Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 40.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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— 337 — Peitsch«» um bcr osoes Dulderin »och eiue» 1-ieb z» versetzen. Mori; fing thre» Arm auf und prefete il-n mit solcher Gewalt nictar, bafej Bellona etnen Irijen' Schrei auHftteß. Moritz ließ denlrm jedoch nicht lo« und sagt«! eindringlich und ernst: „Krüuloin Rormau», Eie find zwar gewöhnt, in Allem die Weidlichktt zu verleugnen, aber soviel sollten Eie doch wissra, daß man in der Gesellschaft, zu welcher Sie leider auch zu gehören die Ehre haben, sich ander« ansdrückt, al» i» den Hatte,,, der Fischweiber.* Bellona wankte, sie konnte da« Auge de» Arzte!» nicht ertrag«» und fühlte zu« ersten Male de» AuSspnich der Bibel: „Sr soll dein Herr sein* „Sie hebe». ohne zu unlersnchrn, eine Arme z« Tod« peitschen lasst!», —' denn ich glaube nicht, daß sie eü überlebt — au« niedriger Eifersucht, di« ganz grundlos war und schon darum nicht am Platze, weil Eie sich durchaus nicht ge» liebt wähnen konnten, denn durch ein Betragen wie da« Ihre erntet man ttur Haß, nicht Lieb«.* Bellona zitterte wie Laub und versucht« ihren Arm an» dem Griffe de« Arzte« zu befreien, wa« ihr jedoch nicht gelang. „Berzeiljen Eie mir!* Herr Moritz, „sch werde gewiß mich zu bessern suchen,* sagte sie bittend, „nur Haffen Eie - mich nicht, iih kann Ihren Haß nicht ertragen.* „Ich sollt« Sie »ttht Haffen? Ruß nicht ein jeder Mensch von Schunde» wegen Jhre» Benehmen«'erfüllt sein? Sind Sie ein menschliche« Geschöpf? Werde» Eie nicht jeden Mann elend wachen, der sein Schicksal an da« Ihre bindet?* „Aber ich werde mich deflern,* versetzte Bellona weich, und ihr Auge wurde feucht, ich werde mich «ahthaftig beffern, nur seien Sie mir nicht böse.* Moritz ließ ihren Arm lo« und trat eineit Schritt zurück. „Fräulein Normann,* sagte er. „wenn Ihnen an meiner Ltrzeihung etwa« liegt, wenn Sie wollen, daß ich nur noch eine«, Tag unter Ihre« Bater« Dach verweil«, so geben Eie diese Unglückliche frei. Da» ist die einzige und lchte Bedingung, die ich zu stellen habe* « Der Wurm der Eifersucht fing wieder ant Herzen der Dame an zu .nage«, sie warf den Kopf znrück und sagte: „Aber, Herr Doctor, Sie lieben diese Sklavin?* „Darüber bin ich Ihnen keine Rechenschaft schnltig».aber nenn t« zu Ihrer Beruhigung beitragen kann, so versichere ich Ihnen, daß diese mir gleichgültig, und Alle«, wa» ich für sie empfind«, nur vom Müleide dicttrt wird.* Bellona senkt« da« schöne. Haupt, und eine heiße Thräne fiel auf di« Hand de« Arzte«, dann erhob sie ihr Auge und sagit: Schwören Sie mir, daß diese Sklavin Ihrem Herzen fremd ist, mtd sie soll frei sein.* Moritz erhob die Hand zum Schwur, al» vom Lager der Sklavin her' ein Laut ertönte, der dem Arzte nur zu wohl bekannt war und ihn schaudern machte. Er wandte sich hastig dorthin, dl« Züge der Unglückliche« war«»' «rtzerrt, noch ein schwere« Stöhnen, — Susann« war tobt. Det Ltzt legte dle Hand auf da« Herz der Sklavin, zog schweigend, «inen kleinen Spiegel au« der Tasche, den er ihr an den'Mund hielt und wandte sich dann zu Bellona; er war furchtbar bleich. * . Drohen!) zeigte er nach der Leiche und sagte kalt: „Fräu»? lei»! Ihre Reue kam zu spät, dies« ist.ohne IhrZulhuu frei f Kgcwsrvetr." Wir sind also quitt." Sie habe« kaltblütig eine« unschuldigen Mensche» ermordet, und ich werde' uiü einer Mörderin kein« Rächt mehr unter einem Dach«' zubriuge». Möge Gott Ihr Richter sei«, wir El« über diese« arm»'Ge» o schöpf-gerichtet.* Moritz wandt« sich zum Gehe» nnd ließ Bellona wie versteinert Zurück.' Al» sie zu fich gekommen, verließ sie schaudernd die Blockhütte, schwang sich auf ihrPferd-Nnb-^prengte »ach dem Haurrnhaus« zu. Spät Abend« verließ Dortor Moritz zu Pferde, von einem Reger («gbittt, beim Mondscheine dü» Hdv» und die Plantage Rrrmanu«, um. sich, utn Mitternacht' bei Tmtaldson- 'ville auf ei«:n dort atilogenden Dempfer »ach Krirö elnzu- . schiffen. Im Solen lag die schön« Bellona in Thränen aufgelöst auf den Kniren und rang verzweifluagSvoll die Häitde. Al» di« Silhouette de« Reit«»»-de» Horizont erreichte und unter >«n Bäumen de« Partei 'verschwand, s-irang sie auf und schittelte in ohnmächtiger Wuth die Faust nach der Gegend, wo sie die Retter mit ihrem geistigen Auge erblickte und rief: „Fluch Dir und mir! Du wolltest mich nicht lieben! Hüte llsich, daß je Dein Weg den meinen kreuzt, denn ich werde Dich Haffen bi« zum Tode* Fast int selben Augenblicke wendete sich Doctor Moritz zurück, und die Hand nach der Gegend, wo da« Herrenhaus lag, au«strrc!«nd, sagte er: „ES wird eine Zeit kommen, wo Sott da« Schreien dieser Geknechteten hören wird, wie er da« Schreien unsere« Volke« in Egypten gehört, und er wird euch von der Erd« vertilge».* Amen setzt« der neben ihm reitend« Pumpkin» hinzu, welcher glaubte, der Doctor habe sein Abendgebet verrichtet. (Forts, folgt.) MoscheKi’is Tod* (Zu Simchas Tondi.) Der oot Lieb« all« ttxSft« 6«tn«i 8rifte4, fritut Hünd« Immer ftiwm Lotte schenkt«, Steht mmnM Leben» Ende. Schweigend lausch«» fein«« StA« Die um ihn gededngten Schaar««. Denn »ach.«inmal will er ihnen Himmelswort« offenbaren. Und er denkt vergangener Zetten, Wie er ff« au» Stlaoenlemd«' Hat befreit, «ad rimzigHaho» Sie geführt i« Wüstensand« Wie der Herr von Sttaf'S Gipfel St« ,« seinem Lalk erteren Und wie oft in blindem Wahne Sie doch ihrm Sott »rriorml Und er zeigt den Jünger ihnen. Der von nun «sie soll 'letten'; „Stark und fest nur sei*?'s» spricht "er, „Stark und fest für «Ule Zetten!" Und mit Seherwarte» segnet Sr sei» V»U, da» heißgeliebt«; Dann nach Kanaan hinüber Blickt sein Lug', da« ungetrübte. . . »uf de« «PtSWi'Spitze nieder Snckt sich «im Wetterwolke, Und «nteiffm ist der Bater Seinem schmerzerfüllken-Bolk^- » » « gitnuner war» sei« Srab Erfunden, »öchz'doll Lugend »hm Sleichen; KonnU je »in Seher mteder Ihn, den SotteSman», erreichen! Fötor HerxMd.