Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 40.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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— L26 mb* anzuuehmen, daß er nur (o thut — er erinnert sich ba» bösen Dekretgar nicht und fragt: mi hu aeh weesch hu „wer hat sich solcher Dinge unterfangen?!") Vermischte und ueueste Nachrichten. Berlin. Bezüglich der Leistungen einer bürgerlichen Gemeinde für die OrlSschulen verschiedener Eonsessionen ist neuerdings in einem Specialfalle seitens des Kultusministerium» dahin entschieden worden, daß eine politische Gemeinde, welche die Elementarschulen der eine» Consession unterstützt, gehalten ist. in entsprechender Weise auch die der anderen zu unterstützen. — Am 22. d. Mts. wird da«. orthodoxe Rabbiner- Seminar Hierselbst eröffnet; am Abend vorher findet eine Eröffnungsfeierlichkeit im Saale der Gesellsch. d. Freunde statt, zu welcher Einladungen ergangen. Die gesammelten Fond's belaufen sich auf 20,828 Thlr., die gezeichneten Jahresbeiträge auf 6099 Thlr. Berlin. Zn israelischen «reisen macht sich zur Zeit eine starke Agitation gelterd, welche darauf abzielt, die Wünsche der Betheiligten bei der vom Kultusministerium in Aussicht genommenen Re ision, der die kirchlichen Verhältnisse der Juden in den acht alten Provinzen bereits in vielerlei Denkschriften und Anträgen vorliegen, zur Geltung zu bringen. In einem Wunsche stimmen schon jetzt alle verlaut! aren Ansichten überein: daß nämlich die Staatsregierung, bevor sie ihn» Entwurf zu einer Borlage für das Abgeordnetenhaus fixirt, Bertrauensmäuuer aus jüdischen Kreisen berufe, um deren Meinung über den Entwurf zu hören. (B. Z.) Pasewalk. Durch Verfügung der Königl. Regierung zu Stettin «st dem Rabbiner Oe. Landsberg die Inspektion über die hiesige isr. Religionsschule, welche früher der christliche Orts-Schulinspector führte, übertragen worden. Stuttgart. Die Königl. isr. Oberkirchenbehörde har die durch den Tod des Dr. v. Mcuer erledigte Stelle ihres theologischen Mitgliedes, welches zugleich das Rabbinat des Bezirkes Stuttgart beNeidet, zur Concurrenz ausgeschrieben. Rur Württemberger werden zur Bewerbung zugelaffen. Wien. Durch Hilfe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften ist soeben im Berk, ge von Carl Gerold'S Sohn erschienen : „Das jüdische Unterrichtswesen während der spanischarabischen Periode von ve. M Gübemann. Nebst handschriftlichen arab. und hebr. Beilagen." (B.ir kommen auf dieses durch seinen Inhalt höchst interessante, sowie durch die strengwissenschaftliche Methode sehr anregende Werk in einer der nächsten Nrn. des „Literaturblattes" des Ausführlichen zurück.) ftrofon, 8. Oct. In der heutigen Sitzung des Local- Wahlcomites verzichtete Zyblikiewicz entschieden auf jede Caudidaiur; er befürwortete die Ausstellung des jüdischen Candivaten Ettinger und plaidirte ferner für Samelsohn. Ausgestellt wurden fünf Caudilxfteu: Zybllkiewic-, Samelsohn, Chrzauowski, Warschauer und Weigel. Lemberg, 7. Oct. In den Landgemeinde-Bezirken von Radzicchow und Nadworua sind ebenfalls nur Ruthenen und Israeliten zu Wahlmänuern gewählt worden. Bon der Poleupartei werden bereits in den meisten Wahlbezirken Proteste gegen die Wahlen vorbereitet. Bukarest. Da» hier zweimal wöchentlich erscheinende „Journal de Bukarest" vertritt gewiffermaßen die Stelle der eingegangenen „Rumänischen Post." Es verficht die Sache der rumänffchen Juden gegen die fortwährenden giftigen Angriffe, namentlich den Bolliac'schen „Trompetta." Ein von dem Revacteur Ulysse de Marsiklac mit sehr viel Geist und mtt Gradheft und Unbefangenheit geschriebener Artikel in der Nr. vom 2. d. M. liegt uni vor; Neues kann derselbe nicht sagen, er führt au-, daß die rumänffchen Juden, denen Bülliac alle erdenklichen Schlechtigkeiten »Heils andichte, theilr Nachrede, nicht schlechter ,ls ankere Leute seien, und daß es Unsinn sei, von einer unterdrückten, von ehrbarem Erwerb größtentheilS auSgeschloffenen Bevölkerung Hochherzigkeit, strenge Redlichkeit und hohe vildunz zu verlangen. Man versah« mit dey Juden Rumäniens so, wie es mit ihren Glaubensgenoflen in den civiftsirten Staaten geschehen sei, so werde man entsprechende Rrsuftate erzielen. Man thut ferner so. als ob eS in Rumänien nicht eine Anzahl hochgebildeter und hochachtbarer Juden gebe, «an werfe auch diesen die Fehler und Vergehen des israelitischen Pöbel» vor. Wen» aber falle es ein, da» Verbrechen etwa eines Traupmann „ben sranösischen Christen" vvrzuwersen!? Die europäischen Juden ordert de Marsillac rann mit wannen Worten auf, für die Eultur ihrer Brüder in Rumänien, für Schulen u. s. w. zu wirken, dagegen die n'.mänische Bevölkerung, welche im Ganzen durchaus nicht fanati ch sei, nicht durch Zeftungspolemit und mitunter übertriebene Berichte zu reizen. — Wir berichten bei dieser Gelegenheit, daß Hr. Peixotto unter den rumänischen Juden eine» Verein „Sion" gegründet hat, welcher zunächst den sehr löblichen Zweck verflögt, Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde zu schlichten und wo nöihig, materielle Unterstützung w. z. B. für die Abgebrannten in den jüngst genannten Städten — zu gewähren. London. Am 3. September hat Sir George Jeffel zum ersten Male seinen Stuhl als Master of the Rolle» eingenommen. „I. W." macht die sehr intereffante Bemerkung, «daß die» dasselbe Datum sei, an dem einsi (3. Sept. 1189) bei der Krönung Richards Lüwenhcrz jene grausige Judenmetzelei in London stattgefund.'» Hab:. Die au» dem Vergleich der beiden Daten sich ergebenden Betrachtungen liegen sehr nahe. Am Versöhnungstage waren die Sitzungen de» Gerichtshofes vertagt. Palästina. Mr. Guerin, welcher vor Jahr und Tag die Gräber der Maccabäec aufgesunden hat, will jetzt da» Grab Josua» in Tignä, welche» er für das alte Timnalh Serach hielt, entdeckt haben. Im Boden der Grabstätte, ebensowie an einer Stelle bei Gögal, fand er bei Nachgrabungen viele steinerne Meffer. Vgl. Josua S, 2. Eapland. In den Diamantfeldern hat sich nun eine israelitische Gemeinde „Griqualand West Hebrew Affokiatios" gebildet. Etwa 100 Mftglieder haben je ü Pf. St. Jahresbeitrag und zur Erbauung einer Synagoge einige hundert Pf. St. gezeichnet. Rnrd-Nrnerikn. In Savannah, Georgia, ist der Richter Cardoso, 87 Jahre alt, gestorben. Er war wohl der äfteste Zeiiung»redactenr in den vereinigten Staaten, noch während des Krieges sehr thatig, legte er erst kürzlich die Feder nieder, weil er fast erblindet war, doch blieb er geistig frisch bis an» Ende. 1 Feuilleton. Unfkrhtbare Fessel«. Original-Novelle pcn I. S'. Lichtenberg in Newyork. (Fortsetzung.) „Nun, ^err Doftor!" silgte Bellona hichnisch, „wie gefällt Ihnen diese» Mädchen jetzt, gett, wir können »sich noch ein Wörtchen darein reden?" „Fräulein Normal nt," sagte Moritz fest. „Es iß Glück genug für mich, daß Sit mir wenigsten» üicht« Harem zu reden haben, ich oejrtaffe morgen Ihres Vaters Hau» Und wünsche nur, daß ich d> «st» unglückliche Geschöpf ast» ihren Händen befreien könnte." . Bellona wurde furchtbar bleich, dann übermäiintt-fle die Wuth, und sie schrie: Ihnen gerade recht, mit der Niggerin davon zu gehen." Und sie zffHe bif ^tyfjemige