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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 45. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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in Pari» «ehren Verein« (Chebroth), ««Ich« de» Zweä vrr folg«», gegenseitig chren Mitgliedern und deren Angehörigen ewige Grabstätten zu sichern. Ferner giebt e» einen großen Verein, genannt ,Ia l'err« prowio«^ sttr penHttzrn ZwkK hat. «r zählt.Hshr niele EhreMitglsttd^, AelHe, phn« an den Wohlthaten, welche der Verein gcWrl, Theil zi» nehmen, MbLrV" welch« unsere definitive Wohnung nach dem Tode sein soll, zu sichern Endlich kann ich Ihnen sagen,' daß wir gegründete Hoffnung haben, in Folg« vom »rrchigement», pntöt die Statt Pari» in kurzer Zeit zu treffen genSthigt sein wirb, die koewe commune vollständig verschwinden zu sehen. 9t«in, geehrter Herr College, Sir haben nicht Recht, wenn Sie sagen, daß wir in Frankreich verlernt haben, für nniern Tuitu« pecuniäre Opfer;u bringen, well der Staat zu den un» obliegenden Losten beiträgt. Hier haben Sie zwei sehr bezeichnend« Ziffern: der Staat giebt un» noch nicht fsinfzigrausend Franc», und wir v«rau»gaben jährlich fAr den Cniln», den Unterricht und die Schulen mehr al» sechSmoihunderttausenv Franc»! Wenn die Ziffern ihr« veredtsamkeit besitzen, so sprechen die, welch« ich ihnen hier ged«, und die Sie in dem Rechenschaft-bericht leicht «iederfinden werden, laut geuug. Ich hätte Ihnen noch einige Erläuterungen in Betreff unsrer neuen Tempel, deren Vollendung so lange aus sich warten läßt, zu machen, aber ich fürchte Sie zu ermüden, und ich begilüg« mich Ihnen zu sagen, daß zur Vemtheilung auch dieser Angelegenheit «ine genaue Leuntniß der verhältniff« gehört. Entschuldigen Sie k. jc, die Länge diese» Schreiben» und empfange» Ei« M. rc. Zadok Lahn, Grand Rabbin. Berichte und Correspoudeuzeu. Deutschland. Berlin. In einem gegen einen jüdischen Rabbiner anhängigen Prozeß hat da» Ä. Oberlribunai folgenden Rccht«- grundsatz aufgestellt: „Jed.r, welcher (auf Grund einer dauernden Aust» llung) nach dem Ritu» einer Religiontgei<llich.ift die religiöjrn Feierlichkeiten einer Eheschließung vollziehen kann, und dazu bcruseniäßig übergeht, dieselben autübt, ehe ihm die Aufnahme der zur bürgerlichen Giltigkeit der Eh« erforderlichen HeirathSurkunde durch den PerfonenstandSbeam» teu nachgewiefeu ist, verfällt der Strafe de» § 337 de» St.-S -v, sollte e» auch an den staatlicheil BorauSsichungen einer rechl»- giltigen Aust» llung f.hlen." Der Angeklagte, welcher rabbi- Uifche Studie» gen,acht und auf Grund eine» Qualification«- atlefie» mtt Genehmigung der jüdischen Gemeind« die Functionen eine» Rabbiner» auSgrübt hatte, war vom Sppellation»- gerichte sreigcfprocheu worden, «eit er »nicht nach Vorschrift de» Judeugefetze« vom 23. Juli 1847 mit Genehmigung der Regierung al» Eultu-bramter von der Synagogengemeind« ang>stellt worden sei. mithin nicht al» Religiontdiener im Sinne de» ß 387 angesehn, »erden könne." Da« Obettribnnat hat dagegen obige» Präjudiz gefällt nnd daran folgende interessante Motiotrnng geknüpft: „Unter einem Religionsdiener im Sinne de» § 337 ist derjenige zu verstehen, welcher von seinen Glaubensgenoffen mit der Vollziehung wesentlicher Handtuugeu, ans welch« der Zweck de« betreffenden 9Uligtonsbekrnniniffe« gntchtot Ist, dauernd betraut ist. Zn diesrn Perjonen gehören in der Jndengemeind« unzweiftttzast di. Kabiiner, deren Beruf e« ist, die rellgiösen Handlungen kn der ttzemtind« al« Gesetz- und Schüftkrindia» »orzun pntn." War als, der AugMaat« von der Stzck>jMn»gemeind« zur V»zl»unß fpefeOlisches Aqt»dandlstng«n dchernd angenom- NU», »o war er au« WligianWiener i« Stzne de« 8 337, «Dvßhtet m UfiRMM», baß er nicht »üLenehmigung der Slaatr-Veborde al<° Lütlu»bea>nter anMeklt war. Di« jüdischen Gemeind«! haben da» Recht. jbre religiösen Act«, he- L fttmmfcif m staat'.icher Genehmigung angestellt find, vollziehen ui taffen, und in diesem Falle würde e» den» strafrechtlichen Zweck« der im £ 337 gegebenen Vorschrift widersprechen, ckenn fvAH» mit allen Altribuken eine« Religion«dMrrö bekihidktpz» Personen blo» deswegen, weil zu ihrer Bestallung nicht zuvor dl« Genehnigung der Regierung Mgehplt war, von d«r erwähatm Strafvorfchrift eximirt werden sollten. Berlin. Sude Ocrober. Die Eonsereuz, die guter Le» Vorsitz de» LultuSwiuister» Vorberathuugen über da» höhere Schnlwesen in Preußen hielt, beschäftigte sich in den letzten Sitzungen auch mit der Religion»unterricht«fragr. Die Fragen, di« ihr vorgelegt wurden, waren folgend«: „1) Der Religionsunterricht. a. Sind di« ül«r die Stellung desselben im Lehrplan der höheren Schnle, und über die Religionslehrer, deren Ausbildung, Ansb llung und Veanfsichtigung bestehenden allgemeinen Bestimmungen einer Abänderung bedürftig, event. welcher 1 b. In wel-he« Maße ist bei Fortdauer de» gegenwärtigen Verbältn'.ge» da« ÜnterrichtSdedükfntß der consessioueüen Minderheit von Schülern dersetbeu Anstalt zu berücksichtigen? 2) Ist e», wenn bei den höheren Schulen für den Religionsunterricht angemeffeu 'gesorgt ist, nothwenbig, anßirdem Einrichtungen zu treffen oder beizubehatten, wodnrch fi; einen besonderenconfessionellen oder kirchlichen Eharakter darstellend In Betreff der Frag« (l b.), wie für den ReligionSnnterrichl einer konfessionellen Minorität zu sorgen sei, wurde angeführt, daß zu verschiedenen Zeiten verschieden« Minimal- Zahlen angenommen worden seien, für welch« Religionsunterricht au» den Mitteln der Anstalt ertheilt werdcn müffe; die Zahlen haben »wischen 12 und 36 geschwankt; in neuerer Zeit sei mehrentheil» die Zahl 15 angenommen. E» wurde bemerkt, daß, wenn die 15 Schüler auf di« Llaffen VL bi» L verlheiit seien, so daß verschiedene Abtheitungen gebildet werden müßten, die Zahl zu klein sei. In Siädlen, wo mehrere Anstalten seien, ließen sich di« kleinen Minoritäten zch gemeinsamen ReligionStiaffen vereinigen, e» sei dir» u. a. u» Lönigtberg und Danzig mit gutem Erfolge geschehen. Für jüdische Minoritäten an christliche» Schulen sei erst in neuerer Zeit gesorgt; in Oppeln, Gleiwitz, Liffa, Schnetdemilhl würden Religion»lehr«r für die jüdischeu Schüler an« den EiatS der Anstalten besoldet. In Bezug auf die konfessionelle Sonderunde» Lehrer-Eollegium» wurde nur von einer Seit« der streng konfessionelle Eharakter al» «ine Rolhweudigteft ausrecht erhalten. Daß auch in konirssionell gemachten Lehrer «iollegirn wahrhafte Eintracht, friedliche» und freundlich»» kollegiale» Zusammenwirken sehr wohl möglich sei, ward« von verschiedenen Seilen bezeugt und nachgewiesen. — Rücksichtlich der Rechlsscag« wurde eiuerjeit» auSgesührl, daß «Ule Anstalten, die stiflungSmäßig, urkundlich, konfessionell seien, oder, für «elche au» dem ganzen historischen Zusammenhänge sich der Wille de» Stifter» adtelten laste, dag die Sltftnng ein« konfessionelle sein soll«, diesen konfessionellen Eharakter behalten mußten; andererseil» wurde ausgesührl, daß der kwrfeisionell« Charakter nur da anerkannt werden könne, w» er antdrückltch urkundlich siatuin sei; der versastung entsprächen in i«de» anderen Fall« nur paritätisch, Schuten. Bewen »njichwn s^genübe» würde tzenwektj bsch «Mtzdilcho lßk« tzb-

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