Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 46.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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wem di« Spitz«» b«r Soulwrgemeinde» sich bi« schlimmste» Verstöße betriff« Speis«- und Sabbathgesetze zn Schulden kommen lasse»; di« ärgste Uuwifsenheit erhielt Sitz und Stimm« im Vowoaltungtrath« — patdon — « Vorstande, wenn sie in de» geöffnete» Geldfäckef etzmn beredt«» Aywalt fand. So ging man den» auf Seelenfängerei au«, lockte uSchigenfoll« mit der LiMcht auf Ehrenstelstn als Dividende, und da» ynt «nehme» degau» M btühm. Bq, ik die Anzahl der Mitglieder noch eine zu geringe, so wurde der Mangel durch eine» wirksamen Appell an de» Opfermuch kühn «fetzt, so daß i» Folg« eine« derartige» Aufrufe» in £ der Verband von 30 Familien durch eine fünffache Steuerauflage einer Gemeind« von 100 Mitgliedern gleichkam. Ln Versprechungen, Anweisungen auf da» Himmelreich, eventuell auch Drohungen durste e» nicht fehlen, und so war man denn t« Stande, eigene Vethäuser, ost auch Rabbiner zu „gründen." Der Rückschlag ließ ab« nicht lange auf sich warten; schon heute fleht da« gläubige Publikum sich in seinen Erwartungen getäuscht, und enipfindet dies« Täuschung um so lebhaft«, al» die äußeren B«hältnisse seit den letzten Monaten sich gewaltig geänd«r habe». Während früh« bet glänzendem Geschäftsgänge Jed« den ihm aufrriegten Steuerbetrag leicht entrichten konnte, ist heutzutage di« fünffache Last denn doch viel zu drückend geworden, zumal wenn d« Eine und d« Andere da» f» theu« erkaufte Gut bei rechtem Licht« besieht. Darüb« kann Niemand im Zweistl fein, daß die beklagentwerthe Trennung, die Bildung von Sond«gemeinden, di« Religiosität und GlaubenStreue in nicht« gefördert, vielmehr durch di« herbeigeführte G«eiztheit, durch den gegenseitig genährten Trotz und Widerspruchsgeist bedeutend geschwächt hat. Da» SlaubenSwächterthu« kennt leine Milde, leine Schonung, und die Männ«, die au d« Spitz« stehen, erweitern den Riß mit sichtlichem Behagen, die Borsteh« dnrch thätlich« Unduldsamkeit (s. de» Vorfall tu Raab Rr. 43 d. Bl.), die Rabbiner und Lehrer, indem sie von d« Kanzel und in ihren Preßorganen jede gegnerische Meinung in den heftigsten Ausdrücken verdammen. D« Unbetheiligt« beobachtet diese Vorgänge mit aufrichtigem Bedauern, und d« ein« solchen Gemeinde Angehörige, sofern « nicht gerade seinen Bortheil bei der Sache findet (in irgend ein« Anstellung od« al» Vorsteher) erkennt ost mit großem Leidwesen di« abschüssige Bahn, auf d« die Menge d« Verblendeten dahineilt und imm« weit« fortgeriffrn wird. Wer in den Verband eintritt, hat pflichtmäßigen Antheil an der Schuld und auch an — den Schulden der Schomre-hadath-Gemeinde, und diese Verpflichtungen sind in manchen Fällen auch gar nicht g«ing. Dies« letztere Umstand ist e», wa» di« an einigen Orte« bereit» eingeleiteten Unterhandlungen zu einer Wiedervereinigung in die Länge zieht, rw JW *]D3n, und in Wahrheit ist c» auch nur diese» eine Moment, da» auch bei d« Seminarfrage in Betracht kommt. Die endliche Lösung diese« so unendlich wichtigen Gegenstand«» ist nun wieder, wie e» scheint, um ein Bedeutende» hinau»grschoben, <kei»erfall»! s. vor.Rr. »Pest."), während sie gerade die Heilung unserer verrotteten Zustände h«beisühre» sollte. Wenn di« recht« jüdisch« Bildung im B«ei»e mit d« rechten GlaubenStreue , auch bei un» «ne Stätte und ei« Lehrhau» finde» wird, «st daun { wirb da» Uetok schwinde«, an dem da» -ungarische s)ürarl seit Zähren stankt. Ein SprichWUt sputet: D« Ungar wird immer «rft d»rch eigene« Schaßen klug, wir st»d hierDlgade jetzt thatsßchljh auf tzenz bester, Wetze, gu» den trhben Erfahrung» der l.'tzten Zeit die heilsame ersprießlich« Lehre zu ziehen. Djeun der magyarische Raiionalstplz in dieser Ligepthümöchkett ksr»d« stin« U«zug ychlsL» fe msthfen wisv den'tz tzqch sehr von Herzen wünschen und hoffen, daß da» traurige Beispiel auch qudertwo Beachtung sind«, d»ß die » orftchtigen Deutschen e» an unserm Schaden genug sei» kaff« »nd nicht den Autonomie- und ÄemeindegeündMgi, Schwindel zu ihrem eigenen Rachtheile auch bei sich tu Sc««e setzen. nvt rououlos ... I Betucht ibtt die Kretherr v. Nothfchild'fche« H«ma»ttätckeN»stalte« i» Jer»sa1e«. (chsSpttal MrtwKii mH «md»»«1»rH»M, Mä»che»fch«ß», WtwHto »«» •«!» «» «rau e»Schurrt»««»!) , Diese Anstalten wurden vom Herrn vr. Mbert Cch^r zu einem doppelst« Zwecke gegründet. Bor Alle«, «m den armen SlaubenSbrüdern im heillgen Land« in jeder Hinsicht hülsteich beizustehe», fern«, um de» protestantische» Missionären ihr schändliche» Handwerk zu paralysire». Wenn mau diese moralische Lepra der Menschheit, diese Missionäre, nicht durch Selbstbeobachtung kennen lernt, hat man gar sttnen Begriff davon, welch« «rabscheunngSwürdigen Schlich« von ihnen gebrauchtw«de«, um irgendein, sei e» verwaiste», sei t» siine» Elter» «»tlaufene» Judenkind zu kapern. Anfang» versuchst hstr diese Compaguie di« Proselytenmacherei <» erwachsenen Juden. Sie errichteten noch vor 20 Jahre» in Jerusalenl eia Ho»pital, ausschließlich für Jude« bestimmt, hoffend, daß sich doch einige Juden, wenn auch die verworfensten Subjekte, in die Ho«pital gem-anst Aaste locken lassen würlien. Da aber daselbst sich nicht einmal der roheste Jg»o, raut, trotz d« reichlichen, mit Geldspende» u. Traktätchen wÄtztzdenea, Bewirthuug, fangen ließ, versuchten sie einen v«me«iÜch erfolgreich«en Weg, indem fle eine Ambulanz errichstteit «rd für den ambulanten Kranken, im HoSpitale sowohl wir nach Hause, Redicamenst (und Bibeln!) grati» verabfolgst». Endlich «schien her Erretter für die von den zudringliche» Mtfstw nären verfolgten Juden in der Person de» Herr« vr. Albest Co i n. Er gründete da» segenreich wirstnde von d« edstn Fanälie Rothschild erhaltene HoSvital, in dessen vestgrämuen jährlich über 500 jüdische Kran« unentgeltlich gepflegt und behandelt werden, außerdem ab« jährlich circa IGGGG Kracke ohne Unterschied der Confessio» (Jude». Ehr sten und Muhammedaner), in der Ambulanz sowohl, al». auch viele wirklich Arme in ihren Wohnungen ärztliche Behandlung und Medikamente grati« erhalten. Er gründete ferner die von der Baronin v. Rothschild hochherzigst ge» spendest Wöchnertnnenwäsche zur monatlichen Vetheilnitg von 10 armen Wöchnerinnen mit Wäsche (für Mutter »»d Kind) und je 10 Franc» per Person. Seine wohlthättze Gemahlin, Frau Mathlld« Cohn, gründete die wöchentliche . Vrodvertheilung an 250 arme Glaubensgenossen. Diese »ohlthätigen Gründungen durchsteuzten die Pläne d« Msflonäre, sie hatte« stinen stichhaltige« Grund mehr, um dt» leichtgläubigen wohllhätigeu Lord» in Europa zu dnpir,«, ihr soi-dimnt HoSpital, da» ihnen al» Mitstl zu« Zweck dstnte, um «norm« Summen für ihre Tafchq pz u,, sammeln, blieb fast st« und wird nur von M» moraMh ^ä verlommrnsten und verworfenst«« Subjekten aufgefttchr Mi £2 kann statistisch nachgewtese» worbe», baß »i> do»,L Missionäre, hier »icht gelang, attch »»v »1»