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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 41. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 41.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 334 — mosaischen Glauben» au» Anlaß der für sie geboteuen Feier« rag« zuzuftehea habe, eia« Arfrage gestellt, und der Borstand der jüdischen EultuSgrmeinde in Wien hat sich darüber fol« gendermaßen geäußen: I. Tie jüdischen Festtage, an denen di« jüdische Jugend vo« Schulbesuch« befreit zu werden Anspruch machen kau», sind: de: erste, zweüe, siebente und acht« Tag de» Passah-Feste«, der erste und zweite Tag de» Wochenfeste», der erste und zweite Lag de» Neujahrfester, der VerfühnungSlag und der erst«, zioeite, achte und «eunte Tag de» Laubhürtenfest«», zusammen dreizehn Tage im Laufe «ine» Jahre», von denen da» Neujahr- und Bersöhnungtsrst häufig in deu Ferialmonat Seplemtur fallen und die ersten Tage de» Passah-Feste«, sowie die beiden Tage de» Wocheufeste« oft mit den christlichen Ostern und Pfingsten zusammentreffen, so daß die Schulordnung durch die jüdischen Festtage eine nur geringe Störung erleidet. %. Von dem dogmatischen Verbote, am Eabbalh zu schreiben, sind wir nicht in der Lag«, Di»p«ur zu «nhrilen, und muß di« Beobachtung oder Nichtbeobachlung diese» Verbote» b< m freien Ermeffra de» Schüler» oder richtiger der Eltern derselben anheimgestellt bleiben. Lemberg, 9. Oktober. Welche» Verfahren von Seite polnischer Beamten dirweilen bei den Wahlen in Anwendung gebracht wird, davon gibt nachstehender Vorfall Zeugniß: In dem Städtchen Szczerzec bei Lemberg, welches vorzugsweise von Juden bewohnt wird, wurde die Wahl der Wahlmänner auf den 7. d. Ml»:, d. h. arf einen israelitischen Feiertag anberaumt. Der Wahlcommissar verkündigte, daß die Wahl bis 3 Uhr Nachmittag« zu dauern Hab«; nachdem aber die fämmtlichen christlichen Wähler ihre Stimmen abgegeben hatten, orliebie es demselben, zu verkünden, daß die Wahl bi« 12 Uhr beendet sein müsse. Die in der Synagoge versammelten Juden, welche davon Wind bekommen hatten, unterbrachen da» Gebet und erschienen im Vahllocale, so daß anstatt der bisher gewählten drei polnischen Wahlmänner jetzt drei jüdisch« die Majorität erhielten. Die« behagte dem Herrn Commiffar nicht, und derselbe erinnerte sich nachträglich, daß der gewählte Herr Samuel Luft in der Liste deS Großgrundbesitzer» ftgurire und daher nicht wählbar sei, wa» übrigen« nach §. 30 der ReichSrathS-W ihlordnung mehr al« zweifeldaft erscheint. Er ließ deshalb unverzüglich zur engeren Wahl zwischen zwei christlichen Wahlmännern schreiten. Als die jüdischen Urwähler mit Berufung auf die Wählerliste, gegen welche nicht reclamirt wurde und in welcher Herr Luft al« Wähler erscheint, prolestirt:n, weigerte der Commiffär die Aufnahme d«S Proteste«. Auf diese Art wurde bei der engeren Wahl, an welcher sich nunmehr di« jüdischen Wähler nicht betheiligten, ein eifriger Anhänger de« polnischen Eanoidaten, eine» bei den Juden mit Recht unpopulären Manne«, zum Wahlmanne gewählt. Die jüdischen Wähler überreichten »eure einen Protest zu Händen de« B«zirt»vorsteher». Lemberg Den Bemühungen der Deleairten de» jüdische» Eentral-Comüe« ist e« gelungen, di« Gefahr einer Stimmenzersplitterung im Städte-Wahlbezirke Brody-Zloczow zu beseitigen und di« Majorität der Wähler für die Eandidalur de« llr. Landau zu gewinnen. (N. F. P.) Dreschen. Hier ist Efc. Holländer (Stift-gelehrter in Hannover) zum Rabbiner gewählt worden. Warschau. Dieser Tage hat dahier ein junger israelitischer Advokat, .Herr Simm Rodzyn, die höchste Stufe der Advokatur erreicht: er wurde zum Vertheidiger (MecenaS) beim 2enat mmnnl — eine Würde, zu der bisher noch kein I»- raelite gelangte; auch die christlichen Candidalen müssen zumeist viel älter sein. Herr R. ist erst 27 oder 28 Jahre alt und überhaupt erst 5 Jahre in der Advokatur und 1 Jahr bei der Appellation Advokat. Herr Rodzyn ist auch Magister der warschauer polnischen Universität, an der er studirte, und Doctor einer deutschen Universität. Er ist ein vorzüglicher Redner, und seine Vorträge werden stets von vielen Zuhörer» besucht. .Labei ist er ein tüchtiger Hebräist und Talmudist. (LI.) Part». Am Abend nach dem i»ra«litischen Versöhnungtfeste, erzählt ei» pariser Blatt, war der prächtig« Speisesaal in der ersten Etage des Hotel der Rue Soffitte der Herren Rothschild allen fremden J»raeliten, die keine Familien in Pari» haben, geöffnet, und auch an zwanzig Offiziere von der Garnison hatten von der herzlichen Einlegung Gebrauch gemacht. Er war ein beständiges Rommen und Gehen von Gästen, und mehr al» 100 Personen saßen bet der SoirSe an der Tafel, an welcher Hm und Frau vom Hause selbst die Honneur» machten. Au« tkoutzantioe (Algerien) wird von einer eigenthümlichen Emeute benchtet, welche tvrt am 6. Oktober zwischen Jude» und Arabern statt gefunden hat. Um 11 Uhr Morgen» fand am AuSgang der Rue Nationale in der Näh« der Brücke El- Rantara ein jüdische» Beg:äbniß statt. Ein Unteroffizier von den eingeborenen Tirailleur» besch mpste den Zug. indem er ihn, wie e« heißt, anspie. Er war allein oder fast allein. Di« Juden stürzten sich auf ihn, schlugen ihn mit Fauststößm zu Bode» und warfen ihn einen tuchen Abhang von mebr al« 100 Metern hinab, zu deffr» Füßen der Roumel fließt. Der dienstthuende Offizier des nächsten istostenS, ein Hauptmann von den Spahi», ließ einige Jäger, die er gerade bei der Hand hatte, da sie vor dem DivisionSpcüai« Wache hielten, zu Pferde steigen. Inzwischen waren schon Araber lerdeigelauscn, um ihren Glaubötsgeuoffen zu rächen, und c« hatte sich «ine große und blutige Schlägerei entspannen, an welcher mehrere Tausend Individuen, Juden und Amber, theilnahmim. Die Reiter stellten die Ordnung wieder her und rafften die Verwundeten aus; an 20 Arbeiter waren auf dem Platz« geblieben, drei von ihnen tödtlich verwundet. Gleichzeitig «ar es zu einem ähnllchen Eonflicte in einem onderett Puntte der Stadt, in der kleinen Straße unterhalb der Place Negeier, gekommen; hier hatten die Juden Die Polizei >>erbeigeholt, uti b ei« dieser noch drei der arabischen Ruhestörer abführen konnte, niaren dieselben von den Juden halbtodt geschlagen worden. :8ei Abgang der Post war die ganz« Garnison auf den Beinen, und Patrouillen zogen durch die Stadt. (Magd. Ztg.) Feuilleton. Umfiehlbare Fessel«. Orig-nol»Novell« vo« 3. 9t. Lichtenberg in 9t empört. (Fortsetzung.) Gtepgehute» Tapttel. von der Trennung nicht e^chrocken Alibi er ihr noch Stirn und Stunk, Bei den Lippen, bei den Locken Schwur er den begltickten Bund.' Pinten. Wiederum war ein heiliger Feiertag vor der Thür, dem wir schon einmal in Houstonstceet theilweise beigewohnt haben, der Rosch-Haschono (oder Neujahrstag). Nachmittag» vor dem Fest« war Bärchen ermattet und sonneoerbrannt vom fernen Westen heimgekominen, fein Bündel war bedeutend leichter al« um Ostern, da er New-Uork verließ, um durch die Güte d«S Herrn Deermoore einen ungeheuren Pack Maaren int Land« an verschiedrne Leute anzudringen. Der arnte Mensch kannte keine ander« Hrimath, al« Deermooreü Hau» und kehrt« nach jedem Au-fluge, wir die Schwalbe in ihr Nest, dorthin zurück. Bärchen saß, nachdem er sich ein wenig au»gtruht, an dem blankgescheuetten Rüchentische und ließ sich de» Kaffee und frischen Festtag-kuchen schmecken, blinzelt« auch wohl hier und da nach Bertha, di« frisch wie «ine Ros«, chm woh«»llend zusah. „Fräulein Berthai" sagte er und verschlang eine» vif» sin Ruche», an dem sich «i» zwölfjähriger Ruaße hätte satt essen können. „Liebe» Fräulein! Sie find schöner geworden^

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