Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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*.. -\ M45. -1878- 11 4. Jahrgang. Wschev-Zchrlft litt die religiöse» «ud soeialm Jutereffe« deS Jlldeuthums. 'fttprini |€kai 9tUftm*. M» utetfütcU» LU'/, «rafem. 3«fnrHa**g«M%t Pi Mi Mtpftägi P«tit»iili «Wr hm* Km« » «V CirmfirJi^n Ktkaftaa an» ^amlplcr Rabbiner Dr. 1L Lrnmlfel» in S tettin. Magdeburg, IS. Wo». 1H7». Zn «qxpn MOp ili pppnUioi|ni hM 3«fm<ni - V«m|m M kn Soxbitu)» der 3<tmÜL Lochinspnft in JRagbtbutg. Inhalt. SaltCMM Krtlfei: «int Btrid»tigun«. die trän,»fisch.füdifchrn »erktltniffi betreffend. — Bericht« tt«d »»rilefPSA- |pim, Deutschland, Berlin. Berlin. Stettin. »Snigsberg. Pinn«. — Oesterceich: Pest. - Frankreich; Pari«. — Nu«». ni»n. — Tfittri: Bniff, Afrika; ftacocro. — Rußland: Odeffa. — Vermtfchl« m«» atniff VUPripten: Berlin. , Berlin. Düsseldorf. »Lmgaderg. «u« der Pravin, Posen. Leipzig. München. Pest. Pis». Basel. Rotterdam. Brüssel. Bukarest. «»« Amerika. (Philadelphia. Rew-Pork.s Peru. — AaAiUets«» Unsichtbare Fesseln. Driginal-Ravelle »on I. R. Lichtenberg. — Arzfarate. Giu« Berichtigung, du jnmziiftsch.jßdischell verhültniffe detrrffrud. Wkn erhalten folgend« Zuschrift des Herrn Ober,abbiner» Kahn in Pari», welch« wir (übersetzt) mit großem Vergnügen tnlvheilen. Wird auch durch dieselbe der thatsächliche Jns ^,..^Hstlt «tsere» hier in Red« stehenden Leitartikel» der Rr. 42 'HuiM Geändert, so ergiebt sich doch, daß dt« sranz-fischen Jude» für da« Begrädnißwesen u. s. w. freiwillig mehr thun, «I» wir au» den Thatsachen gefolgert hatten. Daß wir »»» vornherein an dem guten Herzen unserer französischen MenbeniPenossen nicht zweifeltm, haben wir freilich a. a. O. > selbst gesagt. Und wenn wir sehr freudig eingestehm, geirrt haben, so glauben wir unser« Herrn College« zu'Pari», Sack« selbst und unfern Lesern einen Dienst erwiesen zu hat«», indem wir diese Berichtigung provocirten. Pari», 7. November 1873. Geehrter Herr College! -Ich lese soeben in der Nr. 42 Ihrer „J»r. Wochenschr.* he» Artikel, den Sie den jüdischen Angelegenheiten in Amerika, ^^A«r»kr«ich und Deutschland widmen. Er hat mich ttbhaft betroffen, und ich bi» ficher. Ihnen ein Vergnügen }ii machen, wen» ich da« berichtige, wa» Ihr« Schlußfolgerungen über die jüdische Organisa ton in Frankreich Ungenaue» oter Uebertriedenek ent hatten mögen. Jckl erkenne «» «tt Ihnen al» «ine sehr traurige und beklagen»n>ertb« Thatsach« au, daß in einer Gemeind« wie Pari« der Arin« nach de« Tode kein« gesicherte Ruhestätte findet, daß «on »on einer ferne commune (gemein,amen Grube) reden tan», aber erlauben Sie mir Ihnen zu sagen, daß Sie M« unserer Lage nicht genau unterrichtet sind. Die franzöfische Gesetzgebung erkennt nur den Ort«ge- «etuden (munioiptlHäs) da» Recht zu, einen vegräbnißplatz ' M besitzen; diese können den religiösen Bekenntnisse», gleichviel welche«, da» Ltgenthu««rrcht auf eine» Begräbnis Platz vetwtlgtn. Dur» lex, aed lex. (Ein harte» Gesetz, aber r» ist Gesetz.) 8» ist zu» Glück wahr, daß der größte Theil der - M»»ick>alverwalt»ng<n, ja wohl alle, ausgenommen tzlarl», auf -. de» Recht Mrztchket habe», a l l«t,üderdieKrt«dhüse»»>i«pO»tre». In dtancy, Lyon, Marseille rc.rc. besitzen die Gemeinde, einen Friedhof für sich, und dort hat e» gar keine Schwierig!est, daß die Armen eben so gut wie die Reichen eine ewige Ruhestätte finden. In Pan« ist e» unglückUcherweis« nicht so. Die Stadt hat, wie e» gesetzmäßig ihr zusteht, sich da» auöschließliche Eigenthum»recht ihrer Begräbntßplätz« rrservtrt; Jeder, der eine Grabstätte erwerben will, hat sich an di« Stadt zu «enden und nahezu MV Frstm»pr»-Meter Boden z» >xzahien. Die (jüdische) Gemeinde vermag in der Sach« durchaus nicht«. Unser größter Wunsch wäre, einen Friedhof für unk. zu besitzen, und ich «^sichere Ihnen, daß die Ausgabe, wie groß sie auch wäre, un» nickst abschrecken würde. In einer Gemeind«, welche beinahe viermal hunderttausend Fmnc» den verschiedenen WohlthätigkeitSzweckm widmet, (Eie können die RichttgkeU dieser Angabe au» dein Rechenschast»b«richt de» Pariser Sonsistorium«*) ersehen) würde man vor einer Mehrausgabe von einigen tausend Franc» «icht zurückbeben, um di« ttaurige Nothwendigkeit der so«« commune zu unterdrücken, wenn die Sache möglich wäre. Aber noch einmal, di« Gemeinde kann in dieser Frirge nicht verfügen. In Pari» sterben im Durchschitttt jährlich 8—400 arme Israeliten; wir verwenden bereit« 20,000 Franc» im jährlichen Durchschnitt für die Losten der veerdiguug derselben, und diese fallen cmtschließltch dem Dohlthätigkeit»co'itä zur Last. Wollte man noch den Ankauf von ewigen Grabstätte» hinzufügen, so würde da» eine «eitere Summ« von jährlich beinahe 80,000 Franc« auf da» Comitd werfen. Skr würde darunter zu linden haben? die Armen, welche ihr Brok nicht erwerbe« können, di« Kranken, die Waisen; und Sie werden, geehrter Herr College, mit mir anerkennen, daß die Lebendige« eben so räel und mehr Anspruch auf di« Wählt hätigkeit haben, al« die Todten. In dieser Beziehung di« ölemeinb« zu Pari» mit der zu Berlin, Wie« (auch Nancy, Lyon rc ) vergleiche«, da« heißt de» Thatsachen kein« Rechnung trage». Man muß übrigen» nicht glauben, daß die Gesellschaft „du Repo* Eiernel*—welche ich sehr schätze — der erste ernste Versuch zur Unterdrückung der ferne commune sei. 8» gtebt *) Derselbe lag M, wrüm »wmlchfi einig« Ansage «ttchei. «an.