Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 46.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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- itf* - Gemrinde-Statute», mono# oCf grltuelleu Angelegenheiten hi# jut «tivaigen Bildung neiur Cultu»gcMüiWR tun von der GynugOflcngtmeiubc einerseil« und vo« der T-nnpelgenwtnv« andererseit« selbstständig und unabhäugig vo» der Gssennmtgemeind« verioallet werde» sollten, wurden sämmtllche alt culiuell« bezeichnet«» Institute seit dem 1. Januar 1868 von der Gesammtgemeinde getrennt und der Synago- -enaemeinde übertrage», und hatte sich letztere auf« Reue zu »»Bituirr» und sich «ine Berfaffnng zu geben, die in den «unnehr publicinen Statute» ihien Au«druck findet. Für den religiösen Standpunkt, den die Statuten vertrete», »lögen Paragraph 3 und 10 bezeichnend sein, welche also lauten: § 3. „Zweck de« Synagogenverband«» ist di« Fürsorge für alle da« Kultutwesen berührend« Angelegenheiten, in«besondere dt« Erhaltung und Befestigung aller in ß 3 näher bestimmten cultuelle« Anstalten und Einrichtungen in der Gemeind« in herkömmlicher Weis« nach Maßgabe de« schriftlichen und mündlichen Gesetze« der (?) rabbtnischen Kodier« Schulchan aruch. i 10. Der in den beiden Gemeinde-Synagogen stattsindende Äottetdienst ist tu allen seinen Theilen in herkömmlicher Mise und gemäß § 3 ju erhalten, und darf niemals, weder in den Sedeten und Piutim, noch in den Vorlesungen der Thora und Haphtora, sowie in irgend einem zu Siecht bestehenden Minhag rin« Veränderung vorgenommen werde» u. s. R>." vemerkenöwerth sind ferner dt« Paragraphen 3S und 3«, welche non dem Oderradbinat handeln uud also lauten: 138. „Die Reuwahl de« Oberrabbinert geschieht durch den Vorstand und di« Delegirten de« Syuagogrnverbande« mit Hinzuziehung von sech« Berband-mügliedern, die in gleicher Mise wie dir Delegirten gewählt werden, und zwei al« berathend« Mitglieder zu erwählend« hiesige Morenoth. Der zu Erwählend« muß mindesten« 14 Stimm»« auf sich vereinigen. Der Anzustellende muß von gediegemr wiffenschaftlicher Bildung. in«beso>»d«re aber ein gründlicher Renner vo» Soda« und koalrim sein und deren Inhalt (mol) al« die unverbrüchlichen Principien seine« Privatleben« anerkennen, sowie da« RabbinatS- Diplom (mnin mnn) von mindesten« zwei solchen Rabbinern, die den vorgenannten Principien entsprechen, erlangt haben. Bon dem Resultate der Wahl ist dem Gemeindeoorstande Mittheilung zu machen. L 34. Der nach den im vorstehenden Paragraph genannten Srundprincipien erwählt« Oderrabbiner hat in seiner amtliche» Thätigkeit überall diese zu verwirklichen, und di« für den Synagogenoerdand in § 3 dieser Statuten sanclionirten religion-gesetzlichen Kodier« a'.» unverbrüchliche Norm dienen zu lassen. Durch di« Entfernung von diesen Grundprincipien ist seine Stellung verwirkt." Daß es der bisherigen Verwaltung d.« Synagogenverfanbth: Vorstand und Delegirten — gleichzeitig Verfasser der Statuten — außerdem beliebt hat, ihre eigene Ämtsthätigkeit, die nun bald sech« Jahr« währt, von Neuem statutenmäßig auf «och resp. sech« bi« zehn Jahre zu verlängern, wozu mindesten» doch erst eine Meinungsäußerung der Gemeinde zu oeranmffeu und abzuwarten gewesen wäre, wird gewiß von keinem urtheiltsähigen Menschen gutgeheißen werden können. — Auf Anregen unsere» früheren Semeinvevorsieher«, de« Herrn Philipp Simon, Abgeordneten für Hamburg zum jüdischen Gemeindetag in Leipzig im Jahre 1869, und Vorsitzender des Lomite's für dt« norhleidenden Juden in Westpreußen, hat sich hier ei» Localeomite für Hamburg-Altona zur Unterstützung der Bestrebungen der Alliance i»ra61it6 uoiTonelle gebildet, ur.. wird «» in nächster Zeit eine» Ausruf zu» Beilrüt ergehen laste». Unser« Gemeind« zählt« bis jetzt »nr an 30 (!!) beitragend« MitzMer der A. I. U; »llein es ist nicht zn.bezwöfelu, dag es wohl nur dieses äußern Anstöße« bedarf, damit Hamburgs Wohlthätigkeitssinn sich anL hier zläuzend bewähre. Di: übrige« Mitglieder de« Somit?« find die Herren vr. Jsle.:, Heym. Matihias, Lnria, Pard», Jos Schönfeld, Loni« Ber-ray« und Dav. Rübe». Heber d:n Erfolg der BeMhunge» dieser Herren um da« gute Mil hoffe ich Ihnen recht bald MUtheilungen mache» zu können. ivefierreieh. Wie», HO. November. An« Anlaß der für den Gemein devorstand der iöraelitischen Eultuögemeind« in Wien vorzunrhmenoen Ergünzungöwahlen fand vor einige» Tagen i« Saale der Handels-Akademie eine Wahlbejprechung statt, vr. Maximilian Engel eröffnet« di« Versammlung Namen« de« vorstande« mit l«r Mittheilung, daß sieben Ergänz»»,jswahlen vorzunehmen seien, daß von den statulenmägig au »scheidenden Vorstehern Ritter v. Epstein, M. Engel und Me ritz Pollat, die beide» Erster«» eine Wiederwahl anzunehme» erklärt haben, der Letztere in der Versammlung selbst da« Wo« ergreifen «erde. Für di« vier Stellen, weich« durch den Tod der Vorsteher vr. Rnepler und Em. Stach, sowie durch den Au»tritt der Herren Sigmund Pollak und Jacque« vranbei» vacant geworden sind, haben sich die Herren vaumgarten, Biach, Ritter v. Ephrussi, Hteldburghäuffer und Neuhöser als Kandidaten „«meldet. Bevor zur Anhörung der Ernvidaten geschritten wird, meldet sich ein Wähler zu einer Jaterpellation, den Sieuerzwang betreffend, den derselbe für identisch mir Gewiffen«zwa»g hält. Der Vorsitzende verwählst sich dagegen, daß t«r Vorstand jemal« die Gewiffen-freihrit beeinträchtrgr unt «inen Zwang au-geübt hätte. Er Hab« sich jret« zu dem Grundsätze, daß Jever nach seiner Fayon selig werden mög.», bekannt. Wenn ein« kleine Parter mit dem Vorstand« nicht zufrieden sei, so sollt« gerade sie stih an den Wahlen sehr emsig belheiligen. Interpellant erklärt, daß in religiösen T ingen Majorität oder Minorität »ich:« entscheiden könne, und verläßt, nachdem Regierung»ralh Weil die Enthaltung. dieser Pattei von den Wahlen al« Ezechenpolirik bezeichnet, demonstrativ den Saal. Die Versammlung schreitet hieraus zur Anhörung der Kandidaten, und e« em,»fehlen sich in kurze» A nsprachen dem Vertrauen der Wähler die Herren Baumgarten, Michael Biach und Hteldburghäuffer. Di« Kandidatur de« Ritter« von Ephrussi wird von Herrn Juliu« v. Goldschmibt besten« empfohlen. Die Kandioalur Neuhöfer wiro von Wilhelm Frankl unterstützt. Nachdem noch die Herren vr. G tstav Freund und Jacque« Brandei« canridirt worden, nimmt Herr Moritz Pollak da» Wo«, um unter lebhafter Zustimmung der Versammlung «in auf Regelung der Liturgie, fr* Schul- und Armenverhältniffe bezugnehmende« Programm für die künftige Reformthätigkeil de» Vorstandes darzulegen. Bei der Probewahl werden 78 Stimmzettel abgegeben, u id erscheinen mit absoluter Majorität gewählt: vr. Engel, Moritz Pollak, Ritter v. Epstein, Baumgaistrn, tzieldburghäuffei, Ritter v. Ephrussi und Neuhöser. (N. F. P.) Lewb tt>. Während in der abgelaufenen Reich«rath«kadenz au« unser.m Rronland« nicht ein einziger jüdischer Vertreter entsendet worden war, nehmen jetzt fünf jüd. Abgeordnete au« Galizien Sitz« im ReichSrath« et«. Im Ganzen befinden sich in unserem Abgeordnetenhause schon jetzt IS Glaubensgenossen; tsievon entfallen auf Galizien S, nämlich die Herren vr. Hönig«mann, vr. Landau, N. v. Mir, Hr. Mise« und A. Mend«.«bürg; auf Böhmen ö, nämlich die Herren: Darmitzer, Schwad, Ladenburg, Fürth, Haschet; auf Mähre,» 3, Gomperz, Reuwirt, Auspitz; au« der Bukowina und au« Niederöste:reich je 1, nämlich Herr Jsak Rubinstein und Vr. Ignatz Amanda. Bei dem Umstande, als feite*» der verfassung-feindlichen Partei in Galizien viele illeaal« Mittel angewenfrst wurde», um die Wahl von verfassung-freundlichen Kandidat«» zu hinterlrrtben, steht zu erwarten, daß der Legitimation» »usschnß de» Reichsrathes di« von der Berfaffnng«-