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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 40. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 40.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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— 322 — feit offener Verfolgung. Die hebräische« Schriften find ein Dermal der Bewabrung der heiligen Wahrheit MPtttrn der Entwürdigung twfede» Abfall» faß de»" ggnzz» W» und sr» veruureinigqadeu Linslnffe» der Gef«gmsch»st in deu, Ländern der Götzendiener.. Ich.bOrachge/jM-nichtsdt»»Mitrel — ob künstliche oder natürliche, göttliche oder menschliche — durch. «lchz. die^hMge Pfqh^rrt.erhtzltvt. und. immer wiest«.hmWfttll» w«d«> Die- Th»tsache> btti» si».A»e auf diese« Tag lebendig geblieben ist, nicht nur in den Worten eine» Buches, sondern in de» Herzen jüdischer Männer und Frauen auf der ganzen Erde, trotz der Berührung, mit jeder Form religiöser, mehr, oder weniger götzendienerischer Glaubensbekenntnisse — liefert nach meiner Meinung, das möglichst stärkste Wahrzeichen dafür, daß di« Juden nach den Wegen der göttliche» Vorsehung. bis auf. diese Tagen erhalte» worden sind z» dem Zweck« der Bewahrung der heiligen Wahrheit, und daß sie in alle Länder, unter all« vekennnriffe zu dem Zwecke zerstreut,find, um jene zu verkündige« und sie ihren weniger erleuchteten Mitmenskhr» zu lohten. Nicht» ist nach meiner Ansicht bemerk«n»werther, al» daß, während da» jüdisch« Ball feit seiner ersten levitischen Organisation, mehrere, ja fast die wichtigsten, der für von Gatt verordnet gehaltene» Eeremonie« stark verändert hat, und während die Inste« der Gegenwart in verschiedenen Länder« eine bestimmte und entschiedene Berschiedenheik in Folge de» unvermeidlichen Einflüsse» der sie umgebende» Gewohnheiten zeige» — ihr Glaub« an eine» Gott immer unverändert bleibt, ganz derselbe in jede« Lande, unberührt von den feine« Reizen aller finnliche» und «enschenvergötternsten Religion«». Demnach find die Juden nicht um willen der Gebräuche und Eeremonie», auch nicht wegen zu der Einzelheit der mosaischen Gesetzgebung so wnnderbar erhallen worden, sonder» um Wille» der vewahr»ag und Ueberlieferuug und, wie ich hoffe, ellgemeineu Verbreitung ihre» «tue» »u»ergä»gliche« Grundgrdmcken»: „Der Herr u»s«r Gott ist «in einzig« Gott, und d« sollst liebe« de» Herrn, deine» Gott, mit deine« ganzen Herz«», mit dein« ganzen Seele und mit dein« ganz«« straft.* Die gepriesene Einigkeit der Christenheit in chren friedlichste» Lage» hat nie die Einigkeit gezeigt, welche die Jndenheit in ihrem einzige» Cardinalglanben verbindet. Seit den Tagen Abraham», in dem, nach Gotte» Verheißung, alle Familie» d« Erde gesegnet sei» sollten, und Mose», der den herrliche«, unsterblichen Gesang aussprach: „Gott der Herr, barmherzig und gnädig, langmüttzig, reich an Güte und Trene* — bi» herunter zu dies« Stunde hat die Goll«»- ide« ihre Reinheit bewahrt, mit all« Stätigkeit und mit alle» Glanz« der Sonne am Himmel. Rur daß, ,wa» einst di« Religion Wenig« gewesen und erst sehr allmählig und unter streng« Zucht de« ganzen jüdischen Volke «ach Jahrhnnsterte» de». Rück- und Abfall« eingeprägt worden ist, nun allgemein« Glaub« de» jüdischen Bolle» ist — der einzige Punkt, üb« de» kein« Mrinungtverschirdenheü obwalte» kann. Beschaeidung «acht nicht zum Jude», den» e» gibt Böller, welche st« übe, ohne stind« Abraham'» zu sei»; Gebräuche und: Eeremouie,, machen nicht zu« Insten, den» st«, ändern? sich mV den. veränderte» Umständen, und find; weise modifiel crrt durch ««fahr»», «st. gefmtde» verstaust. - Dat vint? der Stiere. unstLöcke.benetzt nicht mehr sten vode,.d«.L»m. prl, der Rauch verbrannter Opf« steigt nicht mehr gen Himmel. Aber die Likde zu dem e i ne » mahtrmKott erwärmt nochdt« tzzr»e» frewna« Btt«; und anstatt de» Rauche», . demznm Himmel: steigt, sendot der Himmel nn» die zündende Ndeuwe brüderliche, Liebe hernieder. Absonderung,vAu»schließung, Strenge der Formen und ., Eerewonien — daL Alle».mag mothwrndig^ gewesen^fein» »ust e«-ma- «och unmnbchrlich fein, wie-sta» Gerüst für eittra Bau; aber ficherlich wird da» fromme jüdisch« Gemüth erkennen, daß stnicht da» Gebäude selbst bilden, nicht den wahren Tempel, den Gott selbst erbaut hat, und nicht Menschen. D« heilige Glanbe also, «halten— Gott sei gepriesen! — bi» zu dieser Stund.:, zu kein« früheren Zeit werther und köstlicher al» jetzt i» d« Morgendämmerung licht«« Tage für da» erwählte Volk,, er. ist. der. einzige Gegenstand» um. dessen willen diese» Boll au» der Gefangenschaft gerufen, durch Jahrhunderte schmerzlich« Zucht geübt, geschützt und treu, bewahrt worbe» ist durch die grausamste» Berfolgunge« hindurch. Mt, einst einlm Christen, ab« jetzt beseelt, gekrästigt und erfrischt durch denselben Glanbe« an de» lebendigen Gott, der di« Seelen Abraham-, Mose», Jesaia» und der Psalmisten erfüllte und nährte—mir, einem wahren Juden nach meinem religiösen Glaube», obgleich nicht dem Aeußer» nach—mir scheint e», al» ob die Zeit gekommen wäre, da ihr Jude» mit voll« Sicherheit und mit gewissem Erfolg einige Anstrengungen mache» solltetum di« Böllrrwelt (gentiles) zu dem wundervollen Lichte zu führen, welche» euch durch s». viele mühevolle Pilgerfahrten geleucht« hat. Gott gibt dev: Menscheu keine Gabe, damit er sie in seine« Busen berge und nicht mit denen theile, welch« sie nicht haben. Und auch seine besten und edelsten Gabe» de» Glauben» und der Liebe find nicht darnm unser, damit wir fie nur selbstisch für die Wärme und Behaglichkeit unsre» eigne« Hanse» und Stamme» hege». Di« armen Christen, deren Versuche zu tim Bekehrung so wahrhaft lächerlich sind, w«den (laßt un» dc:» glauben) doch von ein« Art von Edelmulh bewegt, und obgleich e» euren Gefühle» «nd tuten Geschmack« widerstreben mag, ihre Taktll anzunehmen, so mögt ihr doch von ihre« Eis« eine Lehre nehmen. Christenthmn und alle Religionen der Vielgötterei und de» Götzendienste» liege» im verscheiden. D« Atheiömu» thut sein« unglückliche» Opf« «in. Die RenschenverLhnlichuag (Anthropomorphiam) entartet noch weit« zu schamlos« Verehrung eine». Geschöpfe» anstatt de« Schöpfer». Da» Judenchurr lebt noch — da» Salz der Erd«. Frei von Abgötterei und jeder verfeinerte» Form d« Geschöpfvrrgötterung, eiuflöjnnd unerschütterliche Heiterkeit uud begeistert« Hoffnung, ist e» alleiu geeignet, um »och einmal hervor,»treten al» Führ« de» religiösen Gedanken», Befrei« der Seelen au» Gefangenschaft, H«old de» göttlichen Frieden» für diejentgeu, welche ohne Hoffnung »nd ohne Gott in der Welt find. Ich wünscht«, daß ihr e« unternehmen möchtet, eure Synagoge» — wen» auch nureinmal »öchentlich — den Andächtigen aller stetigionSdekenutnissezu öffnen, »»-eine« Gottesdienst und eine Predigt in englischer Sprach^ ^u hören, indem ihr an eure« Sabbathen und Festtagen o8* eure überlieferten Bräuche «in. bisher beibehaltet. Ihr,, Würdet" für. euch selbst nicht» verlieren. Ihr würdet ei» unschätzbar««

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