Schule, sondern durch seine journalistische Thätigkeit auch in Zeitschriften und in unserer Loealpreffe. Seine Thätigkeit fand hier allgemeine Anerkennung. 8» genügt, wenn Heraorgehoben wird, daß et Mit Vorsteher im hies. Brüder oerein . Handwerkerverein, Sängerbund, Fortbildungsverein, wie im Eomite für liberale Wahlen war. Darum hat der Tod dies:» edlen Menschen, trotzdem er nicht unvorbereitet kam (nach einem 3 Monate langen, schweren Leiden), die allgemeinste Teilnahme in der ganzen Stadt erweckt) die sich auch bei dem Leichenbegängnisse bekundete. Sein Andenken sei zum Segen! E. Abraham. (W war auch geschäftsführender Sekretär de« Märkisch- Lausttzer Bez rkSverbande« deutscher BildungSvereiue; über sein maunhafie« Auftreten auf der diesjährigen Generalversammlung der „Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung" in Leipzig (Anfang« Juli) haben wir in Nr. 34 dieser „Wochenschrift," deren treuer Mitarbeiter er war, berichtet. Red.) Hnmtovcr, im November. Wir haben schon würdet Gelegenheit, einen in jeder Beziehung erfreulichen und für die hiesige Gemeinde speciell höchst ehrenvollen Bericht mitzutheilen. Schon ior 1860 war die Gründung einer Pensionskaffe für jüdische Lehrer im damaligen Königreich Hannover beabsichtigt, und waren vom Landrabdiner Dr. Meyer vorbereitende Schritte geschehen Nach der Einverleibung in Preußen würbe bi« Werk, sobald die Verhältnisse sich wieder consolidirt hatten, ausgenommen; aber noch in dem ersten Jahrgänge diese« Blatte» ist darüber Klage gefühtt worden, daß die Lässigkeit der zunächst Betheiligten entmuthigend wirke. Endlich ist et' gelungen, »nd e» liegt nunmehr der „erste Bericht über die Unterkiützung«casse für jüdische Lehrer, deren Wittwen und Waisen in der Provinz Hannover" vor, dem wir Folgend,« entnehmen: „Die Unterstützungskaffe, die unter dem 18. Mai 1870 vom Königl. Oberpräsidium genehmigt war und am 1. Juli 1870 eröffnt* werden sollte, hat in Folge de« Hr-ege* erst am 1. Juli 1871 in» Leben treten können. Am 10. Juli 1871 hat die erste Plenarnersammlnng stattgefnüden und ist