Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Wchkitb» Beweise brn lbatsächllcheu Sttdibtningtit grgenwer hinfällig «erden könnte»; noch vor Kurze,» habe kein Z»eifel darüber bestand«», wat ^katholisch" fei. nud styl, ,eü btt Entwickelung der altkaihollichc» Bewegung sei ore« »ich?«>chr einfach. — Sonach gelangt man vo» »«richiedc- «n Seiten prinzipiell z» der paritätischen Schute, allein deni paritätischen Staate entspreche, Bei der ilnü-llung her Lehrer habe deren T üch ligkeit nicht ihre Ko n f e ssion zu entscheiden. Auch fordere et der paritätisch« tharatter nnsere» Staate», daß den Inden gleichsall» ihr Recht zu Theil «erde, zwar nicht so, daß man sie dazu zwinge, ihre Kinder ut den von der Schul« eingerichteten Religion-unterricht zu ichlckeu, aber doch überall da, wo di« Synagogenge- «riuden e« forderte». In Betreff der Anstellung jüdischer Lehrer roaren die Ansichten sehr getheilt, eine unbedingt« Luöschließung wurde »an »einer Seit« an«gesprochen; ebensowenig eine unbedingte Zntaffung; alt selbstverständlich sür die Zulassung wurde angcnommen, daß jüdische Lehrer sich der Schulordnung unbedingt fügten und nicht in ihren Ritualgcsctzen oder ihrer Festordnung ein Hindernis für Erfüllung ihrer Lmt»pflchten fänden; »in Uedrigeu sei vie Frag« von Fall zu Fall zu entscheiden. Der Herr Minister hob bei dieser Gelegenheit hervor, daß er sich in seiner Berwairung in jedem einzelnen Falle, ohne Rücksicht auf die Eonfession, nur da,«ach richte, ob der vorgeschmgeu« oder gewählt« Man« sür di« Stelle geeignet sei. Ekrkti», s. Rovemder. Heber di« vekehruggarschtchte, welche in vor. Rr. diese« Blatte« nach der „5t. Stell. Zrg." berichtet worden ist, bringt l^tgenannt« Zeitung nachstehende BertchHnug von Seiten de« Pastor« Brandt: „Eine Ihne« au« Stargard uiitgetheilte Geschichte vo» «i»er Jüdin, die gern« Lhristin werden will, nennen St« in Rr. SSV Ihrer Zeilung eine Rorlara« Geschichte. Um den Lesern Ihrer Zeitung Gelegenheit zu geben, sich ein gerechte« Unheil zu bllven, haben Sie «ohl die Freundlichkeit (auf Ornud de« Pießgesetze«) folgende Thatsachen auizunehmen: 1) Daß die Iültn Hulda Hirsch au« Stargard von ihren Verwandten in Pyritz darum, weil sie in christliche Risfion«- stünden gegangen ist, gestraft worden ist, gesteht Ihr Berichterstatter selbst «in; «ine Thatsache. 2) Die zweite Thatsache ist die, daß tznlda Hirsch, nachdem sie an« 12. Lctobrr von ihre« Onkel geschlagen worden, am lg. bei mir hat Zuflucht suche» »ollen, u» Diakonissin zu werden. Da sie aber mich »echt getroffen hat und Riemand sie hier augenommen, hat sie selbst in EteUin in der Elisabethstraß« 9 Hertrrge gesucht und gesunden. 3) Tag« darauf suchte und fand sie mich in Bethanien, und sofort bracht« ich sie in ihr« Hertrrge zurück, de« ljzauovater dütend, sie vor allen Lerfoigunge» zu schützen. Da« ist da« ganz« Epionirshstem, vo» welchem hjhr Berichterstatter spricht. «) Am 16. Oktober ist die Mutier der Huld» Hirsch zur Polizei gegangen, um polizeiliche Gewalt zn nchUlriren. Hulda aber ist freiwillig mitgegrnge», und der Herr Polizeipräsident hat di« Mutter nach «llg. Landrecht Th. 11. tz «8 dahin deschieden, daß Hulda Hirsch — da sie bereit« 23 Jahre alt sei — die freie Wahl habe, zu welcher Religio »span«, sie sich hallen wolle. S) Ci« ist Thalsache, dah Hulda Hirsch von ihrer Mutter urehr al» einmal täglich in ihrer M,eth«woh»ung ungehindert ist besucht worden. 6) Daß ich »ich vor Heu Eltern, di« mich halten sprechen wollen, habe «rleugaen taffe», wie Ihr B.richterstatter meirt, ist keine Thatsache; wohl aber ist e» TtiUsache, »aß ich in jenen Tagen nach Magdeburg und Poiedam verreist wqr. Rach diesen Mitthellungen muß ich den Lesern Ihrer Zeitung et anheimstelleu, aus welcher Sette Gewiffeu«zwang Utzd auf welcher Grwiffentfreiheir zu suchen ist. I. Br au dt, Paßwr, Borsteher de« eoangelischeu Diatouiffenhausr» „Br- Itzarten" zu Ren-Torney." Di« Redaktion der „R. St. Z." fügt solgeud« Bemerkungen hinzu: > „Rach bei« nn« ingwtscho» z«g»gange«n «witeren Mitthetlungen in dioier »»saubere, ÄugelrgenheÜ ktnuen »tr di« vorne heno augelühnen Bemerkungen keineswtv« al« erschSpfeiiv auielnn. Sie erhalten theil« Unwesentliche«, lycil« oeijchweigen sie Weseul.tch.-«. Sir gehen heute darauf nicht weiter »in, um unser.a» Gewayrtmanne, der den näher kennt a.« wir, nicht vorzugreisen. Jedem Undesange» neu aber, deute» wir, wird auch nach der obige» ^suichrFt da« Eiu« ttai: fein: die Heidin dieser Bekehrungogtschichl« spielt in jeder Beziehung eine traurige und erbärmliche Roll«. Ihrer Gemein' chaft sich zu freuen, hat weder di« jüdtiche »och die christlich« 'llemetude Ursache. Eine Tochier, die ihren Elter» durch Lildetadeuteuer Kümmermß bereuet und dethalb nach au»wärl>» in strengere Obhut geg-beu wuo, wünscht den Bann der chr auserlegten Zucht in abenteuernde« Hang iiun jeden Prei« z» durchbrechen und wählt dazu da« von ratilinarisch e.ugebglen Raturen so häufig gebrauchte drastisch« Mittet: den kteiigionowechj.l. Die bekümmerten EUern haben nur die« «ir.zig« Kind, sie «erden durch die Entfremdung deffcideu in ihre« hettigsten Gefühlen «doltich getroffen. Der Vater schwebt in Lebensgefahr, die Mutter ist de« Wahnstu« nahe. Wie in aller Welt kommt nun ein Diener der «vangeiijchen Kirche dazu, unter solchen Umständen »nr gegenüber einer solchen Person auch nur einen einzigen Schritt z« thun, der geeignet sein könnte, Mlßdenlunge» zu erregen und dem Lu'ehen der von lhm vertretenen Religion zu schaden? Jede Itlrchengeinemjchast, du aus ihre Ehr« hält, verschmäht ti, Pro,ely:«n mir zweuxurigem Eharatler bl« Pforte» ihre» Teiapet« zu öffne». Boa „Gew,s>«a»freth«lt" können wir wenigsten« »ach dem droher bekannt Geworden«« in dem ganz,:» Borgauge nicht» entdecke», auch nicht« von Herz und Gemürh. Und mit steht r» tu» gar mu der christliche« Rächste«kted«i „-0»s»» sMten hl« Leb«« La»« »och St«, »»er Menschenopser unerhört." Soweit die „R. Sr. Z." — Kr« tm vor. Bi. angegeben, war ich zur fragilche« Z.it eben im Begriffe, ein« langer« Sleise auzutviten, und Hab« mich daher nur noch lüealg mit der Sach« befallen könne». Die Eltern der Hulda Hirsch haben mich in Stettin aufgesucht und um meine Mitwirkung gebeten. Mit ihnen begab ich «lich zunächst »ach „Bethanien" zu Herrn Piftor Brandt, hörte jedoch, daß berseld: verreist sei. Der Vater, eia sehr schwächlicher Manil, erkraitkle, ohne Zweifel in sfolge der Aufregung, alövald recht schwer; ich luchte daher Hulva Hirsch na „Gesellenyause, Heiverge zur Hrimalh" auf und bat sie, sich doch mit mir zu «yiem Baker zu begeben, um ihn, vielleicht zum letzten Male, zu sehe,». Sie antwortete c.uf alle BÜten und Bor>tellungen, wob, l ich vom Religioutwechjei gar »ich.« erwähnte und uur au ihre kindlichen Gefühle appelltrrr, nur mst kürzesten abiehnmoen Bemerkungen: „nein; ich «Ul nicht« wissen; laffen Se mich ln Ruhe" u. d:rgi. Ebenso wendete sie ihrer Mutter, weiche sie nachher besrchie uno mit ihr zum Baler zu gehen dal, einfach den R lcken, während di« „Hervergsaruller" Mi Wort führt« und Mit vieler Salbu,ig darüber sprach, baß dir Dame nun eiuuml die wahr« Seligkeit durch oa» Bekeuatniß der Ehristen smhe, und mau sie daher gewahre,» laffen müffe. Es steht al o di« eine Thatsache vor allem fest, baß man da» Mädche n dahin gebracht Hai, jede« Gesuhi kindlicher Liebe au« ihrem Herzen zu reißen, und >ie dahin lnstruii:r hat, auf all« Butin und Borstellaugeu kerne Syrde zu antworten. Die« genügt vollständig, um über dt« Bekehrte!-tn Unheil zu fällen. Di« Berichtigung de« Herrn P. Brandt ka, n man auf sich beruhen laffen, iw äuderr an der Sach« Nichi». Ern« religiös« An>uchl, ore zu solch:» Mlltel» greift, um Projelthleu zu urachen, kann bei allen menschlich Fühleaden «ur Wwerwllleu erregen. — Mrc war di« Sache dükehau« rin pshchologische« Rälhsei, di« ich in dem m vor. Rr. »ngetheUi« Zeuuugotwrtchte vo» den vorau»gegange- »eu Liebelile« der Reophhlm laöl