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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 40. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 40.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 324 — Alter» war er doch stet» einer der Ersten im Gotte»hau». Er verschied am Sonntag, Morgen» 9 Uhr, nachdem er noch wenige Ständen vorher da» Rorgengebet verrichtet hatte. Mögen die Hinterbliebenen bestrebt sein, in seinen Fußtapfen zu wandeln und dadurch wenigsten» einigermaßen die Lücke autfüllen, di« in der Gemeinde entstanden ist. n''3“Jf'Tr. (Der Sied, entnimmt dem „JSraeltt" diese wenigen Worte eine» mehr al« wohlverdiente» Nachruf», weil er seinen persönlichen Sesühlen über den Verlust seine« theuren Schwiegervater» hier nicht weiter Au»druck geben mag. Nur da« sei, der strengsten Wahrheit gemäß, hinzuzusetzen erlaubt, daß der Selige gezeigt hat. wie viel ein Privatmann für da» religiöse Leben in einer Gemeind« wirken kann, wenn e» ihm um da» Judenthum Ernst gilt und er mit eigener von jedem Fanatismus gegen ander» Denkend« und Handelnde freien Frömniigkeit die vollste Respectabilität im bürgerlichen Leben verbindet.) Oesterreich. Wie». Ende September ist rin neue» Dienstreglement für di« H. Ä. Oesterreichische Armee au-gegeben worden, welche» auch für di« Juden sehr wichtige Bestimmungen «nchält. Abgesehen davon, daß nichtkatholische Soldaten nicht mehr zu kirchlichen Paraden auirücken müssen und nicht mehr zum Gebet niederzuknieen haben, soll auch auf die Beköstigung der jüdischen Soldaten und deren Feiertage Rücksicht genommen werden. (NB. Wir bitten unsere HH. Eorresp in Oesterreich um genau« (wörtlich«) Mittheilung der einschlägigen Bestimmungen, da in Preußen resp. Deutschland auch noch manche Desiderien vorhanden sind, deren Erfüllung vom Kaiser, der hierin — und da» ist sehr gut! — allein kompetent ist, am leichtesten zu erlangen wäre, wenn man auf da« Beispiel einer Anne« wie der österreichischen Hinweisen könnte.) w An» Löhme», 5. Dct (Or.-Eorr.) Gott weiß, wa» mitunter die großen und kleinere« Journale Wien» ansicht, sich au»nabm»weise in diesem Jahre de» „JomkippurS" al» Feuillrtonstoff» zu bemächtigen? Sind de» Herren Redakteuren von „unter'm Strich" all die schönen witzigen und ä tout prix geistreichen, Tagespolitik, Humor und Poesie so harmonisch zusammenquirleuden Feuilletonstoffe denn wirtlich so bi» auf den letzte« Rest ausgegangen, daß sie sich de« dem Gebi^e der Journalistik doch so ganz ferne liegenden Jomkippur» bemächtigen wüffe«? E« ist gelinde gesagt tactlo» — um nicht ein schärfere« Wort zu gebrauchen — wie da z. v. in der vielgelesenen „R. Fr. P." in einem „Jehovah'« Gerichtstag" übertriebenen Feuilleton, über den Millionen Juden ieder religiösen Richtung Helligen versöhnung«tag in frivolster Weise gesalbadert wird, da muß sogar da» in jedem deutschtu Machsor zu lesend« Ereigniß Rabbi Amnon« zu Warm», eia Stück rjpin njrjl und sonstige Mochiorrest« herhalten, um di« üblichen Feuilletonspalten zu füllen, al« poetischer Aufputz muß ein« poetische Sünde Hein/», eine spöttische Zote Lber di« jüdisch« Religion, herhalten. Sin andere« Wiener Blatt, „Extrablatt" genannt, läßt gar am Jomkippuransgaag eine „riesge Nachfrage nach Scholet" in den Restaurationen figur.ren — ob dt« Herren etwa fühlen, daß ,« eine Beleidigung für dt« Leser ist, ihnen Geschmack an solchen Ausgeburten einer hirnverbrannte» Phantasie zuzumuthea? Doch habeant sibi.*) Der Spruch „1m extremes se touchenl“ hat sich wieder einmal bewährt. Während in dem von uaserm Kaiser der Arme« soeben er» theiltem neuem Dienstreglement auf die religiöse Freiheit de« Individuum» besondere Rücksicht genommen wird, so daß Aka- •) Damit scheint tm« bk «ach« dem, doch nicht erledigt, »«sonder« dnrnm nicht, weil die «e^esier solcher «chondartikri ,tm, peaftiUknt Inden (k. h. *m Sednrts find; der verf. de« «denermichnte» »rttkl« der .». Fr. Pr.» scheint ei» etzemoli^r «achnr,» sei». Wir Huben dortider »och «in wort pt sagen, »enn auch »ich« gerade üder t«mn»r. ritet, de» »tr s« niete N dre nicht «qnthn» gedenken. sHed.s tholiken, Juden rc. von katholischen Kirchenparaden di»prnsirt und Letzteren für die Feiertage Religio»«übung vollkommen gewährleistet ist, erleben wir in Prag, daß ein jüdischer Hauplmann in dein doch immer nur Soldaten spielenden Bürgerrorp» bei der jüngst al« Demonstration in Scene gesetzten Prozession zu Ehren de» h. Wenzel in Parade auSzurücken sich nicht entblödete; — da muß doch wohl der Genius de» Judenthum» beschämt da» Haupt verhüllen. Die Wahlen zum Reichsrathe sinv auch in Böhmen in vollem Zuge und werden wie ehedem auch böhmisch-jüdische Berfaffungsfreunde im Rath« de« Reiche» sitzen, ein Rabbiner (wie in Galizien) wird wohl hierzulande nicht candidirt, weil wir der Meinung sind, e» sei die» eben nicht die Sphäre in der der Rabbiner seine GetsteSgaben z» verwerthen habe, und ein lange» Fernebleiben von seinem Posten schade der Gemeinve weit mehr al« der Rabbiner im RrichSrathe dem Lande zu nützen vermöge. (Aber dem Judenthum I Red.) Au» Är«fo* wird der „N. F. P." unterm 29. Sept. ge schrieben: Daß ,iner jeden Aktion in der Regel eine gewisse Reaktion folgt, hc.t oie gestrige jüdisch« Wählerversammlung bewiesen. Am 24. d. M. fand nämlich eine allgemeine Wäh lerversammlung im Redoutensaale statt, welche, obgleich von Vd. Zybliktwicz berufen, nicht sehr zahlreich besucht war, denn e» erschienen blo« 78 Wähler, und diese wählten ein Agitation» Comite von SO Gliedern, d. h. jedem Wähler wurde ein Papierzettel in die Hand gespielt, welcher mit SO Rainen bedruckt war. Selbstverständlich gab Jeder den ihm eingehändigten Zettel in die Wahlurne, und so kam ein Comite für Krakau ganz naä» dem Wunsche de» Eentral-Wahlcomite» und de» hiesigen „Cza»" zu Stand«. In diese» Liomite sind zwar auch einige Juden ausgenommen worden, aber diese wenigen selbst sind nicht derselben politischen Gefim«ung. E» ist leicht vorauszusehen, daß den hiesigen Juden, die absolut einen Vertreter ihrer Jntereffen im Reichsrathe Halen wollen, mit einem solchen Eomtte nicht gedient ist. In Folge diese« Vorgehen» «urdru die Juden au« ihrer Lethargie ausgerüttelt und beriefen gestern eine Wählerversammlung, welche folgende Beschlüsse faßte: 1. Die jüdischen Wähler Krakau» wollen alle möglichen und erlaubten Nittel anwenden, um einen Juden al» Reich»- rath»-Adgeordneien der Stadt Krakau durchzusetzen, und 2. derjenige Eandidat sei von den jüdischen Wählern zu unlerftützen, der sich zur VersaffungStreue bekennt und den Kampf mit der feudal-clericaien, nicht aber mit der national-liberalen Partei im künftigen Reichsrathe anfzunehmrn verspricht Zu diesem Zwecke wurde auch ein Eomtte au« zehn jüdischen Bürgern gewählt, welche« die Aufgabe hat, sich mit dem allgemeinen, sogenaimten städtischen Wahlcomtte in Fühlung zu setzen, oder aber eventuell für seinen Candidaten selbst ständig zu agitiren. Bon den zwei Abgeordneten der Stadt Krakau wird der bisherige Abgeordnete, vr. Zybltkiewicz, sicher gewählt »erden; für da» zweüe Mandat wird häufig und besonder» i» verfassungstreuen Kreisen vr. Warschauer in Vorschlag gebracht: doch dürfte derlelb« nur dann Aussichten auf Erfolg haben, wenn alle jüdischen Wähler wie Ein Mann für ihn stimmen würden, und die» werden sie nur dam thun, wem er di« oben gestellten Bedingungen zu erfüllen verspricht. Hier gilt er also jetzt, offen Farbe zu bekennen. Serble». Belgrad. Da« Eentral-Comite der Alliance J«r. Univ. hat di« Anwesenheit de» Fürste» Milan in Pan» benutzt, um bei demselben «ine Audienz zu erlaugrn und in Betreff der serbischen Juden Vorstellungen vorzutragen. Die Audienz fand am 14. Sept. statt; über da» Gespräch zwischen de« Fürsten md der Deputation berichtet die Pefter „Jüd. Ge«. «. Sch. Z.": „Herr Ulbert E«h« ergriff Werft ba» Wort und sagt«

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